Von der Magie der zweiten Chancen, der Schönheit, die im Scheitern liegt und dem Mut, sich aufzubäumen -Der neue flirrende Roman der 'Nordstadt'-Autorin
Magisch ist zurück. Natürlich in dem Haus hinter dem Knallerbsenwall, natürlich mit einem Job, der nicht ganz legal ist, natürlich mitten in der flirrenden Hitze des Spätsommers. Und alles fühlt sich an wie in ihren besten Zeiten, als Marie und Magisch erst enge Freunde und dann die erste Liebe wurden. Mehr als fünfzehn Jahre sind vergangen, und jetzt sitzen sie unten am Feldweg bei der Pferdekoppel im Schatten der Büsche und trinken Fanta-Korn als wären sie nie weg gewesen. Doch Andi, Maries Bruder, ist auch noch da, war tatsächlich nie weg, ist mittlerweile in der Partei, und noch immer gefährlich. Als Magisch bedroht wird, ist für Marie der Zeitpunkt gekommen, die Frage nach der Brandmauer in der eigenen Familie neu zu stellen.
Von widerständiger Liebe, Geschwisterschaft, einer eigenwilligen Dorfgemeinschaft und einem Neuanfang am Rande des Ruhrgebiets
'It¿s magic, it`s you'
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
eulenmatz
aus Hamburg
5/5
20.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
it's magic, it's you
MEINUNG:
Ich liebe die Romane von Annika Büsing, weil sie so ehrlich, so ungeschönt sind und vor allem diesen besonderen Erzählton haben. Ich habe natürlich wieder unglaublich auf Magisch gefreut.
Magisch ist der Nachname von Paul Magisch. Ich weiß es nicht, warum die Romane von Annika Büsing doch das ein oder andere Mal den Namen vom Love Interest haben, was natürlich jetzt stark überspitzt von mir dargestellt ist, weil ihre Romane so viel mehr beinhalten.
Ich würde sagen Magisch ist ein Roman über zweite Chancen. Eine zweite Chance für Marie und Magisch, die vor 15 Jahren zusammen waren bis sich Marie für jemanden anderen entschieden hat. Das mag hart klingen, aber genauso schreibt Annika Büsing es auch und verklärt es nicht romantisch. Liebe kann dann trotzdem da sein. Ich mag es, dass Annika Büsing es auch einfach zulässt, dass es nicht für alles eine einfache Antwort gibt, aber es kann eben auch mal wieder einfach sein. Magisch ist zurück. Marie liebt Magisch und so gibt es kein Problem.
Eine zweite Chance, die sich deutlich schwerer gestaltet als zu Magisch ist die zu Maries Bruder Andi, der schon früh in die rechtsextreme Szene abgerutscht ist und der Magisch in ihrer Jugend schlimm zusammen geschlagen hat mit seinen Freunden. Marie hat ganz klar zu Magisch gehalten, auch wenn es Maries Eltern für eine große loyale Krise gestellt hat, weil Magisch Teil der Familie ist. Nun passieren aber einige Dinge, die alles ins Wanken geraten lassen in Andis Leben und es stellt sich die Frage, ob es Marie erlaubt ist ihrem Bruder zu helfen oder gar zu zugeben, dass er ihr einfach fehlt. Auch hier gibt es wieder kein schwarz und weiß.
Ich habe wieder den Erzählstil von Annika Büsing geliebt. Manchmal wollte ich nicht, dass das Buch endet. Der Roman wird aus der Sicht von Marie erzählt und es ist stellenweise so lustig gewesen, eben weil sie oft schnell wütend war, aber gleichzeitig auch so verletzlich, so ehrlich und so trocken war. Der Roman hat auch eine sehr gute Atmosphäre erzeugt, so dass es ganz viele Bilder erzeugt hat, wie sie da über den Hof gehen. Gegen Ende wird so ein bisschen fasrig in der Handlung, aber die Autorin findet einen guten Abschluss.
FAZIT:
Wer noch keinen Roman von Annika Büsing gelesen hat, sollte dies dringend nachholen! Magisch war für mich wirklich wieder ein Highlight. Ein Roman über zweite Chancen, Dorfromantik und das Perfekte im Unperfekten.
