Steffi auf dem Opernball: eine höchst unterhaltsame Höllenfahrt in die Herzkammer der österreichischen KulturSteffi Sargnagel war auf dem Wiener Opernball, und jetzt hat sie so einiges zu erzählen: von den Reichen und Schönen, von den reichen Nicht-so-Schönen, von Abendkleid und Walzertraum. Natürlich ist alles ganz schrecklich, aber auch schrecklich interessant! Und der Blick dieser Autorin ist böse, jedoch nicht gnadenlos, dafür interessiert sie sich zu sehr für die ihr fremden Welten. Und so begibt Steffi sich geschminkt, geschnürt, zurechtgemacht aufs härteste Parkett der Welt, amüsiert uns aufs Köstlichste und wirft ein Schlaglicht auf die unheimliche Schnittmenge von Kultur, Kapital und Macht.Stefanie Sargnagels selbst gelesenen Hörbücher sind unnachahmliche, skurrile Hörvergnügen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Johanna
aus München
5/5
04.02.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Sehr lustig!
Unerlässlich zur Vorbereitung auf die anstehende Übertragung im ORF!
Die satirische Reportage von Stefanie Sargnagel schildert den Wiener Opernball als Versammlung von verknöcherten, im wahrsten Sinn des Wortes halsstarrigen Gespenstern der besten Wiener Gesellschaft. Schon bald kippt die Erzählung teilweise in eine schwungvolle Groteske. Die Perspektive ist nach dem Konsum diverser Drogen nämlich nicht mehr ganz so nüchtern.
Ein Distinktionsmerkmal der wahrhaft Vornehmen beim Ball scheint die gerade Haltung zu sein, damit im Zusammenhang die Länge des Halses: „Je dünner und länger der Hals, desto älter die Familie“, desto besser kann man auf die anderen herabsehen. Das wird dann eifrig praktiziert.
"Ist sie wer?", murmelt eine neugierige Dame in der Menge ihrer Nachbarin zu.
"Die ist wer, glaub ich."
Stefanie Sargnagel bzw. ihr erzählendes Alter Ego ist wer und das zeigt sich auch bei ihrem Besuch am Wiener Opernball. Grandios aufgemaschelt wird sie schon auf der Feststiege vom Star-Journalisten erkannt, ein bisschen gehört sie schon dazu. Denn: „Wer eine Karte hat, gehört dazu.“ Bussi Bussi. Andererseits: In die Mitarbeiterkantine darf sie nicht mehr hinein, da wird sie für eine „Gspritzte“ gehalten, die haben keinen Zutritt im Untergeschoss. Am Schluss, nach vielen Stunden „teilnehmender Beobachtung“ der Reichen und Schönen zurück in der Realität vor der Staatsoper, wird sie dann voller Verachtung von Gegnern der Veranstaltung bespuckt. Das hat sie jetzt davon. Mit dieser selbstironischen Haltung spielt sie immer wieder. Als Künstlerin darf sie alles. Böse ist sie, lustig und vulgär.
Dramen ereignen sich, als die Sargnagelcrew einer Dame die Sicht auf den Bildschirm nimmt, auf dem der Einzug der Debütantinnen zu sehen ist, als der hungrige Gefährte die Chuzpe hat, ein gammeliges Brötchen von einem Tisch zu nehmen, Mörtl Lugner seine Priscilla (oder Chinchilla? Brunzilla?) durch die Menge führt, als Kurz-Kanzler Schallenberg sich auf eine Dame übergibt, als die Erzählerin in der „Erbmasse“ des klebrigen Parketts stecken bleibt …
Beste Unterhaltung jedenfalls bei Frau Sargnagel. Ganz anders als offenbar beim realen Opernball, wo die Reichen und Schönen vor allem herumstehen und darauf warten, dass eine Kamera auf sie gerichtet wird.
Bald ist es wieder so weit. Dann also alles Walzer. Aber jetzt mit Hintergrundwissen.
Das Hörbuch hat die Sargnagel Stefanie selber eingelesen, sehr authentisch.
