• Produktbild: Frieda
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Frieda Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante

45

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

20948

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.07.2026

Abbildungen

Rechte bei der Autorin

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

20,8/13,1/3,5 cm

Gewicht

427 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397754-7

Beschreibung

Rezension

Ein aufrichtiges Werk gegen das Vergessen und Verdrängen

Produktdetails

Verkaufsrang

20948

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.07.2026

Abbildungen

Rechte bei der Autorin

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

336

Maße (L/B/H)

20,8/13,1/3,5 cm

Gewicht

427 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397754-7

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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  • Marcialoup

    5/5

    03.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leerstelle... Nicht-Geschichte...Menschsein?

    Geraldine Oetken geht auf die Suche nach ihrer Urgroßtante Frieda. Durch Zufall hat sie von ihr erfahren, denn über Frieda wurde nie in der Familie erzählt, Frieda gab es einfach nicht. Umso intensiver kümmert sich Geraldine nun um die Wahrheit, die zu Kriegszeiten einfach und gewollt verschütt ging, um die restliche Familie zu schützen, um nicht nachdenken zu müssen, was wirklich im zweiten Weltkrieg mit Frieda passiert ist, um sich der Grausamkeit keiner Schuld bewusst zu machen. Deshalb gab es Nicht-Geschichten um Frieda, still, verschwiegen, bruchstückhaft herausgeredet. In der Familie selbst kommt Geraldine also nicht weiter, doch sie möchte Frieda gern kennenlernen und begibt sich auf eine spannende, schockierende und zeitintensive Reise, deckt Wahrheiten auf, die sie in kleinen Puzzleteilen zusammenstecken muss. In akribischer Detailarbeit durchschaut Geraldine Akten der Vergangenheit von unzähligen Betroffenen, die mit Frieda in Blankenburg im Gertrudenheim waren. Dabei erscheint Frieda immer mehr, wird lebendiger und zu einer eigenen Person, was ihr zur Nazizeit nicht gewährt wurde... Frieda zu sein, eine Persönlichkeit zu sein, eine Stimme zu haben... Die Autorin schafft eine Frieda, wie sie hätte sein können, selbst die Umgebung wird bildreich recherchiert und sie geht ins Zwiegespräch mit Frieda. Frieda war in Blankenburg und dann tot. Dezentrale Euthanasie. Wegen Krankheiten die es nicht geben durfte. Unmenschlichkeit in höchster Form. Geraldine Oetken beschreibt ihre Findung sehr liebevoll, zart annähernd und zwischendurch in Du-Form, als spräche sie Frieda direkt an, und erweckt sie damit zum Leben. Dabei entsteht ein sehr persönlicher Bezug, eine innige Verbundenheit was die tragische Schwere von Frieda's Schicksal in eine dramatische, gefühlsintensive Tonlage bringt. Mir ist dieses Buch aus eigener Betroffenenheit wichtig, bei mir ist es die Großtante... Wie viele haben in der Familie eine verborgene Person, die wie ein Geist über denen schwebt, die von ihr wissen, sie aber verschweigen... als Leerstelle... als Nicht-Geschichte... Aus Scham, aus Vergessen-Wollen, aus Gründen des Wegsehens. Allein deshalb ist Geraldine's Aufarbeitung so wichtig, um Leben in die zu Tode gequälten armen Seelen zu hauchen, die schuldlos sterben mussten und die Schwächsten der Schwachen waren. Geraldine recherchiert überall und intensiv, bleibt hartnäckig und dringt tief in Verschollenes ein. Stellenweise wird einiges öfter wiederholt, warum erzählt Geraldine mit anderen Worten immer wieder Gleiches? Aber im Verlauf merkt man, dass dies eine gewisse Vertiefung erzielt. Das Buch macht mehr als nachdenklich, denn gibt es nicht Ausläufer von Parallelen auch in heutiger Zeit?! Blankenburg war auch danach eine Auffangstätte, als Psychiatrie, als Flüchtlingsheim usw. Einzig die Gender*Sternchen haben mich anfangs beim Lesen gestört. Diese heben jedoch die Wichtigkeit jeder einzelnen Person hervor und genau das, was eben bei Frieda und vielen Leidensgenoss*innen "Damals" niemals akzeptiert wurde. Die Gender* haben hier eine ganz starke und bewusst andere Bedeutung! Das Cover ist perfekt! Die Brauntöne sind passend gewählt, das angedeutete Fenster mit leicht schimmerndem Lichteinfall, die Gardine, die auch verstecken kann... alles in subtiler Optik, die Einsamkeit und Vergessen darstellt und darüber Frieda in großen Lettern Raum gibt. Ich wünsche diesem Buch viele Leser*innen, damit niemals und Nichts vergessen wird!

