Mit seinen Romanen erobert Joe Hill regelmäßig die Spitze der internationalen Bestsellerlisten
Jahr für Jahr fordert der mächtige Drache King Sorrow von Arthur Oakes, der inzwischen Professor für Englische Literatur ist, und seinen Freunden ein Menschenopfer. Die Folgen ihrer Wahl werden immer drastischer, immer mehr unschuldige Menschen kommen bei King Sorrows Beutezügen ums Leben. Arthur ist klar, dass sie den Drachen zurück in die Große Dunkelheit verbannen müssen. Doch einer seiner Freunde spielt ein falsches Spiel ...
Der Originalroman 'King Sorrow' erscheint auf Deutsch in zwei Teilen 'King Sorrow 1' und 'King Sorrow 2'.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Sue
aus Uelzen
5/5
28.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einfach genial!
"Als du klein warst, hattest du Angst, hier herunterzukommen, sagte er. Stimmt's? Weil du wie alle Kinder insgeheim geglaubt hast, dass hier unten im Keller etwas Böses und Hungriges auf dich wartet. Und wie alle Kinder hattest du völlig recht."
Joe Hill liefert uns mit "King Sorrow" eine Geschichte, mit einem unersättlichen Drachen, die sich nicht so richtig in eine Schublade stecken lässt.
In der deutschen Übersetzung wurde das Buch aufgeteilt in "King Sorrow I" und "King Sorrow II". Nach wie vor würde ich mir wünschen, dass Verlage - wenn sie ein Buch unbedingt teilen müssen - beide Teile zeitgleich herausbringen oder aber nicht mehr als vier Wochen dazwischen liegen sollten.
"Haben Sie Angst, dass ich Ihren Namen kenne? Oder dass ihn jemand anderes kennt? Jemand, der wie verkehrten Holz im Regen riecht?"
Arthur Oakes ist ein engagierter Literaturstudent am renommierten Rackham College in Maine und genießt das Privileg Zugang zu besonders wertvollen und seltenen Büchern der Universitätsbibliothek zu haben. Eines Tages gerät er durch eine miese Laune des Schicksals an die skrupellose Drogendealerin Jayney Nighswander, die ihn dazu zwingt wertvolle Erstausgaben seltener Bücher aus der Bibliothek zu stehlen und ihr auszuhändigen oder seiner Mutter würde es schlecht ergehen. So bleibt Arthur kaum eine Wahl. Doch dann stolpern er und seine Freunde über einen okkulten Text in einem aus Menschenhaut gebundenen Buch, mit dem man angeblich ein Wesen beschwören kann, das Arthur helfen könnte Jayney loszuwerden. Doch was aus Spaß begann, wird plötzlich tödlicher Ernst, denn der Drache King Sorrow ist unersättlich ...
"Der Fuchs hört immer das Horn des Jägers und das Kläffen der sich nahenden Hunde. Unter tausend Opfern ist womöglich nicht eines, das sein Schicksal nicht kommen sieht, und solche armen Seelen sind so gut wie immer von ihren Schandtaten abgelenkt, so wie der Dieb, der gerade das erbeutete Geld zählt, während sein Komplize mit der Axt ausholt."
Joe Hill scheint das schriftstellerische Talent und die Liebe zu Geschichten von seinem berühmten Vater Stephen King geerbt zu haben und liefert uns hier eine großartige Mischung aus Fantasy und Horror. Dabei steht er seinem Vater in nichts nach und muss sich nicht hinter ihm verstecken. Hill spielt überaus gekonnt mit der Realität und dem Unvorstellbaren. Seine Charaktere werden sehr lebendig und ihre Ängste greifbar bis erlebbar. Und auch wenn man die jungen Leute manchmal gerne schütteln würde, so kann man sie durchaus verstehen und ihr Handeln nachvollziehen. Wer würde seinen Geist nicht vor schrecklichen Erlebnissen verschließen?
"Das Problem mit dem Heraufbeschwören übernatürlicher Kräfte ist, dass man sie unter Umständen nicht mehr loswird."
Er beginnt mit der Geschichte aus der Sicht von Arthur, wo wir auch erst einmal lange bleiben, ehe wir nach und nach auch die Perspektive wechseln und einzelne Abschnitte durch die anderen Protagonisten erleben. Obwohl Joe Hill die Geschichte eher langsam erzählt, so wird sie doch nach und nach so spannend, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen mochte. Dadurch, dass die Kapitel eine angenehme Länge haben, tendierte ich auch spät abends im Bett noch dazu, noch ein Kapitel und noch eins zu lesen.
"Wir haben es geschafft, eine Fantasiegestalt aus dem Reich des Unmöglichen in die Realität zu holen. Wir haben die Wirklichkeit zerschlagen wie ein Stein eine Fensterscheibe."
In der zweiten Hälfte des Buches (King Sorrow II) geht es dann mehr und mehr zur Sache. Die Freunde sind längst erwachsen und gehen ihrer Wege. Doch sie kommen auch immer wieder zusammen, denn der Drache muss gefüttert werden. Und er ist hungrig - sehr hungrig. Über die Jahre wächst den Freunden das Ganze allerdings über den Kopf und wir merken, dass es an keinem spurlos vorübergeht. Der Drache hinterlässt bei jedem von ihnen sein Mal.
"Wenn man Drachenzähne Sätze, wird man Drachen ernten."
