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Der Empfänger Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.01.2022

Verlag

dtv

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,8/11,4/2,3 cm

Gewicht

244 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710003125904

Warnhinweis

nicht erforderlich.

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Rezension

Ein leiser, überzeugender Roman über Verantwortung und Mitläufertum. BÜCHER Magazin, Februar-März 2022

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.01.2022

Verlag

dtv

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,8/11,4/2,3 cm

Gewicht

244 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

2710003125904

Herstelleradresse

dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Tumblingerstr. 21
80337 München
Deutschland
Email: kundenservice@dtv.de
Url: www.dtv.de
Telephone: +49 89 381670

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  • Bewertung

    5/5

    06.10.2021

    eBook (ePUB 3)

    Der Roman erzählt in wechselnden Zeitebenen die Geschichte des deutschen Auswanderers Josef Klein in Amerika vor, im und nach dem Zweiten Weltkrieg, der in die Fänge der Auslandsspionage von Nazideutschland gerät. Wir erfahren, wie sein scheinbar einfaches Leben durch Naivität und Erpressung aus allen Fugen gerät und seine Schuld ihn auch viele Jahre nach Ende des Krieges immer wieder einholt. Gut geschrieben und lehrreich!

  • https://lieslos.blog/

    5/5

    09.09.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Familiengeschichte, historischer Roman und Agententhriller in einem!

    In dem Roman, der Familiengeschichte, historischer Roman und Agententhriller in einem ist, geht es um die Lebensgeschichte des Rheinländers Josef Klein, der 1925 22-jährig nach New York auswandert. Josef, der in einer Druckerei arbeitet, liebt die Lebendigkeit und die kulturelle Vielfalt in den Straßen Harlems und er interessiert sich begeistert fürs Amateurfunken. Für den aufkeimenden Rassismus, Antisemitismus und deutsch-Nationalismus hat er nicht viel übrig. Politik interessiert ihn nicht besonders, zu Vielem hat er keine eigene Meinung. Dann lernt er Lauren kennen. Sie ist eine Aktivistin, die durchaus Gefühle für ihn geht. Aber noch jemand anders interessiert sich für ihn, bzw. für seine Kompetenz, was das Funken anbelangt: die deutsche Spionageabwehr. Heimlich, still und leise wird Josef, der ziemlich naiv ist, zu einem Teilchen des Spionage-Netzwerkes. Neben diesem „USA-Strang“ gibt es noch eine Erzählebene, die 1949 in Deutschland spielt. Josef besucht dort seinen Bruder und dessen Familie, aber er fühlt sich fremd. Die Autorin, die wertneutral erzählt, beschreibt Innen- und Außenwelten gleichermaßen beachtlich und meisterhaft. Sie schreibt feinfühlig, authentisch, wort- und bildgewaltig und erschafft ein gleichermaßen historisch bedeutsames wie hochaktuelles Werk. Die Figuren erwachen zum Leben, Orte und Szenerien werden plastisch und lebendig. Die Atmosphäre wird authentisch vermittelt. Über Josef Klein zu lesen ist beeindruckend und erschreckend. Wer kann sicher sein, in bestimmten Ausnahmesituationen kein Josef zu sein? Wer kann nicht nachvollziehen, dass ein Mensch fern der Heimat und um sein Leben bangend zum Opportunisten werden kann? Brisante und schwierige Fragen, die durch einen Roman ausgelöst werden, in dem es um Entwurzelung, Heimatlosigkeit, Verantwortung und Schuld geht. Ich möchte diesen fesselnden, unterhaltsamen und erkenntnisreichen Roman, in dem Ulla Lenze die Lebensgeschichte ihres Großonkels literarisch verarbeitet, unbedingt weiter empfehlen! Ein rundum gelungenes Werk!