  • Bewertung

    5/5

    26.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Suche nach Frieda

    Die Suche nach Frieda Manchmal sollte man seinen Großeltern besser zuhören. Das habe ich mir schon öfter gedacht. Als meine Oma aus ihrer Jugend erzählt hat, war ich selbst noch zu jung, als dass es mich interessiert hätte. Nun würde es mich sehr interessieren, doch sie ist nicht mehr da. Umso wichtiger finde ich Bücher wie dieses! Es hat mich nicht nur beschäftigt, sondern mich an vielen Stellen aufgewühlt und mich selbst zum Nachdenken gebracht. Denn Geraldine Oetken macht sich auf die Suche nach ihrer Urgroßtante Frieda, über die in der Familie kaum gesprochen wurde. Was zunächst mit wenigen Fragen beginnt, entwickelt sich zu einer jahrelangen Recherche über Friedas Leben und ihren Tod in der NS Zeit. Besonders berührt hat mich, wie sie versucht, Frieda wieder sichtbar zu machen. Aus alten Akten, Fotos und wenigen Informationen entsteht langsam das Bild eines Menschen, dessen Leben lange verschwiegen wurde. Dabei wird deutlich, wie grausam mit Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen umgegangen wurde. Sie wurden ausgehungert und getötet. Sehr gut fand ich auch die persönliche Ebene. Sie hinterfragt nicht nur das Schicksal ihrer Urgroßtante, sondern auch die Geschichte ihrer eigenen Familie. Sie beschäftigt sich mit dem Schweigen, mit möglichen Verstrickungen und mit der Frage, wie viel eine Familie verdrängen kann. Das Buch ist definitiv keine leichte Lektüre. Manche Passagen waren mir durch die vielen Zahlen, Daten und ausführlichen Recherchen etwas zu lang und ich musste des Öfteren Pause machen. Trotzdem fand ich gerade diese Genauigkeit wichtig, denn Frieda soll nicht nur eine Zahl in der Geschichte bleiben. Für mich ist dieses Buch eine wichtige und berührende Spurensuche. Es gibt Frieda ihre Geschichte zurück und erinnert daran, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht. Ein Buch, das nicht vergessen werden sollte. ISBN: 978-3103977547 Autorin: Geraldine Oetken Verlag: S. Fischer ET: 29.07.26 Umfang: 336 Seiten

  • Frechdachs

    5/5

    09.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer warst du Urgroßtante Frieda und wo bist du geblieben?

    Geraldine Oetkens aktuelles Buch "Frieda - Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante" verdient sich von mir ganz besonderen Respekt, da es ganz einfach nicht dem Mainstream folgt, vielleicht auch nicht für den Mainstream gemacht ist. Allerdings sollte es meiner Meinung nach sehr viele interessierte Leser erreichen, da es zurück in die dunkelste Stunde Deutschlands führt. Dort geschah bekanntlich sehr vielen Menschen Unrecht, so auch der Urgroßtante Frieda, auf deren Spurensuche sich Oetkens macht und diesem Leben im ganzen Buch nachspürt. Die Suche selbst gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen, da anfänglich nicht mehr bekannt ist, dass Frieda 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderungen gestorben ist. Wir begleiten quasi Geraldine hautnah bei dieser puzzleartigen Suche. Es ist kein einfaches Buch, das sich so nebenbei lesen lässt. Es rüttelt auf, macht betroffen und spielt mit den unterschiedlichsten Emotionen beim Lesen. Man taucht dabei tief ins damalig autortiäre System des Nationalsozialismus ab, in dem Menschlichkeit nur wenig zählte. Die Autorin setzt Stück für Stück das große Puzzle zusammen, schont dabei auch die Familienhistorie bzw. das gesellschaftliche Zusammenleben und die damit verbundene Verantwortung nicht. Die Stimmen derer, die während des Zweiten Weltkriegs extremes Unrecht erfahren haben sind leider längst verstummt. Gerade deswegen ist es nach meinem Empfinden umso wichtiger, dass deren Stimmen und Werdegänge nicht verstummen. Uns allen zur Mahnung, damit solche unmenschlichen Verbrechen nie mehr geschehen mögen. Schließen möchte ich mit einem Zitat. "Es gab mal eine Frau, die hieß Frieda. Sie ist meine Urgroßtante gewesen. Die Schwester meiner Urgroßmutter, die Tante meines Großvaters, die Großtante meines Vaters. Und am Anfang, da kannte ich sie noch kaum."

