Produktbild: Lange schlafen
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Lange schlafen Geschichten zum Wochenende

1

20,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.05.2026

Herausgeber

Alba Speroni

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19,8/12,6/2 cm

Gewicht

307 g

Farbe

Messing / Mokka

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856821-0-2

Beschreibung

Rezension

»Der Kanon Verlag hat dem kostbaren Zustand aus Freiheit und Müßiggang ein ganzes Buch gewidmet.« WDR

»Die Geschichten zum Wochenende erzählen von Ruhe, Muße und Familienidylle, aber auch von erzwungener Harmonie und ausgedehnter Langeweile.« Marcela Drumm, WDR

Portrait

Alba Speroni macht wochenends gerne Ausflüge an den See, sortiert ihr Schmuckkästchen oder telefoniert mit ihrer Nonna in Italien, die ihr die Familienrezepte verrät.

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.05.2026

Herausgeber

Alba Speroni

Verlag

Kanon Verlag Berlin

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19,8/12,6/2 cm

Gewicht

307 g

Farbe

Messing / Mokka

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-9856821-0-2

Herstelleradresse

Kanon Verlag Berlin GmbH
Belziger Straße 35
10823 Berlin
DE

Email: info@kanon-verlag.de

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Ein bunter Mix mit kleinen Schwächen

xxholidayxx am 14.06.2026

Bewertungsnummer: 3168029

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Lange schlafen. Geschichten zum Wochenende", herausgegeben von Alba Speroni (erschienen am 21.05.2026 im Kanon Verlag), tarnt sich im edlen festen Einband als das ultimative Buch gegen den Sonntagsblues. Speroni versammelt in dieser Anthologie 20 namhafte Autor:innen aus völlig unterschiedlichen Epochen (wie von Ovid und Michel de Montaigne über Klassikerinnen der Moderne wie Virginia Woolf und Christa Wolf bis hin zu zeitgenössischen Stimmen wie Teresa Bücker und Nina Kunz). Ein bunter Mix aus Kurzgeschichten, Gedichten und Interviews soll das Lebensgefühl des perfekten Wochenendes einfangen: Ausschlafen, Jazz im Radio, Marktgänge und endlose Apéros. Meine Meinung Schuldig im Sinne der Anklage: Das Cover ist für mich ein absoluter Blickfang und der Grund, warum ich mir den vielversprechenden Klappentext überhaupt durchgelesen habe. Die wahrscheinlich größte Stärke des Bandes liegt zweifellos in seiner Vielfalt und der Entdeckung einzelner literarischer Schätze. Wenn man sich durch die Seiten treiben lässt, stößt man auf Texte von grandioser Beobachtungsgabe. So liefert Nina Kunz in ihrem Text „Und ich liebe sie doch“ eine herrlich scharfzüngige, soziokulturelle Sezierung des urbanen Raums, die sofort hängenbleibt: „Zürich ist wohl die einzige Stadt, in der man den Leuten auch nackt ansieht, wie reich sie sind, da die Überlegenheit genetisch bedingt ist.“ (S. 62) Auch die zeitlose Schwere und Introspektion in Christa Wolfs „Sonnabend“ oder die spielerische Sinnlichkeit von Bolu Babalolas „Orin“ zeigen, wie intensiv literarische Erkundungen von Freizeit und Rückzug sein können. Aus feministischer und gesellschaftskritischer Sicht fand ich insbesondere die Essays von Teresa Bücker spannend. Bücker bricht das vermeintlich unpolitische Banalthema „Ausschlafen“ auf und führt es zu seiner soziopolitischen Wurzel zurück: der ungleichen Verteilung von Zeit und Care-Arbeit. Sie macht deutlich, dass Freizeit im Spätkapitalismus kein individuelles Luxusproblem, sondern eine systemische Machtfrage ist: „Den Gender-Leisure-Gap zu schließen, wird für Männer nicht bequem.“ (S. 12) Sie plädiert radikal für Zeitgerechtigkeit als Umverteilungspolitik. Doch genau mit diesem ersten Text von Bücker hatte ich im Rahmen der Anthologie meine Probleme, weil er spürbar unglücklich aus seinem ursprünglichen Kontext herausgerissen worden ist. Wenn im Text explizit auf ein „in Kapitel 1 erwähnte[s] Konzept“ (S. 10) verwiesen wird, dieses Kapitel in der vorliegenden Anthologie aber naturgemäß gar nicht existiert, leidet darunter der Lesefluss. Und weiter wird im Text auch ein Zitat genannt (zumindest steht ein Teil in Anführungszeichen), aber im Quellenverzeichnis sucht man dann vergeblich nach der Herkunft. Das ist aus redaktioneller Sicht leider doch etwas nachlässig. Wie schon beschrieben, ist die Vielfalt der Texte einerseits die größte Stärke des Buches, andererseits war zumindest für mich nicht bei jedem Text klar, wie er sich in das Gesamtbild und Motto einpasst. Mir hat es daher stellenweise an einem klar erkennbaren roten Faden gefehlt. Auch die Längen der Texte sind sehr unterschiedlich und für mich zum Teil zu kurz, um tief in sie eintauchen und sie wirklich verstehen zu können. Und das war wohlgemerkt nicht meine erste Anthologie. In diesem Fall wären für mich weniger Texte, die dafür länger sind und einen klareren Bezug zum Thema haben, besser gewesen. Fazit "Lange schlafen" hält für jeden Lesetypus und jede literarische Vorliebe etwas bereit – von antiker Dichtkunst bis zu modernen Zeitdiagnosen. Insgesamt hat die Anthologie für mich jedoch mangels redaktioneller Feinabstimmung, der Fülle an unterschiedlich langen Texten und dem stellenweise fehlenden roten Faden nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft. Das Buch ist aus meiner Sicht perfekt für alle, die ein bildschön gestaltetes Buch für den Nachttisch suchen, aus dem man morgens beim Kaffee häppchenweise ein bis zwei Geschichten querlesen kann, ohne einen stringenten roten Faden zu erwarten. Ein herzlicher Dank geht an den Kanon Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein bunter Mix mit kleinen Schwächen

xxholidayxx am 14.06.2026
Bewertungsnummer: 3168029
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

