Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Es muss nicht New York sein oder eine andere Welt-Metropole,
nicht der Dschungel der Großstadt mit düsteren Straßen.
Es reicht ein verschlafenes Dorf am Rande der Alpen.
Kathi Mühlbauer jobbt als Kellnerin in einem oberbayerischen Landgasthof. Aufgewachsen in einer Sektenkommune, hat sie immer noch mit psychischen Problemen zu kämpfen. Als die Gattin des millionenschweren „Brezen-Barons“ unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, gerät Kathi ins Visier der Ermittler. Ihr Freund Joshi verändert sich beängstigend. Das Jagdhaus von Großmutter Lore wirkt zunehmend düster. Und sogar die Kühe auf der Weide
scheinen Kathi warnen zu wollen ...
Ein Roman-Debüt mit starken Charakteren, mit Witz, Verstand und jeder Menge Spannung!
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Klaus
5/5
08.11.2024
eBook (ePUB)
Hinter dem Spiegel
Als Kathis Auto auf dem Weg von der Spätschicht nach Hause den Geist aufgibt, lässt sie es am Straßenrand stehen und läuft. Das es in Strömen regnet verbessert Kathis Laune nicht wirklich und die Abkürzung über die Weide war auch keine wirklich gute Idee, benehmen sich die Kühe heute Nacht doch irgendwie seltsam.
Als erstes ist mir hier das markante Cover ins Auge gesprungen und beim Titel habe ich mich irgendwie an die Bücher von Rita Falk erinnert gefühlt. Ich mag gut gemachte Regionalkrimis und die dürfen auch gern ein bisschen Humor enthalten. Das was Alexandra Kolb hier aber abliefert, hat mit Kommissar Eberhofer so gar nichts zu tun, ein bisschen Humor ist aber dabei. Eigentlich hätte mir nach der kurzen Vorstellung der Autorin zu Beginn des Buches klar sein müssen was kommt, schließlich ist sie erklärter Stephen King Fan und mir dadurch als Gleichgesinnte direkt sympathisch. Trotzdem hab ich ein, zwei Seiten gebraucht, um zu erkennen in welche Richting das Buch geht. Die Bezeichnung Heimatthriller auf dem Cover trifft es da für mich nicht ganz und ich fürchte eingefleischte Krimi/Thriller Leser könnten es nicht so mögen.
Die Geschichte rund um Kathi und ihre kartenlegende Oma Lore hat einen starken Mystery Einschlag, enthält Elemente, die man durchaus auch in Grusel, bzw Horrorgeschichten findet. Sprechende Kühe sind da erst der Anfang. Diese Mischung ist sicher nicht für jeden was, ich liebe es.
Ähnlich wie auch bei Stephen King beginnt das Buch mit einer Alltagssituation, um sich dann immer mehr dem Bedrohlichen zuzuwenden, wobei nur wenige der Protagonisten tatsächlich damit in Berührung kommen, es quasi wahrnehmen können. Kathi ist als Hauptfigur in dem Ganzen perfekt gewählt, durch ihre psychiatrische Vorgeschichte gilt sie bei ihren Mitmenschen als verrückt, ihre esoterische Mutter ist ihr keine große Hilfe, einzig Oma Lore und Freund Joshi geben ihr Halt. Als ganz in der Nähe der Stelle, an der Kathi ihre Autopanne hat eine Frau ermordet wird, wird auch Kathi befragt und gerät so in die Ereignisse hinein, die sich bald auf ihre Familie konzentrieren. Mit dem neuen Polizisten im Ort bekommt Kathi unerwartet Hilfe, denn auch er gilt bei seinen Kollegen auf Grund seiner besonderen Ermittlungsmethoden, als Sonderling.
Ich bin mit der Erwartung eines Heimatkrimis in das Buch gestartet und habe tatsächlich einige Seiten gebraucht um den wahren Hintergrund der Geschichte zu erfassen, auch ich habe die sprechende Kuh für ein Hirngespinnst von Kathi gehalten. Die weitere Entwicklung der Story war dann ganz nach meinem Geschmack. Alexandra Kolb schafft es sehr gut Spannung zu erzeugen und diese mit genau der richtigen Dosis Grusel zu versehen. Das Setting der Geschichte ist gut gelungen, stimmig und passt auch gut in die Örtlichkeit, ein kleiner Ort umgeben von Wäldern, im Winter, es wird früh dunkel, ist neblig und kalt. Mir gefällt die Mischung aus recht klassischen Elementen aus dem Mystery Bereich, der Krininalgeschichte und der punktuell eingestreute Humor, der für mich auch besonders in den Tieren deutlich wird. Ein Highlight für mich die Gedankengänge von Schäferhündin Frau Schmidt, wie sie das Paarungsverhalten ihrers Frauchens analysiert, oder überlegt, das es Zeit wird dem Neuen im Haus die Rangordnung klarzumachen. Jeder Hundebesitzer hat sich sicher schonmal gefragt, was der Liebling wohl gerade denkt, in diesem Buch bekommt man davon einen Eindruck und die Autorin hat es geschafft, dass ich ihr das absolut abnehme und es in keinster Weise merkwürdig, oder gar lächerlich wirkt.