  • H. P. Wicki

    aus Schindellegi

    5/5

    08.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Naiver Funker, der zwischen die Fronten gerät

    "Der Empfänger" von Ulla Lenze beleuchtet die Aktivitäten der Nazi in Amerika kurz vor dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten, ihre Bewunderer in der weissen Oberschicht und das Schicksal von einem Unpolitischen, der sich im Wirrwarr aus Spione, FBI und Auslanddeutschen verheddert. Es bleibt im nur die Flucht zurück nach Deutschland, in die Enge der Familie seines Bruders, bevor er sein Leben in Südamerika fortsetzt. Wir verlassen das Leben dieses Flüchtenden, der sich so nach seiner Wahlheimat New York zurück sehnt, im Jahr 1953 in Costa Rica..... Spannende Story, glaubwürdig gezeichnete Charakter und interessante geschichtliche Details machen dieses Buch zu einem ungewöhnlichen Lesevergnügen.

  • Bewertung

    aus Baden-Baden

    5/5

    07.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenig bekanntes Kapitel deutscher Geschichte

    Die renommierte Autorin Ulla Lenze hat die Lebensgeschichte ihres Großonkels in einem Roman verarbeitet. Der Protagonist Josef Klein wandert 1925 als 22- Jähriger in die USA aus. Eigentlich sollte sein jüngerer Bruder Carl mitkommen. Doch der verliert durch einen Unfall ein Auge und das bedeutet den Verlust der Einreisegenehmigung. Nun muss sich Josef allein in New York zurechtzufinden. Doch er findet Arbeit in einer Druckerei und eine kleine Wohnung in Harlem. Seine große Leidenschaft gehört der Amateurfunkerei. Das eröffnet dem Einzelgänger den Kontakt zur weiten Welt. Dabei lernt er auch Lauren kennen, eine junge Amerikanerin. Durch seine Arbeit in der Druckerei hat Josef Umgang mit verschiedenen politischen Gruppierungen, wie z.B. „America for white people “, die offen ihre Sympathien für Nazi- Deutschland zeigen. Auch unter den deutschen Einwanderern finden sich viele Anhänger Hitlers. Josef verteilt zwar die Flugblätter, die Parolen darauf gehen ihm aber zu weit. Und eigentlich interessiert er sich wenig für Politik, hat zu vielem keine eigene Meinung. Wegen seiner Funkertätigkeit wird er interessant für bestimmte Kreise , die für die deutsche Abwehr arbeiten. Anfangs glaubt Josef noch, es gehe um Informationen für deutsche Firmen, aber bald ist offensichtlich, wofür er in seiner Naivität missbraucht wird. Seine Freundin Lauren durchschaut die Situation früher als er. Doch ein Ausstieg stellt Josef vor große Herausforderungen. Neben der Handlung in den USA gibt es noch eine weitere Erzählebene, die 1949 in Deutschland spielt. Josef ist zu Besuch bei seinem Bruder und dessen Familie. Aber er fühlt sich fremd in der alten Heimat; erkennt sie kaum wieder nach den Zerstörungen im Krieg. Auch die Enge in Carls Familie bedrückt ihn. Das Verhältnis zwischen den beiden Brüdern ist angespannt. Zwar ist Carl dankbar für die Care- Pakete, die Josef nach dem Krieg geschickt hat. Doch weshalb war sein Bruder in Amerika inhaftiert? Nur nach und nach erzählt Josef von den Machenschaften, in die er verstrickt war. Die Beziehung zwischen den beiden Männern bleibt weiter angespannt. Zu viel Verschwiegenes, zu viel unausgesprochene Vorwürfe stehen zwischen ihnen. Josef verlässt Deutschland wieder. Mit Hilfe alter Nazi - Seilschaften gelingt ihm die Einwanderung nach Argentinien. Aber hier schafft Josef den Absprung. Nicht noch einmal lässt er sich von diesen Leuten missbrauchen. Er zieht weiter nach Costa Rica. Dort spielt dann auch die Rahmenhandlung im Jahr 1953. Ulla Lenze hat einen ungeheurer vielschichtigen Roman geschrieben über ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Geschichte. Sie hat genau recherchiert und beschreibt eine Menge Details . Dabei erfährt der Leser sehr viel über die Lage und die Atmosphäre in den USA kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs. „Der Empfänger“ ist nun aber kein spannender Spionagethriller, eher das Psychogramm eines kleinen Mannes ( nicht umsonst heißt der Protagonist Josef Klein ), der unversehens in die Machenschaften der großen Politik verstrickt wird. Dabei weiß er selbst nicht genau, ob er Täter oder eher Opfer war. Der „ Held“ bleibt wie auf dem Cover eher eine schemenhafte Figur, voller innerer Zerrissenheit und Widersprüche. Die Sprache ist meist nüchtern und klar, dazwischen gibt es immer wieder Stellen voller Poesie. „Der Empfänger“ ist ein klug komponierter, zeitgeschichtlich interessanter Roman, dessen Figuren dem Leser aber nicht wirklich nahekommen.

