Produktbild: Schon schwankte die Welt

Schon schwankte die Welt Roman

12

21,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

27578

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

27.04.2026

Verlag

Eichborn

Seitenzahl

204 (Printausgabe)

Dateigröße

1373 KB

Auflage

1. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

EAN

9783751791571

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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  • Sprachkennzeichnung vorhanden
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Verkaufsrang

27578

Erscheinungsdatum

27.04.2026

Verlag

Eichborn

Seitenzahl

204 (Printausgabe)

Dateigröße

1373 KB

Auflage

1. Auflage 2026

Sprache

Deutsch

EAN

9783751791571

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  • nessabo

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    08.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein dichtes, hochpolitisches und spannungsvolles Werk

    Ich mochte schon das Debüt von Felicitas Prokopetz sehr gern und ihr neuer Roman konnte das noch einmal toppen. Eine wirklich runde Erzählung mit hohem Tempo, pointierten Perspektivwechseln, einer scharfzüngigen politischen Komponente und einer Prise Raben-Mystik. Die Figuren sind alle total spannend und ergänzen sich ganz toll. Ich bin besonders beeindruckt davon, wie die Autorin Perspektivwechsel einsetzt, um die Geschichte dichter zu machen. Das Tempo der Wechsel zieht manchmal so stark an, dass wir in einer bestimmten Szene quasi mit dabeisitzen und die verschiedenen Wahrnehmungen und Gedanken gleichzeitig erleben dürfen. Außerdem gelingt es ihr, die Spannung verschiedener Situationen auszuhalten. Die Empfindungen der Figuren in einem bestimmten Moment sind teilweise völlig gegensätzlich und diesen Raum zu halten ist anstrengend, aber eben eine wahre Kunst. Die Sprache ist teils anspruchsvoll, die Sätze wirken nahezu wie Wort für Wort kuratiert. Das ist nicht immer mein Fall, hier ist es aber wohldosiert eingesetzt und bei einem so schmalen Buch nehme ich auch gern in Kauf, manche Sätze doppelt lesen zu müssen. Ich finde es großartig, dass hier so politisch geschrieben wird. Feminismus, Veganismus, Klimakrise - alles ganz wichtige Themen und Prokopetz nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Außerdem liebe ich ältere Frauenfiguren, die happily single sind und sich nicht dem gesellschaftlichen Narrativ einer „richtigen" Familie unterordnen wollen. Männer kommen dagegen nicht so gut weg und auch, wenn Polly als etwas klischeehaft eingeordnet werden kann, akzeptiere ich das gern - denn viele cis Männer sind eben genau auf diese Art „feministisch“. Wie subtil sexistisches Denken wirkt, fand ich unglaublich fein herausgearbeitet. Das Ende greift die mystische Raben-Storyline noch einmal auf und hinterlässt seine Lesenden mit ein paar Fragezeichen. Das passt für mich nicht immer, aber hier war es mit Blick auf die gesamte Interaktion mit dem Raben stimmig. Nicht alles wird geklärt und das ist auch okay so. Eine wirklich tolle, intensive Erzählung mit starken Figuren, die uns dank vieler Perspektivwechsel keineswegs schonen. Prokopetz jongliert eine schiere Masse an Themen und vermittelt sie auf anspruchsvolle, aber kluge Weise, die mich völlig für sich eingenommen hat. Die Kürze des Romans verhindert an manchen Stellen eine gewisse Tiefe, die mein Urteil insgesamt aber nicht verändert. Bitte mehr davon!

  • Adele

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    28.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Feinfühlig, klug, gesellschaftskritisch und authentisch: unbedingt lesenswert

