Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Anna
aus Leipzig
5/5
21.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein völlig unerwartetes Lesehighlight für mich!
Die Beschreibung im Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht: bei Tilda Finch verschwinden plötzlich Körperteile -->erst die Nase, dann ein Finger, ein Arm und mehr. Was dahintersteckt, wollte ich unbedingt herausfinden.
Jane Tara verbindet hier magischen Realismus mit sehr realen Themen: Frauen über 50, die sich selbst, ihre Träume und ihren Fokus im Leben verlieren. Tilda ist von ihrem Mann getrennt, ihre Kinder sind längst ausgezogen und auch ihr eigener Traum scheint in weite Ferne gerückt. Die verschwindenden Körperteile machen diese innere Entwicklung auf eine außergewöhnliche Weise sichtbar.
Trotz des ernsten Themas ist das Buch wunderbar humorvoll, und besonders die Frauenfreundschaft hat mir gefallen. Ich habe wirklich oft gelacht und Tilda für ihre Art, vieles mit Humor zu nehmen, ins Herz geschlossen. Obwohl ich selbst noch nicht in dieser Lebensphase bin, hat mich die Geschichte sehr berührt. Eine klare Leseempfehlung!
CanYouSeeMe
Thalia Book Circle Community
5/5
11.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Highlight
„Mit anderen Augen“ von Jane Tara war für mich eines der Highlights in diesem Jahr. Besonders beeindruckt hat mich, wie subtil das Buch das Gefühl des Unsichtbarwerdens aufgreift – ein Gefühl, das vermutlich viele Frauen kennen: übersehen zu werden, langsam aus dem Blickfeld anderer zu verschwinden und sich selbst dabei vielleicht ebenfalls ein Stück weit zu verlieren.
Jane Tara übersetzt dieses zutiefst menschliche und gesellschaftlich relevante Gefühl in eine diagnostizierbare Erkrankung. Diesen Kniff fand ich wahnsinnig gelungen. Dadurch bekommt etwas, das im Alltag oft nur schwer greifbar ist, eine konkrete und gleichzeitig beklemmende Form. Gerade diese Verbindung aus einer fantastischen Idee und einer sehr realen weiblichen Erfahrung hat mich nachhaltig beschäftigt.
Mit Tilda gibt es außerdem eine Protagonistin, die mir schnell sympathisch war. Sie ist spannend gezeichnet, und ihre persönliche Reise habe ich sehr gern verfolgt. Dabei gelingt es dem Buch, nicht nur eine interessante Geschichte zu erzählen, sondern auch Fragen darüber aufzuwerfen, wie wir gesehen werden – und was passiert, wenn wir es plötzlich nicht mehr werden.
Für mich eine kluge, besondere und sehr lesenswerte Geschichte, die noch eine Weile nachwirkt.
Absolute Leseempfehlung!
Stefi
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
08.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wer sieht uns?
Mit anderen Augen hat mich vor allem durch seine ungewöhnliche Grundidee begeistert: Frauen über 50 beginnen plötzlich, buchstäblich unsichtbar zu werden. Was zunächst einzelne Körperteile betrifft, kann irgendwann dazu führen, dass ein Mensch vollständig verschwindet. Männer sind ebenfalls betroffen, allerdings wesentlich seltener und meist erst in höherem Alter.
Hinter dieser fantastischen Idee steckt für mich eine sehr treffende Gesellschaftskritik. Jane Tara macht etwas sichtbar, das normalerweise unsichtbar bleibt: wie Frauen mit zunehmendem Alter gesellschaftlich immer weniger wahrgenommen werden.
Besonders spannend fand ich, dass der Roman die Frage nach Sichtbarkeit nicht nur gesellschaftlich betrachtet, sondern auch auf die eigene Wahrnehmung richtet. Es geht darum, wie sehr unser Selbstbild davon geprägt wird, wie andere uns sehen, welche Erwartungen wir übernehmen und wie kritisch wir mit uns selbst umgehen.
