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Löwe Roman | Eine berührende Vater-Tochter-Geschichte voller Glamour und Katastrophe | »Was eine Familie in uns anrichtet und wie sie uns rettet.« Matthias Brandt

16

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

173

Maße (L/B/H)

20,5/12,5/1,7 cm

Gewicht

290 g

Auflage

1

Originaltitel

Lion

Übersetzt von

Tanja Handels

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43314-0

Beschreibung

Rezension

»Eine Offenbarung.« ("Publishers Weekly")
»Eine ergreifende Geschichte über Himmel und Erde. Über einen gottesgleichen Mann, der nicht in der Lage ist, Vater zu sein, und seine bodenständige Tochter, die trotz allem weiterhin liebevoll zum Himmel schaut.« ("Financial Times")
»Eine Verführung.« ("The Wall Street Journal")
»Eine Überwältigung.« ("Chicago Tribune")
» Löwe zeigt, dass Verlust und Verehrung auf sehr elegante Weise verbunden werden können und wie schmerzhaft und wie unwiderstehlich es ist, sein Leben an einer Leerstelle auszurichten.« ("The Washington Post")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.07.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

173

Maße (L/B/H)

20,5/12,5/1,7 cm

Gewicht

290 g

Auflage

1

Originaltitel

Lion

Übersetzt von

Tanja Handels

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43314-0

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Töchter brauchen Väter

Batyr aus Ahrensburg am 21.06.2026

Bewertungsnummer: 3173744

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Herzzerreißend, was auf knappen 173 Seiten vor dem Leser ausgebreitet wird: ein Mann wird wiederholt (!) Vater, obwohl er für diese Rolle denkbar ungeeignet ist. Dieses Porträt offenbart, was für ein Faszinosum der Vater für seine Tochter darstellt: sich permanent entziehend, unzuverlässig, aber trotzdem Objekt ihrer unverbrüchlichen Liebe. Was eigentlich Aufgabe eines Vaters gegenüber seiner Tochter sein sollte, leistet sie in späteren Jahren für ihn. Anstatt sich enttäuscht von ihm abzuwenden, steht sie ihm zur Seite, als der Löwe alt, gebrochen, geschlagen, besiegt ist. Nach der lebenslangen Erfahrung, grundsätzlich allein zu sein, nur für kurze Augenblicke als Streiflicht in seinem Leben zugelassen zu werden, eine geradezu heroische Haltung. Dieses Buch zu schreiben mag ein Akt der Befreiung und Bewältigung sein. Auf jeden Fall ist es eine beklemmende Charakterstudie einer schillernden, nicht greifbaren Persönlichkeit. Aufbau und Gestaltung sind außerordentlich fesselnd: in kurzen Abschnitten werden immer neue Facetten dieses Mannes ins Licht gerückt, und die leitmotivisch verwendete Angabe des eigenen Alters gibt einen beklemmenden Takt vor: ein Mädchen wächst auf und wird mit stets neuen erschreckenden, befremdenden Momentaufnahmen ihres Vaters konfrontiert. Töchter brauchen Väter, doch diese musste ohne seine Unterstützung zu der Frau werden, als die uns die Autorin entgegentritt.

Töchter brauchen Väter

Batyr aus Ahrensburg am 21.06.2026
Bewertungsnummer: 3173744
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Herzzerreißend, was auf knappen 173 Seiten vor dem Leser ausgebreitet wird: ein Mann wird wiederholt (!) Vater, obwohl er für diese Rolle denkbar ungeeignet ist. Dieses Porträt offenbart, was für ein Faszinosum der Vater für seine Tochter darstellt: sich permanent entziehend, unzuverlässig, aber trotzdem Objekt ihrer unverbrüchlichen Liebe. Was eigentlich Aufgabe eines Vaters gegenüber seiner Tochter sein sollte, leistet sie in späteren Jahren für ihn. Anstatt sich enttäuscht von ihm abzuwenden, steht sie ihm zur Seite, als der Löwe alt, gebrochen, geschlagen, besiegt ist. Nach der lebenslangen Erfahrung, grundsätzlich allein zu sein, nur für kurze Augenblicke als Streiflicht in seinem Leben zugelassen zu werden, eine geradezu heroische Haltung. Dieses Buch zu schreiben mag ein Akt der Befreiung und Bewältigung sein. Auf jeden Fall ist es eine beklemmende Charakterstudie einer schillernden, nicht greifbaren Persönlichkeit. Aufbau und Gestaltung sind außerordentlich fesselnd: in kurzen Abschnitten werden immer neue Facetten dieses Mannes ins Licht gerückt, und die leitmotivisch verwendete Angabe des eigenen Alters gibt einen beklemmenden Takt vor: ein Mädchen wächst auf und wird mit stets neuen erschreckenden, befremdenden Momentaufnahmen ihres Vaters konfrontiert. Töchter brauchen Väter, doch diese musste ohne seine Unterstützung zu der Frau werden, als die uns die Autorin entgegentritt.