Bewertung
5/5
20.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein magisches Buch über das Leben, die Liebe und Familie
Ich habe Magisch als Hörbuch gehört, gelesen von Lisa Hrdina – und ich muss sagen: tolle Geschichte, toll gelesen und vor allen Dingen ganz viel Liebe zu den Figuren.
Im Mittelpunkt stehen Marie und Magisch, die sich nach mehr als 15 Jahren wieder begegnen. Doch eigentlich geht es um viel mehr: um Familie, Geschwisterschaft, zweite Chancen und darum, wie man mit den Problemen lebt, die sich eben nicht einfach in Luft auflösen.
Besonders Marie als Frau und Figur mochte ich richtig gerne. Sie ist ehrlich, manchmal sicherlich auch unbequem, aber vor allem unglaublich empathisch. Gerade dadurch war sie mir sehr sympathisch. Sie ist keine Heldin, die alles im Griff hat – und genau das macht sie so glaubwürdig.
Überhaupt hat mir gefallen, dass hier niemand überhöht wird. Keine perfekten Menschen, keine künstlich dramatischen Wendungen, sondern das Leben mit all seinen Problemstellen, die eben manchmal bleiben dürfen und müssen. Und trotzdem verliert der Roman nie den Blick für die kleinen guten Dinge.
Dazu kommen großartige Dialoge, eine ganz eigene Atmosphäre und eine Geschichte, die für mich gleichzeitig gesellschaftliche Themen, Familie und Geschwisterbeziehungen miteinander verbindet.
Für mich ein richtig schöner Roman, der mich berührt und sehr gut unterhalten hat. 5 Sterne.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fantastisch!
Annika Büsing hat mich mit Marie und Magisch begeistert. Ich mochte beide Figuren sehr gern, habe ihre liebevolle Dynamik miteinander geliebt und fand die Darstellung der Beziehungen innerhalb der Familie, zwischen Freund*innen im Zusammenhang mit der politischen Ausrichtung Andis und den damit einhergehenden Konflikten sehr gelungen.
Der Schreibtisch ist leicht, locker und humorvoll und trägt dabei so viel Schweres und Bedrückendes, das jedoch nicht schwer verpackt ist. Manches wird durch die Dialoge explizit, anderes schwingt zwischen den Zeilen mit.
Ich habe gelacht, war gerührt, wütend und könnte die Verständnislosogkeit, die Wut, aber gleichzeitig die Kraft und das hohe Maß an Liebe auf jeder Seite spüren.
Ich habe das Buch in zwei Zugfahrten gelesen und wollte es gar nicht mehr weglegen.
Ein fantastisches Buch mit aktueller Thematik, aus dem vor allem diejenigen, die selbst einen Andi, einen Magisch oder Maries Eltern im eigenen Leben haben.
MarieOn
5/5
10.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
frisch, jung, rotzig und komisch
Magisch ist wieder da, sagt Henning. Sofort sieht Marie die Bilder vor sich. Magisch und sie schliefen immer in einem Bett. Sie waren Kinder und er brauchte die Nähe, weil Mama Magisch nach dem Tod ihres Mannes krank vor Kummer war. Maries Eltern nahmen Magisch einfach zu sich. Vor sechzehn Jahren fing es an, dass sie nicht mehr nur nebeneinander schliefen. Ab da waren sie das Punk-Pärchen im Dorf. Warum weiß Marie eigentlich nicht. Ja, sie hatte blaue Haare und trug Nasen- und Lippenpiercing, aber das war eher in als punk. Und Magisch, der trug Sandalen und war ansonsten ein ganz normaler Typ, gut in Mathe, so dass alle dachten, aus dem wird mal was.
Ganz im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder Andi, der hing mit Leuten rum, die Bierflaschen an Wände klatschten und auf Blechdosen schossen. Er verbot ihr, mit den Türken zu reden. Er hätte sich nie als Nazi bezeichnet, eher als einer, der sagte, was gesagt werden musste. Und dann hatten er und seine Jungs Langeweile und lauerten Magisch auf, als er nach einer Party auf dem Heimweg war. Sie hatten ihn so zurechtgestutzt, dass seine Mutter ihn nicht mehr erkannte. Dann ging Magisch irgendwann in die große Stadt zum Studieren und jetzt soll er wieder hier sein.
