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Winnipeg, am Rande der Stadt. In einer kalten Winternacht schaut die junge Mutter Stella aus dem Fenster und bemerkt, dass draußen auf der einsamen Brache vor ihrem Haus ein Mädchen überfallen wird. Voller Furcht ruft sie die Polizei. Als die Beamten eintreffen, finden sich zwar Zeichen eines Kampfes, eine zerbrochene Bierflasche und Blut im Schnee, aber vom Opfer fehlt jede Spur. Und die Beamten haben Zweifel, dass Stellas Aussage, eine Frau sei vergewaltigt worden, der Wahrheit entspricht. Doch es ist die Polizei, die sich irrt.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Bergisch Gladbach
5/5
05.11.2021
eBook (ePUB)
Erinnert an Toni Morrisson
Der Roman handelt von einer kanadischen Bevölkerungsgruppe, über die hierzulande nur wenig bekannt ist, nämlich den Indigenen. In einer nicht genannten Großstadt in Zentralkanada, vielleicht ist es Winnipeg, leben viele Indigene, deren Alltag von Armut und Perspektivlosigkeit geprägt ist. Wir begegnen zunächst Stella, die eines abends von ihrem Fenster aus die Vergewaltigung einer jungen Frau beobachtet. Die gerufene Polizei beginnt zu ermitteln, doch ist dies beileibe kein Krimi, sondern ein sehr spannendes Familiendrama, in dem die Frauen im Mittelpunkt stehen, die immer die schwersten Lasten zu tragen haben und doch die Familie zusammenhalten. Am Anfang jedes Kapitels spricht eine bereits verstorbene Großmutter aus dem off und philosophiert über die großen Themen des Lebens. Dann wird jedes Kapitel aus der wechselnden Perspektiven erzählt und wir lernen die anderen Mitglieder der Familie kennen. Da sind Stellas Cousinen Paulina und Louise sowie deren Mutter Cheryl. Paulina ist die Mutter von Emmely, die Mutter des Opfers und das überraschende Ende des Romans schließt den Kreis einer lange zurückliegenden Geschichte einer Freundschaft, die an einer vergleichbaren Gewalttat zerbrach. Dieser Roman ist sehr überzeugend, wechselt zwischen poetischen Passagen und hartem Sozialrealismus und ich muss sagen, dass er mich stellenweise an Toni Morrisson erinnert. Die Probleme der Afroamerikaner und der Indigenen sind sich sehr ähnlich. Ein lesenswerter Beitrag zum Kannada-Schwerpunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.
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