In limitierter Auflage mit Farbschnitt und veredeltem Umschlag
Die neue Dystopie-Sensation der New York Times-Bestsellerautorin
Das Leben der Wohlhabenden spielt sich in glitzernden virtuellen Realitäten ab, während die Armen im zerfallenden „Downcountry“ zurückbleiben. Dort jagt eine junge Soldatin durch die Ruinen, um ihren Namen vom Verrat reinzuwaschen – und muss sich dafür ausgerechnet mit dem Mann verbünden, der wirklich schuldig ist.
Um Klimakatastrophen und Epidemien zu entkommen, lebt die Menschheit größtenteils in der virtuellen Welt „Upcountry“, während die Zurückgelassenen in „Downcountry“ ums Überleben kämpfen. Doch auch Upcountry ist nicht sicher: Ein Kalter Krieg tobt zwischen den Nationen Medaluo und Atahua. Eirale, als Soldatin für NileCorp in Downcountry stationiert, wird des Mordes an einem Regierungsbeamten beschuldigt. Ihre einzige Chance: mit Atahuas meistgesuchtem Anarchisten kooperieren, um ein streng geheimes KI-Programm der Regierung in Medaluo zu finden. Währenddessen beendet Lia ihr letztes Jahr an der Militärakademie. Für ihre Abschlussprüfung soll sie Medaluo infiltrieren und einen Verräter aufspüren. Obwohl Eirale und Lia auf unterschiedlichen Realitätsebenen durch Medaluo jagen, beginnen beide zu ahnen, dass sie Teile eines größeren Puzzles sind – und je näher sie der Wahrheit kommen, desto näher rücken ihre Welten an eine zerstörerische Kollision.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Nele
5/5
11.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Wow, omg, nein?
Ab einem bestimmten Punkt in diesem Buch produzierte mein Gehirn in beliebigen Wiederholungen "Wow", "omg" und "Nein?!".
Doch zurück zum Anfang: Das erste Kapitel hat mir direkt gut gefallen. Man war direkt in der Handlung drin, musste sich erst einmal zurechtfinden, aber hatte auch schon das erste Mal einen Moment, wo man dachte: "Okay, wie geht's damit wohl weiter?". Doch die folgenden Kapitel nahmen wieder - in meinen Augen - ein wenig was von der Spannung raus. Es gibt viele neue Begriffe und ich muss gestehen, dass manches bei mir erst nach mehreren Seiten Klick gemacht hat, aber das finde ich vollkommen okay und auch eher gut, wenn eine Welt eben nicht 100 % wie unsere ist. Durch die zwei Perspektiven kommt es wahrscheinlich auch zu den Geschwindigkeitsverlusten, obwohl keine von beiden langweilig ist. Am Ende der meisten Kapitel wollte ich einfach diese Perspektive weiterlesen, weil es wirklich gut war.
Ab der Hälfte hatte mich das Buch, aber das letzte Drittel? Wow, wow, wow. Ich kann es gar nicht anders beschreiben. Ich liebe es, wenn vorherige Fäden zusammengeführt werden auf eine Weise, die ich halt irgendwie hab kommen sehen, aber halt dann doch nicht so? Noch mehr liebe ich es, wenn man das Buch erst mal kurz zur Seite legen muss, um das Gelesene zu verarbeiten. Und das war einfach hier alles der Fall.
In beiden Perspektiven gab es Chemie zwischen den Protagonistinnen und den jeweiligen MMCs. Besonders bei Lia und Kieren mochte ich, dass man verstehen konnte, wieso sie einander so wichtig sind und woher es kommt. Es ist nicht übertrieben sexualisiert und nur von einmal Sehen schalten sich nicht alle Synapsen aus, was ich sehr schätze.
Chloe Gong hat für mich einen richtig guten Schreibstil. Er ist beschreibend, aber nicht so, dass ich mich irgendwann langweile. Es gab lustige, aber auch traurige Stellen, die mich abholten. Die Welt und die Atmosphäre gefielen mir sehr gut. Sie fingen eine dystopische Welt perfekt ein und waren an manchen Stellen so real, dass mir ein wenig mulmig im Bauch wurde.
Long story short: Ich kann kaum erwarten, dass es weiter geht. Eigentlich könnte ich es auch jetzt direkt nochmal lesen.
Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von NetGalley.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
08.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Fesselnder Cyberpunk-Auftakt mit einer Enthüllung, die sitzt
Ich mag Chloe Gong. Ein komplettes Universum von ihr habe ich schon gelesen und eine weitere Reihe angefangen, entsprechend gespannt war ich auf “Coldwire”. Ich habe es auf Englisch gelesen und war zuerst unsicher, ob ich damit klarkomme, aber es ließ sich super lesen.
Die Welt ist geteilt: Upcountry, eine virtuelle Welt für alle, die es sich leisten können, und Downcountry für den Rest. Dazu kommt ein Kalter Krieg zwischen zwei Ländern. Zwei junge Soldatinnen erzählen abwechselnd die Geschichte, jede mit ihrem eigenen Auftrag, und beide jagen durch dasselbe Land, nur auf unterschiedlichen Ebenen. Die Geschichte packt von der ersten Seite an, eine lange Einleitung gibt es nicht. Die Welt wird so erklärt, dass man gut einsteigen kann.
