Feminismus ist die Superpower des 21. Jahrhunderts!
Denn feministische Ideen verbessern das Leben von uns allen, egal welchem Geschlecht wir uns zuordnen. Im Lila Podcast sprechen Laura Lucas, Katrin Rönicke und Lena Sindermann regelmäßig über weibliche Selbstbestimmung, gesellschaftliche Machtverhältnisse und die bitteren Tränen des Patriarchats.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Eternal-Hope
aus Österreich
5/5
19.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fundiertes und selbstreflektiertes Buch über aktuelle feministische Strömungen
Bücher über feministische Themen sind in Mode, allein in diesem Jahr sind so einige erschienen. Nun haben sich drei junge Frauen, Katrin Rönicke, Laura Lucas und Lena Sindermann, die gemeinsam mit anderen den feministischen lila Podcast betreiben, die Aufgabe gestellt, eine persönliche Positionierung zu aktuellen feministischen Strömungen zu schreiben. Herausgekommen ist ein interessantes und gut lesbares Buch, das für alle, die sich neu für das Thema interessieren, eine fundierte Einführung bietet, aber auch denen, die schon länger an dem Thema dran sind, neue Impulse zum Nachdenken liefert.
Die Autorinnen wechseln sich kapitelweise ab, manche Texte haben sie auch gemeinsam geschrieben. Insgesamt ist dabei ein sehr gut lesbarer, flüssiger Text entstanden, der ein stimmiges Ganzes ergibt und dem man kaum anmerkt, wer welches Kapitel verfasst hat. Das Buch beginnt mit dem Thema Emotionalität, das ja gerne klischeemäßig Frauen zugeschrieben wird, und stellt dieses Klischee gleich auf humorvolle und provokative Art in Frage, während aufgezeigt wird, dass alle Menschen, auch Männer, natürlich auch emotional geprägt sind, und wie Gefühle und Verstand miteinander verbunden sind.
Leider wird das Klischee der emotionalen, irrationalen Frauen aber oft gegen diese verwendet, wie sich etwa in den unfairen Angriffen Donald Trumps auf das Lachen seiner Rivalin Kamala Harris gezeigt hat, bei der er eine leider historisch tief verwurzelte Fehlverknüpfung von Weiblichkeit und Verrücktheit reaktiviert und für seine Zwecke manipulativ genutzt hat. Dabei kann ein reflektierter Zugang zu den eigenen Emotionen sogar für alle Geschlechter sehr hilfreich sein, um ein glückliches, erfülltes Leben zu führen.
In weiteren Kapiteln geht es um Themen wie gendergerechte Sprache und Sprachpolitik, sexualisierte Gewalt und das einseitige Framing der Vorfälle in der Kölner Silvesternacht (während ähnliche Vorkommnisse leider seit langem bei anderen Veranstaltungen, z.B. beim Münchner Oktoberfest, ebenfalls gang und gäbe sind), Solidarität und die Frage, wie man damit umgehen soll, Männer zu lieben, möglicherweise sogar eine nicht ganz feminismuskonforme Libido am eigenen Körper zu erleben, und dennoch feministisch Position gegen Gewalt und Ungerechtigkeiten zu beziehen. Auch intersektionale Themen wie Klassismus, Rassismus, Ableismus und Antisemitismus sind Teil des Buches.
Dabei legen die Autorinnen großen Wert darauf, eine breite Leserinnenschaft abzuholen: während es im Buch durchaus auch, in gut verständlicher Sprache, um fortgeschrittene feministische Themen geht, findet sich im Anhang ein umfangreiches Glossar wichtiger Begriffe zu dem Thema für die, die noch nicht so viele Berührungspunkte damit hatten.
Mir persönlich hat besonders gut gefallen, dass deutlich wird, dass die Autorinnen sich wirklich tiefgehend mit den behandelten Themen und ihren eigenen Positionen dazu auseinandergesetzt und diese durchaus auch kritisch hinterfragt haben. Ich muss nicht jede einzelne Position zu 100 % selbst teilen, um für diese Grundlagenarbeit Respekt zu haben. Es wird immer deutlich, wie die gerade erzählende Autorin aufgrund der Beschäftigung mit einschlägiger Literatur, aber auch mit eigener reflektierter Lebenserfahrung zu ihren jeweiligen Standpunkten gekommen ist.
