Produktbild: Mattanza
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Mattanza

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.08.2023

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,8/13/2,1 cm

Gewicht

298 g

Farbe

Grau

Originaltitel

L‘ultimo raìs

Übersetzt von

Barbara Neeb + weitere

Sprache

Deutsch

EAN

2710002745547

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.08.2023

Verlag

Mareverlag

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,8/13/2,1 cm

Gewicht

298 g

Farbe

Grau

Originaltitel

L‘ultimo raìs

Übersetzt von

  • Barbara Neeb
  • Katharina Schmidt

Sprache

Deutsch

EAN

2710002745547

Herstelleradresse

mareverlag GmbH
Pickhuben 2
20457 Hamburg
DE

Email: mare@marbuch.de

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  • mimitatis_buecherkiste

    aus Krefeld

    5/5

    13.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer wir sind im Leben

    Entgegen allen Hoffnungen gebärt die Tochter des Anführers des traditionellen Thunfischfangs nicht den ersehnten Enkelsohn, eine dritte Tochter ist es geworden. Die Inselbewohner Katrias sind erstaunt, als der Raìs das Mädchen trotzdem zu seiner Nachfolgerin erwählt, zu sich nimmt und ausbildet. Nora weiß noch nicht, was für ein schweres Erbe auf sie wartet, abhängig von den Besitzern der Tonnara, beeinflusst durch den Lauf der Welt. „Eleonora war eine Mogelpackung; sie war das Kind, das sich an die Stelle eines anderen geschoben und das niemand gerufen hatte. In jener Februarnacht, in der sie geboren wurde, hatten die Tonnaroti erkannt, dass selbst Gott nicht unfehlbar war, an Eleonora klebte der Fluch der Insel, und niemand konnte etwas dagegen tun.“ (Seite 10) Alles begann im Jahr 1960, als der ersehnte Enkelsohn ausblieb und das abergläubische Inselvolk schlimme Auswirkungen befürchtete. Über fünfzig Jahre lang durfte ich ihnen über die Schulter schauen, nahm Anteil, hab getrauert, die Daumen gehalten, fühlte ihre Freude genauso wie ihren Schmerz. Die Bewohner der Insel mit ihren Ängsten und Sorgen, ihren Marotten und dem unerschütterlichen Glauben, dass alles gut wird, egal, was kommt, schlichen sich in mein Herz, nahmen dort Platz, machten sich breit und hielten es gefangen bis zuletzt. Das Beharren an einer Tradition, die sich im Laufe der Jahrzehnte auf Katria nicht verändert, aber irgendwann aus verschiedenen Gründen überholt hat, konnte ich verstehen, auch wenn der Thunfischfang auf eine blutige, um nicht zu sagen barbarische Art erfolgte. Die Beschreibungen faszinierten und stießen mich gleichermaßen ab. „Die Tonnara mit ihren vier Phasen hatte gerade begonnen: Cruciatu, das Spannen und Fixieren der Verankerungsseile, Calatu, das Ausbringen der Netze, Mattanza, das Töten, und Salpatu, das Einholen und Einlagern der Reusenanlage, wonach alles bis zum nächsten Jahr aus dem Kopf verbannt war.“ (Seite 55) Die Geschichte konnte leise und melancholisch, aber auch stürmisch und ungezügelt sein, genauso wie das Meer, das die Insel umgab. Zu Beginn irritierten mich die vielen italienischen Begriffe, die zum Glück später immer wieder übersetzt worden sind. Die Sprache war schön, manchmal fast poetisch, ich fühlte mich wohl und wäre gerne geblieben, auch wenn der Zauber verging und die Tradition mit ihm. Ich fühle Sehnsucht nach Katria, würde gerne aufs Meer hinaus, zu den Wellen und zu dem Wind, bleibe dankbar dafür, dass ich dabei gewesen bin.

