Woher kommt die Liebe – und warum geraten wir immer wieder an die Falschen?Ist Verlieben Schicksal? Oder doch Prägung? Ein Muster, das wir selbst erschaffen? Und wie lassen sich toxische Kreisläufe durchbrechen?In „Heartcore“ erzählt Štěpánka Jislová schonungslos offen von eigenen Erfahrungen mit Dating und Beziehungen. Als junge Frau durchlebt sie wilde Partys und Einsamkeit, versucht es mit Online-Dating und Gelegenheitssex, verliert sich in Sehnsucht und Begehren und erkundet schließlich nicht nur eigene Bindungsmuster, sondern auch den Einfluss von Geschlechterrollen, Alkohol, sexueller Gewalt und gesellschaftlichen Erwartungen auf unser Liebesleben. Bild für Bild entsteht das Porträt einer jungen Frau, die den Mut findet, sich ihren Verletzungen zu stellen.Die preisgekrönte Graphic Novel – ausgezeichnet u. a. mit dem tschechischen Muriel-Preis – ist Autobiografie, Liebesgeschichte und künstlerische Selbstvergewisserung zugleich. Ein eindringliches, mutiges und originelles Buch über die Frage, ob und wie wir lernen können, anders zu lieben.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bock auf Bücher
aus Dresden
5/5
21.06.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolle Graphic Novel!
Ich bin mit der Erwartung an Heartcore herangegangen, eine unterhaltsame Graphic Novel über Dating und Beziehungen zu lesen. Bekommen habe ich etwas viel Spannenderes: eine klug erzählte Auseinandersetzung mit Bindungsmustern, Beziehungserfahrungen und der eigenen Vergangenheit.
Besonders begeistert hat mich der erzählerische Aufbau. Erst begleiten wir die autobiografische Protagonistin durch verschiedene Beziehungen und erkennen nach und nach wiederkehrende Muster. Als ich dachte, das Buch würde auf sein Ende zusteuern, schlägt es einen Bogen zurück in die Vergangenheit. Und genau dadurch entfaltet die Geschichte ihre ganze Wirkung. Erkenntnisse entstehen hier nicht linear, sondern genauso verschlungen, wie wir unsere eigene Biografie oft verstehen.
Auch zeichnerisch ist Heartcore ein Highlight. Die klaren Illustrationen, die durchdachte Seitenaufteilung und die Wiederholung von Panels machen emotionale Dynamiken sichtbar, anstatt sie nur zu erklären. Das ist eine der großen Stärken des Mediums Graphic Novel, und Jislová nutzt sie hervorragend.
Besonders gelungen fand ich außerdem den feministischen Blick auf Beziehungen und Geschlechterrollen. Das Buch sucht keine Schuldigen, sondern zeigt, wie tief gesellschaftliche Erwartungen in unseren Beziehungsmustern verwoben sein können.
Eine Graphic Novel, die mich emotional berührt und gleichzeitig fachlich interessiert hat. 5/5 Sterne.
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