Gerade diese Verbindung aus einer sehr bildlichen Metapher und Themen wie Selbstwahrnehmung, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Älterwerden hat mir gut gefallen.
Für mich ein ungewöhnlicher und kluger Roman, der ein gesellschaftliches Problem auf sehr anschauliche Weise sichtbar macht und gleichzeitig die Frage stellt: Wie können andere uns sehen, wenn wir selbst aufgehört haben, uns wirklich anzuschauen?
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
09.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gesehen werden
Als Frau unsichtbar werden. Kennen wir in unserer Gesellschaft. Wenn man gewisse Altersgrenzen überschreitet und/oder der Alterungsprozess einsetzt, der Körper eben nicht mehr taufrisch ist. Ein eigentlich normaler Vorgang. Der aber in unseren Medien nicht unbedingt gewürdigt wird. Wobei hier Männer nicht so betroffen sind. Was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Über unsere patriarchale Welt und ihre Sicht auf die Weiblichkeit? In der nur die Jugendlichkeit und Frische uns Aufmerksamkeit ermöglicht. Einfacher ermöglicht. Ja. Denn auch hier gab und gibt es Veränderungen zum Gestern. Aber ein gleichmäßiger Umgang mit beiden Geschlechtern ist noch nicht zu beobachten. Was aussagekräftig ist. Sehr aussagekräftig, wie ich finde.
Und anscheinend nicht nur ich. Das geht anderen Frauen auch so. Wird ja auch immer wieder thematisiert. Aber warum soll der Mann seinem Kontrahenten Frau auch einfach das Feld räumen? Hat ja auch etwas mit dem Thema Gier zu tun.
Die australische Autorin Jane Tara hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben, es etwas humorvoll verpackt und ihm auch nicht unbedingt eine Schärfe verliehen. Was man kritisieren könnte. Andererseits aber muss ja auch nicht immer alles völlig geschärft und damit vielleicht auch überwürzt daherkommen.
Vielleicht erreicht man das Gleiche auch mit einer Portion Humor und erreicht über diesem Weg vielleicht auch noch mehr Leser/Leserinnen. Mehr Menschen, die aus diesem Buch etwas mitnehmen und unsere westliche Gesellschaft etwas kritischer betrachten. Wenn eine australische Autorin über diese Thematik schreibt, scheint dies ja auch ein Thema der westlichen Sphäre zu sein. Des Patriarchats eben.
Hier in dem Buch wird dieses Unsichtbarwerden aber in eine Krankheit verwandelt, die dafür sorgt, dass anfänglich Körperteile verschwinden, nicht mehr sichtbar sind und im späteren Stadium die ganze Frau. Und dass es Ursachen dazu gibt und frau dagegen vorgehen kann. Was der Handlung Würze verleiht und der Leserschaft Nahrung. Herrlich.
Dass die Liebe auch eine Möglichkeit des dagegen Vorgehens ist, nun ja, das hat mir nicht so sehr gefallen. Der Mann als Erlösung. Nun ja. Das geht sicher auch anders. Aber gut. Ist hier halt so umgesetzt. Aber es wird ja auch nicht als alleiniges Mittel gegen die Unsichtbar-Erkrankung vorgestellt. Und von daher passt das schon in diese Geschichte. Nicht so kleinlich sein, habe ich mir gesagt.
Denn das Buch ist richtig gut und schön lesbar. Wer noch eine Urlaubslektüre sucht, ist hier gut aufgehoben. Ein schweres Thema wird in einer Leichtigkeit umgesetzt. Schön!
Bewertung
5/5
08.08.2026
eBook (ePUB)
Für jede Frau
Jede Frau Ü-50 sollte dieses Buch lesen. Ich habe das Buch während dem Lesen einige Male weggelegt um die Geschichte sich setzen zu lassen. Das Ende ist mir ein bisschen zu kitschig, trotzdem gehört "mit anderen Augen" definitv zu einem meiner Lieblingsbücher.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.