Bewertung
5/5
04.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Stefanie Sargnagel zu Besuch bei der Hautvolee
Stefanie Sargnagel hat mit „Opernball: Zu Besuch bei der Hautevolee“ ein absolut brillantes Werk geschaffen, das den seltenen Spagat zwischen messerscharfer Zeitkritik und maximalem Unterhaltungswert perfekt meistert. Wer glaubt, hier nur einen weiteren oberflächlichen Bericht über das Wiener Society-Event des Jahres zu lesen, irrt gewaltig, denn das Buch ist eine äusserst kluge und präzise Milieustudie. Mit ihrem unverwechselbaren, trockenen Humor nimmt Sargnagel die Eitelkeiten und absurden Rituale der High Society unter die Lupe und entlarvt diese, ohne dabei den Zeigefinger zu heben. Die Lektüre ist unglaublich kurzweilig und ich musste beim Lesen mehrfach laut lachen, da ihre Situationskomik eine ungeheure Wucht entwickelt. Es ist ein hinreißendes Buch für alle, die intelligente Satire lieben, denn man fliegt förmlich durch die Seiten, während die scharfsinnigen Beobachtungen der Autorin noch lange nachhallen. Eine absolute Leseempfehlung mit vollen fünf Sternen!
Bewertung
5/5
04.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hinter der schillernden Fassade
Eine ironisch zugespitzte, dramaturgisch perfekt komponierte Groteske, die der feinen Gesellschaft des Wiener Opernballs mit viel Sarkasmus und Humor den Spiegel vorhält. Das im vergangenen Jahr als Theaterstück aufgeführte Buch thematisiert auf provokante Weise die Machtspiele und Verhaltensmuster, die sich hinter der glänzenden Fassade der High Society verbergen. Indem Sargnagel die Kluft zwischen dem Anschein der Vornehmheit und den dahinterliegenden menschlichen Abgründen offenlegt, geht sie spielerisch mit der Sprache um. Bravourös wechselt sie zwischen gehobenem Sprachregister und derber Sprache und arbeitet dabei mit zahlreichen sprachlichen Spielereien. Erneut legt Sargnagel eine gelungene Gesellschaftssatire vor, die Leser:innen zugleich befremdet und zum Lachen bringt.
Bewertung
5/5
03.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
The horrors persist - but so does Stefanie Sargnagel
Die Absurdität der Reichenveranstaltung Opernball kann wahrscheinlich niemand besser beschreiben als Stefanie Sargnagel. Ein kurzweiliger, überspitzter Text, der mich ein bisschen an Minihorror von Barbi Marković erinnert hat - den latenten Horror dieser Veranstaltung fängt Stefanie Sargnagel jedenfalls gut ein. Man lustgruselt sich mit ihr vor den herausgeputzten Gästen, die aussehen wie "mutiertes Geflügel", die Champagner für 46 Euro trinken und sich mit gefeierten Künstler:innen und anderen "exotischen" Begleitungen schmücken, als wären es ihre Hofnarren. In abgemilderter Form kennt man Gefühl & Gesellschaft auch vom Theaterbesuch. Lesenswert ist außerdem, wie Stefanie Sargnagel ihre eigene Rolle zwischen Angestellten und Gästen, Arbeitern und Erben aushandelt.
Bewertung
5/5
31.01.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grauslich aber gut
Ein Buch wie ein Verkehrsunfall, man will beschämt den Blick abwenden und kann doch nicht wegschauen. Mit viel Ironie und schwarzen Humor begleiten wir die Reichen und schönen, ob echt oder nachgeholfen, beim Einzug zum Opernball. Es wird analysiert, diskutiert, gemutmaßt und verurteilt. In deftiger Sprache wird gezeigt was so mancher hinter seiner professionellen Maske über das ganze Spektakel wirklich denkt. Wenn sie in diesem Jahr die Eröffnungsfeier ansehen, dann ganz bestimmt mit anderen Augen. Ein kleines Büchlein aber mit ganz viel Inhalt. Herrlich!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.