In "Das Gespenst von Canterville" entfaltet Oscar Wilde eine amüsante und zugleich tiefgründige Erzählung, die die Begegnung einer amerikanischen Familie mit dem gespenstischen Überrest eines britischen Landadels thematisiert. Wilde kombiniert Elemente des Humor und der Satire mit einer doppelten Betrachtung von Kulturkollisionen, da die pragmatische Familie Otis die schauerliche Ungeheuerlichkeit des Gespensts auf beeindruckend unkonventionelle Weise begegnet. Der ironische Stil des Autors, durchziehen von scharfsinnigen Beobachtungen und sprachlicher Eleganz, spiegelt die Spannung zwischen Tradition und Modernität wider und schafft eine einzigartige Lesererfahrung, die sowohl Unterhaltung als auch nachdenkliche Reflexion über die Natur des Übernatürlichen bietet. Oscar Wilde, geboren 1854 in Dublin, war nicht nur ein herausragender Dramatiker, sondern auch ein bedeutender Schriftsteller und Dichter, dessen Arbeiten oft durch seine eigene Erfahrung und die Werte seiner Zeit geprägt sind. Seine Begegnungen mit der viktorianischen Gesellschaft, seinem markanten Sinn für Ästhetik und seinem scharfen Witz fließen in die Entstehung dieses Werkes ein, das sowohl Kritik an als auch Wertschätzung für die britische Identität und deren Klischees offenbart. Wildes eigenes Leben, oft umschattet von gesellschaftlicher Ablehnung und persönlichen Herausforderungen, spiegelt sich in der Komplexität seiner Figuren wider. "Das Gespenst von Canterville" ist mehr als nur eine humorvolle Geistergeschichte; es ist ein tiefschürfender Kommentar über den Kontrast zwischen alten Traditionen und der aufstrebenden Moderne. Wilde ermutigt den Leser, tiefere Fragen zur menschlichen Natur, zu Glauben und Unsterblichkeit zu stellen. Dieses Buch ist sowohl für Literaturfreunde als auch für jene, die an ihrer Erkundung zwischen den Kulturen interessiert sind, unverzichtbar und eröffnet neue Perspektiven, die weit über den gespenstischen Kontext hinausgehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Richard Josef Schindler
5/5
13.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Oscar Wilde das britische Genie des Sprachspiels
Ich verweise auf meinen Kommentar zu Christian Grabbe und Lisa Eckhardt. Wie Ludwig Wittgenstein sagte die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Weilt und Oscar Wilde war einer der zweifelte wie Sokraktes und deshalb seinen Schierlingsbecher zu trinken bekam. Ein aufgeklärter Brite wie David Hume oder wie der Franzose René Descartes, dessen Schüler Immanuel Kant war. Keiner Hat Angst. Keiner das sind die ausgewanderten Briten in die USA. Ein Botschafter aus der modernen Welt. Wie Antonin Dvorak. Diese modernen aufgeklärten US Amerikaner stellen fest: England is so overpopulated that they do not have decent weather. Und das stellte Oscar Wilde in Kenntnis des Britischen Empire fest. Welch eine Herausforderung.
Astrid Wergen
5/5
07.06.2024
Hörbuch (CD)
Tolle Kombi mit dem Jazzorchester
Die Familie des amerikanischen Gesandten Hiram B. Otis kauft das Schloss Canterville. Die Familie wird für verrückt gehalten, denn jeder weiß: in diesem Schloß spukt es gewaltig. Aber der Angst kann man durchaus mit Humor begegnen und die neuen Bewohner des Schlosses Canterville wollen das Schlossgespenst mit seinen eigenen Waffen schlagen. Ob Kissenschlacht, die Empfehlung gegen das Kettenrasseln Aurora-Öl zu nehmen, oder der schlichte Unglauben, dass es Geister gibt, lassen den Hausgeist verzweifeln. Er muss schwerere Geschütze aufziehen, und verletzt sich dabei selbst. Erst als die Tochter sich mit dem Geist genauer auseinander setzt und dem Geist zuhört, weiß sie, wie sie den Poltergeist befreien kann. Diese Geste bleibt nicht ungerühmt, und die Tochter wird reichlich belohnt.
Das Erzählkonzert aus dem Argon Verlag ist einfach super gelungen. Allein die Stimmen von Christian Brückner und Martin Auer sind genau die richtigen Stimmen für die Geschichte. Sie haben für mich persönlich genau die richtige Stimmlage für eine schaurig komische Geschichte. Zudem ergänzt das Wilde Jazzorchester wunderbar die Geräuschkulisse, bzw. erschafft mit der Musik eine ganz besondere Stimmung. Besser kann man eine Bildungslücke nicht schließen, finde ich. Ich habe das Hörbuch an einem sonnigen Nachmittag durchgehört, da es nicht viel mehr als eine gute Stunde hat. Das Hörbuch flutschte dank dem Sprecher und dem Jazzorchester durch. Man kann ein Teil der Geschichte lauschen, um dann das Gehörte bei etwas Musik vom wilden Jazzorchester setzten lassen. Und allein die Idee, dass ein Gespenst nicht wirklich ernst genommen wird, und es sogar an sich selber zweifeln lässt, finde ich urkomisch. Aber auch das Happy End ist gelungen, und ich finde es einen würdigen Abschluss der Geschichte. Absolute Hörempfehlung!
