Zwei Völker im Krieg. Zwei Freunde auf dem Pfad zur Feindschaft.
Seit Jahrtausenden überziehen die Schemmen die Welt mit Krieg und Schrecken. Inmitten dieser Dunkelheit wächst Kalaira auf - eine Schemm, vom eigenen Volk verlassen und bei einem Zauberer der Menschen aufgewachsen. Ihr einziger Halt: Gunter, Sohn eines legendären Ritters. Bis sie das Schicksal trennt.
Zehn Jahre später treffen sie sich wieder - in einer Welt am Abgrund. Gunters Heimat liegt in Trümmern, seine Eltern wurden verschleppt. Er schwört sie zu befreien. Kalaira begleitet ihn auf seiner gefährlichen Reise ins Reich der Schemmen. Doch sie verbirgt ein dunkles Geheimnis: Sie war an dem Verrat beteiligt, der seine Familie zerstörte.
Ein düsteres Fantasy-Epos über Liebe, Verrat und den schmalen Grat zwischen Freundschaft und Feindschaft.
Der Auftakt einer packenden Tetralogie für alle, die phantastische Welten mit Tiefe, Magie und moralischen Grauzonen lieben.
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Brutale Spannung
fd112 am 22.05.2026
Bewertungsnummer: 3146101
Bewertet: eBook (ePUB)
Autor Michael Sagenhorn entführt und in eine Welt, welche von Brutalität beherrscht wird. Das Volk der Schemmen geht äußerst brutal gegen andere Volker und Lebewesen vor. In dieser lebt Gunter, Sohn eines legendären Ritters. In seiner Nähe wächst die Schemm Kalaria auf, welche bei dem Magier Nikodem aufwächst. Gunter und Kalaira sind "befreundet" und leben in ihrem kindlichen Umfeld, bis Gunter seine Heimat auf Drängen des Vaters, dem Ritter, seine Heimat verlassen muss. Dafür musste der Vater ihm aber versprechen, dass er Kalaira nicht tötet, weil die Schemmen eigentlich die Todfeinde sind. Eine brutale Handlung nimmt an Fahrt auf und trennt die Beiden. Zehn Jahre später treffen sie wieder aufeinander und müssen zahlreiche Gefahren meistern...
Michael Sagenhorn erzählt die Handlung in einem sehr harten Stil. Detailreich schildert er die Örtlichkeiten und die verschiedenartig aussehenden Wesen. Die kleinteilige Beschreibung ist mir mitunter zu viel, weil sie doch den Lesefluss etwas einbremst. So muss man auch erst einmal rund 100 Seiten lesen, bevor der Spannungsbogen richtig beginnt. Die Kapitel sind zudem nochmals in weitere Abschnitte unterteilt, was ich schon als etwas störend empfunden habe. Viele Wechsel der Örtlichkeiten lassen zudem die Erzählung "sprunghaft" erscheinen. Ich brauchte schon eine gewisse Zeit, bis ich den Leserhythmus gefunden habe. Damit verbunden war dann auch die Verständlichkeit der Handlung, was dann dauerte. Die vielen einzelnen Charaktere sind gut beschrieben.
Für Freunde einer brutalen Handlung ist das Buch geeignet. Viele Protagonisten werden niedergemetzelt oder auf fantasievolle Weise getötet oder verwandelt. Es ist der erste von insgesamt vier Bänden mit viel Fantasie.
Ein verlorener Krieg
Ramona Schroller aus Klein Rönnau am 18.05.2026
Bewertungsnummer: 3142619
Bewertet: eBook (ePUB)
Gunter wurde als Kind von seinem Vater in die Hauptstadt geschickt, um dort zum Schwertmeister ausgebildet zu werden. Die Entscheidung fiel unter anderem auch, weil Gunter sich mit dem jungen Schemmen-Mädchen Kalaira anfreundete, das Mündel eines ansäßigen Zauberers. Die Schem sind die Feinde der Menschen, rücksichtslose aber fragil aussehende Wesen, die brutal zuschlagen und alles vernichten, nicht nur, was sich ihnen in den Weg stellt.
Zehn Jahre später kehrt Gunter in seine Heimat zurück, um herauszufinden, warum sein Vater und dessen Ritterorden nicht eingriffen bei der verheerenden Schlacht, in der der Kaiser fiel. Was er findet ist ein Ort der Zerstörung - und Kalaira, die scheinbar einzige Überlebende ...
Der Roman wird als Dark Fantasy bezeichnet, der Autor geht sogar noch weiter und möchte mit diesem ersten Band ein neues GrimDark-Epos schaffen. Wie gut ihm dies gelungen ist, in meinen Augen, das kläre ich hier.
Die Charaktere sind nicht grau, sie sind Archetypen. Gunter ist gut, sein Begleiter Gimrok der Sidekick mit lockeren Sprüchen, Gunters Vater der Inbegriff des ehrenhaften und tapferen Ritters. Einzig Kalaira ... Nun, sie ist nicht ganz unschuldig daran, dass Gunters Heimat entvölkert wurde. Allerdings tat sie dies nicht aus freiem Willen, ihr wurde eine Droge oder etwas anderes eingeflößt. Abgesehen von diesem "Ausrutscher" ist sie die Damsel in Distress während des gesamten Romans.