  • Bewertung

    aus Gossau ZH

    5/5

    02.11.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Poesie und Liebe für alle Meeresliebhaber

    Eine Inselgemeinde wartet sehnsüchtig auf den Erben des Anführers des Thunfischfangs, den Rais. Doch dann kommt alles anders, denn eine NachfolgerIN wird geboren und bringt alles durcheinander. Misstrauen sowie auch Angst machen im Dorf die Runde. Warum musste ausgerechnet ein Mädchen diese Aufgabe übernehmen? Doch Nora zeigt sich von Anfang an stark und selbstbewusst und stellt sich allen Gefahren und Aufgaben, und gewinnt mit der Zeit das Vertrauen der Inselbewohner. Das Cover wird sehr nostalgisch in schwarz-weiss dargestellt. So gestaltet sich auch der Schreibstil. Wunderschön und poetisch werden Traditionen und Abläufe beschrieben und man erfährt viel über das artgerechte Fischen. Die Figuren werden authentisch und mit viel Gefühl dargestellt. Die Geschichte zeigt uns wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten. Ich empfehle das Buch auf jedenfall weiter.

  • Lu

    aus Hamburg

    5/5

    07.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Als auf der Insel Katria Nora…

    Als auf der Insel Katria Nora Greco geboren wird, bricht eine neue Zeit an: Die Tunfischjagd wird, wenn ihr Großvater zurücktritt, erstmals von einer Frau angeführt werden. Ihr Leben lang wird Nora darauf vorbereitet, dann übernimmt sie, als sie gerade volljährig geworden ist. Aber die Zeiten auf Katria ändern sich auch in anderer Hinsicht: Tourismus, moderne Tunfischjagd und schließlich auch die Ankunft vieler Geflüchteter über das Mittelmeer bedrohen die traditionelle Lebensweise und Tunfischjagd auf Katria, was Nora als Anführerin vor große Herausforderungen stellt. Der Roman ist einfühlsam geschrieben, die poetischen Beschreibungen des Meeres passen wunderbar zum Mare Verlag, die Menschen im Dorf werden liebenswert aber komplex dargestellt. Ich habe die fiktive Geschichte der kleinen Insel gerne mitverfolgt. Nur das Titelbild passt für mich nicht gut - Noras Augen werden ganz anders beschrieben und die gesamte Insel spielt eine viel größere Rolle im Roman. Nur aufgrund des Titelbilds wäre ich am Roman vorbeigegangen.

  • Konstanze

    5/5

    28.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von der Tradition zur Moderne

    Das Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches. Der Rais- so will es die Tradition auf der kleinen italienischen Insel - ist seit Generationen zuständig für das Wohlergehen der Bewohner, und das ist wiederum abhängig vom Erfolg der Mattanza, des Thunfischfangs. Die Tochter des Rais ist nun mit Anfang 40 endlich schwanger, bringt allerdings "leider" nur ein Mädchen zur Welt. Der Rais bestimmt, dass seine Enkeltochter, Nora, sein Erbe antreten soll. Wenige Jahre darf Nora Zuhause bei der Familie wohnen bleiben, dann muss sie beim Rais wohnen. Alle im Dorf begegnen ihr mit Respekt, auch ihre Familie. Sie fühlt sich ausgeschlossen. Nach einigen Jahren darf sie das Kommando bei der Mattanza übernehmen. Die Fangquote ist sehr gut. Dieses Buch zeigt auf relativ wenigen Seiten beeindruckend die Veränderung dieser Tradition durch den Einfluss der modernen Fangflotten, dem Tourismus, dem Klimawandel und der Flüchtlingswelle. Absolute Leseempfehlung!

