Lisa Fipps' unglaublich berührende und empowernde Geschichte über Bodyshaming und Mobbing und die große Bedeutung von Freundschaft
Ich bin richtig, genau so, wie ich bin! Das begreift die elfjährige Ellie nach einem Leidensweg aus Bodyshaming und Mobbing aufgrund ihres Gewichts. In Starfish erzählt sie von den unzähligen Diäten, zu denen ihre Mutter sie zwingt. Vom Aufstellen von Dicke-Mädchen-Regeln, um nicht aufzufallen. Aber Ellie erzählt auch von Akzeptanz, Solidarität und Freundschaft, die sie erfährt. Von ihrem sich wandelnden Selbstbild, ihrer Psychologin und ihrer besten Freundin, die ihr helfen, sich schließlich ihren mobbenden Mitschüler:innen, ihren Geschwistern und ihrer Mutter entgegenzustellen. Und Ellie erzählt von ihrer Liebe zu Wasser. Denn im Wasser treibend, alle viere von sich gestreckt wie ein Seestern, fühlt sie sich sicher, schwerelos, grenzenlos und frei.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Gertie G.
aus Wien
5/5
27.01.2026
eBook (ePUB)
Geht unter die Haut!
Dieser Debütroman von Lisa Fipps geht unter die Haut. Warum?
Die elfjährige Ellie ist ein schwergewichtiges Mädchen, das von allen Seiten verspottet und gemobbt wird. Ihre Geschwister nennen sie Platschi und die Mitschüler Wal. Besonders Marissa und Kortnee entpuppen sich als besonders fies, Feindin Nr. 1 und Nr. 2.
Die einzige, die Ellie so nimmt, wie sie ist, ist Viv. Doch dann muss Viv übersiedeln und Ellie scheint ganz alleine zu sein, bis Catalina mit ihrer Familie in der Nachbarschaft einzieht, die als Neue in der Schule und auf Grund ihrer Herkunft ebenfalls mit Vorurteilen zu kämpfen hat.
Nur im Swimmingpool fühlt sie sich leicht und wohl. Hier kann sie als „Seestern“ den Raum für sich einnehmen, der ihr zusteht.
Der Vater, selbst Psychiater, erkennt das Leid seiner Tochter und bringt sie zu einer Therapeutin, der es gelingt, Ellie Mut zu machen. In kleinen Schritten beginnt Ellie Selbstvertrauen aufzubauen und sich zu wehren, zumal sie entdeckt, dass sie nicht die Einzige ist, die in der Schule gemobbt wird. So hat auch ihr Feind Nr. 3 ein Geheimnis, das er hinter seinen Angriffen auf Ellie krampfhaft zu verbergen sucht.
Wie geschickt Ellie mit Worten umgehen kann, fällt einer Lehrkraft auf, die sie ermuntert, diese Gabe zu nutzen, um sich zu wehren ohne selbst beleidigend zu werden.
Doch erst als Ellie in der Schule auch körperlich verletzt wird, reagieren Lehrkräfte und die Familie. Doch zunächst nicht ganz so, wie man es Ellie wünschen würde. Der Bruder tritt die schulische Aktion unter lautem Lachen beim Abendessen breit und die Mutter erklärt, dass Ellie selbst schuld am Mobbing ist, weil sie so fett ist, während der Vater in der Schule anrufen will, um das Mobbing zu unterbinden. Nur Ellies Schwester fasst sich ein Herz und versucht, ihr Verhalten Ellie gegenüber zu ändern. Aber auch nur deswegen, weil Ellie wegen der blauen Flecken sichtbare Verletzungen davon getragen hat. Die seelischen sind ja unsichtbar.
Meine Meinung:
Dieser Jugendroman, den ich auch Eltern empfehle, hat mich sehr berührt, weil ich selbst zu jenen gehöre, die nicht untergewichtig sind. Den Sportunterricht habe ich ähnlich in Erinnerung, zumal wir Leistungsturnerinnen in der Klasse hatten, die uns als Vorbilder vor die Nase gesetzt worden sind. Mein persönliches großes Plus war letztlich, dass ich ungefähr mit zwölf Jahren, quasi über Nacht, einen großen Busen bekommen habe, um den mich alle beneidet haben. Diäten waren kein Thema zu Hause, weil meine Eltern im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen sind und häufig gehungert haben.
