Produktbild: Donnersonntage
Artikelbild von Donnersonntage
Marie Molsberg

1. Donnersonntage

Donnersonntage Roman | »Die Elena Ferrante deutscher Provinz« Julia Franck | Eine scheinbar unmögliche Liebesgeschichte im Deutschland der 60er und 70er Jahre

Gesprochen von
8

20,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Astrid Kohrs

Spieldauer

12 Stunden und 19 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

24.03.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

41

Verlag

HarperCollins

Sprache

Deutsch

EAN

9783365014264

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Gesprochen von

Astrid Kohrs

Spieldauer

12 Stunden und 19 Minuten

Abo-Fähigkeit

Nein

Erscheinungsdatum

24.03.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

41

Verlag

HarperCollins

Sprache

Deutsch

EAN

9783365014264

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  • Hoelzchen

    aus Bad Oldesloe

    5/5

    16.04.2026

    Hörbuch-Download

    Der Zeitgeister der 70er Jahre

    Romane über die Zeit Anfang er 1970er Jahre gibt es so einige, dennoch sollte man unbedingt „Donnersonntage“ von Marie Molsberg lesen oder hören, denn was sie zu sagen hat, geht in die Tiefe, berührt und macht nachdenklich. Dieses Buch weicht ab, von den historischen Unterhaltungsromanen, die ich bislang gelesen habe. Es bewertet nicht, erzählt neutral eine Geschichte, die sich durchaus so zugetragen haben könnte. Öffnet uns die Augen und lässt uns die Vergangenheit besser verstehen und somit ggf. auch das Leben unserer Eltern und Großeltern. Das Hörbuch wurde von Astrid Kohrs eingelesen, eine Stimme die perfekt passt. Man hört ihr gerne zu. Zu Beginn braucht es Konzentration und Aufmerksamkeit, um die vielen Figuren zuordnen zu können. Vermutlich gelingt dies im Buch einfacher. Doch schon nach kurzer Zeit ist man im Hör- bzw. Lesefluss. Die 29jährige Renate hat früh geheiratet und ist Mutter des 10jährigen Stefans. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Werner, Stefan und ihrer Mutter in einem Dorf im Westerwald. Ihre Mutter passt von Anfang an auf Stefan auf, so kann Renate weiterhin ihren Beruf als Apothekenhelferin nachgehen. Renate kleidet sich nach der neusten Mode und schminkt sich gerne. All diese Tatsachen stimmen nicht mit den Wertevorstellungen der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner überein und sie verurteilen Renate für ihr Lebensweise. Um ihre Ehe steht es nicht gut. Der 19jährige Nachbar Raimund hat während eines Dorffestes ein Auge auf Renate geworfen, Renate erwidert seine Zuneigung. Raimund vertraut sich einem Freund an, doch der Altersunterschied sorgt für Verwunderung. Raimund und Renate verheimlichen ihre Liebe und ihre Treffen bedürfen einer großen Abstimmung. Als Raimund dann endlich 21 Jahre ist und somit die Volljährigkeit erreicht hat, kehren sie dem Dorf den Rücken. Für die Familien der beiden ein absolutes no go und für die Dorfgemeinschaft sind sie ein gefundenes Fressen zum Lästern. Renate hat viel aufgegeben. So kämpft sie monatelang um ein Umgangsrecht mit ihrem Sohn. Doch Werner und auch Renates Mutter, zu der sie nie ein liebevolles Verhältnis hatte, verweigern jeglichen Kontakt. Als dann endlich die Scheidung rechtskräftig ist, kann Renate ein Besuchsrecht einfordern. Dieser Roman zeigt deutlich, wie konservativ die Gesellschaft vor über 50 Jahren noch dachte und lebte. Gerade in ländlichen Gebieten, waren neue Lebensformen nicht willkommen und akzeptiert. Die Frauen sollten sich um Küche, Kinder und Kirche widmen. Wer davon ab weichte, wurde schief angesehen. Zumindest nach außen hin, musste der Schein bewahrt werden. Doch auch die scheinbar regelkonformen hatten ihre Schattenseiten. So kämpft Renates Mutter mit einer Tablettensucht. Der Roman bildet die damalige Gesellschaft gut ab und Frauen Renate haben wir es zu verdanken, dass sich in den letzten 50 Jahren zum Glück viel getan hat. Ein langer Atem war notwendig, aber es hat sich gelohnt. Der Zeitgeist dieser Jahre ist gut sichtbar und nostalgische Momente stellen sich ein, wenn Lieder und Fernsehsendungen benannt werden. Für die jüngere Leserschaft ist es lehrreich zu erfahren, wie die Gesellschaft damals tickte und sich nicht nur alles um die RAF und Studentenunruhen drehte.