  • Bewertung

    aus Winsen

    5/5

    26.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart

    Das Buch handelt von der Suche Geraldine Oetkens nach Spuren ihrer Urgroßtante Frieda, die in der Familie nahezu nicht vorkam, aber während des Krieges in einem Pflegeheim für Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen starb. Wir begleiten sie auf dem Weg durch unzählige Archive, Behörden, Bibliotheken. Wir tauchen tief ein in die Geschichte, in Schicksale. Zunächst forscht sie zu Friedas Tod, da sie den Verdacht hat, dass diese einem institutionellen Hungermord zum Opfer gefallen ist. Im Verlauf widmet sie sich dann auch Friedas Alltag, versucht anhand zeitgenössischer Dokumente ein Bild davon zu entwerfen, wie Friedas Leben ausgesehen haben könnte. Sie versucht, Frieda eine Stimme zu geben, ihr ihre Würde zurückzugeben, indem sie sie ins Licht holt. G.O. stellt viele Fragen, ist unbequem, möchte unbequem sein. Möchte Denkprozesse in Gang setzen, einfache Antworten entlarven.Dabei stellt sie sich nicht über die Lesenden, verurteilt nicht, sondern lädt ein, blinde Flecken und Winkel behutsam und liebevoll zu entdecken. Sie deckt auf, wie wir uns durch Formulierungen selbst belügen, wie wir die Geschichte und die Auseinandersetzung mit ihr vermeiden, indem wir sie entpersonalisieren. Wie wir dabei auch Menschen entpersonalisieren. Letztendlich behandelt sie nicht nur Friedas Geschichte, sondern auch ihre Familiengeschichte, unsere gesellschaftliche Geschichte, so oft verschwiegene Verstrickungen in der NS-Zeit. Es ist ein Buch, das wenig Antworten gibt, aber sehr viele Fragen stellt. Den Finger in gerne genutzte Halbsätze und Legenden legt, die in Familien erzählt werden, um sich nicht mit Wahrheiten auseinandersetzen zu müssen. Es ist kein leichtes Buch, kein Buch, das sich mal eben nebenher liest. Aber es ist ein wichtiges Buch, weil es Bewusstsein schafft für unsere Geschichte, für unser gesellschaftliches Zusammenleben und für große und kleine Ungerechtigkeiten, die wir allzu leicht übersehen oder vor denen wir die Augen schließen, weil sie vermeintlich nichts mit uns zu tun haben. Es ist ein anstrengendes Buch, das anregt, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, und das viele Fragen stellt, die das Potential haben, Gedankenprozesse zu starten, die am Ende uns allen zugute kommen. Auf der Basis der Recherche über ihre Urgroßtante setzt sich G.O. auch intensiv mit der gegenwärtigen Geschichte auseinander, mit Politik und Gesellschaft und wie sich Grenzen des Sagbaren (wieder) verschieben. Am Ende schreibt sie Frieda einen Brief, der mich sehr berührt hat. Über ihre Spurensuche, ihre Auseinandersetzung mit Friedas Leben und der Rolle ihrer Familie dabei. Und darüber, dass Frieda ihr doch fremd geblieben ist, dass Frieda diese Suche vielleicht nicht mal gutgeheißen hätte, nicht mit ihr hätte reden wollen, wenn sie sich hätten begegnen können. Aber sie beschreibt auch, wie diese Reise, trotz aller Unzulänglichkeiten, sie verändert hat, wie Frieda dadurch Teil ihrer Kleinfamilie wurde und ihre Wahrnehmung grundsätzlich verschoben hat. Klare Leseempfehlung von mir, ganz besonders in dieser Zeit, in der die Gleichwertigkeit aller Menschen wieder in Frage zu stehen scheint! Zwischendurch dachte ich, dass das Ganze auch hätte kürzer sein dürfen, dass der Text, die vielen Drehungen und Wendungen zu lang, zu ausführlich sind. Aber im Laufe des Buches merkte ich irgendwann, dass die Ausführlichkeit auch eine Würdigung der Menschen bedeutet, von denen hier erzählt wird, dass sie ihnen den Raum gibt und die Wichtigkeit, die ihnen im echten Leben verwehrt wurde.

  • Bewertung

    5/5

    22.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine vergessene Geschichte, die gehört werden muss

    Frieda ist ein sehr berührendes und wichtiges Buch, das mich nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat. Geraldine Oetken macht sich auf die Suche nach ihrer Urgroßtante Frieda, von der in der Familie kaum etwas bekannt war. Aus wenigen Informationen entsteht nach und nach das Bild einer Frau, deren Geschichte viel zu lange vergessen wurde. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin persönliche Familiengeschichte mit historischer Recherche verbindet. Man merkt, wie viel Zeit und Herzblut in dieser Suche steckt. Sie nähert sich Friedas Leben mit viel Respekt und gibt einer Person, die in den Akten nur eine Nummer gewesen wäre, wieder eine Stimme. Das Buch zeigt eindrücklich, was Menschen während der NS-Zeit angetan wurde und wie wichtig es ist, sich auch mit den dunklen Kapiteln der Geschichte auseinanderzusetzen. Manche Stellen sind schwer zu lesen, aber genau deshalb bleibt die Geschichte so im Gedächtnis. Frieda ist mehr als nur eine Familiengeschichte. Es ist ein bewegendes Buch über Erinnerung, Menschlichkeit und darüber, dass kein Leben vergessen werden sollte.

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