Jede Perspektive liefert Puzzleteile für das große Ganze. Im Nachhinein habe ich verstanden, warum manche Dinge erst so spät erzählt werden, denn sonst wäre mir der Schock verdorben worden. So blieb dieses nagende Gefühl beim Lesen, bis die große Enthüllung kam: fies, gemein und einfach nur WOW. Der Cliffhanger danach wirkt dagegen eher mild, weil ich ohnehin einen Haufen Fragen im Kopf hatte.
Ein fesselnder Auftakt einer Trilogie. Wer Dystopie und Cyberpunk mag, sollte ihn lesen, muss danach aber auf Band 2 warten.
Bewertung
aus Hamburg
5/5
30.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine Dystopie, die unangenehm nah an der Realität liegt
Ich mag die Bücher von Chloe Gong wirklich unglaublich gerne, und gerade ihre dystopischen Geschichten haben es mir angetan. Nachdem mich bereits „Immortal Longings“ – ihre vorherige Dystopie – begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf „Coldwire“. Und ich kann direkt sagen: Dieses Buch hat mich auf eine ganz andere Art gepackt. Es ist für mich deutlich reifer, bedrückender und in seiner gesellschaftlichen Dimension noch einmal wesentlich eindringlicher.
Chloe Gong hat für mich einen Schreibstil, der sofort Bilder entstehen lässt. Sie schreibt unglaublich atmosphärisch, detailverliebt und bildgewaltig, ohne dass ihre Welten dadurch leblos wirken. Im Gegenteil: Bei ihr haben Orte, Technologien und gesellschaftliche Strukturen immer eine ganz eigene Präsenz. Man liest nicht nur über eine Welt – man bekommt das Gefühl, tatsächlich darin zu stehen. Und genau das funktioniert bei Coldwire ganz besonders gut.
Was mich an dieser Dystopie so fasziniert hat, ist, dass sie sich trotz ihres futuristischen Settings niemals wie eine völlig fremde Zukunft anfühlt. Die Welt von Coldwire ist technologisch weit entwickelt, gleichzeitig aber gesellschaftlich zutiefst gespalten. Ein Teil der Menschheit hat sich in eine digitale Realität zurückgezogen, während andere Menschen in einer wesentlich härteren, zerstörteren Welt zurückbleiben. Dazu kommen politische Spannungen, militärische Strukturen und Unternehmen, deren Einfluss weit über das hinausgeht, was man sich unter einem normalen Konzern vorstellen würde.
Und genau hier wird das Buch für mich so interessant. Denn Chloe Gong erzählt keine Dystopie, bei der ich ständig dachte: Das ist völlig unrealistisch. Viel häufiger dachte ich:
„So weit entfernt ist das eigentlich gar nicht.“ Nicht unbedingt in Bezug auf die konkrete Technologie oder die genaue Entwicklung der Welt, sondern hinsichtlich der Themen, die dahinterstehen. Digitale Flucht vor einer unangenehmen Realität. Menschen, die sich lieber in einer künstlichen Welt aufhalten. Gesellschaftliche Unterschiede zwischen denen, die Zugang zu bestimmten Möglichkeiten haben, und denen, die davon ausgeschlossen bleiben. Macht, die sich immer stärker bei einzelnen Institutionen konzentriert. Das alles hat bei mir einen ziemlich unangenehmen Nachgeschmack hinterlassen. Und ich meine das als großes Kompliment.
Lia ist für mich eine Protagonistin, die gerade deshalb so interessant ist, weil sie nicht von Anfang an diejenige ist, die alles durchschaut.
Sie ist ehrgeizig, intelligent und unglaublich zielorientiert. Sie möchte etwas erreichen und ist bereit, dafür zu arbeiten. Sie hat einen gewissen Stolz und ist nicht unbedingt jemand, der gerne zugibt, wenn sie sich geirrt hat. Aber genau darin steckt auch ihre Entwicklung. Je mehr sie mit Dingen konfrontiert wird, die nicht in ihr bisheriges Weltbild passen, desto stärker gerät dieses ins Wanken. Und ich mochte sehr, dass Chloe Gong daraus keine schnelle „Ich habe jetzt alles verstanden und werde zur Rebellin“-Entwicklung macht.
Eirale hat mir mindestens genauso gut gefallen, vielleicht sogar auf eine ganz andere Weise. Sie wirkt wesentlich härter als Lia. Ihre Vergangenheit hat sie dazu gezwungen, früh Verantwortung zu übernehmen und sich in einer Welt zurechtzufinden, in der Schwäche Konsequenzen haben kann. Bei ihr fand ich besonders interessant, wie stark das Thema Loyalität mit ihrer Entwicklung verbunden ist.