Bitte gerne mehr davon.
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
18.09.2018
Buch (Taschenbuch)
Lässt sich in keine Schublade stecken
Alexandra Kolbs „Rindviehdämmerung“ ist eine faszinierende Mischung aus Horror, Thriller, Übersinnlichem und, jawohl, bayerischem Heimatroman. Trittsicher setzt sie sich damit zwischen alle Genre-Stühle und macht dadurch ihren Thriller um so lesenswerter. Manchmal denkt man an Stephen King, manchmal an "Akte X" und manches Mal einfach nur an einen der gerade so beliebten Bayernkrimis mit mundartlichem Einschlag. Die Figuren werden warmherzig und sehr lebendig vorgestellt, was ihnen neben all den mysteriösen Erscheinungen viel Authentizität verleiht. Ein schöner Einfall ist es auch, manches aus Sicht des Hundes zu erzählen, und natürlich haben selbst die Rindviecher zu allem ein Meinung. Mir hat „Rindviehdämmerung“ viel Spaß gemacht und die Gänsehaut war garantiert — gerade auch, weil sich die Geschichte in keine Schublade stecken lässt und immer wieder eine Überraschung um die Ecke kommt. Mehr davon.
Bewertung
aus Lichtenstein
5/5
12.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Aufstand der Tiere
Ein sehr spannender Thriller mit enormem Gruselfaktor! Das Buch ist nichts für ängstliche Charaktere und schwache Nerven, aber sonst mal eine gute Abwechslung zu den gewohnten Heimatkrimis, die nicht annähernd so gruselig sind.
Die Protagonisten sind nicht zu beneiden, ihnen wird teilweise übel mitgespielt. Wer kann da noch helfen? Man möchte sich in diesem scheinbar verfluchten Dorf nicht aufhalten. Selbst die Polizei gerät in
höchste Gefahr und ist ziemlich ratlos. Aber irgendwann wird jeder Fall gelöst, zumindest ansatzweise.
JDaizy
aus Berlin
5/5
10.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein gelungenes Hysteriethriller-Debüt. Unbedingt lesen!
"Knacken. Rascheln. Knacken. "Was?" Mit einem erschreckten Keuchen sprang Andi im Laufen zur Seite, so nah war das Geräusch diesmal - es folgte ihm! Ein ausgebüchster Hund? Ein Reh würde mir doch nicht NACHLAUFEN? Der Täter? │...│ ES LÄUFT MIR IMMER NOCH NACH! Inzwischen war die Schrittfolge kein Joggen mehr - Andi rannte! Neben ihm knackte es immer wieder. Dann erklang ein schrilles Fiepen, gefolgt von einem Knacken. Das stammte aber nicht von Ästen. Das sind Knochen!"
Die Ruhe und Idylle im oberbayrischen Wander- und Skigebiet wird jäh durch den mysteriösen Tod der Gattin des millionenschweren "Brezen-Barons" gestört. War es ein unglücklicher Unfall oder Mord? Diese Frage stellt sich nicht nur ihr Mann Bertram und der junge, attraktive Kommissar Andi Doldinger, der von Darmstadt in die Provinz versetzt wurde, und der bei seinem ersten Fall gleich anständig auf die Probe gestellt wird; sondern auch Kathi Mühlbauer, die vor Ort als Kellnerin in einem Landgasthof jobbt und schnell in die Kreise der Verdächtigen gerät.
Hat Kathi etwas mit dem Tod zu tun? Hat ihr reicher Ehemann Feinde? Oder versteckte seine Ehefrau eine dunkle Vergangenheit hinter der scheinbar aufrichtigen und liebevollen Fassade? Oder ist Ursula gar nur das erste Opfer einer Verschwörung?
Das Buch wird als Heimatthriller "mit Akte X- und Twin Peaks-Touch" angekündigt. Und das sollte man unbedingt ernst nehmen. Wer sich unter Heimatthriller ein ähnliches Szenario wie unter einem Regionalkrimi erhofft, könnte danach vielleicht enttäuscht sein. Nicht, weil das Debüt der Autorin Alexandra Kolb kein Lesevergnügen und keine fesselnde Spannung bietet - denn das tut es! - , sondern weil sich der Thriller deutlich im Mysteriebereich beheimatet. "Mysteriethriller" wäre für mich deshalb eindeutig die treffendere Bezeichnung (als "Heimatthriller") gewesen.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist der Schreibstil der Autorin. Er ist atmosphärisch und erzeugt sofort Bilder in meinem Kopf. Außerdem spürt man die Stimmungen in der Geschichte fast körperlich: die Unruhe, die Kälte, die Verzweiflung. Und so konnte ich das Buch dann auch nicht aus der Hand legen. Es lässt sich nicht nur leicht und flüssig lesen, sondern fesselt mit einem starken Spannungsbogen, der nicht selten Gänsehaut verursacht. Und mir gefiel auch die Entwicklung der Figuren: Menschen mit starken und doch liebevollen Charakteren, Ecken und Kanten und Profil.