Auch Marie war fünfzehn Jahre weg. Sie ist Noah gefolgt, weil sie sich in ihn verliebt hatte. Magisch hat das nicht gut verkraftet. Sie studierte auf Lehramt, was sich im Nachhinein als dumme Idee herausstellte, weil Marie gar nichts mit Kindern anfangen konnte. Nach einer Weile fiel ihr auf, dass sie mit Noah eine andere Marie geworden war. Eine, die mit Leuten über Filme sprach und Wein trank. Sie verreisten, gingen essen und es lief gar nicht schlecht. Doch dann zog es Marie wieder nach Hause. Ihr Vater freute sich, ihre Mutter war sauer. Sie hatte Noah gern gehabt, oder vielleicht die Marie, die sie mit Noah geworden war.
Fazit: Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Annika Büsing hat mich mit ihrem vierten Roman wieder voll abgeholt. Diesmal erzählt sie eine Liebe mit Hürden und noch viel mehr. Ihre Protagonistin ist Mitte dreißig und zurück in ihr Heimatdorf gezogen. Das Leben, das sie geplant hatte, lässt sie hinter sich und fängt von vorne an. Ähnlich gestrandet ist ihre erste große Liebe Magisch. Als sie sich zum zweiten mal begegnen, ist die Anziehungskraft wieder da und doch tasten sie sich langsam aneinander heran, um Maries Vertrauensbruch zu überwinden. Auch das Trauma, das Maries Nazibruder ihrem Freund verpasst hat, bedarf einer Aufarbeitung, die die Autorin konfliktreich entwickelt. Die Autorin erzählt aus Maries Sicht und lässt mich in deren Kopf schauen. Dabei entsteht ein Bild von Magisch und Marie selbst, zwei Menschen, die man ins Herz schließen muss. Sehr gelungen finde ich auch Maries Interessenskonflikt, die zugleich Mitleid und Wut für ihren Nazibruder empfindet. Ich sehe, was ich längst ahne, dass Menschen, die einer Ideologie folgen, die sie intolerant und fanatisch macht, egal ob religiös oder politisch, sich verlaufen haben. Auch hinter dem Nacheifern stecken Menschen mit ihren eigenen Dämonen und Schicksalen und es schadet nicht, das im Hinterkopf zu behalten. Der Ton ist wie immer frisch, jung, rotzig und auch komisch. Wieder wurde ich mit Situationskomik reich beschenkt und durfte aus vollem Herzen lachen. Ich liebe alle ihre Bücher. („Nordstadt„, „Koller“ und „Wir kommen zurecht„) Annika Büsing hat ein unverkennbares Händchen für junge Menschen.
Bewertung
aus Schweighofen
5/5
09.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebenswege
Im Mittelpunkt des Romans stehen Marie und Paul Magisch. Vor vielen Jahren, bevor beide aus ihrem Heimatdorf wegzogen, waren sie ein Paar. Nun treffen sie sich wieder. Beide haben andere Wege eingeschlagen als einst gedacht, während sich Magisch mit einem zwielichtigen Jobs, bei denen er tote Tiere entsorgt, über Wasser hält, betreibt Marie eine Hundetagesstätte. Nach ihrem Wiedertreffen nähren sich Marie und Magisch immer weiter an und lernen sich erneut lieben. Ganz unkonventionell, ohne viel Schnickschnack oder viel Geschnulze wird die Beziehung der beiden beschrieben.
Aber da ist auch noch Maries Bruder. Der rechten Szene zugetan, hasst er alles was nicht in sein eng gestecktes Weltbild passt; und dazu gehört auch Magisch, der einfach anders ist. Die Eltern stehen dem Lebenswandel des Sohnes hilflos gegenüber während Marie zwischen Zuneigung zu ihrem Bruder und Abgewandheit schwankt.
Insgesamt ein wunderbares Buch, das perfekt den aktuellen Zeitgeist passt ohne zu überfordern. Locker leicht wird die Liebesgeschichte und der belastete Zusammenhalt der Familie um Marie beschrieben. Der Titel und Name von Magisch ist dabei Programm und verdeutlicht den Inhalt des Romans sehr gut.
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