    Und schon schwankte die Welt: es ist die Erinnerung, Prägung und Erfahrung unserer Kindheit und Jugend, aber auch die gesellschaftlichen Strukturen, die bis ins Erwachsenenleben die Macht haben unser Denken, Fühlen und Handeln, unsere Gegenwart zu beeinflussen - wenn wir sie lassen. Diese schmerzhafte Erkenntnis entwickelt Felicitas Prokopetz im Verlauf ihres neuen Romans und der Dynamik der zentralen Protagonistinnen darin. Im Mittelpunkt Viktoria und Helene, beide Mitte 40 und beste Freundinnen seit früher Kindheit. Helene aus bürgerlichem Elternhaus und mittlerweile Professorin, Viktoria aufgewachsen bei einer alleinerziehenden Mutter mit Suchtproblematik, früh selbst Mutter geworden und nun im Begriff ihren Traum von einer Promotion verspätet zu erfüllen. Tochter Lara sollte es stets besser als Viktoria selbst haben und ist in liebevoller Fürsorge zwischen Viktoria und Helene aufgewachsen, und studiert mittlerweile im fernen Leipzig. In diese eingespielte Frauenwirtschaft platzt Viktorias Begegnung mit Polly, einem jungen Studenten, der sich für seine Masterarbeit für die Raben in Viktorias Forschungsstation interessiert. Und nicht nur Polly bringt die Dynamik der Beziehungen ins Wanken, auch Toni, der erste Rabe, den Viktoria per Hand aufgezogen hat, taucht völlig unvermittelt wieder in ihrem Leben auf, scheinbar nicht ohne Grund. Vor diesem Hintergrund entwickelt Felicitas Prokopetz eine feinfühlige, kluge Erzählung über die Komplexität sozialer Beziehungen in unserer Gesellschaft. Zentrales Thema sind im Roman dabei immer wieder patriarchal kapitalistische Strukturen und wie sie unsere Vergangenheit, Gegenwart und leider wohl auch noch Zukunft prägen werden. Einen Gegenentwurf dazu stellt Viktorias Forschungsgegenstand, die Raben im Allgemeinen und Rabe Toni im Speziellen dar, stellen diese doch mit der Natur einen Bereich dar, der sich zumindest teilweise dem Menschen und seiner kulturellen Praktiken, die durch kapitalvermittelte, patriarchale Machtlogiken gekennzeichnet sind, entzieht. Und so verwundert es auch kaum, dass die Autorin Freundschaft und Solidarität unter Frauen als Überlebensstrategie in patriarchalen Strukturen behutsam in ihrer Erzählung herausarbeitet. Erzählt wird alternierend aus den Perspektiven Viktorias, Helenes und Pollys. Eine weitere Ebene erhält die Geschichte durch die Perspektive Laras, deren Kindheit und Gegenwart maßgeblich von Helene und ihrer Mutter Viktoria geprägt wurden und werden, während diese gleichzeitig ihre jeweilig eigene familiale Sozialisation reflektieren. So ist Laras Gegenwart und Alter im Lebensverlauf, für Helene und Viktoria in ihrem eigenen Leben eine Vergangenheit, deren Einfluss und Sinn sie versuchen im Heute zu verstehen. Es wird deutlich, wie sehr beide sich dessen bewusst sind, versuchen ihren Einfluss auf Lara bestmöglich zu gestalten, und machen doch ganz natürlicherweise andere Fehler. Was ich besonders gelungen finde ist die Intelligenz und Feinfühligkeit mit der die Autorin die Komplexität sozialer Beziehungen ausleuchtet. Und das stets ohne Anzuklagen, sondern in nachvollziehbarer Erläuterung darstellt, was die Lebenswelt ihrer Protagonistinnen ausmacht und wie sie zu ihren Entscheidungen kommen, ob man diese nun gut findet oder nicht. Das ist für mich ganz großes Kino! Und schon schwankte die Welt ist ein zeitgenössischer Roman im besten Sinne, der in einer feinfühligen Erzählung soziale Beziehungen analysiert, das Handeln seiner Protagonistinnen nachvollziehbar macht und dabei gesellschaftskritisch patriarchal kapitalistische Machtlogiken und deren Wirkung auf jeden Menschen aufzeigt. Wer den Debütroman der Autorin schon mochte, wird diese Erzählung lieben, ich finde sie noch zugänglicher und reifer im aller besten Sinne! Damit ist er auch ein toller Einstieg für Leserinnen, um die Autorin und ihr Werk neu zu entdecken! Unbedingt lesen!

  • Lisa von Wortpause

    aus Schwarzwald

    5/5

    27.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die leisen Brüche der Verständigung (oder: ein vielschichtiger Blick auf Beziehungen aller Art)

    Schauplatz des Romans ist Wien. Viktoria arbeitet als Kognitionsbiologin und erforscht die Kommunikation von Kolkraben. Zu dem Raben Toni hat sie eine beinahe menschliche Beziehung aufgebaut, da sie ihn von Hand wie ein Kind großgezogen hat. Ebenso eng ist ihre Verbindung zu ihrer besten Freundin Helene, die sie vor vielen Jahren aus einer schwierigen Beziehung mit ihrem Ex-Mann befreit hat und die ihre Tochter Lara wie ein eigenes Kind mit aufgezogen hat - „wie ein Vater, nur besser“. Als Viktoria eine Affäre mit dem deutlich jüngeren Polly beginnt, geraten nicht nur ihre eigenen Gefühle aus dem Gleichgewicht, sondern auch ihre Beziehungen zu Helene und Lara beginnen zu schwanken. Besonders die Dynamik zwischen Viktoria und Polly erzeugt eine spürbare Beklemmung, weniger aufgrund des Altersunterschieds, sondern wegen der unausgesprochenen Machtverhältnisse und der Frage nach Unterdrückung und Rollenbildern. Felicitas Prokopetz gelingt es dabei erneut, verschiedene Sicht- und Denkweisen nebeneinanderzustellen, ohne eine davon zu bewerten. Der Leser wird immer wieder in neue Perspektiven geführt - etwa zwischen Viktoria und Helene - sodass Verständnis für beide Seiten entsteht, ohne dass man sich eindeutig positionieren muss. Gerade diese reflektierte Erzählweise, die ich bereits aus „Wir sitzen im Dickicht und Weinen“ schätze, überzeugt auch hier wieder. Zentrales Thema des Romans ist Kommunikation in all ihren Formen inklusive der Zwischentöne und diverser Missverständnisse. Besonders die Versuche der Verständigung zwischen den Figuren scheitern häufig oder werden nur halbherzig geführt, während gleichzeitig die Kommunikation der Raben erstaunlich ernst genommen und intensiv interpretiert wird. Diese Rahmung rund um den Raben Toni als „Muster“ für gute Kommunikations-Interepretation finde ich sehr spannend gewählt und das lädt zum nachdenken ein. Insgesamt finde ich den Roman wieder sehr gelungen und ich hätte gerne gegen Ende noch etwas weiter in der Handlung verweilt.