  • Inge Weis

    aus Pirmasens

    5/5

    06.05.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein deutscher Auswanderer in New York – im Spionagenetzwerk der deutschen Abwehr.

    Berlins langer Arm. Vor dem Kriegseintritt der Amerikaner brodelt es in den Straßen New Yorks. Antisemitische und rassistische Gruppierungen eifern um die Sympathie der Massen, deutsche Nationalisten feiern Hitler als den Mann der Stunde. Der deutsche Auswanderer Josef Klein lebt davon relativ unberührt; seine Welt sind die multikulturellen Straßen Harlems und seine große Leidenschaft das Amateurfunken. So lernt er auch Lauren, eine junge Aktivistin, kennen, die eine große Sympathie für den stillen Deutschen hegt. Doch Josefs technische Fähigkeiten im Funkerbereich erregen die Aufmerksamkeit einflussreicher Männer, und noch ehe er das Geschehen richtig deuten kann, ist Josef bereits ein kleines Rädchen im Getriebe des Spionagenetzwerks der deutschen Abwehr. Unerwartet wird er in die Welt von Spionage und Gegenspionage hineingezogen. Eigentlich eher unpolitisch und froh, im New Yorker Viertel Harlem ein neues Leben gefunden zu haben, erregen seine Kenntnisse als Amateurfunker das Interesse der nazideutschen Abwehr. Das lenkt sein Geschick in völlig neue Dimensionen - und weg von seiner Freundin Lauren. Josef Klein wird Teil eines verhängnisvollen Systems, das ihn Jahre später einholen wird. Sein verhängnisvoller Weg führt ihn später zur Familie seines Bruders nach Neuss, die den Aufstieg und Fall der Nationalsozialisten aus der Innenperspektive erfahren hat, und letztendlich nach Südamerika, wo ihn Jahre später eine Postsendung aus Neuss erreicht. Deren Inhalt: eine Sternreportage über den Einsatz des deutschen Geheimdienstes in Amerika. Ulla Lenze kann in klugen Szenen und wunderbaren Details von der inneren Verfasstheit weit entfernter Orte und ihrer Bewohner erzählen, von sozialen und zwischenmenschlichen Dynamiken und wie beides zusammenhängt. Sie verknüpft meisterhaft Familiengeschichte und historischen Stoff, schreibt brillant, lakonisch, zugleich mitreißend über einen freundlichen Mann, der sich schuldig macht, weil er sich wegduckt. In "Der Empfänger" wendet sie ihr Können erstmals auf einen historischen Stoff an und das Ergebnis ist beeindruckend, sie schreibt eine tolle, empfindungsintensive, pathosfreie Prosa. Echt und wahr und ehrlich. Eine schwebend leichte Konstruktion, in der Zeiten, Orte und Identitäten ineinander tauchen, ein vielschichtiges Kunstwerk von unendlicher Schönheit. Ein Roman, der mit Erfahrung, Intelligenz, Liebe, einer gewissen Distanziertheit und stellenweise sogar mit hintergründigem Humor erzählt wird. Auch mit einer gewissen Leichtigkeit. Diesem Buch merkt man an, dass es Substanz hat. Spannend und absolut lesenswert.

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