Talent zum Glück
'Selbst im größten Unglück ist dieses Buch noch von unbrechbarer Vergnügtheit und einer hemdsärmeligen Liebenswürdigkeit, wie es sie in der Literatur nur selten gibt.' Barbara Zeman
Charlotte Maybach und Eby Tusch kennen sich seit der Kindheit. Gemeinsam sind sie im Internat am Bodensee aufgewachsen - eine Freundschaft, die auch Jahre der Distanz überdauert hat. Mit Anfang dreißig lebt Charlotte als Notarin ein funktionierendes, angesehenes Leben, das sie nicht satt macht. Eby, der letzte Spross einer Kölner-Wiener Schaustellerfamilie, hat den Vater durch die Demenz begleitet, das Familienunternehmen übernommen und eine große Liebe verloren. Beide stehen an einem Punkt, an dem nichts mehr selbstverständlich scheint. Als sie sich wieder begegnen, geht es nicht um verpasste Chancen, sondern um offene Fragen: Wie will man leben, wenn man herausgefunden hat, wer man wirklich ist?.
'Talent zum Glück' ist ein warmherziger, origineller Roman über eine lebenslange Freundschaft - und über die Würde im Umgang mit den Dingen, die nicht zu ändern sind.
'Diese Liebesgeschichte zwischen einer Kölner Bäckerstochter und dem Sohn eines Schiffschaukelbremsers aus Wien ist Jules und Jimfür das 21. Jahrhundert. Sasa Hanten schreibt mit der Beobachtungsgabe einer Jane Austen und dem soziologischen Gespür eines Henry James den Roman unserer Gegenwart. Ein Buch voller Witz, Geist und Trost. Unwiderstehlich. Unvergesslich. Unübertrefflich.' Denis Scheck.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bianka
Thalia Book Circle Community
5/5
25.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was habe ich hier eigentlich für ein wundervolles Buch gelesen?
Was habe ich hier eigentlich für ein wundervolles Buch gelesen? ❤️
Charlotte und Eby kennen sich seit ihrer Kindheit. Irgendwann verlieren sie sich aus den Augen und gehen ihre eigenen Wege. Jahre später treffen sie wieder aufeinander – und beide stehen an einem Punkt in ihrem Leben, an dem nicht mehr alles so selbstverständlich funktioniert, wie es vielleicht einmal gedacht war.
Charlotte ist ziemlich eigen, klug, manchmal etwas unbequem und hat ihren ganz eigenen Kopf. Eby kommt aus einer völlig anderen Welt und bringt ebenfalls ordentlich Persönlichkeit und einen ziemlich speziellen Humor mit.
Und genau diese beiden zusammen haben mir unglaublich gut gefallen.
Ihre Gespräche sind manchmal alles andere als gewöhnlich. Sie springen von einem Gedanken zum nächsten, erinnern sich an früher, greifen irgendwelche Dinge auf, die für Außenstehende wahrscheinlich überhaupt keinen Sinn ergeben würden – und genau dadurch merkt man, wie lange diese beiden sich eigentlich schon kennen.
Überhaupt hat das Buch eine ganz eigene Sprache. Da sind Wortspiele, Redewendungen, kleine sprachliche Überraschungen und manchmal Gedanken, bei denen ich kurz dachte: Okay, wo sind wir jetzt schon wieder gelandet?
Das macht es vielleicht nicht immer ganz einfach zu lesen, aber für mich hat genau das einen großen Teil des Charmes ausgemacht.
Und dann ist da die andere Seite dieser Geschichte.
Denn hinter all dem Humor geht es um ziemlich schwere Dinge: um Demenz, Verlust, Abschied, Familie und darum, was passiert, wenn man irgendwann merkt, dass das eigene Leben vielleicht nicht mehr so richtig zu einem passt.
Was ich so schön fand: Das Buch wird dadurch nicht zu einer traurigen Geschichte.
Im Gegenteil.
Es hat unglaublich viel Wärme und eine Lebensfreude, die ich gar nicht erwartet hatte. Nicht dieses künstliche „Alles wird schon gut“, sondern eher eine Lebensfreude, die sagt: Ja, manches im Leben ist verdammt schwer. Aber deswegen muss man doch nicht aufhören zu lachen.
Und ich glaube, genau diese Mischung hat mich so bekommen.