  • Lesenswert

    aus Bielefeld

    5/5

    24.03.2026

    Hörbuch-Download

    Ein Blick in die Gesellschaft der 60er und 70er

    "Donnersonntage" von Marie Molsberg ist ein Roman, der uns in die Zeit Ende der 60er Jahre in ein Dorf im Westerwald führt. Gelesen wird das Hörbuch von Astrid Kohrs. Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Renate ist Anfang 30, lebt mit ihrem Mann Werner , ihrem Sohn Stefan und ihrer Mutter Minchen in Brunnenbach, einem verschlafenen Ort im Westerwald. Sie fühlt sich dort nicht wohl, alles ist ihr zu eng und rückständig. Sie will mehr, vor allem nicht mehr von ihrer Mutter bevormundet werden. Auf der Dorfkirmes lernt sie Raimund kennen und tanzt mit ihm zum Missfallen aller den ganzen Abend durch, den Raimund ist erst 19 Jahre alt. Die beiden verlieben sich ineinander. Marie Molsberg vermittelt uns in ihrem Roman die Atmosphäre in einem Dorf Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er. Sie lässt uns die Vorbehalte der Dorfgemeinschaft und den Tratsch miterleben. Eine verheiratete Frau fängt ein Verhältnis mit einem viel jüngeren Mann an? Sie verlässt Mann und Sohn? Das geht ja gar nicht! Renates Mutter Minchen und die Eltern von Raimund versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die beiden auseinander zu bringen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die ganzen Familien, was besonders die Kinder zu spüren bekommen. Besonders Minchen ist mir dabei besonders gegen den Strich gegangen. Sie schluckt jeden Tag mehr von ihren Seelentrösterpillen und glaubt die einzig fähige Person zu sein, die den Enkel Stefan großzieht. Wir erleben diesen Roman aus mehreren Perspektiven, nämlich von Renate, Raimund und Minchen und können der Zeitachse folgen. Molsberg bietet uns als Gegensatz zum dörflichen Leben aber auch das Leben in München, in dem auch zu dieser Zeit die Uhren schon ein wenig anders ticken. Nicht viel, aber ein Umschwung im Denken ist spürbar. Sie schildert aber nicht einseitig, auch Raimunds Eltern und Minchen kommen mit ihrer Sicht der Dinge zu Wort. Astrid Kohrs interpretiert das Hörbuch mit einer sehr angenehmen Stimme, die je nach gesprochener Person aber auch viel Antipathie vermittelt. Besonders bei Minchen (die ich ja sowieso nicht mochte) ist das besonders gut gelungen. Die Sprache des Romans hat mir gefallen, klar und präzise, mit viel Wärme und ohne Kitsch können wir die Protagonist*innen begleiten. Es ist ein Liebesroman und doch wieder keiner, es ist ein Blick auf die Gesellschaft der damaligen Zeit. Sehr gut gelungen und auf jeden Fall empfehlenswert. Es ist ein Roman, der im Gedächtnis bleibt! Warum er Donnersonntage heißt? Es erklärt sich im Roman, aber in meiner Rezension erkläre ich es nicht Der Roman regt zum Nachdenken an, denn auch heute gibt es immer noch solche Dörfer wie Brunnenbach, in denen die Zeit stehen geblieben ist. 5 Sterne bekommt Marie Molsberg für ihren Roman, den ich sicher auch noch einmal lesen oder hören werde.

