Unternehmer sind nicht das Problem, sie sind die Lösung
Was Unternehmer für die Gesellschaft leisten und warum sie so oft missverstanden werden. Fortschritt, Innovation, Wohlstand
Unternehmer gelten oft als gierig, rücksichtslos oder sogar gefährlich. Dabei sind sie das Gegenteil: Sie sind der Motor für Fortschritt, Innovation und Wohlstand für uns alle.
Weiying Zhang, einer der renommiertesten chinesischen Ökonomen, ist der profilierteste Verfechter der Marktwirtschaft in China. Seit 40 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Unternehmertum. Er zeigt in seinem einmaligen Werk, warum wir dazu neigen, Unternehmertum völlig falsch zu verstehen – und warum das enorme Folgen für Politik und Gesellschaft hat.
Unternehmer haben in der Geschichte der Menschheit immer wieder gewaltige Probleme gelöst. Die vielleicht größte Gefahr für unseren Wohlstand ist, dass diese Tatsache in Vergessenheit gerät. Denn viele Ökonomen sehen im Unternehmer immer noch eine Art Rechenmaschine: jemanden, der rational abwägt, wie knappe Ressourcen am besten eingesetzt werden. Das hat, so Weiying Zhang, nahezu nichts mit der Wirklichkeit tun. Unternehmer sind eher wie Kreative, wie Künstler.
Unternehmertum ist viel mehr als Gewinnstreben – nämlich die kreative Kraft, die aus Unsicherheit Zukunft macht. Das erklärt, warum selbst Big Data niemals Unternehmer ersetzen kann, weshalb Industriepolitik – genauso wie die Planwirtschaft – immer scheitert: und zwar an der Annahme, wirklichkeitsfremde Politiker und Beamte wüssten besser als Millionen Unternehmer und Konsumenten, was die erfolgversprechendsten Innovationen der Zukunft sind.
Dieses Buch ist eine leidenschaftliche Verteidigung des Unternehmers – gegen Neid, Vorurteile und ökonomische Irrtümer. Wer von Grund auf verstehen will, wie Märkte wirklich funktionieren und warum Wohlstand ohne Unternehmertum nicht denkbar ist, findet hier eine ebenso fundierte wie inspirierende Antwort.
Ein hochaktuelles Buch in einer Zeit, in der sich der Staat immer öfter mit planwirtschaftlichen Methoden in das Leben der Menschen und Unternehmen einmischt.
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Unternehmer als entscheidende schöpferische Kraft.
BK am 08.05.2026
Bewertungsnummer: 3132874
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein ernsthaftes, wissenschaftlich gearbeitetes Plädoyer für den Unternehmer. Es ist keine bloße Verteidigung des Kapitalismus aus Gewohnheit, sondern eine systematische Wiederentdeckung des Unternehmertums als zentrale menschliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft.
Bemerkenswert ist schon der Autor selbst. Dass ausgerechnet ein chinesischer Ökonom den Unternehmer wieder so klar ins Zentrum rückt, wirkt fast paradox — und ist doch gerade deshalb so stark. Zhang kommt nicht aus einer westlichen Wohlstandsselbstverständlichkeit, sondern aus einem Land, in dem man besonders deutlich sehen kann, was geschieht, wenn Unternehmergeist erst unterdrückt und dann freigesetzt wird. Sein Befund ist eindeutig: Nicht der Staat, nicht die Bürokratie, nicht die großen Pläne schaffen Wohlstand, sondern Menschen, die etwas wagen, ausprobieren, anbieten, verbessern und Verantwortung übernehmen.
Der wichtigste Gedanke des Buches lautet: Unternehmer nützen nicht nur sich selbst. Im Gegenteil: Von freiem Unternehmertum profitieren besonders die normalen Bürger, gerade auch die ärmeren. Denn Unternehmer senken Preise, verbessern Produkte, schaffen Arbeit, eröffnen Chancen und bringen Dinge hervor, die zuvor unerschwinglich, unbekannt oder undenkbar waren. Der freie Unternehmer ist nicht der Gegner des kleinen Mannes, sondern oft dessen größter Verbündeter — nicht aus Wohltätigkeit, sondern weil er nur Erfolg hat, wenn er anderen nützt.