Die Handlung liest sich stellenweise als habe der Autor eine Liste abgearbeitet, was dem ganzen nicht wirklich hilft. Man fühlt sich als Leser als würde man an einer Perlenschnur entlanglaufen. Dabei gibt es eine Menge Potenzial, um die Geschichte wirklich gut zu machen. An dieser Stelle glaube ich einfach, es ist schlicht die Unerfahrenheit Sagenhorns. Einen Roman zu schreiben, oder besser vier davon, ist eine andere Hausnummer als Kurzgeschichten und sollte geübt werden - sehr viel geübt werden. Vor der Veröffentlichung meines ersten Romans hatte ich um die zwanzig geschrieben bis ich in diesem einen Potenzial sah - womit ich nicht ganz fehlte.
Die Schem sind böse, weil sie böse sind. Das ist soweit die Erklärung. Es hat einen Pakt zwischen dem König der Schem und dem Dunklen Gott gegeben, der das Volk um 180 Grad drehte, denn vorher scheinen sie sehr friedliebend gewesen zu sein. Alle Seelen der Schem gehen nach ihrem Tod direkt dem Dunklen Gott zu. Warum sie sich dann dazu entscheiden, dieses Leben in Kampf und Krieg zu verschwenden statt einen Ausweg zu suchen ist mir nicht ganz klar, und auch der Autor gibt darauf keine klare Antwort. Vermutlich wird dies in einem der Folgebände näher beleuchtet.
Und die Sex-Szenen, ob Boy! Ich bin kein wirklicher Fan, weil ich in meinem ganzen Leben nur ein einziges Mal eine gute Sex-Szene gelesen habe. Vielleicht sollte jeder Autor/Autorin dazu verdonnert werden, wenigstens einmal "Das Tal der Pferde" gelesen zu haben, denn da steht eine wirklich hervorragende Smud-Szene drin, die sogar in jedem Detail beleuchtet wird und trotzdem herausragend bleibt. Und ja, ich stimme zu, Ayla wurde mehr und mehr zu einer Mary-Sue. Hier sind die Smud-Szenen extremst aus der Sicht eines Mannes geschildert und sehr auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten. Was ein wenig ... ernüchternd rüberkommt, wenn Kalaira sich während des Geschlechtsaktes sogar selbst befriedigen muss, weil Gunter plötzlich nur noch mit seinem "Schwert" denkt.
Die Szenen, die ich eher als amüsant als verstörend empfand, waren tatsächlich die Folter-Szenen in der Hauptstadt der Schem, wo die überlebenden Menschen, oder ein Teil von ihnen, sehr schnell vom Leben zum Tod befördert werden. Einmal abgesehen davon, dass ich es als wenig sinnvoll erachte, eine Folter anzusetzen, wenn der Proband maximal eine Minute überlebt, empfinde ich es auch als extrem unbefriedigend für den Folterknecht. Ja, ich verstehe, der Autor wollte hier zum Ausdruck bringen, wie wenig Leben für die Schem eigentlich wert ist und dass sie Menschen als Vieh ansehen. Dennoch würde ich mir als Schem-Folterer nicht die Mühe machen, jemanden überhaupt anzuketten, wenn dieserjenige ohnehin im nächsten Atemzug stirbt.
Die "verstörenden" Details sind eher praktisch nicht umsetzbar im Sinne der menschlichen Realität. Jemandem die gesamte Haut abzuziehen und ihn dann noch entsetzt schreien zu hören - ist einfach nicht möglich, da der Körper schon sehr viel früher in Schock verfällt. Der Enthäutete sagt gar nichts mehr und ist im besten Fall bereits gestorben, da direkt unter unserer Haut eine Menge Arterien entlangführen (was eine Häutung auch extremst blutig macht). Mir ist jetzt nicht ganz genau bekannt, ab welcher Menge verlorenen Blutes jemand in Schock verfällt, zusätzlich zu dem Schmerz, wohlgemerkt, doch erneut -- nicht möglich.
Ich will Sagenhorn aber auch nicht Kreativität absprechen. Diesen Wegrahmen, in dem ein Mensch "aufgewebt" wird, der war interessant und ich hätte gern noch mehr darüber erfahren. Ansonsten waren die Folterszenen leider eher lächerlich.
Einen Schwertkampf über Stunden ohne Pause führen ist für Menschen unmöglich. Das halten weder die Armmuskeln noch der Verstand durch, vor allem nicht in einem hohen Tempo. Ich empfehle hier einen Blick auf die Schwertkämpfe in "Game of Thrones", die sehr gut choreografiert waren. Mehr als ein paar Minuten geht nicht, danach ist der Ritter einfach zu müde, um sein Schwert zu heben. Ich kann hier nicht über die Schem urteilen, vielleicht halten die ja wesentlich länger durch, obwohl sie eine ähnliche Physik haben wie Menschen, ja sogar als fragil bezeichnet werden.
Am Ende komme ich noch zu den ganzen Fehlern im Roman, und das waren eine Menge. Vor allem Zeitfehler, in denen in einem Satz von Perfekt zu Präsenz und wieder zurück gesprungen wurde. Ja, gerade für Anfänger ist es schwer, die Zeit zu halten, aber dass keiner der Testleser darauf hingewiesen hat, das verstehe ich nicht.
Alles in allem bleibt ein eher durchschnittlicher Roman. Ein bisschen Dark, ja. Allein das Thema ist dark, da stimme ich zu. Nur wird es, wieder ein Anfängerfehler, maßlos übertrieben, und das ist schade. Es hätte ein wirklich guter Roman werden können, nicht der beste, nein, aber besser. Schade.
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