Ich habe Charlotte und Eby manchmal nicht ganz verstanden. Ich habe über sie gelacht, mich über sie gewundert und ihnen an manchen Stellen gedanklich wahrscheinlich auch mal einen kleinen Schubs geben wollen. Aber gleichzeitig sind mir beide unglaublich ans Herz gegangen.
Besonders ihre Freundschaft hat mir gefallen. Sie müssen sich nicht gegenseitig retten. Sie sind einfach da. Sie kennen die Macken des anderen, können miteinander albern sein und geben sich trotzdem den Raum, ihren eigenen Weg zu finden.
Und irgendwo zwischen all diesen Gesprächen, Erinnerungen und manchmal völlig schrägen Situationen steckt dann diese Frage: Was ist eigentlich Glück?
Nicht unbedingt das große, perfekte Glück. Sondern das, was man vielleicht erst bemerkt, wenn man genauer hinschaut.
Menschen, die einem guttun. Ein gemeinsames Lachen. Erinnerungen. Nähe. Und vielleicht auch der Mut, irgendwann zu sagen: So wie bisher muss es nicht bleiben.
Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass mich dieses Buch so sehr begeistern würde. Nicht, weil es irgendwelche großen Überraschungen braucht. Sondern weil es auf seine ganz eigene Art erzählt, mit Figuren, die nicht glatt sind, einer Sprache, die manchmal ziemlich wild unterwegs ist, und ganz viel Herz.
Und genau deshalb ist es für mich eines dieser Bücher, bei denen ich nach der letzten Seite nicht einfach denke: Schön. Nächstes Buch.
Es bleibt noch ein bisschen.
Dieses Buch tut weh und heilt einen gleichzeitig wieder. ❤️
Für mich ganz klar 5 Sterne. Ohne Diskussion.
Bewertung
aus Hamburg
5/5
24.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das Glück neu denken lässt
Manchmal braucht es ein Buch, das einen aus der gewohnten Lesewelt herausholt – und genau das war für mich Talent zum Glück. Ich hatte mal Lust, etwas ganz anderes zu lesen, und schon der Klappentext sowie die Thematik rund um das Glück haben mich neugierig gemacht. Ich wollte wissen, was hinter dieser Geschichte steckt und wie die Frage beantwortet wird, was es eigentlich bedeutet, glücklich zu sein.
Beim Lesen hatte ich schnell das Gefühl, dass dieses Buch mehr möchte, als einfach nur eine Geschichte zu erzählen. Es hat mich zum Schmunzeln gebracht, mich nachdenklich gemacht und an einigen Stellen auch emotional berührt. Vor allem die Frage, ob Glück etwas ist, das uns einfach passiert, oder ob wir selbst Einfluss darauf nehmen können, hat mich immer wieder begleitet.
Sasa Hanten hat einen besonderen und sehr angenehmen Schreibstil. Ihre Art zu erzählen empfand ich als modern, pointiert und gleichzeitig warm. Besonders gefallen hat mir, dass auch ernstere Themen nicht unnötig schwer erzählt werden. Es gibt Humor und Leichtigkeit, aber eben auch Momente, in denen man innehält und über das Gelesene nachdenkt.
Die Thematik des Glücks fand ich wirklich gelungen umgesetzt. Für mich geht es in diesem Buch nämlich nicht darum, ständig glücklich sein zu müssen. Vielmehr zeigt die Geschichte, dass Glück ganz unterschiedliche Formen annehmen kann und dass jeder Mensch eine andere Vorstellung davon hat, was ein erfülltes Leben ausmacht. Genau diese Vielschichtigkeit hat mir gefallen. Das Thema wird nicht einfach irgendwo in die Handlung hineingepackt, sondern zieht sich durch die Geschichte und durch die Entscheidungen der Figuren. Dabei geht es um Freundschaft, Liebe, Familie, Verlust, persönliche Wünsche und auch um die Frage, ob das Leben, das man führt, tatsächlich das Leben ist, das man selbst möchte.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir Charlotte und Eby. Charlotte ist eine unglaublich interessante Protagonistin. Sie ist intelligent, zielstrebig und weiß, was sie kann. Gleichzeitig hatte ich bei ihr immer wieder das Gefühl, dass hinter ihrer kontrollierten und selbstbewussten Art noch sehr viel mehr steckt. Sie ist nicht einfach eine Figur, die nur „ihr Ding durchzieht“, sondern jemand, der sich mit sich selbst und seinem Leben auseinandersetzen muss. Gerade diese Mischung aus Stärke und den Seiten, die sie nicht jedem zeigt, hat sie für mich so interessant gemacht.
