Liz Nugent, »Meisterin der Form und Sprache« (FAZ), »Königin des ersten Satzes« (Irish Times), erzählt »die oft sehr komische Horrorstory einer dysfunktionalen Familie« (dlf)
"Alle drei Drumm-Brüder waren auf der Beerdigung, einer von uns allerdings im Sarg."
Will, Brian und Luke wachsen im Wettbewerb um die ungleich verteilte Liebe ihrer Mutter auf. Als Erwachsene setzt sich dieser Konkurrenzkampf fort – um Status, Geld, Ruhm, Frauen … Sie verraten einander, immer wieder, bis einer von ihnen tot ist.
Doch welcher der Brüder hat ihn getötet?
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
SimoneF
5/5
25.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Wieder ein absolutes Highlight!
Die Brüder William, Brian und Luke Drumm wachsen in den 70er und 80er Jahren gemeinsam bei ihren Eltern auf. Die Mutter, eine ehemaligen Sängerin in einer Showband, verteilt ihre Liebe ungleich auf die drei Jungs, der Vater verstirbt früh. Das Buch beginnt mit der Beerdigung eines der Drumm-Brüder; welcher jedoch das Zeitliche gesegnet hat, bleibt zunächst unklar.
Liz Nugent lässt der Reihe nach alle drei ihr Leben aus ihrer eigenen Perspektive erzählen. Hierbei pickt sie bestimmte Zeiten und Ereignisse zwischen den späten 1970ern und 2016 heraus, wobei diese nicht in chronologischer Abfolge stehen. Diese Zeitsprünge erfordern beim Lesen eine gewisse Konzentration, haben aber auch einen besonderen Charme, weil sich so nach und nach das Leben der Brüder wie ein Puzzle zusammensetzt. Nachdem wir zunächst die Geschehnisse aus der Sicht von William erfahren, hatte ich nach seinem Part ein gewisses Bild von den einzelnen Personen im Kopf, das anschließend durch Lukes und Brians Sichtweise völlig neue Aspekte bekam und sich teilweise komplett veränderte. Insofern empfand ich es auch überhaupt nicht als störend, dass sich in den Schilderungen der Brüder manches überschnitten hat, im Gegenteil: Genau darin liegt für mich der besondere Reiz: Ein bestimmtes Ereignis oder ein Wesenszug bekommt durch die unterschiedlichen Blickwinkel eine ganz neue Dimension und es bildet sich ein mehrdimensionales Gesamtbild – quasi ein 3D-Puzzle.
Wie bei ihren anderen Romanen auch zeigt Liz Nugent ihre große Stärke in der Ausarbeitung der ambivalenten und komplexen Charaktere, die tief in die menschlichen Abgründe blicken lassen. Es fasziniert mich, wie unterschiedlich sich Figuren, die gemeinsam aufgewachsen sind, entwickeln können, welche Rolle frühkindliche Prägungen und geschwisterliche Rivalitäten spielen. Seit „Seltsame Sally Diamond“ und „Die Wahrheit über Ruby Cooper“ ist Liz Nugent eine meiner Lieblingsautorinnen, und ich freue mich schon jetzt auf die Neuauflage von drei weiteren Büchern in den nächsten Monaten.
Bianka
Thalia Book Circle Community
5/5
23.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Drei Brüder. eine Familie und jede Menge Abgründe
⭐⭐⭐⭐⭐ 5 von 5 Sternen
Ich wusste schon, dass mir Kleine Grausamkeiten gefallen würde, aber dass mich das Buch so begeistern würde, hätte ich nicht gedacht. Eigentlich ist die Geschichte gar nicht so kompliziert aufgebaut, und trotzdem hat Liz Nugent daraus etwas gemacht, das mich von der ersten Seite an gepackt hat. Je weiter ich gelesen habe, desto faszinierender fand ich, wie sie die drei Brüder und ihre Familiengeschichte erzählt. Und als ich am Ende angekommen war, dachte ich einfach nur: Wow. Was für ein Buch!
Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt mit einer Beerdigung. Einer der drei Brüder ist tot, aber zunächst bleibt offen, wer es ist und was passiert ist. William, Brian und Luke Drumm könnten unterschiedlicher kaum sein. William ist ein erfolgreicher, aber ziemlich rücksichtsloser Filmproduzent. Brian gibt sich gerne als der Vernünftige, hat aber durchaus seine eigenen Interessen. Luke ist als Popstar erfolgreich, doch hinter dem Ruhm sieht es längst nicht so glänzend aus. Durch Rückblicke erfahren wir nach und nach mehr über die drei, ihre Vergangenheit und die Ereignisse, die sie dorthin gebracht haben.
Meine Meinung:
Was Liz Nugent hier richtig gut macht, ist die Art, wie sie ihre Figuren zeichnet. Die drei Brüder sind alles andere als einfache Charaktere. Ich habe mich beim Lesen teilweise wirklich über sie aufgeregt und konnte manche ihrer Entscheidungen überhaupt nicht nachvollziehen. Gleichzeitig wollte ich immer besser verstehen, warum sie so handeln und wie es überhaupt so weit kommen konnte. Genau diese Mischung fand ich unglaublich spannend.
Ein großer Teil davon liegt in ihrer Kindheit. Ihre Mutter manipuliert sie, spielt sie gegeneinander aus und sorgt dafür, dass ständig Konkurrenz zwischen ihnen herrscht. Was vielleicht mit kleinen Sticheleien und Geschwisterrivalität beginnt, zieht sich durch ihr ganzes Leben. Mit jedem Rückblick wird deutlicher, wie sich Verletzungen, Neid und alte Konflikte ansammeln und irgendwann eine Eigendynamik entwickeln, die kaum noch aufzuhalten ist.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte aus den Perspektiven aller drei Brüder erzählt wird. Jeder erinnert sich anders an bestimmte Situationen und bewertet das Geschehene auf seine eigene Weise. Dadurch verändert sich auch immer wieder der Blick auf die Figuren. Man glaubt, jemanden inzwischen einschätzen zu können, und bekommt kurz darauf eine ganz andere Seite zu sehen. Ich fand es faszinierend, wie Liz Nugent das umsetzt, ohne einem ständig erklären zu müssen, was man über die einzelnen Personen denken soll.
Sie schafft es, einen sehr nah an die Gedanken und Beweggründe ihrer Figuren heranzuführen und gleichzeitig eine gewisse Distanz zu ihnen zu bewahren. Man schaut ihnen gewissermaßen dabei zu, wie sie handeln, sich selbst und anderen das Leben schwer machen und immer tiefer in ihre Konflikte geraten. Man kann manches nachvollziehen, anderes macht einen einfach nur fassungslos. Aber man bleibt dran, weil man unbedingt verstehen möchte, was hinter all dem steckt. Diese Art, Menschen mit ihren unangenehmen Seiten zu zeigen, ohne sie einfach in gut und böse einzuteilen, fand ich richtig stark.
Auch der Titel passt für mich hervorragend. Es sind nicht immer die großen Ereignisse, die Beziehungen kaputtmachen. Manchmal sind es die vielen kleinen Verletzungen, die sich über Jahre ansammeln: ein verletzender Kommentar, eine Demütigung, Neid oder das Gefühl, gegenüber den anderen immer den Kürzeren zu ziehen. Irgendwann ist daraus so viel geworden, dass kaum noch etwas zu retten ist.
Und genau das hat mich an dieser Geschichte so beeindruckt: Wie sich die Dinge über Jahre hinweg immer weiter hochschaukeln und wie eng die Vergangenheit mit dem Verhalten der Brüder in der Gegenwart verbunden ist. Dabei geht es nicht einfach darum, die Schuld bei der Mutter oder der schwierigen Kindheit zu suchen. Man fragt sich beim Lesen unweigerlich, wie viel die eigene Vergangenheit erklärt und wo die persönliche Verantwortung beginnt.
Fazit:
Kleine Grausamkeiten hat mich wirklich überrascht. Ich hatte mit einer interessanten Familiengeschichte gerechnet, aber nicht damit, wie sehr mich die Figuren und die Art, wie Liz Nugent sie erzählt, in ihren Bann ziehen würden. Ich habe mich über die Brüder aufgeregt, wollte sie verstehen und war immer neugierig darauf, was ich als Nächstes über sie erfahren würde.
