Anna und Katrin – geboren in der DDR: zwei Frauen, deren Schicksale grundverschieden sind und sich doch ähneln. Seit ihrer ersten Begegnung 1977 sind sie durch ein schmerzhaftes Geflecht aus Schuld und Ohnmacht verbunden. Jahrzehnte später begegnen sie sich in Düsseldorf zufällig wieder. Dieses Wiedersehen setzt eine Lawine in Gang, die nach all der Zeit das Leben einiger Menschen noch einmal dramatisch verändert. Denn eine der beiden Frauen wird wenig später leblos aufgefunden. Bei der Aufklärung des Todesfalls gelangen Informationen ans Licht, die auf verstörende Machenschaften der Staatssicherheit hindeuten – Unrecht, das für immer im Dunkeln bleiben sollte. Der einzige Beweis: eine achtunddreißig Jahre alte Krankenhausakte. Im Düsseldorf der Gegenwart prallen die Rätsel von heute auf die Geheimnisse von gestern. „Schließfach 1974 – Der einzige Beweis“ ist ein Roman über Schuld, Verlust und die unerschütterliche Kraft der Wahrheit. Ein Roman mit den Ermittlern Lara Kraft & Martin Weber – Auftakt zur Reihe
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Ein leichter Kriminalfall hinter einer Kulisse die alles verändert. Unbedingt lesen
Susi Aly am 30.05.2026
Bewertungsnummer: 3153598
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
“Schließfach 1974. Der einzige Beweis “ von Silja Rima ist ein emotionaler, aber auch sehr tiefgründiger Spannungsroman über eine längst vergangene Zeit, die ihre Schatten in die Gegenwart wirft. Denn auch wenn viele diese Zeit lieber vergessen wollen, so ist es doch bei manchen Menschen aus gewissen Gründen überhaupt nicht möglich. Denn wie soll man etwas vergessen, dass dein Leben so systematisch aus den Angeln gehoben hat.
Ich liebe dieses Buch von ganzem Herzen, weil es eben zeigt, dass es mehr als Opfer und Täter gibt. Denn eins sollten wir nie im Leben vergessen. Erstens gibt es eine Geschichte vor der Geschichte. Ein Mensch ist nur so weit ein Mensch, wie es ihm erlaubt wird, einer zu sein. Begegne den Menschen immer mit Respekt, du weißt nie, was er mit sich herumträgt.
In dieser Geschichte geht es um Anna, um Kathrin und um Susanne. Es geht um Menschen, um Namen. Um Geschehnisse, die kaum brutaler und zerstörerischer sein könnten. Anna und auch Kathrin gewähren uns einen Blick in ihr Innerstes. Und das ist so heftig. Es lässt sich mit Worten nicht beschreiben. Qual, Leid und Ungerechtigkeit. Ja, vielleicht trifft es das etwas.
Wir erfahren dabei unterschiedliche Perspektiven, was uns die Möglichkeit gibt, den Raum noch weiter zu öffnen, um ein besseres Gespür für alles zu bekommen.
Wir tauchen sowohl in die Gegenwart, als auch in die Vergangenheit ein. Es wird nicht alles bis ins kleinste Detail erörtert. Aber manchmal muss es das auch gar nicht. Die Gräben voller Angst und Verzweiflung sind auch so spürbar genug. Denn die Autorin befasst sich hier auf sehr feinfühlige, aber auch schonungslose und direkte Art und Weise mit einer Thematik, über die lieber geschwiegen wird. Und allein dafür hat sie meinen Respekt.
Und daneben bekommen wir es mit dem Ermittler-Duo Lara Kraft und Martin Weber zu tun. Und ich liebe sie einfach. Weil sie das Herz am rechten Fleck haben und trotzdem mit Feingefühl, Empathie, Professionalität und Humor agieren. Ja, ich geb zu, vieles hab ich kommen sehen. Aber es waren in meinen Augen nicht so schlimm. Weil die Spannung durchweg vorhanden war und ich einfach mitgefiebert habe.
Auch die psychologischen Aspekte sind hier großartig ausgearbeitet. Aber ganz besonders muss ich Ari erwähnen, es wäre gelogen, zu sagen, dass er mein Herz nicht im Sturm erobert hätte.
Ein leichter Kriminalfall hinter einer Kulisse, die alles verändert. Nicht nur für die Beteiligten. Sondern auch für die, die damit in Berührung kommen. Nichtsdestotrotz sind mir am Ende die Tränen gekommen. Und jeder, der dieses Buch gelesen hat, wird verstehen warum. Ein Buch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Ich freu mich definitiv schon sehr auf den nächsten Fall für Martin und Lara.
Ein Roman mit Sogkraft
Bewertung am 07.05.2026
Bewertungsnummer: 3131608
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Meine Meinung zum Buch ⤵️
Dieser Roman entfaltet seine Wirkung leise und trifft dabei umso tiefer. Silja Rima gelingt es, Vergangenheit und Gegenwart so miteinander zu verweben, dass man sich dem Sog der Geschichte kaum entziehen kann. Was als Spurensuche beginnt, entwickelt sich schnell zu einem beklemmenden Blick in die Abgründe der DDR-Vergangenheit, in Erlebnisse, über die lange geschwiegen wurde.
Statt auf laute Dramatik oder schockierende Effekte zu setzen, baut die Autorin eine dichte, fast greifbare Atmosphäre auf. Die Spannung entsteht nicht durch äußere Eskalation, sondern durch das, was unter der Oberfläche brodelt. Verdrängte Erinnerungen, unausgesprochene Wahrheiten und die Frage, was passiert, wenn man beginnt, an ihnen zu rühren.
Besonders eindrucksvoll ist, wie die Ereignisse der 1970er Jahre in der DDR mit einem heutigen Handlungsstrang verknüpft werden. Die Vergangenheit wirkt nach. Spürbar, schmerzhaft und auch unausweichlich. Die Figuren tragen ihre Geschichte mit sich, und genau das macht ihre Schicksale so glaubwürdig und berührend.
Dieses Buch ist nichts für nebenbei. Es fordert Aufmerksamkeit, Mitgefühl und die Bereitschaft, sich auf eine Geschichte einzulassen, die lange nachhallt.
Ein eindringlicher, kluger Roman, der unter die Haut geht und dort bleibt.
Besonders beeindruckend empfand ich das NACHWORT. Bitte unbedingt lesen.
Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall für Lara Kraft und Martin Weber "Die Tote in Schwarzbach". Das Buch erscheint Ende 2026.
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