Eby ist wiederum ganz anders. Er bringt eine andere Lebenswelt mit und wirkt auf mich viel freier und lebensnaher. Gleichzeitig trägt auch er seine eigenen Erfahrungen und Verletzungen mit sich herum. Hinter seiner Art steckt eine Geschichte, die ihn geprägt hat und erklärt, warum bestimmte Dinge für ihn eine ganz besondere Bedeutung haben.
Was ich an den beiden besonders mochte, war ihre Verbindung zueinander. Sie kennen sich schon lange, verstehen einander auf eine Weise, die nicht immer viele Worte benötigt, und trotzdem sind sie nicht einfach zwei Figuren, die immer einer Meinung sind. Gerade ihre Unterschiede machen ihre Beziehung so spannend.
Auch die romantischen Elemente haben mir gut gefallen. Dabei steht für mich gar nicht die klassische Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, welchen Platz Liebe und andere Menschen im eigenen Leben einnehmen können. Das Buch zeigt außerdem, dass wir nicht alles selbst bestimmen können. Es gibt Dinge, die uns das Leben vor die Füße wirft, und Situationen, mit denen wir umgehen müssen, obwohl wir sie uns niemals ausgesucht hätten. Gerade dadurch bekommt die Geschichte eine gewisse Tiefe.
Was Talent zum Glück für mich besonders gemacht hat, ist die Kombination aus Humor, Gefühl und einer Thematik, die einen auch nach dem Lesen noch beschäftigt. Es ist kein Buch, das mir vorschreibt, was Glück sein soll. Stattdessen hat es mich dazu gebracht, selbst darüber nachzudenken. Ich mochte die Figuren, ihre unterschiedlichen Lebenswege und besonders die besondere Verbindung zwischen Charlotte und Eby. Ich mochte die leisen emotionalen Momente genauso wie die humorvollen Stellen und fand es schön, dass die Geschichte trotz ihrer ernsteren Themen immer wieder Leichtigkeit besitzt. Für mich war Talent zum Glück deshalb ein kleines Highlight und gleichzeitig eine schöne Abwechslung zu dem, was ich sonst gerne lese. Es hat Gefühle ausgelöst, mich nachdenklich zurückgelassen und mir gezeigt, dass eine Geschichte über Glück alles andere als oberflächlich sein muss.
Eine besondere Geschichte über Freundschaft, Liebe, Schicksal und die Suche nach dem eigenen Glück.
Jürg K.
5/5
20.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ausdrucksvolles Buch
Dies sind meine nachdenklichen Bemerkungen zu diesem Buch. Mit dem Fokus auf dieser stillen, lebensklugen Freundschaft und dem Mut, das eigene Leben neu zu entwerfen. Was mich sofort berührt, ist die leise, unaufgeregte Tiefe der Geschichte. Charlotte und Eby kennen sich seit Kindertagen, und obwohl ihre Wege weit auseinandergegangen sind, spürt man, dass ihre Verbindung nie wirklich gerissen ist. Beide stehen Anfang dreissig an einem Punkt, an dem das Leben nicht mehr selbstverständlich wirkt. Charlotte führt ein angesehenes, funktionierendes Leben, das sie innerlich seltsam leer lässt. Eby dagegen trägt die Last einer Familiengeschichte, die von Verlust, Verantwortung und der Demenz seines Vaters geprägt ist. Zwei Menschen, die äusserlich stark wirken, aber innerlich nach einem neuen Kompass suchen. Ihre Wiederbegegnung fühlt sich nicht wie Nostalgie an, sondern wie ein ehrlicher Blick auf das, was man aus seinem Leben machen will, wenn man endlich versteht, wer man wirklich ist. Der Roman stellt keine grossen Fragen, sondern die richtigen kleinen. Was bedeutet Glück, wenn es nicht zufällig passiert, sondern bewusst gestaltet werden muss? Wie viel Mut braucht es, Dinge zu akzeptieren, die sich nicht ändern lassen und trotzdem weiterzugehen? Besonders schön ist die Wärme, die zwischen Charlotte und Eby entsteht, ohne dass sie sich gegenseitig retten müssen. Sie begleiten einander, spiegeln einander, erinnern einander daran, dass Würde manchmal darin liegt, nicht gegen das Unveränderliche anzukämpfen, sondern sich selbst darin neu zu verorten. Für mich ein stiller, kluger Roman über Freundschaft, Selbstfindung und die Kunst, das eigene Leben nicht nur zu leben, sondern zu entwerfen.