Eirale ist nicht einfach jemand, der ein System von Anfang an ablehnt. Sie hat innerhalb dieses Systems gelebt. Sie hat sich darin einen Platz erarbeitet und gelernt, nach seinen Regeln zu funktionieren. Und gerade deshalb ist es so spannend, wenn diese Sicherheit nach und nach Risse bekommt. Was passiert, wenn die Institution, der man vertraut hat, plötzlich nicht mehr vertrauenswürdig erscheint? Was bleibt von der eigenen Identität übrig, wenn die Rolle, die man jahrelang ausgefüllt hat, nicht mehr funktioniert? Eirale entwickelt sich dadurch nicht einfach von „Soldatin“ zu „Rebellin“. Vielmehr beginnt sie, ihre eigenen Maßstäbe für richtig und falsch zu entwickeln.
Auch Kieren ist eine Figur, die für mich deutlich stärker heraussticht, als ich zunächst erwartet hatte. Er ist Lias akademischer Rivale und gleichzeitig jemand, der sie schon lange kennt. Zwischen den beiden besteht deshalb von Beginn an eine ganz andere Dynamik als bei einer typischen romantischen Konstellation. Sie müssen sich nicht erst kennenlernen. Sie kennen sich bereits. Sie wissen, wie der andere reagiert. Sie wissen, welche Knöpfe sie beim jeweils anderen drücken müssen. Sie können sich gegenseitig provozieren und gleichzeitig gibt es eine Vertrautheit zwischen ihnen, die man nicht einfach wegwischen kann. Kieren hat für mich etwas angenehm Unangepasstes. Er ist nicht der typische männliche Charakter, der permanent versucht, Stärke zu demonstrieren. Vieles an ihm funktioniert über Beobachtung, Wortgefechte und seine Art, Lia immer wieder herauszufordern.
Das Herzstück der Dystopie ist für mich die Frage, was passiert, wenn Menschen ihre Realität nicht mehr akzeptieren müssen, sondern ihr entkommen können.
Eine künstliche Welt kann schöner sein.
Sie kann sicherer sein. Sie kann komfortabler sein. Sie kann genau das geben, was einem im echten Leben fehlt. Aber was passiert mit der echten Welt, wenn immer mehr Menschen beschließen, sie einfach zu verlassen?
Und was passiert mit den Menschen, die sich diese Flucht nicht leisten können? Diese Idee fand ich unglaublich stark. Denn dadurch entsteht eine Dystopie, die nicht nur von Technologie handelt. Sie handelt von sozialer Ungleichheit, Macht, Kontrolle, Abhängigkeit und menschlicher Bequemlichkeit. Und genau deshalb funktioniert die düstere Atmosphäre für mich so gut. Die Welt ist nicht einfach düster, weil überall Dunkelheit herrscht. Sie ist düster, weil hinter dem Glanz etwas kaputt ist.
Ich liebe es, wenn ein Buch eine ganz bestimmte Atmosphäre erzeugt – und Coldwire schafft das für mich besonders gut.
Die futuristische Architektur, die verschiedenen Ebenen dieser Gesellschaft, die virtuelle Realität und die technologischen Elemente ergeben zusammen eine Welt, die gleichzeitig glänzend und trostlos wirkt.
Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, mich in einer Neonstadt zu befinden, in der alles beeindruckend aussieht und gleichzeitig irgendetwas ganz grundsätzlich nicht stimmt.
Chloe Gong arbeitet dabei mit unglaublich vielen Details. Technologie ist nicht einfach nur da, weil das Buch in der Zukunft spielt. Sie beeinflusst, wie Menschen leben, wie sie miteinander kommunizieren, wie sie Macht ausüben und wie sie die eigene Realität wahrnehmen. Dadurch wirkt die Welt für mich erstaunlich geschlossen und glaubwürdig.
Dieses Buch hat bei mir vor allem eines ausgelöst: Beklemmung. Es gab immer wieder Momente, in denen ich das Buch kurz beiseitelegen und über das Gelesene nachdenken musste. Nicht, weil die Geschichte permanent schockieren möchte.
Sondern weil die Grundidee so unangenehm nachvollziehbar ist. Dieses Gefühl, dass eine Gesellschaft eine kaputte Realität nicht mehr repariert, sondern stattdessen eine angenehmere Alternative darüberlegt, fand ich unglaublich erdrückend. Und je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr Fragen sind daraus entstanden. Wie viel Realität würden wir freiwillig aufgeben, wenn die Alternative angenehmer wäre? Wie viel Kontrolle würden wir akzeptieren, wenn wir dafür Sicherheit bekommen? Und wie lange merkt man überhaupt noch, dass man kontrolliert wird, wenn sich alles komfortabel anfühlt? Genau deshalb ist Coldwire für mich mehr als einfach nur eine Science-Fiction-Dystopie. Es ist ein Buch, über das ich nach dem Lesen noch weiter nachgedacht habe.
Wenn ich Coldwire mit „Immortal Longings“ vergleiche, wirkt dieses Buch auf mich reifer.
Immortal Longings hatte für mich ebenfalls eine faszinierende Welt und eine spannende Grundidee. Bei Coldwire hatte ich allerdings stärker das Ge
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