"Lange schlafen. Geschichten zum Wochenende", herausgegeben von Alba Speroni (erschienen am 21.05.2026 im Kanon Verlag), tarnt sich im edlen festen Einband als das ultimative Buch gegen den Sonntagsblues. Speroni versammelt in dieser Anthologie 20 namhafte Autor:innen aus völlig unterschiedlichen Epochen (wie von Ovid und Michel de Montaigne über Klassikerinnen der Moderne wie Virginia Woolf und Christa Wolf bis hin zu zeitgenössischen Stimmen wie Teresa Bücker und Nina Kunz). Ein bunter Mix aus Kurzgeschichten, Gedichten und Interviews soll das Lebensgefühl des perfekten Wochenendes einfangen: Ausschlafen, Jazz im Radio, Marktgänge und endlose Apéros. Meine Meinung Schuldig im Sinne der Anklage: Das Cover ist für mich ein absoluter Blickfang und der Grund, warum ich mir den vielversprechenden Klappentext überhaupt durchgelesen habe. Die wahrscheinlich größte Stärke des Bandes liegt zweifellos in seiner Vielfalt und der Entdeckung einzelner literarischer Schätze. Wenn man sich durch die Seiten treiben lässt, stößt man auf Texte von grandioser Beobachtungsgabe. So liefert Nina Kunz in ihrem Text „Und ich liebe sie doch“ eine herrlich scharfzüngige, soziokulturelle Sezierung des urbanen Raums, die sofort hängenbleibt: „Zürich ist wohl die einzige Stadt, in der man den Leuten auch nackt ansieht, wie reich sie sind, da die Überlegenheit genetisch bedingt ist.“ (S. 62) Auch die zeitlose Schwere und Introspektion in Christa Wolfs „Sonnabend“ oder die spielerische Sinnlichkeit von Bolu Babalolas „Orin“ zeigen, wie intensiv literarische Erkundungen von Freizeit und Rückzug sein können. Aus feministischer und gesellschaftskritischer Sicht fand ich insbesondere die Essays von Teresa Bücker spannend. Bücker bricht das vermeintlich unpolitische Banalthema „Ausschlafen“ auf und führt es zu seiner soziopolitischen Wurzel zurück: der ungleichen Verteilung von Zeit und Care-Arbeit. Sie macht deutlich, dass Freizeit im Spätkapitalismus kein individuelles Luxusproblem, sondern eine systemische Machtfrage ist: „Den Gender-Leisure-Gap zu schließen, wird für Männer nicht bequem.“ (S. 12) Sie plädiert radikal für Zeitgerechtigkeit als Umverteilungspolitik. Doch genau mit diesem ersten Text von Bücker hatte ich im Rahmen der Anthologie meine Probleme, weil er spürbar unglücklich aus seinem ursprünglichen Kontext herausgerissen worden ist. Wenn im Text explizit auf ein „in Kapitel 1 erwähnte[s] Konzept“ (S. 10) verwiesen wird, dieses Kapitel in der vorliegenden Anthologie aber naturgemäß gar nicht existiert, leidet darunter der Lesefluss. Und weiter wird im Text auch ein Zitat genannt (zumindest steht ein Teil in Anführungszeichen), aber im Quellenverzeichnis sucht man dann vergeblich nach der Herkunft. Das ist aus redaktioneller Sicht leider doch etwas nachlässig. Wie schon beschrieben, ist die Vielfalt der Texte einerseits die größte Stärke des Buches, andererseits war zumindest für mich nicht bei jedem Text klar, wie er sich in das Gesamtbild und Motto einpasst. Mir hat es daher stellenweise an einem klar erkennbaren roten Faden gefehlt. Auch die Längen der Texte sind sehr unterschiedlich und für mich zum Teil zu kurz, um tief in sie eintauchen und sie wirklich verstehen zu können. Und das war wohlgemerkt nicht meine erste Anthologie. In diesem Fall wären für mich weniger Texte, die dafür länger sind und einen klareren Bezug zum Thema haben, besser gewesen. Fazit "Lange schlafen" hält für jeden Lesetypus und jede literarische Vorliebe etwas bereit – von antiker Dichtkunst bis zu modernen Zeitdiagnosen. Insgesamt hat die Anthologie für mich jedoch mangels redaktioneller Feinabstimmung, der Fülle an unterschiedlich langen Texten und dem stellenweise fehlenden roten Faden nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft. Das Buch ist aus meiner Sicht perfekt für alle, die ein bildschön gestaltetes Buch für den Nachttisch suchen, aus dem man morgens beim Kaffee häppchenweise ein bis zwei Geschichten querlesen kann, ohne einen stringenten roten Faden zu erwarten. Ein herzlicher Dank geht an den Kanon Verlag für das Rezensionsexemplar.

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