Chronik einer Leerstelle

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 20.06.2026

Bewertungsnummer: 3173448

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mit „Löwe“ legt die Schauspielerin Sonya Walger ein Romandebüt vor, das sich den Kategorien von Memoir, Familiengeschichte oder Autofiktion entzieht. Aus der Ich-Perspektive erkundet sie die komplizierte Beziehung zu ihrem charismatischen, aber zutiefst unzuverlässigen Vater. Gleich auf den ersten Seiten benennt sie das Paradoxon ihres Projekts: Nicht über die Mutter schreibt sie, die immer da gewesen ist. Sondern über den abwesenden Vater, den Verräter, Versager, Verweigerer. Die Ehe der Eltern scheitert schon in den Flitterwochen, die er nicht bezahlen kann. Der ruhelose Vater verweigert sich jeder Routine, ein Alltagsleben kann nicht entstehen. „Sein ganzes Leben lang lehnt er jede Arbeit ab, die in regelmäßiges Gehalt einbrächte. […] Mit Inbrunst glaubt er an eine Welt, die nur er sieht. […] Er bringt sein Leben damit zu, sich ins Unbekannte zu stürzen, sich über alle Regeln hinwegzusetzen, die für andere gelten, und die Konsequenzen abzuwarten, die ihn erst viel später einholen.“ Sein Lebenshunger ist grenzenlos – und ansteckend; der „Löwe“ fasziniert durch seine ungeheure Lebendigkeit. Nach anfänglicher Faszination hinterlässt er eine Spur aus Enttäuschungen, zerbrochenen Familien und Kindern, die lernen müssen, mit seiner Abwesenheit zu leben. „Überall hinterließ er Töchter, wie ein zerstreuter Mann, der überall teure Regenmäntel hängen lässt.“ Gleichzeitig dürfen die negativen Gefühle, die er auslöst, in Sonyas Familie niemals thematisiert werden. „In meiner Familie ist die Wahrheit die hemmungslose Trinkerin, die Verwandte, die wir eigentlich lieb haben müssten, mit der aber trotzdem niemand reden will.“ Lange Zeit ist Sonya unfähig, überhaupt anders als affirmativ und höflich zu sein, auch, wenn es nötig wäre; eine Altlast, die schwierig zu überwinden ist. Walger erzählt nicht chronologisch, sondern folgt der Logik der Erinnerung. Zeiten, Orte und Perspektiven fließen ineinander, wodurch sich Vergangenheit und Gegenwart ständig überlagern. Ihr Stil ist episodisch, erratisch, assoziativ. Sie erzählt skizzenhaft, in straffen Sätzen, harte Striche mit weichen Schattierungen. Besonders wirkungsvoll ist dabei der konsequente Einsatz des Präsens.  Die Ereignisse wirken nicht wie abgeschlossene Erinnerungen, sondern wie Erfahrungen, die sich fortwährend neu ereignen – wie das eben ist mit Erlebnissen, mit denen man emotional nie abgeschlossen hat. Das verleiht dem Text Tempo und eine enorme Unmittelbarkeit. Walger gelingt es, selbst komplexe familiäre Dynamiken mit erstaunlicher Klarheit darzustellen. Besonders stark sind jene Passagen, in denen die Erzählerin versucht, die Anziehungskraft dieses Mannes zu begreifen: Wie kann man eine Leerstelle lieben? Vielleicht gerade weil  dieses schillernde Vakuum beliebig gefüllt werden kann? Dabei vermeidet Walger sowohl Anklage als auch Verklärung. Ihr Blick auf den Vater bleibt ambivalent: geprägt von Schmerz, Enttäuschung, Liebe und Bewunderung zugleich. Trotz der intensiven Beschäftigung mit der Figur des Vaters kommt beim Lesen kein Gefühl der Nähe auf – das Studienobjekt bleibt auf Distanz und macht die lebenslang unerfüllte Sehnsucht Sonyas nachfühlbar. Das ganze Buch hindurch hat mich die Liebesfähigkeit dieser Tochter in Erstaunen versetzt. Vielleicht ist das die Erkenntnis des Romans: Dass Liebe manchmal gerade dort fortbesteht, wo Gewissheit unmöglich bleibt. Sonya Walgers Debüt irritiert und berührt.