Doch zurück zu Buch:
Das eigentliche Tragische und ziemlich Verstörende ist hier, dass es vor allem Ellies Mutter ist, die sie durch ihre dauernden Maßregelungen, Dicke-Mädchen-Regeln und Diäten sowie zahlreiche Übergriffe, diejenige ist, die Ellie am meisten verletzt. Statt ihr angeschlagenes Selbstvertrauen aufzurichten und zu stärken, fällt der Mutter nichts anderes ein, als ihr eine Operation zur Magenverkleinerung anzudrohen und damit auch ihren Ehemann zu hintergehen, der einen solchen Eingriff ablehnt, vor allem auch deswegen, weil Ellies Tante bei einer solchen Operation beinahe gestorben wäre. Echt, dass in den USA Magenverkleinerungen auch schon bei Kindern durchgeführt werden dürfen? Das ist für mich Kindesmisshandlung! Mit ihrem Diät-Wahn für Ellie merkt sie nicht, wie sehr sie die anderen Familienmitglieder verletzt. Liam und Anaïs lassen ihre Wut, die aus Ohnmacht ihrer Mutter gegenüber entsteht, an Ellie aus. Einzig Ellies Vater ergreift, spät aber doch, ein.
Eigentlich gehört Ellies Mutter therapiert, die mit ihrem schon manischen Bestreben, Ellies Gewicht zu reduzieren.
Catalina spricht das aus, als sie erfährt, dass Ellie zu einer Therapie muss und Ellie kommen erste Zweifel an ihrer Mutter.
“Ob Catalina recht hat? Ist es möglich, dass Mams Denken in Ordnung gebracht werden muss - und nicht ich?“
Das Buch, das sich sehr gut lesen lässt, ist ein wichtiges Buch für junge Leserinnen und Leser sowie für deren Eltern und Lehrkräfte. Es vermittelt die Botschaft, welchem Druck Kinder und junge Erwachsene durch Mobbing und Bodyshaming ausgesetzt sind.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem emotionalen und mutigen Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
LeLiPä
5/5
16.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Man möchte applaudieren, sie in den Arm nehmen und stehende Ovationen leisten.
Der Tag könnte kaum grauer sein, als Ellies (12) beste Freundin Viv in eine andere Stadt umziehen muss. Wer passt denn jetzt auf sie auf, wenn sie wegen ihres Übergewichtes gemobbt wird? Und wer hört ihr zu, wenn sie von den vielen Demütigungen in der Schule erzählen muss? Ellies Vater, der grundsätzlich zu ihr hält, arbeitet sehr viel, und ihre Mutter ist sowieso nur damit beschäftigt, ihr Diäten zu verpassen, Kalorien zu zählen und über eine Magen-OP für ihre Tochter nachzudenken. Ellies Geschwister bieten ihr erst recht keinen Halt. Schlimmer noch.... aus Scham wünscht sich ihrer jüngerer Bruder sogar, sie möge sterben.
Elli hat gelernt, ihren Körper zu hassen. Nur durch das Aufstellen ihrer „Dicke-Mädchen-Regeln“ schafft sie es täglich, irgendwie durch den Tag zu kommen. Dabei möchte sie doch einfach nur so akzeptiert werden, wie sie ist. Ein Mädchen, das gerne Gedichte schreibt und es liebt, sich im Wasser zu bewegen. Alleine, immer mit der Option, abtauchen zu können und sich schwerelos zu fühlen.
Nur gut, dass bald eine andere Familie in das Nachbarhaus einzieht und Ellie in der fast gleichaltrigen Catalina eine neue Freundin findet.
In einer, von ihrer Mutter initiierten Gesprächstherapie, lernt Ellie nach und nach sich verbal gegen alle Anfeindungen und psychischen Misshandlungen – auch die ihrer eigenen Mutter - zur Wehr zu setzen. „Ich bin kein dickes, fettes Ding.“
„Eltern sollen Kinder mit Gewichtsproblemen auf keinen Fall verurteilen. Das erleben sie schon viel zu oft.“
Das Mädchen wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus, und die Lesenden dürfen sie auf diesem Weg begleiten. Man möchte applaudieren, sie in den Arm nehmen und stehende Ovationen leisten. Die im optisch poetischen Schreibstil aufgemachte Geschichte erzählt von einem starken Mädchen, das sich für Menschenwerte, Vielfalt und respektvollen Umgang miteinander einsetzt.
Kokoloreslot
aus Berlin
5/5
13.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gleichzeitig schönes und trauriges Hörbuch
Ellies Geschichte hat die ganze Familie sehr bewegt und wir haben viel über das Buch gesprochen. Die Sprecherin liest das Hörbuch leidenschaftlich und emotional. Es hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Hier erlebt man hautnah, wie ein Kind wegen seines Aussehens gemobbt wird. Schwer zu ertragen und genau deswegen so wichtig. Wie fühlt sich das an, ausgegrenzt und schikaniert zu werden? Wenn niemand deine inneren Werte sieht, sondern dich nur auf dein Gesicht reduziert? Was tut man Kindern damit an? Wie kann man Betroffene von Mobbing helfen? Das fördert Empathie und es ist so gut geschrieben, sodass wir mit Ellie mitgefiebert haben, und wissen wollten, wie sie dem Fettshaming entgegentreten wird, denn sie ist unglaublich stark, klug und wundervoll. Zum Glück hat sie Menschen in ihrem Leben, die ihr das klar machen und sie lieben und akzeptieren, wie sie ist. Ganz tolles Kinderbuch und ich empfehle besonders das Hörbuch, weil die Sprecherin alles gibt und zu Ellie wird.
