Haben wir eine Seele?
Wenn ja, woher kommt diese Seele bei dem Zeitpunkt ihrer Geburt, und wohin verschwindet sie nach dem Tod ihrer körperlichen Hülle?
Wer hat alles Leben erschaffen? Gibt es eine Urkraft? Oder gibt es Gott vielleicht sogar wirklich?
Ist das Leben nur ein Zufall, ein Traum?
Stella ist noch ein Kind, doch ihre Seele hat schon mehrmals, unter anderen Namen und in unterschiedlichen Epochen, auf unserem Planeten gelebt. Ihre Erzählung beginnt mit ihrer vorletzten irdischen Existenz, wo sie als Mitglied des niederen Adels die stürmische Zeit der Volksunruhen miterlebt, die der Französischen Revolution vorangehen. Ihre mitfühlende, idealistische Natur bringt sie in Gefahr und führt sie letztendlich zum frühen Tod. In Flammen verlässt ihre Seele die menschliche Hülle und steigt hinauf ins Oben. Doch durch eine höhere Instanz wird sie nach einer Ruhepause, die je nach Wahrnehmung wenige Tage oder mehrere Jahrhunderte dauert, auf die Erde zurückgeschickt. Mit einer Bruchlandung kommt sie im Jahr 1968 im Ostteil des geteilten Deutschlands bei ihren recht jungen Erzeugern an. In den ersten Monaten ihres neuen Lebens spürt sie dort am eigenen Leib, was Vernachlässigung, Kälte und Hilfslosigkeit für ein kleines Wesen bedeuten, das von anderen abhängig ist. Erst später, und auch nur vorläufig, findet sie an der Ostsee einen sicheren Hafen. In ihren nächtlichen Träumen tauchen inzwischen die Erinnerungen ihrer vergangenen Leben auf und versuchen, sich den Zutritt zurück in ihr Bewusstsein zu verschaffen. Als knapp Dreijährige hat sie unter Wasser eine wegweisende Begegnung. Doch sie verdrängt dieses entscheidende Ereignis wie auch die Träume vorerst, denn ihre neue Reise in der Schule des Lebens hat gerade erst begonnen. Es wird noch viel Zeit vergehen, bis dieses Blatt vom Baume der Seelen die Antworten nach dem richtigen Weg zum eigenen Selbstbewusstsein und letztendlich zu Gott finden wird.
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Sehr gut geschriebenes und interresantes Buch
Bewertung am 22.03.2026
Bewertungsnummer: 3085230
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Biografien gibt es viele, aber diese über Stella Theyssen sticht heraus.Der Autorin ist es gelungen, nicht nur die bloßen Lebensdaten abzuarbeiten, sondern die Persönlichkeit mit all ihren Ecken und Kanten greifbar zu machen.
Besonders spannend fand ich die Schilderungen über die bestimmten Ereignisse und der Lebensphase. Man merkt, wie tiefgründig hier recherchiert wurde – viele Details waren mir so noch nicht bekannt. Der Schreibstil ist dabei so mitreißend/ehrlich/reflektiert, dass sich das Buch fast wie ein Roman liest, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren
Interessante Mystik über Seelenwanderungen!
Bewertung am 25.06.2026
Bewertungsnummer: 3178048
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Stellas Seele hat schon mehrere Seelenwanderungen hinter sich und sie kann sich an Vergangenes erinnern, während sie ihr neues Leben zu verarbeiten versucht. Dabei vereint das Buch autobiografische Elemente zusammen mit Fantasie und Mystik, wobei große philosophische Fragen über Gott, Wiedergeburt, Schicksal, Erinnerung und die Suche nach dem eigenen Ursprung in Angriff genommen werden.
