Stefan Uwe Max - Stuxx hatte sie daraus gemacht, „die Frau, die seine Mutter war". Vor vier Jahren ist sie abgehauen, Stuxx hat keine Ahnung warum und will es längst nicht mehr wissen. Seitdem kümmert sich sein Vater allein um ihn und seine kleine Schwester. Ohne die immer fröhliche Lila wäre wenig Sonne in der kleinen Wohnung. Fast 14 ist Will Gmehlings Held und er hadert mit sich und der Welt. Weil er sich ein paar lausige Quadratmeter mit einem kleinen Mädchen teilen muss, fährt er stundenlang mit seinem Schrottrad durch das öde Viertel. Freunde hat er nicht, die Schule langweilt ihn. Was er mag - coole alte Autos - lässt die anderen kalt. Und er findet sich unattraktiv, dabei wäre er so gern begehrenswert, denn Stuxx ist verliebt! Wie von selbst fährt sein Rad in die Straße, wo Luzie Karsunke wohnt. Und dann passiert plötzlich ganz viel gleichzeitig als Stuxx - mal freiwillig, mal unfreiwillig - seine alte Beobachterrolle aufgibt, als er aktiv wird und merkt, dass er gesehen wird. Von einem aus der Klasse, den er mag. Und dann: von Luzie Karsunke! Will Gmehling hat mit Stuxx eine berührende Jungenfigur geschaffen, die bestimmt ist von der Erfahrung, verlassen worden zu sein und von der Sehnsucht nach Nähe, Liebe und Versöhnung mit sich und der Welt.
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Nourea
aus Straubing
5/5
09.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein tolles Jugendbuch!
Stuxx, eigentlich Stefan Uwe Max, ist knapp 14 Jahre alt und auf dem besten Weg, den Boden unter seinen Füßen zu verlieren. Er wohnt mit seinem als Straßenreiniger arbeitenden Vater und der vierjährigen Schwester Lila in einer schäbigen Wohnung. Ein eigenes Zimmer wäre toll, aber er muss es sich – nur notdürftig abgeteilt – mit Lila teilen. Die Mutter war vier Jahre zuvor, nur wenige Wochen nach Lilas Geburt, mit einer kurzen Abschiedsnotiz verschwunden.
Stuxx hat keine Freunde, ist nicht übermäßig beliebt und sportlich ist er auch nicht. Zudem findet er sein Äußeres total doof. Auch mit den Noten in der Schule läuft es nicht so gut. Immer wieder schwänzt er die Schule und begeht kleinere Diebstähle. Als wenn das nicht alles schon genug wäre, verliebt er sich auch noch in die hübsche Luzie Karsunke aus der Parallelklasse, die aber so gar keine Notiz von ihm nehmen will, sich eher sogar von ihm gestalkt fühlt.
Dann aber geschehen so viele Dinge gleichzeitig, dass Stuxx gehörig durchgeschüttelt wird und sein Leben überraschende Wendungen nimmt. Er freundet sich mit Gong an, einem Klassenkameraden mit koreanischen Wurzeln, durch dessen mitgebrachtes Kimchi er sich regelmäßig in den Mittagspausen futtert. Luzie nimmt ihn plötzlich doch wahr, und es stellt sich heraus, dass er ein unglaubliches Talent zum Boule-Spielen hat. Man könnte meinen, dass es endlich aufwärts geht in seinem Leben, wäre da nicht die Ankündigung, dass seine verschollen geglaubte Mutter kommen wird, um ihre Kinder zu sehen.
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich die Bücher von Will Gmehling schätze. Wer diesen Autor noch nicht kennt, sollte unbedingt auch die Kinderbuch-Trilogie um die Geschwister Bukowski lesen. Der Autor bleibt auch in seinem ersten Jugendbuch „Stuxx“ unglaublich nah an seinem Protagonisten. Man kann sich sehr gut in Stuxx hineinversetzen, leidet und freut sich mit ihm, ist berührt von seiner Liebe zu seiner kleinen Schwester und auch dem guten Verhältnis zu seinem schwer arbeitenden und oft erschöpften Vater.
Das Buch habe ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gelesen.
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