Bewertung
5/5
09.05.2024
Hörbuch (CD)
Tolle Inszenierung des Klassikers
Eine amerikanische Familie erwirbt das altehrwürdige Schloss Canterville in England und ignoriert großspurig die Geistergeschichten, die sich um das alte Gemäuer ranken. Schon bald bemerken sie tatsächlich die ersten Spukerscheinungen, lassen sich aber auch davon nicht aus der Ruhe bringen. Fleckenreiniger und ein paar klare Worte an das Gespenst werden schon Abhilfe schaffen. Schnell ist unklar, wer hier eigentlich wen terrorisiert. Der Hausgeist die Familie oder gar umgekehrt...
Dieser Klassiker der Weltliteratur ist sicherlich den allermeisten Hörern auch schon vorab gut bekannt. Dennoch lohnt sich das Anhören allemal. denn dieses Erzählkonzert vermag wirklich zu begeistern. Der Wilde-Klassiker erhält durch die musikalische Untermalung des "wilden Jazzorchesters" und die abwechslungsreiche Sprechweise von Christian Brückner eine völlig neue Tiefe. Auf den Punkt unterstreicht die Musik die Stimmungen in der Geschichte und das hebt diese Produktionen klar von anderen Hörspielen etc. ab. Man leidet regelrecht mit dem Gespenst mit, das es einfach nicht schafft. die respektlose Familie zu vertreiben, diese Erde aufgrund der eigenen Verfehlungen aber auch nicht verlassen kann. Die Ausgelassenheit der wilden Zwillinge, die Melancholie des Geistes, jeder erhält hier die passende Untermalung. Eine Empfehlung für Groß und Klein, da hier ein frischer Ansatz zu einem Klassiker gelungen ist, der allen Spaß machen wird.
Kati Klatte
aus Lüneburg
5/5
07.03.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ketten rasseln
Lord Canterville verkauft Schloss Canterville samt Gespenst an den amerikanischen Botschafter Mr. Otis. Wo die Engländer keinen Zweifel an Gespenster hegen, ist Familie Otis keineswegs von Ihnen überzeugt.
Im Jahre 1575 hatte Sir Simon de Canterville seine Frau ermordet, und 9 Jahre später verschwand er spurlos. Seitdem verbreitet er Schrecken. Doch warum geistert er seit nunmehr 300 Jahren im Schloss und findet keine Ruhe? Wird das Geheimnis gelüftet, jetzt da Familie Otis im Schloss wandelt?
Trotz der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche, bleibt die Ausdrucksweise aus der Zeit der Erstveröffentlichung erhalten. Diese Ausdrucksweise macht, meiner Ansicht nach, einen grossen Anteil der Spannung aus, des in den Bann ziehen.
Der Autor hat unterschiedlichste Wesenszüge in die Protagonisten einfließen lassen. Er bringt Humor in eine ermahnende und tiefgründige Erzählung, ohne das es aufgesetzt wird.
Beim lesen habe ich das Gefühl, es geschieht in diesem Moment.
Für mich ist dieses Buch eins, welches immer wieder gelesen werden kann, ohne dass es langweilig wird.
Die Illustrationen spiegeln und veranschaulichen den Text nochmal gekonnt auf eine andere Art wieder.
KinderLeseWunder
5/5
08.04.2023
Hörbuch (CD)
Ein Klassiker für Kinder zum Hören
Habt Ihr ein Hausgespenst, welches Ihr unbedingt loswerden wollt? Dann hört Euch unbedingt dieses Hörspiel für mutige Kinder ab 8 Jahren an.
Inhalt
Der amerikanische Botschafter Otis kauft für sich und seine Familie das Schloss Canterville samt Schlossgespenst, obwohl er von Lord Canterville vor dem Gespenst ausdrücklich gewarnt wurde. Das Gespenst gibt sich auch wirklich viel Mühe die Familie zu erschrecken, doch leider bringt vor allem die frechen Zwillinge nichts aus der Ruhe. Irgendwann ist das Gespenst verzweifelt und entmündigt, doch die schöne und edelmütige Tochter der Familie kann ihm womöglich helfen.
Unsere Meinung
Das schöne Happy End und die vielen witzigen Konter der Familie Otis auf die Ideen des Gespenstes von Canterville machen den Klassiker zum Hörerlebnis für die ganze Familie. Die schaurigen Geräusche und die mittelalterlichen Verhältnisse, die immer wieder erwähnt werden sorgen für viel Gänsehaut, weshalb ich es ausdrücklich nicht für sensible Kinder unter 10 Jahren empfehle. Für alle anderen Hörer:innen ist die Geschichte von Oscar Wilde ein besonderes Kleinod
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.