Zhang stellt damit ein Bild des Unternehmers gegen die heute weit verbreitete Verdächtigungskultur. Unternehmer erscheinen in der öffentlichen Debatte oft als Profiteure, Ausbeuter oder Störenfriede. Zhang zeigt dagegen: Der Unternehmer ist derjenige, der unter Unsicherheit handelt. Er weiß nicht, ob seine Idee gelingt. Er trägt Risiko. Er setzt Kapital, Lebenszeit, Reputation und Kraft ein. Gewinn ist in dieser Sicht nicht moralisch verdächtig, sondern ein Zeichen dafür, dass jemand ein Problem besser gelöst hat als andere.
Besonders überzeugend ist Zhang dort, wo er die österreichische Schule der Nationalökonomie — Hayek, Mises und verwandte Denker — gegen keynesianische und staatszentrierte Wirtschaftstheorien stellt. Für ihn ist die österreichische Perspektive näher am wirklichen Menschen, weil sie Wissen, Unsicherheit, Entdeckung, Irrtum und Freiheit ernst nimmt. Menschen sind keine Schachfiguren auf dem Brett politischer Planer. Märkte sind keine Maschinen, die man von oben einstellt. Wirtschaft ist ein lebendiger Entdeckungsprozess.
Genau hier liegt der Unterschied zu vielen keynesianischen oder technokratischen Ansätzen. Diese behandeln Wirtschaft oft so, als könne man Nachfrage, Investitionen, Konsum und Wachstum durch staatliche Eingriffe steuern, fast wie Hebel in einem Kontrollraum. Zhang widerspricht diesem Denken entschieden. Er zeigt: Die entscheidenden Informationen entstehen nicht im Ministerium, sondern draußen — bei Kunden, Erfindern, Händlern, Arbeitern, Gründern, Käufern und Verkäufern. Das Wissen der Wirtschaft ist verstreut. Es lebt in Erfahrung, Versuch, Irrtum und Wettbewerb.
Auch Big Data/KI und moderne Technik ändern daran wenig. Daten können Vergangenes messen, aber sie können nicht wissen, welche Idee morgen trägt. Sie können Muster erkennen, aber keine unternehmerische Urteilskraft ersetzen. Der Unternehmer ist kein bloßer Rechner. Er ist eine schöpferische Figur. Er sieht Möglichkeiten, wo andere nur Routinen sehen. Er handelt, bevor alle Beweise vorliegen. Und gerade deshalb kann ihn keine Planungsbehörde ersetzen.
Das Buch ist deshalb auch eine fundamentale Kritik an Industriepolitik. Zhang misstraut der Vorstellung, Politiker oder Beamte könnten besser entscheiden, welche Branchen, Technologien oder Geschäftsmodelle Zukunft haben. Natürlich kann der Staat Rahmenbedingungen setzen. Aber sobald er sich anmaßt, Gewinner auszuwählen, verdrängt er genau jene dezentrale Kreativität, aus der echter Fortschritt entsteht.
Die politische Botschaft des Buches ist klar: Freiheit ist nicht Luxus, sondern Voraussetzung von Wohlstand. Wer Unternehmer fesselt, behindert nicht nur einige Reiche, sondern schadet der ganzen Gesellschaft. Besonders hart trifft es dann jene, die auf Aufstieg, günstige Produkte, neue Arbeit und bessere Möglichkeiten angewiesen sind.
Man kann das Buch anspruchsvoll nennen, stellenweise vielleicht zu akademisch. Aber sein Kern ist von großer Klarheit: Unternehmer sind nicht das Problem. Das Problem ist eine Gesellschaft, die vergessen hat, was Unternehmer leisten. Zhang erinnert daran mit wissenschaftlicher Strenge und zugleich mit einer fast altmodischen Hochachtung vor Freiheit, Mut und Verantwortung.
Für Leser, die Hayek, Mises oder die österreichische Schule kennen, ist dieses Buch eine starke Bestätigung. Für Leser, die Unternehmer bisher vor allem durch die Brille von Neid, Misstrauen oder politischer Umverteilung gesehen haben, kann es eine Zumutung sein — aber eine heilsame. Es zeigt: Der Markt ist nicht kalt, weil er frei ist. Er ist näher am Menschen als jede Theorie, die Menschen von oben verbessern will.
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