Chronik einer Leerstelle

Bewertung (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 20.06.2026
Bewertungsnummer: 3173448
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mit „Löwe“ legt die Schauspielerin Sonya Walger ein Romandebüt vor, das sich den Kategorien von Memoir, Familiengeschichte oder Autofiktion entzieht. Aus der Ich-Perspektive erkundet sie die komplizierte Beziehung zu ihrem charismatischen, aber zutiefst unzuverlässigen Vater. Gleich auf den ersten Seiten benennt sie das Paradoxon ihres Projekts: Nicht über die Mutter schreibt sie, die immer da gewesen ist. Sondern über den abwesenden Vater, den Verräter, Versager, Verweigerer. Die Ehe der Eltern scheitert schon in den Flitterwochen, die er nicht bezahlen kann. Der ruhelose Vater verweigert sich jeder Routine, ein Alltagsleben kann nicht entstehen. „Sein ganzes Leben lang lehnt er jede Arbeit ab, die in regelmäßiges Gehalt einbrächte. […] Mit Inbrunst glaubt er an eine Welt, die nur er sieht. […] Er bringt sein Leben damit zu, sich ins Unbekannte zu stürzen, sich über alle Regeln hinwegzusetzen, die für andere gelten, und die Konsequenzen abzuwarten, die ihn erst viel später einholen.“ Sein Lebenshunger ist grenzenlos – und ansteckend; der „Löwe“ fasziniert durch seine ungeheure Lebendigkeit. Nach anfänglicher Faszination hinterlässt er eine Spur aus Enttäuschungen, zerbrochenen Familien und Kindern, die lernen müssen, mit seiner Abwesenheit zu leben. „Überall hinterließ er Töchter, wie ein zerstreuter Mann, der überall teure Regenmäntel hängen lässt.“ Gleichzeitig dürfen die negativen Gefühle, die er auslöst, in Sonyas Familie niemals thematisiert werden. „In meiner Familie ist die Wahrheit die hemmungslose Trinkerin, die Verwandte, die wir eigentlich lieb haben müssten, mit der aber trotzdem niemand reden will.“ Lange Zeit ist Sonya unfähig, überhaupt anders als affirmativ und höflich zu sein, auch, wenn es nötig wäre; eine Altlast, die schwierig zu überwinden ist. Walger erzählt nicht chronologisch, sondern folgt der Logik der Erinnerung. Zeiten, Orte und Perspektiven fließen ineinander, wodurch sich Vergangenheit und Gegenwart ständig überlagern. Ihr Stil ist episodisch, erratisch, assoziativ. Sie erzählt skizzenhaft, in straffen Sätzen, harte Striche mit weichen Schattierungen. Besonders wirkungsvoll ist dabei der konsequente Einsatz des Präsens.  Die Ereignisse wirken nicht wie abgeschlossene Erinnerungen, sondern wie Erfahrungen, die sich fortwährend neu ereignen – wie das eben ist mit Erlebnissen, mit denen man emotional nie abgeschlossen hat. Das verleiht dem Text Tempo und eine enorme Unmittelbarkeit. Walger gelingt es, selbst komplexe familiäre Dynamiken mit erstaunlicher Klarheit darzustellen. Besonders stark sind jene Passagen, in denen die Erzählerin versucht, die Anziehungskraft dieses Mannes zu begreifen: Wie kann man eine Leerstelle lieben? Vielleicht gerade weil  dieses schillernde Vakuum beliebig gefüllt werden kann? Dabei vermeidet Walger sowohl Anklage als auch Verklärung. Ihr Blick auf den Vater bleibt ambivalent: geprägt von Schmerz, Enttäuschung, Liebe und Bewunderung zugleich. Trotz der intensiven Beschäftigung mit der Figur des Vaters kommt beim Lesen kein Gefühl der Nähe auf – das Studienobjekt bleibt auf Distanz und macht die lebenslang unerfüllte Sehnsucht Sonyas nachfühlbar. Das ganze Buch hindurch hat mich die Liebesfähigkeit dieser Tochter in Erstaunen versetzt. Vielleicht ist das die Erkenntnis des Romans: Dass Liebe manchmal gerade dort fortbesteht, wo Gewissheit unmöglich bleibt. Sonya Walgers Debüt irritiert und berührt.

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