  • Bewertung

    5/5

    12.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Welt verändert sich

    Schon das Cover hatte mich sehr angesprochen. Ich fühlte den Blick der jungen Frau auf mich gerichtet, als ob sie mich aufforderte, mich mit dem Buch zu beschäftigen. Und tatsächlich konnte ich zu der Insel schnell eine Verbindung aufbauen, weil wir sie schon einmal als Touristen von Trapani aus besucht hatten. Wir hatten die Insel Katria als Favigniana kennengelernt und hatten den Tag dort sehr genossen. Umso erfreuter war ich, nun durch das Buch etwas über die Tradition des Thunfischfangs zu erfahren. Die Mattanza ist eine alte Methode des Thunfischfangs. Obwohl diese im Laufe der Zeit viele typische Eigenschaften verloren hat, besitzt sie immer noch den Charme einer alten Zeremonie. Die gesamte Prozedur wird vom Rais angeleitet. Er entscheidet, wann die Mattanza anfängt und wann sie aufhört, wann die Netze geöffnet und wann geschlossen werden sollen. Er ordnet die Position der Boote an, so dass sie den Eingang der Thunfische in das Todesnetz erleichtern. Auf Katria hat die Familie Lombardo seit vielen Jahrhunderten den Rais gestellt, immer ging das Amt an einen männlichen Nachfolger weiter, der von seinem Vorgänger ausgebildet und angeleitet wurde. Aber 1960 kommt anstatt eines Jungen ein weiteres Mädchen zur Welt und so wird Nora die erste Rais in der Geschichte Katrias. Ihr Großvater nimmt sich ihrer an, nimmt sie in sein Haus auf und bringt ihr alles bei, was sie wissen muss. Sie wird eine würdige Nachfolgerin und es ist nicht ihr anzulasten, dass die Welt sich ändert. Vor allem ändern sich die Methoden des Fischfangs. Die kleinen Fischerboote kommen gegen die Hochseetrawler nicht an, die Thunfischschwärme waren schon abgefischt, bevor sie Katria überhaupt erreichen konnten. Und dieser gute Thunfisch geht zu einem sehr hohen Prozentsatz nach Japan. Italien erhält nur noch eine zweitklassige Qualität. Es gab da außerdem Ereignisse, die in den letzten Jahrzehnten den Wandel im Mittelmeer beschleunigt haben, den Menschen einerseits ihre Lebensgrundlage nehmen, ihnen aber andererseits auch eine neue Grundlage bieten. Hier ist vor allem der Tourismus zu nennen. Ganz aktuell sind Katria und Lampedusa auch durch die Flüchtlingsboote übers Mittelmeer bekannt geworden. Die Flüchtlingsströme gefährden nun schon wieder den gerade gut aufgenommenen Tourismus. „Wer kommt schon gerne auf eine Insel, auf der hinter Stacheldraht Hunderte von Menschen eingesperrt sind“. Es waren aber auch noch andere Themen, die im Buch zwar nicht explizit angesprochen, aber dennoch unterschwellig behandelt wurden: • Die Bedeutung von Tradition und althergebrachten Riten • Die Rolle der Frau • Die Unterschiede zwischen Besitzenden und Besitzlosen nicht nur in der Entscheidungshoheit über ihren Besitz sondern auch in der Hingabe an die Tradition Nora hat sich der Tradition verschrieben, es war zwar nicht ihre Entscheidung Rais zu werden, aber sie trägt diese Entscheidung mit. Sie heiratet, aber es stellt sich kein Nachwuchs ein. Als ob der fehlende Stammhalter mit den ausbleibenden Thunfischen zusammenhängen würde. Es ist ein sehr nachdenkliches Buch, ein Buch über die sich verändernde Welt, die selbst im letzten Zipfel Europas noch deutliche Spuren hinterlässt. Germana Fabiano schreibt wortgewaltig, ihre Beschreibungen lassen die Welt der Fischer vor den Augen des Lesers aufscheinen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin froh, darauf aufmerksam geworden zu sein. Bei nächster Gelegenheit werde ich es an Freude in Trapani weitergeben, die uns damals auf Favignana aufmerksam gemacht hatten.

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