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Die Lücken Roman | Shortlist Deutscher Buchpreis 2026

2

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

55

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.09.2026

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

512

Maße (L/B/H)

22,3/15,1/4,4 cm

Gewicht

630 g

Farbe

Lichtgrau / Schwarz

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00501-1

Beschreibung

Rezension

»Ein starker Roman, der seine erzählerische Kraft auch aus der besonderen Erfahrung von Shida Bazyar bezieht.« ("ttt ‒ Titel, Thesen, Temperamente")
»[Shida Bazyars] moderner Anti-Heimatroman über verdrängte Erinnerungen und Verantwortung besticht durch seine unaufgeregte und geschliffene Sprache, lebendigen Figuren und eine bemerkenswerte Komposition. All das macht ›Die Lücken‹ zu einem großen Wurf.« ("DLF Kultur Büchermarkt")
»Der Ort als Konstante, als Speicher dessen, worüber gesprochen wird und worüber geschwiegen wird. (...) Shida Bazyar legt diese Geschichten übereinander und macht das Unerzählte sichtbar.« ("3sat Kulturzeit")
»Shida Bazyar hat mit ›Die Lücken‹ ein Mosaik an Lebensgeschichten geschaffen. Ein Roman über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.« ("SR Kultur")
»[Shida Bazyar] kriecht beim Erzählen förmlich in die Köpfe der Täter und Opfer.« ("SWR Aktuell")
»Shida Bazyar macht in ihrem bewegenden Anti-Heimatroman ›Die Lücken‹ deutlich, wie wichtig und dringlich der Blick in die eigene Vergangenheit ist.« ("Bayern 2 Büchermagazin")
»[Ein großer] Wurf in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« ("ARD druckfrisch")
»was großes in der deutschen Gegenwartsliteratur« ("WDR 3 Mosaik")

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Verkaufsrang

55

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.09.2026

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

512

Maße (L/B/H)

22,3/15,1/4,4 cm

Gewicht

630 g

Farbe

Lichtgrau / Schwarz

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00501-1

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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  • hamburg.lesequeen

    aus Bargfeld-Stegen

    4/5

    03.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Buchpreisverdächtig

    DIE LÜCKEN Shida Bazyar 03.09.26 Im Mittelpunkt dieses Buches steht Heimesbach im Hunsrück, ein fiktiver Ort, bestehend aus einem Dorfkern mit Kirche, Friedhof und ein paar Geschäften. Hier wird die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts in vielen Kapiteln erzählt. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Menschen, sondern auch Taten, Gebäude und Feste. Einst lebten in diesem Ort Christen, Juden, Atheisten, Muslime und Menschen anderer Glaubensrichtungen zusammen. Während des NS-Regimes ist man jedoch stolz darauf, „judenfrei“ zu sein. Später ist es dasselbe Dorf, das Flüchtlinge aus dem Iran aufnimmt und ihnen ein neues Zuhause gibt. In vielen, teilweise sehr langen Kapiteln lernen wir – zeitlich immer wieder springend – ganz unterschiedliche Menschen kennen: Anni etwa, die im Altenheim lebt und die Kinder kritisiert, die ihr zu Weihnachten Lieder vorsingen. Oder Stefan, der 1998 gemeinsam mit seinen Klassenkameraden ein Zelt anzündet, in dem Menschen schlafen. Und Johanna, die sich 1920 unsterblich verliebt. Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Viele der Figuren begegnen uns später noch einmal, und wir erfahren, was aus ihnen geworden ist. Das hat mir gut gefallen, denn gerade bei Kurzgeschichten geht es mir oft so, dass ich von einzelnen Personen oder Geschichten gerne mehr erfahren würde. Gleichzeitig interessieren mich manche Episoden schlichtweg weniger oder ich finde sie langweilig. So ging es mir leider auch hier. Es gibt immer wieder kleine Momente, die mir gefallen haben – etwa die Hühnersprache oder die Erinnerungen an Kindergeburtstage. Trotzdem war mir das Buch insgesamt etwas zu politisch und auch zu lang. Sprachlich ist es zweifellos brillant, allerdings empfand ich den Einstieg als ziemlich sperrig und auch im weiteren Verlauf konnte mich die Geschichte nicht durchgehend fesseln. Fazit: Wichtige Themen, die nicht vergessen werden dürfen. Für mich jedoch zu politisch und nicht durchgehend fesselnd. Sprachlich brillant, zu Beginn sehr sperrig. Chancen auf den Buchpreis? Bestimmt. Die Jury liebt schließlich etwas sperrige, politische und literarische Bücher. 3,5/5

