Wenn Online-Nähe plötzlich real wird. Zita und Joris sind seit Jahren befreundet - ohne sich je berührt, je gesehen, je wirklich begegnet zu sein. Zwischen Nachrichten, Vertrauen und stiller Verlässlichkeit entsteht eine Nähe, die anderen Beziehungen oft fehlt. Zita kämpft an Bennys Seite um ein gemeinsames Leben, seit ein Anschlag ihn in den Rollstuhl zwang. Joris hält zu lange an einer Beziehung fest, die ihn klein macht, bis Trennung und Routine in eine Einsamkeit kippen, die niemand online auffängt. Als Zita und Joris sich Jahre später endlich gegenüberstehen, wirkt nichts mehr wie früher: Zita hat Verantwortung übernommen, Joris scheint neben einem fremden Mann angekommen zu sein. Was passiert, wenn Freundschaft nicht mehr derselbe Ort ist - und Liebe, Identität und Lebensentwürfe plötzlich unterschiedliche Sprachen sprechen? Eine tiefgründige Novelle über platonische Verbundenheit, queere Realitäten und die Frage, ob man einander festhalten muss - oder loslassen, um sich selbst zu finden.
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Die Bedeutung von Freundschaft
Isabell am 13.01.2026
Bewertungsnummer: 2979758
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Joris und Zita haben sich über das Internet kennengelernt und sind sich nie persönlich begegnet. Trotzdem besteht zwischen den ungleichen Charakteren eine tiefe und für beide prägende Freundschaft.
Als sie sich kennenlernen, stecken beide in einer tiefen Krise. Die lebensfrohe, privilegierte Zita muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Benny, der Mann den sie liebt, für immer im Rollstuhl sitzen wird, Joris steht vor den Trümmern seiner Beziehung zu Lisa und hat sich in seine Arbeit geflüchtet. Obwohl die beiden sehr unterschiedlich gestrickt und in völlig verschiedenen Lebenssituationen sind, entwickelt sich zwischen Chats, Telefonaten und Videocalls, eine Vertrautheit, aus der beide Kraft schöpfen können.
Die Geschichte begleitet Zita und Joris während eines Zeitraums von 8 Jahren, in denen sie sich gegenseitig durch Höhen und Tiefen ihrer Leben begleiten. Wir erleben, wie sie einander beistehen, hilflos sind, sich voneinander entfernen und wieder zueinanderfinden.
Mit ihrer ruhigen, empathischen Erzählweise versteht es Sonja, in die Gefühlswelt ihrer Charaktere zu entführen. Bereits nach wenigen Seiten meint man, Zita und Joris schon ewig zu kennen. Die Entwicklung ihrer Freundschaft ist wunderbar nachzuverfolgen, berührend und eingängig.
Eine großartige Erzählung für alle, die gern über tiefgründige Figuren und deren Entwicklung lesen.
Sehr zu empfehlen.
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