  • Bücherhummelchen

    5/5

    24.03.2026

    Hörbuch-Download

    In den 1960ern: Verbotene Liebe und ihre harten Folgen

    Der Roman "Donnersonntage" von Marie Molsberg hat mich beim Hören sehr bewegt und auch nachdenklich zurückgelassen. Die Geschichte spielt Ende der 1960er Jahre in einem kleinen Westerwalddorf – in einer Zeit, in der in Deutschland zwar von Aufbruch, Emanzipation und neuen Freiheiten gesprochen wurde, diese Veränderungen auf dem Land aber oft kaum angekommen waren. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem 19-jährigen Raimund und der zehn Jahre älteren Renate, die verheiratet ist und einen Sohn hat. Zwischen beiden entwickelt sich eine tiefe Liebe, die für Renate die Hoffnung bedeutet, aus ihrer unglücklichen Ehe und der Enge des Dorflebens auszubrechen. Doch diese Entscheidung hat schwere Folgen – nicht nur für sie selbst, sondern für viele Menschen um sie herum. Besonders berührt hat mich Renates Sohn Stefan, der erst zehn Jahre alt ist. Er ist eigentlich noch ein Kind und versteht vieles von dem Konflikt der Erwachsenen nicht. Trotzdem muss er die Konsequenzen tragen. Nachdem die Beziehung im Dorf bekannt wird, geraten beide Familien ins Gerede. Renates Familie genauso wie Raimunds Familie sind plötzlich im Dorf verschrien. Der soziale Druck ist enorm. Am schlimmsten trifft es Stefan: Mit ihm darf plötzlich kein anderes Kind mehr spielen. Er wird ausgegrenzt, obwohl er für die Situation überhaupt nichts kann. Diese Perspektive eines Kindes hat mich beim Hören besonders traurig gemacht. Auch die Rolle von Renates Mutter fand ich sehr erschütternd. Statt ihre Tochter zu unterstützen, stellt sie sich klar auf die Seite von Renates Ehemann. Gleichzeitig ist sie stark tablettenabhängig, was ihr Verhalten noch schwieriger macht. Dadurch wirkt sie oft hart und unberechenbar. Für Renate bedeutet das, dass sie nicht einmal in der eigenen Familie Rückhalt findet. Beim Hören wurde mir wieder sehr bewusst, wie wenig Rechte Frauen damals in der Bundesrepublik hatten. Nach einer Trennung hatten sie oft kaum Chancen auf das Sorgerecht für ihre Kinder. Das Gericht entschied oft zugunsten des Vaters, besonders wenn die Frau als „schuld“ an der Ehekrise galt. Scheidungen waren gesellschaftlich tabu, und Frauen brauchten teilweise sogar die Zustimmung ihres Mannes, wenn sie arbeiten wollten. Innerhalb der Ehe waren Frauen stark abhängig, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich. Der Roman zeigt sehr deutlich, wie selbstverständlich damals der Mann über der Frau stand – und welche Belastungen dies für Kinder wie Stefan mit sich brachte. Die Sprecherin Astrid Kohrs hat mir als Erzählerin sehr gut gefallen. Sie liest ruhig, klar und mit viel Gefühl für die leisen, emotionalen Momente. Dadurch wirken die Figuren sehr lebendig und ihre Konflikte nachvollziehbar. Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, wirkt sie erschreckend realistisch. Besonders die Reaktionen des Dorfes – das Gerede, die Ausgrenzung und der enorme soziale Druck – zeigen eindrucksvoll, wie schwer es damals war, gegen gesellschaftliche Normen zu verstoßen. Mein Fazit: "Donnersonntage" ist ein sehr bewegendes Hörbuch über Liebe, Mut und die gesellschaftlichen Zwänge der damaligen Zeit. Besonders die Figur des jungen Stefan und die Ausgrenzung durch das Dorf haben mich tief berührt. Die Geschichte macht deutlich, welchen Preis Menschen früher für ein selbstbestimmtes Leben zahlen mussten – sowohl Frauen als auch Kinder.

