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Sich zu verlieben scheint das normalste der Welt zu sein, aber nicht für Till. Der Achtzehnjährige blickt eher argwöhnisch auf diese Gefühlswelt und vertieft sich stattdessen in die Schreiberei.
Erst als Jannik in sein Leben tritt, begreift Till, dass die Fragen, die er in seinem Roman stellt, auch für ihn selbst eine größere Rolle spielen.
Jannik, der noch nie das Meer gesehen hat und eine außergewöhnliche Liebe für Hühner hegt, hilft ihm dabei, Antworten zu finden, doch gleichzeitig ist er auch der Grund, aus dem Tills bisheriges Leben aus den Fugen gerät.
Was ist wichtiger - Liebe oder Freundschaft? Was ist überhaupt der Unterschied? Und wieso müssen die beiden erst im Meer schwimmen, um das zu verstehen?
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Eine sehr schöne Geschichte
Bewertung am 06.04.2024
Bewertungsnummer: 2171736
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Man ist gleich gefangen und fühlt sich als wäre man mittendrin, die höhen und Tiefen die man erlebt kann man fühlen. Was das lesen sehr Spannend macht, Teilweise ist es doch spät geworden weil man nicht aufhören konnte zu Lesen. Und einiges aus dem Inhalt kommt einen in machen Situation auch irgendwie ein bisschen bekannt vor, aus der eigen Vergangenheit. Schade war nur das dass Ende etwas kurz war hätte mir noch ein bisschen mehr gewünscht aber wie sagt man das ist eine HappyEnd das geht keinen was an.
Mit Tiefgang gegen den Strom
Bewertung am 08.07.2022
Bewertungsnummer: 1743550
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit viel Sprachgefühl, liebevollen Details und Humor führt der Autor uns durch die Geschichte von Till und Jannik. Bis die beiden das erste Mal aufeinandertreffen, dreht sich Tills Leben vor allem um den Roman, an dem er schreibt und darum, den Fragen seiner Mutter auszuweichen, die ihn und seine beste Freundin Kira schon als Paar sieht. Das ist nun so gar nicht Tills Thema, doch bisher war er eher davon genervt, dass um ihn herum alle von Beziehungen reden, eine haben oder eine wollen. Als Jannik neu in seine Klasse kommt, versteht er sich mit ihm auf einer ganz anderen und neuen Ebene als mit seinen Freund*innen und er beginnt zu hinterfragen. Sich selbst, aber auch seine Umwelt und seine Mitmenschen, die ihm ständig und überall eine Paarbeziehung als die einzige und wahre Erfüllung weismachen wollen.
Es ist so beeindruckend, Tills Entwicklung mitverfolgen zu können, all die Gedankengänge, die Erkenntnisse, Erfolge, aber auch die Rückschritte, die er manchmal hinnehmen muss. Jannik ist ihm dabei ein so emphatischer, liebevoller und rücksichtsvoller Freund. Er ist sogar mehr als nur ein Freund, aber doch anders, als wiederum ihr Umfeld »mehr als nur Freunde« interpretieren würde. Die beiden müssen sich ihre ganz persönliche Interpretation gemeinsam erkämpfen, »erfühlen« und »erreden« und das alles schafft Matti Laaksonen in einer so sensible und authentischen Sprache. Nicht alles läuft dabei glatt, nicht alles funktioniert immer gleich für sie beide und am Ende müssen sie sich auch noch dem Endgegner »Realität« stellen. Das hätte einen frustriert zurücklassen können, aber mich hat es vielmehr damit versöhnt, dass man vieles zwar nicht ändern, aber man es sich trotzdem noch so schön wie möglich machen kann.
Das Buch sollte kein Nischendasein fristen, nur weil das Hauptthema vielleicht nur eine kleine Minderheit betrifft. Es steckt noch so viel mehr darin: Unsicherheit, Selbstbewusstsein, Mut, Konsens, Freundschaft, Elternschaft, Entwicklung, Veränderung, Anpassung und Auflehnung.
Man muss auch nicht aromantisch sein, um sich mit Till identifizieren zu können. (Für alle, die es sind, maße ich mir an zu behaupten, wirkt dieses Buch sicher noch einmal viel persönlicher.) Man kann sich mit ihm identifizieren, weil er seinen Platz in der Welt und der Gesellschaft sucht, über deren Normen und Erwartungen er stolpert. Weil er herausfindet, wer er sein will, sich gegen den vorgegebenen Weg entscheidet und sich lieber seinen eigenen erschließt. Und ganz unabhängig vom Thema kann man auch nicht umhin (und das ist gut!) sich immer wieder selbst zu fragen: Wie oft bin ich eigentlich schon einen Weg gegangen, bloß weil ihn alle anderen auch gegangen sind? Till und Jannik machen auch Mut, eigene Entscheidungen zu reflektieren und vielleicht sogar, neue Wege für sich selbst zu finden.
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