  • Bewertung

    4/5

    06.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch über Menschen

    Viktoria beginnt nach dem Auszug ihrer Tochter Lara wieder an einer Forschungsstation in Wien mit Raben zu arbeiten. Dabei begegnet ihr nicht nur der von ihr aufgezogene Rabe Toni nach Jahren wieder, sondern auch der Student Polly, der für sein Theaterprojekt recherchiert. Die beiden kommen sich schnell näher, was zu Konflikten mit Lara und Viktorias bester Freundin Helene führt, die sie schon seit Kindheitstagen kennt. Toni besucht Viktoria nun regelmäßig und es zeigt sich, dass er ihr etwas mitteilen möchte. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, da der Schreibtstil sehr angenehm ist und die Charaktere sehr gut ausgearbeitet sind. Die Autorin schafft es innerhalb der Kapitel so zwischen den Gedanken der Personen zu wechseln, dass man sofort mitbekommt, wie sie zu einzelnen Situationen stehen. Meistens kann man beide Seiten irgendwie nachvollziehen und es ist einfach total realistisch zu sehen, wie schnell Missverständnisse und Konflikte entstehen, wenn es an Kommunikation mangelt oder man Situationen aus der eigenen Persönlichkeit her anders auffasst. Dabei hat die Autorin an keiner Stelle übertrieben und es wirkte nicht wie sonst häufig in Büchern so, als wären Konflikte herbeigeschrieben, einfach um einen Konflikt zu haben. Anders als in vielen anderen Büchern sind diese auch nicht mit einem Gespräch aus der Welt geschaffen, man sieht viel mehr eine langsame Entwicklung der Charaktere. Die Autorin schreibt sehr detailiert, sodass man sich sehr gut in Gedanken, Situationen und auch Ortschaften hinein versetzen kann. So hat man Wien auch noch mal anders kennengelernt. Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass das männliche Geschlecht teilweise sehr negativ dargestellt wird. Es werden gesellschaftlich sehr viele, sehr wichtige Themen angesprochen, vor allem viele, die uns Frauen betreffen, was ich grundsätzlich gut finde. Auch, dass Polly sehr bemüht ist, da auf Frauen einzugehen, sie zu verstehen und im Handeln aber vielfach gescheitert ist, ist sehr realistisch beschrieben. Nur manchmal eben dann doch etwas zu weitgehend für meinen Geschmack. Als Naturwissenschaftlerin hatte ich mir vom Raben Toni im Buch etwas anderes vorgestellt, also wirklich wissenschaftliche Arbeit (die es auch gab), es wurde mir im Laufe des Buches aber zu mystisch, so gefiel mir dann der größte Teil des Endes auch nicht. Zusammengefasst in großen Teilen ein sehr lebensnahes, detailiertes Buch, das fesselt, neugierig macht und zum Nachdenken anregt.

  • Sternenfisch

    4/5

    04.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kommunikation und Ungesagtes

    Ein Roman über die Liebe, Freundschaften, Eltern-Kind-Beziehungen, aber am meisten geht es um Kommunikation und Missverständnisse. Viktoria, eine Vogelforscherin, ihre Freundin Helene und Viktorias Tochter Lara. Als der jüngere Polly als Love Interest von Viktoria auftaucht, wird es kompliziert und einige ungesagte Verletzungen der drei Frauen brechen auf. Eine weitere Komponente der Kommunikation bringt der Rabe Toni ins Geschehen, als er Viktoria etwas sehr Wichtiges mitzuteilen versucht. Ich habe mich von dem Roman gut unterhalten gefühlt. Die Seiten flogen nur so dahin. Interessant war für mich, das Gedachte hinter dem Gesagten zu lesen. Da ist ganz viel Ungesagtes, das der Leser als inneren Monolog der Figuren miterlebt. Manchmal kam das wie ein kleiner Schock für mich, da die Figur vorher ganz anders charakterisiert wurde. Ganz besonders die männliche Figur Polly denkt ganz anders, als die weiblichen Figuren meinen. Schön fand ich ebenfalls, dass der Roman in Wien spielt und der Leser die Figuren an Orte begleitet, die abseits der Touristenpfade liegen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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