Die Mischung von Realem mit Okkultem und dem Fantastischen ist hier wahnsinnig gut gelungen und wirkt an keiner Stelle störend oder unrund. Und ... ich meine: Wir bekommen einen Drachen! Denen kann ich ja schon einmal gar nicht widerstehen. Der Drache scheint hier zudem aber auch als Sinnbild genutzt zu werden: für Gier, Macht und Manipulation. Generell für die dunkleren Seiten, die wir sicher alle in uns tragen.
Auch tauchen wir hier mehr in die Mythologie Großbritanniens ein: Es geht um Trolle und die Arthussage. Beides wird genial mit der Story verwoben. Ich mochte vor allem die Verbindung der mythologischen Figur des Trolls mit dem heutzutage bekannten, der sich im Internet rumtreibt.
Der Autor macht aber auch nachdenklich, denn er wirft die immer wieder gestellte Frage auf, ob es in Ordnung ist, ein Leben zu nehmen, um ein anderes oder auch mehrere andere zu retten? Eine Frage, die sich nicht so leicht beantworten lässt.
"Sie - Sie alle - müssen sich nur eine einzige Frage stellen: Was würden Sie tun, um das zu schützen, was Ihnen auf der Welt am allerwichtigsten ist?"
Übersetzt aus dem Amerikanischen von Stefanie Adam und Kristof Kurz.
⚠️ Meine Rezensionen entstehen grundsätzlich ohne Hilfe von KI. Meine Rezensionen geben immer meine ganz persönliche Meinnung wieder.
Blaxy87
aus Hannover
5/5
23.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolut episch!
Schon der erste Band zu "King Sorrow" hat mich vor Begeisterung mit den Füßen stampfen lassen - die Geschichte um die junge Truppe von Arthur, Gwen, Allie, Van, Donna und Colin und deren Probleme bezüglich einer leicht fehlgeschlagenen Beschwörung des Drachen King Sorrow ist einfach absolut fesselnd!
Im zweiten Band wird ohne große Umschweife weiter gebangt und gekämpft. Die Freunde sind sich einig: King Sorrow muss beseitigt werden, damit das Blut vergießen endet.
Doch leichter gesagt, als getan..
Bei Fortsetzungen ist es unglaublich schwer auf den Inhalt einzugehen, also lasse ich es.
Ich kann aber getrost mitteilen, dass das Finale der Dilogie sogar noch ergreifender, mitreißender und actiongeladener war als der erste Band.
Durch den einen oder anderen game-changer bleibt die Geschichte unvorhersehbar und ließ mich teilweise mit offenem Mund innehalten. Grandios!
Dazu rundet das Ende die Geschichte absolut perfekt ab! Joe Hill, du bist so ein raffinierter ...! ;)
Wenn man dann noch den Umstand betrachtet, dass ich selbst gar nicht so gerne Fantasy lese, bejubel ich die Story umso mehr - "King Sorrow" hat ein enormes Potenzial mein Jahreshighlight 2026 zu werden.
Zusammengenommen ergeben die Bücher einen Umfang von 1.232 Seiten - ein Epos ähnlich wie Hill's Vater King ihn schon mehrfach serviert hat; und ähnlich leer fühlte ich mich am Ende der Geschichte.
Trotz der einen oder anderen Länge, habe ich hier eine Clique gefunden, die mir wirklich fehlen wird.
Und auch wenn viele Leser die Entscheidung des Verlags bemängeln, dass das Buch in zwei Teile gesplittet wurde, ich unterstütze die Wahl. Der erzwungene Break zwischen den Büchern hat gut getan, denn so wurde ich nicht übersättigt. Die Zeit des Wartens auf den Folgeband ist vorbei und so kann man frei entscheiden, ob man gleich weiterlesen möchte. ✌️
Harakiri
aus Ostalb
4/5
13.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Drache muss weg
Drehte sich Band 1 noch weitgehend darum, den Drachen heraufzubeschwören, geht es in Band 2 darum, ihn wieder loszuwerden. Denn King Sorrow wird immer gieriger und mit jedem Jahr blutrünstiger. Doch der Drache ist viel mächtiger als die Freunde ahnen.
Ein bisschen hat sich die Handlung dieses Mal gezogen. Der Einsturz des Gefängnisses und die Folgen haben die Handlung nicht so wirklich vorangebracht und der Start mit den Experimenten war etwas lang, wenn auch interessant. Dennoch hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen und die Story fand ich auch sehr gelungen. Mysteriöse Momente wechseln sich ab mit grausamen, fröhliche mit traurigen und Hill schont seine Protagonisten nicht. Im Gegenteil – ohne zu viel zu verraten, sie werden weniger.
Der zweite Band von King Sorrow setzt die düstere und packende Geschichte von Arthur, Donna, Gwen und Colin beeindruckend fort. Hill schafft es erneut, mit seinem charakteristischen, sehr ausführlichen Stil eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, die zu fesseln weiß. Die Figuren entwickeln sich im zweiten Band weiter und gewinnen an Tiefe. Die Handlung ist mitreißend und gut durchdacht und die Mischung aus Horror, Mystery und Drama ist gut ausbalanciert. Die mysteriösen Elemente werden dezent eingestreut, die Spannung überwiegt.
Fazit: Mit King Sorrow 2 endet die Dilogie. Alle losen Enden sind verwoben und alle Fragen geklärt. Insgesamt war die Lektüre der beiden Bücher ein sehr interessantes und mitreißendes Leseerlebnis.
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