Insgesamt ist es ein persönliches, angenehm lesbares und sehr unterhaltsames Buch über zeitgenössischen intersektionalen Feminismus, das ich allen, die sich neu für das Thema interessieren, aber auch jenen, die sich schon länger damit beschäftigen, empfehlen kann.
LaLi
5/5
18.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Podcast aufs Papier: Drei Stimmen, viele Perspektiven, ein gemeinsames Ziel.
Drei Hosts des Lila Podcasts haben sich zusammengetan und dieses Buch geschrieben. Es beginnt mit einem gemeinsamen Intro, worauf zehn „Takes“ (Kapitel) folgen, die – bis auf den letzten – jeweils von einer der Autorinnen verfasst wurden. Im zehnten Take kommen schließlich alle drei zu Wort, und das abschließende Outro ist ebenfalls gemeinschaftlich geschrieben.
Ein Glossar sorgt dafür, dass alle Begriffe, die im feministischen Diskurs vorkommen, verständlich bleiben.
Die Themen reichen von Gefühlen über Sprache, Klassenkampf und Kapitalismus bis hin zu Sexarbeit und vielem mehr.
Meine Meinung:
Ein neues Wort, das ich aus diesem Buch mitgenommen habe und das seine Essenz wunderbar beschreibt, ist Ambiguitätstoleranz. Für alle, die es auch nicht täglich verwenden: Es bedeutet, mehrdeutige oder unklare Situationen aushalten zu können.
Genau das schaffen die Autorinnen durch wissenschaftliche Erkenntnisse, persönliche Erfahrungen, reflektierte Gedanken und viele Gespräche, die sie im Podcast mit Expert:innen geführt haben. Sie plädieren für einen Feminismus, der nicht in gegeneinander arbeitende Lager zerfällt, sondern voneinander lernt: respektvoll, kritisch und offen. Das heißt nicht, dass alles toleriert werden muss, aber dass viele Dinge nicht einfach in „richtig“ oder „falsch“ zu trennen sind. Oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen: in einem Spektrum.
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, besonders die Passagen, in denen die Autorinnen ihre eigenen Lernwege offenlegen, frühere Aussagen hinterfragen und sich weiterentwickeln. Genau das ist für mich gelebte Fehlerkultur – eine, die wirklich Wachstum ermöglicht.
Durch die im Podcast geführten Gespräche konnten viele Perspektiven in das Buch einfließen. Ich kannte den Podcast vorher gar nicht (ich höre generell kaum welche), aber das Buch hat definitiv Lust gemacht, mal reinzuhören.
Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Werk, das Missstände aufzeigt, zum Nachdenken anregt und dazu einlädt, sich eine eigene Meinung zu bilden, ohne die Offenheit für den Dialog zu verlieren.
Der Untertitel „Weich bleiben in harten Zeiten“ hat sich für mich beim Lesen voll erfüllt. Ich hatte keine plötzlichen Wutwellen wie bei manchen anderen feministischen Büchern. Auch wenn ich die Energie, die aus dieser Wut entsteht, sehr schätze, war es diesmal ganz angenehm, Ambiguitätstoleranz zu üben.