Bewertung
5/5
03.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
genial!
„Starfish“ ist ein berührender und ehrlicher Roman für in erster Linie Jugendliche über Selbstakzeptanz, Körperbilder und den schmerzhaften Weg aus Mobbing und Fremdbestimmung in ein eigenständiges Weltbild hinein zu wachen. Die elfjährige Ellie erzählt eindringlich von Bodyshaming, strengen Diäten und den verletzenden Regeln, die ihr auferlegt werden, um nicht aufzufallen - und das vor allem vonseiten der Persoenen, dessen Schutzbefohlene sie eigentlich sein sollte. Gleichzeitig ist die Geschichte von Hoffnung getragen: von Freundschaft, Solidarität und therapeutischer Unterstützung. Besonders kraftvoll ist Ellies Beziehung zum Wasser, in dem sie sich frei und sicher fühlt. Ein sensibles, wichtiges Buch, das Mut macht und lange im Herzen bleibt. Hatte es heute Mittag im Briefkasten und direkt mit der angeschlagenen Mittleren gemeinsam verschlungen. Kompliment!
Blubb0butterfly
aus Hessen
5/5
16.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Emotional!
Die Widmung zu Beginn finde ich super und aufmunternd. Sie vermittelt Mut und Selbstbewusstsein. So etwas sollte jedem Kind mitgegeben werden!
Es ist eine ungewöhnliche Geschichte. Nicht nur, dass das Innenleben ganz anders ist, als man es gewohnt ist. Und dennoch ist eine Geschichte aus dem realen Alltag, mit dem sich sicherlich Viele identifizieren können, ob Groß oder Klein. Anfangs habe ich aufgrund des ungewöhnlichen Innenlebens gedacht, die Sprache wäre poetisch, weil es mich vom Aufbau an Lyrik erinnert hat. Aber Nein, es ist ein “normaler” Roman.
Die Protagonistin heißt Ellie, kurz für Eliana, und ist ein scheinbar normales Mädchen. Doch das kann nicht alles sein, vor allem wenn man sich den Klappentext durchliest. Ellie ist ein “dickes” Mädchen, das sich an bestimmte Regeln halten muss, um einigermaßen in der Gesellschaft zurechtzukommen. Doch auch wenn sie sich penibel an die Regeln hält, die sie erst nach schmerzhaften Erlebnissen für sich selbst aufgestellt hat, wird sie gemobbt. Selbst ihre Familie steht größtenteils nicht auf ihrer Seite und lässt keine Gelegenheit aus, sie auf ihre Figur und das Gewicht anzusprechen. Diese “Fürsorge” eskaliert immer mehr. Auch in der Schule findet Ellie nur in der Bibliothek Frieden. Doch mit Hilfe ihres Vaters, ihrer Therapeutin und ihrer neuen Freundin Catalina findet sie den Mut, gegen ihre Mobber vorzugehen und das Selbstbewusstsein zu entwickeln, endlich glücklich zu sein, ganz egal, was ihr Umfeld oder die Gesellschaft dazu sagt.
Ein sehr starkes Buch, das jedem ans Herz gehen wird, das verspreche ich! Die Autorin schafft es, dass wir mit jeder Seite und jedem Wort Elli näherkommen und mit ihr fühlen. Jedes schmerzhafte Wort, jede erniedrigende Aktion, aber auch jede Heilung, jeden Fortschritt zu einem stärkeren, selbstbewussteren Mädchen, das Frieden mit sich selbst und seinem Gewicht gefunden hat. Diese Geschichte könnte direkt aus unserem Alltag stammen. Die Botschaft in der heutigen Gesellschaft wichtiger denn je. Denn noch immer gaukelt uns die Gesellschaft das Bild eines perfekten Menschen vor, der schlank sein muss. Menschen und vor allem schon Kinder, die diesem perfekten Bild, nicht entsprechen, werden aufs Schlimmste gemobbt. Doch das Buch ist nicht nur für die Opfer, sondern auch wichtig für die Täter. Damit diese wissen, was ihre Taten und Worte, mögen sie noch so harmlos oder schlimm sein, bei ihren Opfern auslösen. Durch Ellie sind wir nicht allein mit unseren Erfahrungen und können uns einiges von ihr abschauen. Ihr Weg zum inneren Frieden war nicht leicht und mit Hindernissen gespickt, aber sie beweist, dass man sich aus diesem Teufelskreis befreien kann.
Dieses Buch hat mich emotional mitgerissen. Ich habe geweint, mitgefiebert und mitgelitten. Dieses äußerst wichtige Thema wurde von der Autorin hervorragend zu Papier gebracht. Ich würde daher wirklich jedem dieses Buch wärmstens empfehlen!
♥♥♥♥♥ von ♥♥♥♥♥
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