Besonders gern mochte ich Frau Schmitt, mit ihrem Gespür für gefährliche Situationen und Joshi, den sauberkeitsliebenden Punk, mit einer Vorliebe für knackige Polizistenhintern. Aber auch die detailverliebten, sensiblen Beschreibungen der Gedanken von Andi und Kathi sind mir im Gedächtnis geblieben. Besonders das Erspüren der Seele im Raum hat mich immer tiefer in den Text gezogen. Manchmal verschwimmen in der Geschichte Realität und Wahn. Nicht jeder hat die gleiche Wahrnehmung der (nicht) existierenden Dinge. Es ist schwer zu fassen und zu beschreiben. Und so habe auch ich gespannt auf das Ende und die Auflösung hingefiebert.
Das Taschenbuch wurde im Juli 2018 im Verlag Edition Tingeltangel veröffentlicht, deren Bücher ich sehr mag, weil sie immer wieder überraschend und besonders sind. Es ist der Debütroman der Autorin Alexandra Kolb und überzeugt mit einer hochwertigen Verarbeitung, einem eingeklappten Cover mit tollen Abbildungen und liebevollen kleinen Details, wie zum Beispiel die Scherenschnitte an den Kapitelanfängen.
Fazit:
Ein gelungenes Debüt mit starken Charakteren und einer fesselnden, düsteren Handlung, die sich im Mysteriensegment beheimatet. Fesselnd und spannend bis zum Ende. Deshalb unbedingt lesen! Ich würde mich freuen in Zukunft mehr von Andi und Kathi zu lesen.
Von mir 4,5 von 5 möglichen Sternen.
Inas Buecherregal
5/5
09.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Rindviehdämmerung - Alexandra Kolb
Das Buch hat mich neugierig gemacht, als ich es in einer Leserunden-Verlosung entdeckt hatte. Das Cover hat mich sofort angesprungen, der Titel sowie die Bezeichnung Heimatthriller versprechen ein spannendens und düsteres Lesevergnügen. Ich wurde nicht enttäuscht….
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, man kommt sehr gut ins Buch rein und ist gleich zu Anfangs mitten im Geschehen. Die Gattin des Brezenbarons kommt ums Leben. Schon bei diesem ersten merkwürdigen Todesfall merkt man, dass das Buch kein Krimi oder Thriller mit Heimattouch im eigentlichen Sinne ist. Je weiter man im Buch vorankommt, desto düsterer wird die Geschichte. Andi, ein sensibler Polizist, wird in die Ermittlungen miteinbezogen, freundet sich dabei sogar etwas mit Kathi an. Gemeinsam erleben sie nervenaufreibende Tage, die sie fast an ihrem Verstand zweifeln lassen. Die Autorin beschreibt dabei die Gedanken der Figuren sehr gut bzw lässt sie viel denken, dadurch fühlt man sich den Figuren nahe und kann sich besser in sie hinein versetzen. Unzufriedenheit, Entsetzen und Hilflosigkeit kommen dadurch sehr gut rüber.
Der Spannungsbogen steigt relativ zügig, die Autorin versteht es hervorragend, diesen auch das ganze Buch über aufrecht zu halten. Schon bald geschehen noch mehr mysteriöse Dinge, das Buch nimmt immer mehr an Fahrt auf, mit einem normalen Thriller im eigentlichen Sinn hat es nun nichts mehr zu tun, ist aber sauspannend 😉 Das hat mich auch nicht beim lesen beeinträchtigt, ich habe mich einfach auf die Geschichte eingelassen.
Sehr gut gefällt mir, das man die Angst richtig spüren kann, die Figuren kommen authentisch rüber, auch wenn die Story etwas abgehoben ist. Aber diese Mischung ist perfekt.
Auch wenn am Ende noch ein paar Fragen offen sind, hat die Autorin es geschafft, ein dem Buch würdiges Ende zu verschaffen. Da es ein offenes Ende ist, dürfen wir uns wohl auf ein weiteres Buch mit Kathi und Andi freuen.
Wer allerdings einen Heimatthriller mit dem typischen Humor und den grantelnden Ermittlern erwartet, wird enttäuscht sein. Das Buch ist eindeutig in Richtung Mystery einzuordnen, gespickt mit ein klein wenig Horror. Trotzdem, oder gerade deswegen, gibt es eine ganz klare Lese-Empfehlung von mir.
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