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    5/5

    01.09.2026

    eBook (ePUB 3)

    Deutsche Geschichte, die nicht einfach Vergangenheit wird

    „Die Lücken“ ist für mich ein sehr heißer Anwärter auf den Deutschen Buchpreis. Selten habe ich einen Roman gelesen, der sprachlich so präzise ist und gleichzeitig derart viele historische und gesellschaftliche Zusammenhänge miteinander verknüpft. Shida Bazyar schafft es, komplexe Sachverhalte in wenigen Sätzen auf ihre Essenz herunterzubrechen. Dabei erzählt sie nicht einfach von einem kleinen Ort im Hunsrück, sondern legt anhand dieses Ortes Strukturen frei, die weit über ihn hinausreichen. Mich hat beeindruckt, wie deutlich der Roman zeigt, dass die Zeit des Nationalsozialismus keineswegs abgeschlossen hinter uns liegt. Ihre Spuren sind überall vorhanden, manchmal sichtbar, viel häufiger jedoch so sehr in den Alltag integriert, dass sie kaum noch wahrgenommen werden. Ein ehemaliger jüdischer Friedhof wird zur unscheinbaren Wiese, irgendwo in einem alten Schrank hängt noch eine Wehrmachtsuniform und in den Köpfen leben Vorstellungen weiter, deren Herkunft kaum noch hinterfragt wird. Gerade diese vermeintlich kleinen Beobachtungen fand ich enorm wirkungsvoll. Bazyar macht deutlich, wie sich Denkweisen über Generationen fortsetzen und wie eng historische nationalsozialistische Vorstellungen mit Rassismus und Ausgrenzung in der Gegenwart verbunden sind. Sprachlich ist der Roman für mich herausragend - gleichzeitig aber auch alles andere als leicht zu lesen. Die Handlung verläuft nicht linear, es gibt zahlreiche Zeitsprünge und eine große Anzahl an Figuren. Immer wieder musste ich überlegen, ob mir ein Name bereits begegnet war und in welchem Zusammenhang. Eine Übersicht über die Familien und ihre Beziehungen hätte mir beim Lesen durchaus geholfen. Allerdings, fand ich, liegt genau darin auch eine der großen Stärken des Romans. Erst nach und nach erkennt man Verbindungen zwischen Figuren, deren Geschichten zunächst völlig unabhängig voneinander erscheinen. Manchmal genügt ein Nachname, der erst viel später genannt wird, und plötzlich fügen sich zwei zuvor getrennte Erzählstränge zusammen. Diese Momente haben mein Verständnis einzelner Figuren mehrfach vollkommen verändert. Das macht die Lektüre anspruchsvoll, aber gleichzeitig auch so unglaublich spannend. Interessanterweise blieben mir vor allem die Figuren im Gedächtnis, zu denen ich eine emotionale Verbindung aufbauen konnte. Viele der Menschen, die vom Nationalsozialismus profitierten, mitmachten oder später ihre eigene Rolle kleinredeten, verschwammen für mich dagegen zunehmend miteinander. Was für mich anfangs das Lesen und Verstehen schwierig machte, erschien mir im Laufe des Romans aber sogar sehr passend. Es waren ab einem bestimmten Zeitpunkt eben nicht mehr die Nachbarn XY, sondern ein einziger, wütender Mob in dem jede Individualität unerwünscht war. „Die Lücken“ ist kein Roman, den man nebenbei liest. Er fordert Konzentration und verlangt seinen Leser*innen einiges ab. Dafür bekommt man aber ein sprachlich beeindruckendes und gesellschaftlich relevantes Buch, das zeigt, wie Vergangenheit in Familien, Orten und Denkweisen weiterlebt. Gerade weil es dabei keine einfachen Antworten liefert, hat es mich nachhaltig beschäftigt. Meine Empfehlung geht an alle, die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur mögen und bereit sind, sich auf eine komplexe Erzählstruktur einzulassen. Für mich ist „Die Lücken“ ein außergewöhnlicher Roman, der deutsche Geschichte nicht als etwas Abgeschlossenes betrachtet, sondern danach fragt, wo sie bis heute weiterwirkt. Ein forderndes, kluges und für mich äußerst eindrucksvolles Buch.

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