"Willkommen in der Schule des Lebens, doch was heißt das? Jedes Individuum, welches geboren wird, hat eine Seele. Für jede Seele, oder auch jeden Geist, beginnt das Spektakel mit der Geburt in dieser Welt. Was für eine Aufgabe wir von Gott zugeteilt bekommen, wissen wir nicht. Zeit unseres Lebens werden wir uns auf den Weg machen, um unsere Aufgabe zu suchen."
Die Handlung beginnt nicht in der Gegenwart, sondern führt zunächst in ein früheres Leben der Protagonistin. Als junge Adelige erlebt sie die gesellschaftlichen Spannungen kurz vor der Französischen Revolution. Ihr Mitgefühl und ihr Wunsch nach Gerechtigkeit bringen sie schließlich in große Gefahr. Nach ihrem Tod setzt die Geschichte auf einer anderen Ebene fort: Die Seele durchläuft eine Zwischenphase und kehrt schließlich 1968 in der DDR in einem neuen Leben zurück. Dort erlebt das Kind Stella zunächst Vernachlässigung, Unsicherheit und emotionale Kälte, bevor sie bei ihren Großeltern an der Ostsee ein Stück Geborgenheit findet. Gleichzeitig beginnen Träume und Visionen vergangener Existenzen an die Oberfläche zu dringen und werfen Fragen auf, die sie ihr ganzes Leben begleiten werden.
Besonders beeindruckend ist die emotionale Offenheit, mit der die Autorin ihre Geschichte erzählt. Viele Szenen wirken authentisch und berührend, vor allem die Schilderungen der Kindheit sowie deren Verarbeitung auf der Ebene der Seele. Die Mischung aus Erinnerungen, Familiengeschichte und spirituellen Erfahrungen verleiht dem Roman eine ganz eigene Atmosphäre. Unterstützt wird dieser persönliche Eindruck durch Fotos und selbst gestaltete Illustrationen, die das Gelesene zusätzlich greifbar machen. Der Schreibstil ist detailliert und bildhaft, manchmal jedoch auch etwas ausschweifend und träge. Man wird sachte und gediegen durch die mehr als 500 Seiten getragen, was sich zeitweise wirklich streckt, wodurch ich das Buch jederzeit aus der Hand legen konnte und der Spannungsbogen minimal ist.
Die Erzählung springt zwischen verschiedenen Zeiten, Ebenen und Perspektiven, was einerseits die Vielschichtigkeit der Geschichte unterstreicht, andererseits gelegentlich den Lesefluss verlangsamt. Es kann schon verwirrend werden und auch wenn das Buch für jede Person eine Bereicherung sein könnte (Betonung liegt auf "könnte"), ist es sehr speziell und wird nicht jedem gefallen. Man wird viel mit Gott und Seelenwanderungen konfontiert und ich habe das Buch gerne gelesen, selbst wenn ich selbst an das ganze Thema nicht glaube. Auch die starke spirituelle Ausrichtung dürfte nicht jeden gleichermaßen ansprechen. Wer sich für solche Fragen interessiert, findet hier viele Denkanstöße. Wer dagegen einen klassischen Roman erwartet, könnte mit einigen Passagen weniger anfangen.
Dennoch gelingt es der Autorin, eine besondere Verbindung zur Hauptfigur aufzubauen. Die Geschichte wirkt ehrlich, mutig und sehr persönlich. Sie regt zum Nachdenken an und macht neugierig darauf, wie sich Stellas Weg in möglichen folgenden Bänden weiterentwickeln wird. Wer also das Buch in die Hand nimmt, muss mehr denn je den Klappentext lesen und schauen, ob dieses Thema einen anspricht oder nicht. Wenn man nur einen Hauch von Zweifel feststellt, sollte man es wieder beiseite legen, denn die Autorin schildert genau, worum es geht. Alle anderen werden diese Lebenswege vereint in einer Person genießen könne.
Insgesamt haben wir einen ungewöhnlichen Roman vor uns liegen, der sprituelle Fragen behandelt, und bei dem man merkt, wie viel Arbeit, Mühe und Selbstverwirklichung drin steckt!
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