CK
aus Raum Stuttgart
4/5
20.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Neue Perspektiven für einen…
Neue Perspektiven für einen solidarischen, inklusiven Feminismus "Resist! Weich bleiben in harten Zeiten" ist das erste gemeinsame Buch von Katrin Rönicke, Laura Lucas und Lena Sindermann, den drei Hosts des „Lila Podcasts“, in dem sie die wichtigsten Erkenntnisse ihrer Arbeit teilen, sowohl anhand persönlicher Erfahrungen als auch durch die im Podcast geführten Gespräche. Das Buch behandelt Fragen zur weiblichen Selbstbestimmung, gesellschaftlichen Machtverhältnissen sowie viele andere feministische Themen wie die Gleichberechtigung in Beziehungen und das Zeigen von Gefühlen (gerade den Abschnitt über Emotionen fand ich sehr interessant!). Vor allem ist das Buch ein Plädoyer dafür, Unterschiede anzuerkennen; ein Aufruf für einen solidarischen, inklusiven Feminismus. Auch wenn Wut ein starker Motor ist und es nicht ganz ohne geht, wenn man etwas verändern will, finde ich den im Untertitel genannten Satz „Weich bleiben in harten Zeiten“ wichtig - Denn gerade im Feminismus sollten wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern offen sein für ein Miteinander. Ich wünsche mir Solidarität und Offenheit für unterschiedliche Meinungen und Perspektiven. „Ich verstehe jede Person, die keine Lust mehr auf Nachsicht und Sanftheit hat. Ich verstehe den Ansatz, dass wir für unsere Rechte einstehen müssen und dass uns das Nettsein nicht weiterbringt. Versucht euch jedoch mal für einen Moment vorzustellen, dass alle Menschen mit dieser Idee durch die Welt gehen: verstehen wollen. Dann müsste man ja niemanden mehr überzeugen! Dann müssten wir uns alle gar nicht mehr gegeneinander behaupten. Das bedeutet übrigens jedoch nicht, dass wir immer nett sein müssen. Für mich gehört zu einer feministischen Sprachpraxis auch die selbstbestimmte Entscheidung, wer es überhaupt wert ist, mit mir zu reden. Klingt ein bisschen arrogant, hat aber mehr mit Selbstverantwortung zu tun. Ich entscheide, mit wem ich ins Gespräch gehe. Und ‚Nein‘ ist ein ganzer Satz.“ Dabei fand ich vor allem das Wort „Ambiguitätstoleranz“ sehr inspirierend: Das ist „die Fähigkeit, mit Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und widersprüchlichen Informationen umzugehen, ohne vorschnelle Schlüsse zu ziehen oder rigide Urteile zu fällen“. Und davon können wir alle nur profitieren, weshalb ich dieses neue Wort gerne in meinen Alltag mitnehmen möchte. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, waren die aufgeführten KI-Konversationen - darauf hätte ich gerne verzichten können. Sehr gut fand ich dagegen, dass viele kluge Frauen zu Wort kommen, darunter Kübra Gümüşay und Leonie Schöler: „Für mich bedeutet Feminismus eine Perspektive, die es mir als Journalistin ermöglicht, fairer zu berichten. […] Ich glaube, dass es eine Utopie ist, jemals objektiv berichten zu können. Aber man kann versuchen, transparent zu arbeiten: Wie wähle ich Themen aus? Wie wähle ich Stimmen aus?“ Das Buch beinhaltet auch ein Glossar mit den wichtigesten feministischen Begriffen, für ein besseres Verständnis (gerade für Neulinge). Für alle, die sich schon tiefergehend mit feministischen Themen beschäftigt haben, bietet das Buch inhaltlich vielleicht nicht viel Neues, aber es kann ein paar neue Denkimpulse und andere Perspektiven eröffnen. Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen. Vielen Dank an den Leykam Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
20.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Neue Perspektiven für einen solidarischen, inklusiven Feminismus
“Resist! Weich bleiben in harten Zeiten” ist das erste gemeinsame Buch von Katrin Rönicke, Laura Lucas und Lena Sindermann, den drei Hosts des „Lila Podcasts“, in dem sie die wichtigsten Erkenntnisse ihrer Arbeit teilen, sowohl anhand persönlicher Erfahrungen als auch durch die im Podcast geführten Gespräche.
Das Buch behandelt Fragen zur weiblichen Selbstbestimmung, gesellschaftlichen Machtverhältnissen sowie viele andere feministische Themen wie die Gleichberechtigung in Beziehungen und das Zeigen von Gefühlen (gerade den Abschnitt über Emotionen fand ich sehr interessant!).
Vor allem ist das Buch ein Plädoyer dafür, Unterschiede anzuerkennen; ein Aufruf für einen solidarischen, inklusiven Feminismus.
Auch wenn Wut ein starker Motor ist und es nicht ganz ohne geht, wenn man etwas verändern will, finde ich den im Untertitel genannten Satz „Weich bleiben in harten Zeiten“ wichtig - Denn gerade im Feminismus sollten wir nicht gegeneinander arbeiten, sondern offen sein für ein Miteinander. Ich wünsche mir Solidarität und Offenheit für unterschiedliche Meinungen und Perspektiven.
