Vier Männer an Bord einer Yacht, aber der Skip ist eine Frau. Alma hat sie zu einem zweiwöchigen Segeltörn durch die Inselwelt der Ägäis eingeladen. Es ist ein reichlich verwegenes Experiment. Denn mit allen vieren hat sie eine Rechnung offen, ihre Geschichten sind noch nicht zu Ende, die Gefühle füreinander nicht verglüht. Die Suche nach der verlorenen Zeit und die Lust auf neue Abenteuer hält sie lebendig. Die Mythen der antiken Helden und Götter wirken wie Brennspiegel. Aber die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, Versäumtes nicht nachholen, Verletzungen nicht totschweigen, und Poseidon bleibt unberechenbar. Auf engstem Raum herrscht Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Ein leichter, doch keineswegs harmloser Sommerroman. Psychothriller und virtuoses Kammerspiel, packende Sea Novel und tragikomische Reisegeschichte.
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Magdalena
aus Köln
3/5
29.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt
Auf Poseidons Zorn von Wolfgang Herles bin ich aufgrund des wunderschönen Covers mit einem Segelboot auf pastellfarbenem Hintergrund und der Zusammenfassung auf der Rückseite des Schutzumschlags gestoßen, die mich neugierig gemacht hat: „Ein unterhaltsamer, aber keineswegs harmloser Sommerroman, zugleich Psychothriller, virtuoses Kammerspiel und tragikomische Reisegeschichte.“
Dieser Aussage kann ich mich nicht anschließen, es ist kein Psychothriller, es sind seitenlange Gespräche über das Leben und insbesondere das Altwerden, durchbrochen von Geschichten aus der griechischen Mythologie.
Alma lädt vier ihrer Verflossenen zu einem Segeltörn durch die Ägais ein, alle wie sie im fortgeschrittenen Alter. Der ehemalige Politiker Holm, der die Truppe mit Geschichten über Zeus, Poseidon, König Minos, Ikaros, Minotaurus und Medusa unterhält, feiert während des Törns seinen 70. Geburtstag. Er hat darauf bestanden, dass seine Freundin Helene auf der Reise dabei ist, doch schon bald wendet sie sich von ihm ab und Alma zu.
Die beiden Frauen verstehen sich blendend, im Gegensatz zu den vier Männern. Holm und der Ex-Pilot Paul gehen geradezu feindselig miteinander um. Am Tag seines Geburtstags starrt Holm auf eine App auf seinem Handy, die den Rest seines Lebens in Sekunden anzeigt. „Bis zu meinem auf der Basis zahlreicher aktueller medizinischer Daten errechneten Tod. Noch knapp dreißig Jahre, wenn alles gut geht.“ (S. 125)
Am Ende des Segeltörns ist nur noch die Hälfte der Truppe mit an Bord.
Sowohl die Gespräche über die Tücken des Altwerdens als auch die Geschichten aus der griechischen Mythologie fand ich ermüdend, Holm hat sie nicht unterhaltsam, sondern nüchtern und sachlich wiedergegeben.
Von den sechs Charakteren war mir nur Helene sympathisch, es war für mich nicht verwunderlich, dass sie sich von Holm abgewandt hatte.
Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Buch für Segler*innen und Liebhaber*innen der griechischen Mythologie und/oder der Ägais interessant ist, für mich war es leider keine fesselnde Lektüre.
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