Rezension
Opfer, Täter*innen, Kompliz*innen, Profiteur*innen – die Lebensschicksale sind miteinander verstrickt, alles hängt zusammen. Der kollaborative Sammelband richtet seinen Fokus auf die tiefgreifenden Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten als Folge von »1492«. Die Autor*innen und Künstler*innen schauen genau hin und stolpern geradezu über die aus der kolonialen Vergangenheit herrührende Gewalt, die der globalen Ungleichheit innewohnt. [...] Die bewegenden »Episoden einer kolonialen Gegenwart« dürfen in keiner postkolonialen Bibliothek fehlen! – Joachim Zeller, iz3w
Erinnern muss Gerechtigkeit bedeuten, so die Schlussfolgerung in Bendix’ »Dem Trauma auf der Spur. Deutsche Völkermorde im In- und Ausland«, erschienen im Comic-Band »Episoden einer kolonialen Gegenwart« und gezeichnet vom namibischen Künstler Hangula Werner. Leh¬re¬r:in¬nen mögen es sich ansehen. – Charlotte Wiedemann, taz
Viele der Geschichten sind inspiriert von den Familiengeschichten und aktivistischen Erfahrungen der Autor:innen, die in Graphic Novel-Stil erzählt werden. Jeder Beitrag hat ein Literaturverzeichnis, denn die kreativen Erzählungen beruhen auf wissenschaftlichen Recherchen. Der Comicband spricht ein vielfältiges Publikum an: Von Comic-Liebhaber:innen über politisch Interessierte bis politische Bildner:innen und Lehrer:innen, die sich nach unkonventionellem Unterrichtsmaterial sehnen. – glokal e.V., mangoes & bullets
Was hat eine Tasse Tee mit aktuellen Migrationsbewegungen zu tun? Oder eine Bibliothek in Dresden mit der Zerstörung von Maya-Manuskripten im Jahr 1562? Eine ganze Menge, wie »Episoden einer kolonialen Gegenwart« nahelegt. […] Ein halbes Dutzend »Episoden” greifen auf die persönlichen Erfahrungen der vielfältigen Autor*innen und Illustrator*innen des Buches zurück und untersuchen die Widersprüche – und potenziellen Solidaritäten –, die sich in unserer kolonialen Gegenwart ergeben. Jede Episode wird durch ein „Intermezzo« unterbrochen, das Kurzgeschichten und dichte theoretische Untersuchungen miteinander vermischt. Während sich das gemeinsame Thema des Kolonialismus durch das gesamte Buch zieht, sorgt die Tatsache, dass jede Geschichte von verschiedenen Autoren und Illustratoren geschaffen wurde, für eine große ästhetische und thematische Vielfalt. – Jasper Sattentau, Montreal Review of Books
In neun Geschichten werden (post)koloniale Verhältnisse mit den persönlichen Erfahrungen der Autor*innen verknüpft und die historischen Bedingungen kolonialen Lebens transparent gemacht. [...] Man wünschte sich eine deutschsprachige Fassung in allen Wartezimmern unseres Täterlandes. – Volker Eick, cilip – Bürgerrechte und Polizei