„Ich verstehe jede Person, die keine Lust mehr auf Nachsicht und Sanftheit hat. Ich verstehe den Ansatz, dass wir für unsere Rechte einstehen müssen und dass uns das Nettsein nicht weiterbringt. Versucht euch jedoch mal für einen Moment vorzustellen, dass alle Menschen mit dieser Idee durch die Welt gehen: verstehen wollen. Dann müsste man ja niemanden mehr überzeugen! Dann müssten wir uns alle gar nicht mehr gegeneinander behaupten. Das bedeutet übrigens jedoch nicht, dass wir immer nett sein müssen. Für mich gehört zu einer feministischen Sprachpraxis auch die selbstbestimmte Entscheidung, wer es überhaupt wert ist, mit mir zu reden. Klingt ein bisschen arrogant, hat aber mehr mit Selbstverantwortung zu tun. Ich entscheide, mit wem ich ins Gespräch gehe. Und ‚Nein‘ ist ein ganzer Satz.“
Dabei fand ich vor allem das Wort „Ambiguitätstoleranz“ sehr inspirierend: Das ist „die Fähigkeit, mit Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und widersprüchlichen Informationen umzugehen, ohne vorschnelle Schlüsse zu ziehen oder rigide Urteile zu fällen“. Und davon können wir alle nur profitieren, weshalb ich dieses neue Wort gerne in meinen Alltag mitnehmen möchte.
Was mir leider nicht so gut gefallen hat, waren die aufgeführten KI-Konversationen - darauf hätte ich gerne verzichten können.
Sehr gut fand ich dagegen, dass viele kluge Frauen zu Wort kommen, darunter Kübra Gümüşay und Leonie Schöler: „Für mich bedeutet Feminismus eine Perspektive, die es mir als Journalistin ermöglicht, fairer zu berichten. […] Ich glaube, dass es eine Utopie ist, jemals objektiv berichten zu können. Aber man kann versuchen, transparent zu arbeiten: Wie wähle ich Themen aus? Wie wähle ich Stimmen aus?“
Das Buch beinhaltet auch ein Glossar mit den wichtigesten feministischen Begriffen, für ein besseres Verständnis (gerade für Neulinge).
Für alle, die sich schon tiefergehend mit feministischen Themen beschäftigt haben, bietet das Buch inhaltlich vielleicht nicht viel Neues, aber es kann ein paar neue Denkimpulse und andere Perspektiven eröffnen.
Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen.
Vielen Dank an den Leykam Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!
all.the.books.i.read.before
4/5
17.11.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Deep Dive in den Feminismus
✨ Rezension ✨
Resist! | Katrin Rönicke, Lena Siedermann, Laura Lucas | Leykam | 384 Seiten | ⭐️⭐️⭐️⭐️
Wer den Lila Podcast (den größten, deutschsprachigen feministischen Podcast) kennt, kennt auch die drei Autorinnen. Was sonst Teil ihrer Podcast Welt ist, wurde jetzt in einem tollen Buch zusammen gefasst. Sie berichten in 10 Kapiteln über Feminismus und all seine Aspekte. Das Patriarchat, Sprache, Rassismus und den Rechtsruck, Sexualität, Klassismus, Kapitalismus, Ableismus, Schönheitsideale, Antisemituismus sowie Biologische Aspekte. Hier wird also super viel abgedeckt. Dabei wird Feminismus nicht als fertig oder fehlerfrei beschrieben, sondern als sich stets weiter entwickelnd und das es ok ist, solange wir alle ständig dazu lernen, offen für Dialoge sind und Feminismus intersektional denken.
Das Buch ist nicht zwingend für Einsteiger geeignet, sondern ehr, wenn ihr euch schon mit den Themen bekannt gemacht habt. Nicht jedes Kapitel ist super einfach zugänglich und einige Zusammenhänge durchaus komplex. Für mich war es aber wieder eine bereichernde Lektüre, die meinen Horizont wieder ein Stück erweitert hat. Von mir also eine Empfehlung!
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