Sigrid und Margit waren als Kinder unzertrennlich - gemeinsam trotzten sie der Kälte ihres Elternhauses. Doch dann schmiss Sigrid die Schule, zog mit ihrer besten Freundin ziellos durch die Kleinstadt und verlor sich zunehmend im Gefühl, nirgends dazuzugehören. Heute lebt Margit ein geordnetes Leben, während Sigrid kaum weiß, wo sie hingehört. Dass ausgerechnet Margit sie nicht mehr versteht, trifft sie wie ein Verrat. Erst ein tragisches Ereignis zwingt die beiden, sich der Wirklichkeit zu stellen. Im leichten, selbstironischen Ton erzählt die Autorin eine herzergreifende Geschichte über zwei Schwestern, die trotz ihrer zunehmenden Entfremdung wieder zueinander finden - und zu sich selbst.
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Ratten auf dem Jahrmarkt
Loly/ Book-Souls (Mitglied der Thalia Book Circle Community) am 01.06.2026
Bewertungsnummer: 3155319
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
In ihrer Kindheit stellten sich die Schwestern Sigrid und Margit gemeinsam der Kälte ihres Elternhauses. Als jedoch Sigrid jedoch ihren Abschluss nicht schaffte und mit ihrer besten Freundin auf der Suche nach einem Zugehörigkeitsgefühl durch die Kleinstadt zog und Margit für das College die Stadt verlässt, änderte sich die Beziehung der Schwestern. Während Margit Ordnung und Kontrolle bevorzugt, weiß Sigrid nicht, wo sie hingehört, und hat das Gefühl, dass sie einander nicht mehr verstehen. Erst ein tragisches Ereignis bringt die beiden dazu, sich der Wirklichkeit und der Frage, wer sie eigentlich sind, zu stellen und sich wieder anzunähern.
Mein Eindruck:
Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Premierenlesung lesen und wusste nicht genau, was mich erwarten würde. Als ich das Buch aufschlug und die Triggerwarnung las, befürchtete ich, dass es ein trauriges Buch werden würde – doch ich lag falsch.
„Sister Sister” ist in drei größere Bereiche gegliedert, was mir wirklich gut gefallen hat, da dadurch mehrere Perspektiven auf das Leben von Margit und Sigrid geboten werden. Im gesamten Buch finden sich kurze Tagebucheinträge oder Briefe, in denen sich die beiden Schwestern mit unterschiedlichen Erlebnissen oder Gedanken auseinandersetzen. Der Schreibstil ließ sich gut lesen und durch die kurzen Abschnitte hatte ich den Eindruck, schnell voranzukommen. An manchen Stellen bin ich über etwas bizarre Analogien gestolpert, die mich jedoch nicht wirklich gestört haben.
Sigrid und Margit haben keine optimale Schwesternbeziehung und sind unter weniger erfreulichen Bedingungen aufgewachsen. Mit dieser Geschichte hat Emily Austin aufgezeigt, in welche Richtung sich Kinder entwickeln können, die in einem von Gewalt und Streit geprägten Haushalt aufwachsen, und sie hat die Vor- und Nachteile des Kleinstadtlebens beleuchtet.
Sigrid und Margit sind beide spannende und komplexe Charaktere, denen ich gerne zugehört habe. Sie sind sich ähnlicher, als ich erwartet hatte. Kurz dachte ich sogar, dass sie ein und dieselbe Person wären, doch dem war nicht so. Was den eigentlichen Wendepunkt der Handlung anbelangt, so habe ich ihn nicht kommen sehen und mich sehr darüber gefreut. Emily Austin hat eine äußerst runde Geschichte geschrieben, in der einige Elemente regelmäßig auftreten oder sich auf bestimmte Ereignisse mehrmals bezogen wird, ohne repetitiv zu sein.
Ich bin nur wenige Jahre älter als die Schwestern und finde, dass man sich als junge Erwachsene in manchen Sorgen und Problemen gut verstanden fühlt. Es hatte zum Teil auch eine melancholische Wirkung auf mich, wenn es um die Kindheit ging. Mir haben die philosophischen Passagen gut gefallen, die Austin in die Geschichte eingebaut hat. Obwohl es nur kurz war, fand ich es gut, dass sie wichtige und ernsthafte Themen, wie Psychotherapie in ihr doch recht verspieltes Buch eingebunden hat.
„Sister Sister” hat mich positiv überrascht. Es ist intelligent, humorvoll und reflektiert das Erwachsenwerden mit all seinen Höhen und Tiefen. Ich kann es wärmstens empfehlen – zumindest für diejenigen, für die die Triggerwarnung kein Problem darstellt.
Schwesternliebe
Bewertung am 02.06.2026
Bewertungsnummer: 3156019
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Sister, Sister" von Emily R. Austin ist ein Roman, den ich nicht leicht zu lesen fand.
Das Buch erzählt die Geschichte zweier Schwestern, deren Nähe man nur leicht zwischen den Zeilen findet, sie selber sehen sich nicht als einander nahestehend.
Im ersten Teil des Buches schreibt Sigrid Briefe, Abschiedsbriefe, durch die wir sie besser kennenlernen. Das sind tiefgehende Gedanken, aber auch Kleinigkeiten, Belanglosigkeiten, es sind Augenblicke, aus denen sich ein Leben zusammensetzt.
Das Thema an sich ist schon schwer und durch die Gedanken der Schwestern werden noch mehr schwere Themen angesprochen und verarbeitet. Nicht immer konnte ich Gedanken und Handlungen nachvollziehen, aber immer wurde es erklärt.
Die Schwestern hatten eine schwierige gemeinsame Kindheit, die eine hat sich mit aller Macht angepasst, die andere immer sich aufgelehnt und gekämpft. Beide wirken auf mich unverstanden und verloren.
Das Buch ist nicht nur traurig, es gibt auch viel Hoffnung und eine Perspektive.
Hier werden sehr schwierige Themen, in der Familie, der Politik, der Einstellung, ohne Selbstmitleid und auch mit einer Prise schwarzen Humors, angesprochen. Für mich war es keine leichte Lektüre.
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