»Der Zauberberg« ist ein 1924 erschienener Bildungsroman von Thomas Mann. Angeregt wurde es durch die Verhältnisse in einem Davoser Sanatorium, das Mann 1912 beim Besuch seiner lungenkranken Ehefrau kennengelernt hatte. Im Roman trifft der junge angehende Ingenieur Hans Castorp während seines Aufenthalts in der Zeit vor 1914 in der abgeschlossenen Welt eines Sanatoriums im Hochgebirge auf weltentrückte Figuren, die ihn mit Politik, Philosophie, aber auch Liebe, Krankheit und Tod konfrontieren. Verzaubert durch die Liebe zu einer ihm dort begegnenden, eine frühe und prägende Schülerzuneigung widerspiegelnden Frau bleibt er dort für sieben Jahre. »Der Zauberberg« ist in mancherlei Hinsicht eine Parodie auf den klassischen deutschen Bildungsroman. Wie dessen übliche Protagonisten verläßt Hans Castorp sein Vaterhaus und wird konfrontiert mit Kunst, Philosophie, Politik und der Liebe. Besonders in den Gesprächen mit seinen Mentoren Settembrini und Naphta lernt er eine Reihe verschiedener Ideologien kennen. Anders jedoch als im traditionellen Bildungsroman führt sein Weg nicht hinaus in die Welt, sondern hinauf in eine abgehobene Bergkulisse, hinein in eine hermetische Krankenstation. Die Erziehung auf diesem Zauberberg dient also nicht mehr dazu, Hans Castorp in ein tüchtiges und selbstbewußtes Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft zu verwandeln. Vielmehr mündet sein persönlicher Entwicklungsprozess ins Leere. Nach Bekunden des Autors war der ursprünglich als Novelle konzipierte »Zauberberg« zunächst als heiter-ironisches Gegenstück zu der erst 1912 vollendeten Novelle »Der Tod in Venedig« gedacht.
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