  • Bewertung

    5/5

    19.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartiges Buch und so wichtig!

    Ich habe das Buch nicht mehr weglegen können. Es war ein Gefühl zwischen Aufbruch und Stillstand. Die Geschichte hat Tiefgang und ist kein historischer Unterhaltungsroman aus den 70ern. Der Schreibstil ist packend und ist einfach runter geschrieben und dennoch fühlt man jedes Wort. Es wird klar, wie wenig Rechte eine Frau damals in der Bundesrepublik hatte. Nach einer Trennung hatten sie kaum Chancen auf das Sorgerecht für die Kinder. Das Gericht entschied oft zugunsten des Vaters, besonders wenn die Frau als "Schuld" an der Ehekrise galt. Scheidungen waren gesellschaftlich tabu und Frauen brauchten die Zustimmung ihres Mannes, um arbeiten gehen zu können. Innerhalb der Ehe waren Frauen stark abhängig, sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich. Der Roman zeigt deutlich, wie selbstverständlich damals der Mann über der Frau stand. Und welche Belastung dies für Kinder wie Stefan mit sich brachte. Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, wirkt sie erschreckend realistisch. Besonders die Reaktion des Dorfes und der eigenen Familie, das Gerede, die Ausgrenzung und der enorme soziale Druck, zeigen eindrucksvoll, wie schwer es damals war, gegen gesellschaftliche Normen zu stoßen. Die Geschichte macht deutlich, welchen Preis Frauen früher für ein selbstbestimmtes Leben zahlen mussten. Eine große Leseempfehlung von mir und ich hoffe, das Buch bekommt noch mehr Aufmerksamkeit.

  • Jürg K.

    5/5

    11.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Einfach nur lesen

    Was mich an diesem Roman sofort berührt, hat ist die Spannung zwischen Aufbruch und Stillstand. Marie Molsberg beschreibt dies gekonnt und anschaulich. 1969 verändert sich die Welt rasant. Doch Brunnenbach bleibt wie eingefroren. Ein Dorf, das sich an seine Ordnung klammert, als könne es die Zeit damit aufhalten. Genau in diesem Widerspruch entsteht die Wucht der Geschichte. Der 19-jährige Raimund verliebt sich in die 29-jährige Ehefrau seines Nachbarn und Skatkumpels Werner. Renate erwidert seine Gefühle und sieht in der Beziehung eine Chance, der Enge ihrer Ehe und des Dorfes zu entkommen. Raimund und Renate wirken wie zwei Menschen, die aus Versehen im falschen Leben gelandet sind. Er, jung, voller Sehnsucht, unfertig. Sie, gefangen in einer Ehe, die längst keine Wärme mehr kennt. Ihre Liebe fühlt sich nicht skandalös an, sondern wie ein verzweifelter Versuch, endlich atmen zu können. Und gerade deshalb tut sie weh. Denn man spürt von Anfang an, dass diese Beziehung nicht nur gegen gesellschaftliche Normen verstösst, sondern gegen ein ganzes System aus Erwartungen, Schuld und Angst. Die Hetzjagd, die folgt, ist erschütternd. Am stärksten bleibt für mich die Frage zurück, ob Liebe eine Kraft ist, die befreien kann. Renates innerer Konflikt, ihr Sohn, ihr Wunsch nach einem anderen Leben, all das macht die Geschichte so menschlich. Es ist ein Roman über Mut, über Sehnsucht und über den Preis, den man zahlt, wenn man aus der Reihe tanzt.

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (8)

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