Für mich liegt die große Stärke dieses Buches nicht allein in der Frage, was damals passiert ist, sondern darin, wie Liz Nugent die Menschen dahinter zeigt. Sie macht nachvollziehbar, wie aus kleinen Verletzungen große Konflikte werden können, ohne das Verhalten ihrer Figuren einfach zu entschuldigen.
Ein richtig starkes Buch, das mich von Anfang an gepackt und am Ende mit einem echten Wow-Gefühl zurückgelassen hat. Von mir gibt es verdiente 5 Sterne! ⭐⭐⭐⭐⭐
booklover_cz_
5/5
20.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Krasse Geschichte
Boah, was für eine krasse Geschichte hat Liz Nugent hier wieder zu Papier gebracht.
William, Brian und Luke sind drei Brüder, die wir vom Kindesalter in die Gegenwart begleiten. Diese wird abwechselnd erzählt. Sie kämpfen um Anerkennung. Sie wurden Filmproduzent, Sänger und Lehrer. Die Geschwister entwickeln und kämpfen auch im Erwachsenenalter gegenseitig um Erfolg, Ruhm und Frauen. Sie verraten sich gegenseitig, bis einer der drei Geschwister tot ist. Doch wer war der Täter und wer ist gestorben? Dies wird im Rahmen des Psycho-Thrillers aufgelöst.
Die Sogwirkung in diesem Roman ist enorm und das obwohl die Charaktere eigentlich durchgehend unsympathisch sind. Die Autorin besitzt die Gabe die Charaktere so gut auszuarbeiten und darzustellen, dass man trotz der Zeitsprünge, der toxischen Geschichte und der unliebsamen Charaktere eine richtige Lesefreude hat. Der Schreibstil ist sehr einnehmend. Daher fällt es einem nicht leicht das Buch aus den Händen zu legen, bis man die letzte Seite ausgelesen hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.
Sarah Biehl
aus Lebach
5/5
19.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Highlight
Wie spannend will ein Buch anfangen? Drei Brüder sind auf der Beerdigung, nur einer im Sarg. Die Bücher Liz Nugent sind dermaßen spannend und faszinierend. Diese Bücher kann man gar nicht in Worte fassen. Ich bin absolut begeistert vom Schreibstil und von der Einzigartigkeit der Bücher!! Einfach eine große Empfehlung!
Carina
aus Bochum
5/5
18.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Toxisch hoch 3!
Nach „Seltsame Sally Diamond“ und „Die Wahrheit über Ruby Cooper“ kann ich nach dem Lesen von „Kleine Grausamkeiten“ sagen, dass ich die Bücher von Liz Nugent einfach liebe! Sie schreibt so interessant, klug, durchdacht und die Charaktere waren mir jedes Mal sehr nah.
In „Kleine Grausamkeiten“ lernen wir Will, Brian und Luke kennen. Sie wachsen als Brüder in einer Familie auf, in der sie schon als kleine Kinder um die Aufmerksamkeit und Liebe ihrer Mutter buhlen müssen – der eine mehr, der andere weniger. Die Familiengeschichte wird nacheinander aus den Sichtweisen der drei Brüder erzählt. Besonders interessant wird es an den Stellen, in denen bestimmte Ereignisse geschildert werden, die jeder Bruder für sich selbst anders erlebt hat. Auch vom Lebensweg nach Auszug aus der elterlichen Wohnung, den jeder Bruder zum großen Teil allein bestreitet, bekommen die jeweils anderen Brüder nur oberflächlich Wind. Oft entstehen dadurch sehr unterschiedliche Sichtweisen, weil niemand – außer der Person, die ein Ereignis gerade schildert – wirklich wissen kann, welche Entscheidungen dahinterstanden oder welche Wege dazu geführt haben, dass das Leben genau so verlaufen ist, wie es verlaufen ist.
Immer wieder fügen sie sich gegenseitig diese „kleinen Grausamkeiten“ zu, die sich summieren und eine so toxische familiäre Grundlage schaffen, dass ich mich manchmal gefragt habe, wie es überhaupt zu einer derart zerstörerischen Dynamik kommen konnte. Mir wurde mehrfach klar, dass ich nicht in der Haut irgendeines Bruders habe stecken wollen. Ich kann das Buch – genauso wie alle anderen bisher erschienenen Bücher von Liz Nugent – uneingeschränkt jedem empfehlen.
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