Produktbild: Herbstjahr
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Herbstjahr Roman

Aus der Reihe Romane im GMEINER-Verlag
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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.09.2019

Verlag

Gmeiner-Verlag

Seitenzahl

314

Maße (L/B/H)

20/12/2,7 cm

Gewicht

319 g

Auflage

2019

Sprache

Deutsch

EAN

2710003030796

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Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

11.09.2019

Verlag

Gmeiner-Verlag

Seitenzahl

314

Maße (L/B/H)

20/12/2,7 cm

Gewicht

319 g

Auflage

2019

Sprache

Deutsch

EAN

2710003030796

Herstelleradresse

Gmeiner-Verlag GmbH
Im Ehnried 5
88605 Meßkirch
Deutschland
Email: info@gmeiner-verlag.de
Url: www.gmeiner-verlag.de
Telephone: +49 7575 20950
Fax: +49 7575 209529

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  • Bewertung

    aus Verl

    5/5

    21.03.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Lebenbewältigung, Vergangenheitsaufarbeitung

    Der Roman Herbstjahr von Ralph Grüneberger schildert anhand einer Gruppe junger Leipziger zum einen den Beginn der friedlichen Revolution im Jahre 1989 in der damaligen DDR (einer der Protagonisten gerät in die ersten größeren Montagsdemos in Leipzig und beginnt, sich bei den Demonstrierenden zu engagieren, sein Freund nutzt die sich plötzlich aufgrund des bröckelnden eisernen Vorhangs ergebenden Fluchtmöglichkeiten und geht in den Westen), zum anderen – ein Jahr später – die Versuche der Protagonisten, mit den Folgen des totalen Umbruchs ihrer bisherigen Lebensverhältnisse zurechtzu- kommen. Grüneberger gelingt es, in einfühlsamer Weise und mit viel Liebe zum Detail das Lebensgefühl und die Wirklichkeit von Menschen zu schildern, die sich buchstäblich von einem Tag auf den nächsten in einer anderen Welt wiederfinden und damit klarkommen müssen, was ihnen im Übrigen gut gelingt, da sich keiner von ihnen durch Rückschläge aus der Bahn werfen lässt. Die Protagonisten finden sich letztlich alle in Leipzig wieder, und zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung – ein gutes Jahr nach Beginn der Handlung von Herbstjahr – scheinen alle nach diversen Schwierigkeiten und Rückschlägen auf einem guten Weg und in der neuen Welt angekommen zu sein. Leider endet die Geschichte dann – überraschend für die beiden Hauptfiguren des Romans – aber doch nicht so gut, wie es lange den Anschein hat. Hier haben wir wohl eine Metapher dafür, dass sich auch in der Realität des Landes nach der Wende nicht nur positive Entwicklungen vollzogen, sondern auch negative Kräfte freigesetzt wurden. Die Wirklichkeit erweist sich letztendlich als vielschichtiger, als sie zunächst nach den Umbrüchen und dem scheinbar erfolgreichen Neubeginn erschien. Für den Autor dieser Zeilen, der als „Wessie“ die damaligen Ereignisse zwar mit höchstem Interesse verfolgte und seinerzeit selbst von dem Wunsch nach einer Wiedervereinigung des Landes träumte, aber diese damals lediglich als außenstehender Beobachter verfolgen konnte, bietet das Buch faszinierende Einblicke in das Innenleben und die wirklichen Befindlichkeiten der Menschen, die damals den großen Umbruch mit ausschließlich friedlichen Mitteln zugleich erkämpft und „erlitten“ haben. Das Buch ist spannend geschrieben und sehr lesenswert. Eine angehängte, ebenso detail- wie umfangreiche Chronologie der Jahre 1989 und 1990 bringt die damaligen Geschehnisse nochmal in Erinnerung und dürfte für jeden, der sich gern an die Ereignisse erinnert oder seine Erinnerungen daran auffrischen möchte, ebenfalls eine lohnende Lektüre sein.

  • Bewertung

    aus Braunschweig

    5/5

    25.09.2019

    eBook (ePUB)

    Ein Blick auch auf das Jahr nach dem Mauerfall

    Im Fernsehen stößt man oft auf das, was beim Thema „Mauerfall“ für programmtauglich gehalten wird. Geschichten mit einer explosiven Mischung: Bornierte Funktionäre und Stasi-Spitzel stoßen auf die Gruppe der Rechtschaffenen. Ein differenzierteres Bild des Herbstes 1989 und des Jahres danach bietet der Leipziger Autor Ralph Grüneberger am Beispiel dreier junger Menschen. Was Jesse, Monika und Rainer erleben, wirkt unglaublich ernüchternd. Jesses Vater, bisher ein Apparatschik, wird abgewickelt und macht sich dennoch die Vorteile der Wende zunutze. Jetzt kann er sich endlich ein Gewächshaus im Garten einrichten. Seinem Sohn jedoch, der sich dem Neuen Forum angeschlossen hatte, droht die Kurzarbeit. Schon vor dem Mauerfall hatte Jesses Freund Rainer über Ungarn die Flucht in den Westen gewagt, aber dort kann er ohne den Nachweis seiner beruflichen Qualifikation keine angemessene Stelle finden. Also kehrt er nach Leipzig zurück, inzwischen sitzen jedoch andere in seiner Wohnung. Über ihren Studienplatz an der Schauspielschule hatte sich Rainers Schwester Monika gefreut. Nun, nach der Wende, muss sie erfahren, dass deren Abwicklung droht. Ihren Freund Jordan, den begabtesten aller Schauspielanwärter, trifft es noch härter. Er war Stasi-Spitzel, und dieser Makel lässt sich nicht wegretuschieren. Das, was er aus einer Dummheit heraus getan hat, entschuldigt er nicht und geht. „Herbstjahr“ ist ein Roman, der in einer schonungslos realistischen Manier beschreibt, was viele nach der Wende bald spürten: Das alte ungeliebte System ist gestürzt, doch was jetzt auf die Leipziger zurollt, wird sie auf eine Weise fordern, auf die sie nicht vorbereitet sind. Die dabei entstehenden Wunden stellt Grüneberger unspektakulär und glaubwürdig dar. „Herbstjahr“ ist das seltene Exemplar eines Romans, der uns einen Blick in die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen mit einem Realismus vermittelt, der uns fordert. Klaus Nührig

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