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Mogadischu Eine Begegnung, die eine Familie neu erzählt — Roman | Familienschicksal, Deutscher Herbst und aktuelle Debatten klug verknüpft

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25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.09.2026

Verlag

Berlin Verlag

Seitenzahl

240

Maße (B/H)

12,8/21 cm

Gewicht

364 g

Auflage

1 Auflage Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8270-1545-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.09.2026

Verlag

Berlin Verlag

Seitenzahl

240

Maße (B/H)

12,8/21 cm

Gewicht

364 g

Auflage

1 Auflage Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8270-1545-7

Herstelleradresse

Berlin Verlag
Damaschkestraße 4
10711 Berlin
DE

Email: info@piper.de

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  • Hoelzchen

    aus Bad Oldesloe

    4/5

    14.08.2026

    eBook (ePUB)

    Wenn plötzlich alles anders ist

    Eine Trennung der Eltern kommt vor, aber die Art und Weise wie die elfjährige Fritzi sie 1977 erlebt ist bizarr. Während eines Campingurlaubs in Italien verschwindet die Mutter mit Fritzis fünfjährigen Bruder Kornelius. Der Vater bleibt scheinbar emotionslos, beugt sich seinem Schicksal und sie brechen den Urlaub ab, ohne nach der Mutter zu suchen. Fritzi vermutet ein Verbrechen, der Vater beruhigt sie, kein Verbrechen. Was verschweigt er Fritzi? Reden gehört nicht zu seinen stärksten Kompetenzen. Die folgenden Wochen klammert sich Fritzi an die Hoffnung, dass Mutter und Kornelius bald zurückkehren werden. „Mogadischu“, so der Buchtitel, nimmt Bezug auf die Ereignisse des Deutschen Herbstes, in dem die RAF viele Entführungen durchführte. Diese Berichterstattung geht nicht spurlos an Fritzi vorbei. Fest glaubt sie daran, dass ihre Mutter und Kornelius im entführten Flugzeug saßen. Aber die Mutter und Kornelius kehren nicht zurück. Eines Tages fehlen die persönlichen Gegenstände aus der Wohnung, als Fritzi und ihr Vater nicht zugegen waren, kam die Mutter. Fritzi wird kein Lebenszeichen mehr von ihr erhalten. Was stimmt nicht mit dieser Mutter, die den Kontakt zu ihrer elfjährigen Tochter abbricht? Warum ist sie so egoistisch? Als Lesende stellt sich sofort eine Abneigung gegenüber dieser Figur ein. Fritzi hingegen sucht die Schuld bei sich, glaubt, dass sie die Mutter enttäuscht hat, weil sie ein Mädchen und kein Junge ist. Schon immer hatte Fritzi das Gefühl, dass die Mutter Kornelius bevorzugte. Viele Jahrzehnte später trifft Fritzi nach Kornelius Tod seinen zwanzigjährigen Sohn Tim. Die Mutter lebt noch, ein Kontakt ist von beiden Seiten nicht gewünscht. Fritzi und Tim nähern sich, sie verstehen sich gut. Kann Tim für Fritzi nach vielen Therapiesitzungen eine Hilfe sein? Dieser Roman hat mich von Beginn an gefesselt, er weicht von dem ab, was ich bislang gelesen habe und macht neugierig auf die Entwicklung. Sofort stellte sich ein Gefühl der Nähe zu Fritzi ein. Ich blicke zurück ins Jahr 1977, ich bin zehn Jahre alt, also im ähnlichen Alter wie Fritzi. Auch ich habe die Berichterstattung zum Deutschen Herbst verfolgt, habe mir Gedanken in meiner kindlichen Welt gemacht. Insofern sind Fritzis Ängste und Sorgen für mich nachvollziehbar, ohne in ihrer Situation gewesen zu sein. Der Autorin gelingt es gut, uns in diese Gefühlswelt mitzunehmen. Der Vater gehört einer Generation an, die es nicht gelernt hat, Gefühle und Schwäche zu zeigen. Der Alltag geht weiter, so seine Devise. Was er damit anrichtet, ist ihm nicht bewusst. Nicht immer ist es einfach, der Geschichte zu folgen. Ein stetiger Wechsel der Zeitebenen verlangt Konzentration. Zum Ende des Romans ist noch ein Kapitel Kornelius gewidmet. Seine letzten Lebenswochen zusammen mit seiner Mutter in deren Haus. Was für eine skurrile Situation. Doch wirft dieser Abschnitt Fragen auf und lässt mich unbefriedigt zurück. Gerne hätte ich einen kurzen Abriss über die letzten 47 Lebensjahre von der Mutter gehabt. Warum hat sie so gehandelt? Ich weiß, dass der Focus dieser Geschichte auf Fritzi liegt, doch der Roman wäre für mich runder, wenn wir Erklärungen über ihre Beweggründe bekommen hätten. Irgendwas fehlt. Dennoch spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.

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