Bewertung
5/5
15.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolut außergewöhnlich!
Alles an dem Buch ist außergewöhnlich, aber auf die beste Art und Weise. Von den Charakteren über den Schreibstil bis hin zum Umgang mit Worten. Meiner Meinung nach ein Meisterwerk. Ich musste immer wieder lachen und habe so viel Neues gelernt. Die Geschichte von Eby und Charlotte wird mir noch lange im Kopf bleiben!
Bewertung
5/5
26.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Kunstwerk -in jeder Beziehung-
Talent zum Glück - Sasa Hanten
Ein Kunstwerk – in jeder Beziehung
Der Debütroman von Sasa Hanten ist außergewöhnlich und sehr gelungen.
Charlotte und Eby kennen sich schon seit der Kindheit, sie besuchen das gleiche Internat und sind untrennbare Freunde.
Charlotte ist sehr klug, aber auch elitär, exzentrisch, zuweilen boshaft in ihrer Sprache. Sie leidet unter der dominanten Mutter, die sich überall einmischt, lieblos und streng die bürgerlichen Werte verkündend, die ihre Familie und das Geschäft (Bäckerei, Catering, später Feinkost) am Laufen halten.
Eby entstammt einer Schaustellerfamilie, eigentlich einem deutsch-österreichischen Imperium, geleitet durch einen Patriarchen, den „Häuptling“, seinen Vater. Dieser Mann widmet sich darum, seinen Sohn zu einem würdigen Nachfolger zu erziehen. Dazu gehört auch ein unbeschwerter Umgang mit Reichtum.
Für Charlotte ist Eby das einzig echte Gegenüber. Eby ist wie sie sehr klug und exzentrisch, er verfügt über einen besonderen Humor.
Sie macht mit dem schwulen Freund ihre ersten sexuellen Erfahrungen „Mit Eby fanden keine Doktorspiele statt. (…) Mit Eby wurde Hauthunger gestillt. (…) Freundschaftlich, experimentell.“
Nach dem Internat studieren beide, verlieren sich aus den Augen.
Charlotte bleibt in jeder Hinsicht exzentrisch, sie verfolgt akribisch ihren Lebensplan, kleidet sich weiterhin auf ihre besondere Art und ist nach dem Tod ihrer Eltern noch wohlhabender. Aber trotz aller Disziplin bleibt eine Leere in ihr. Keines ihrer sexuellen Abenteuer ist mehr als das.
Eby, „Schausteller mit abgeschlossenem Studium und Opernabonnent“ ist mit der Pflege seines an Demenz erkrankten Vaters beschäftigt, später dessen Tod und muss parallel die gescheiterte Beziehung zu seiner „großen Liebe“ Georg verarbeiten.
Eby und Charlotte treffen sich auf Ebys Vorschlag in einer luxuriösen Fastenklinik wieder. Sie schwelgen in Erinnerungen, erzählen ihre Geschichten, finden zur Ruhe, finden sich, erfinden sich neu.
Ich kann nur schwer sagen, was mich an diesem Roman am meisten begeistert hat, inhaltlich sicher es diese besonderen Charaktere, Ebys Lässigkeit, Charlottes Ernsthaftigkeit, beide so unglaublich kluge und witzige Menschen; das liebevolle Verhältnis, das Eby zu seinem Vater pflegt und wie er ihn pflegt, die besondere Art des Umgangs mit der Demenz; sein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Vater, einschließlich des „Einblicks“ ins „Milieu“.
Sprachlich spielerisch entsteht ein „Feuerwerk“ im Kopf. Sprachwitz mit „Fremdwortabusus“, kölschen Redewendungen, Lebensweisheiten der Großeltern, Sprüchen von Kühlkrankmagneten, Liedzeilen (grandios), Fremdsprachen, „Bisoziationen“.
Ein Roman, phantasievoll, voller Tiefe, Liebe, Witz, kleiner Anekdoten.
Grandios. In jeder Beziehung.
Bleibt noch das Geheimnis zu lüften, was das Talent zum Glück ausmacht:
„1. Wissen, was man braucht. 2. Wissen, wo es das gibt. 3. Sich trauen, danach zu fragen. 4.Und es dann zu bekommen.“
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