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Die Waffen-SS Hitlers überschätzte Prätorianer

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20,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.02.2026

Verlag

Theiss in Herder

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,4/13,5/3,3 cm

Gewicht

498 g

Farbe

Weiß / Kaffee

Auflage

1. Auflage, Überarbeitete Ausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-534-61198-0

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Taschenbuch

Erscheinungsdatum

16.02.2026

Verlag

Theiss in Herder

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

21,4/13,5/3,3 cm

Gewicht

498 g

Farbe

Weiß / Kaffee

Auflage

1. Auflage, Überarbeitete Ausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-534-61198-0

Herstelleradresse

Theiss in Herder
Hermann-Herder-Straße 4
79104 Freiburg
DE

Email: [email protected]

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Entzauberung eines Mythos

Gertie G. aus Wien am 30.04.2019

Bewertungsnummer: 1206826

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Klaus-Jürgen Bremm geht in diesem Sachbuch der Frage nach dem „Selbst- und Fremdbild“ der Waffen-SS nach und fördert interessante Details und nicht so bekannte Insiderinformationen zu Tage. In fünf Kapitel geht der Autor, Historiker und Publizist mit dem Spezialgebiet „Militärgeschichte“, dem Mythos der „Prätorianer Hitlers“ nach: • Die Vorläufer der Waffen-SS bis zum Kriegsausbruch • Die Waffen-SS bis zum Krieg gegen die Sowjetunion • „Barbarossa“ – Ein neuer „Germanenzug“ nach Osten • Die Waffen-SS in der Defensive 1943-45 • Erfolgreicher als im Krieg Akribisch arbeitet sich Klaus-Jürgen Bremm durch die Geschichte der Waffen-SS, von ihren Anfängen im Juni 1934 bis weit in die Nachkriegsgeschichte. Bekannt ist, dass die Truppen sich selbst während des Krieges als „Elite-Einheit gesehen haben. Dazu sind sie von Heinrich Himmler richtiggehend in den Olymp der Waffengattungen gehoben worden. Nach dem Krieg haben die Überlebenden den Mythos „wir waren Soldaten wie alle anderen auch“ gepflegt. Weniger bekannt ist, dass die Truppen aufgrund von einigen unfähigen Kommandanten und bunt zusammengewürfelten Mannschaften nicht die Erfolge brachten, die man von ihnen erwartete. Die Soldaten stammen aus allen Bevölkerungsschichten. Die adeligen Offiziere des Ersten Weltkrieges sind dem Regime ja ein Dorn im Auge und daher verzichtet man auf deren Führungskompetent. Die Soldaten werden einem Aufnahmetest unterzogen den die größtenteils nicht bestehen, daher werden diese Tests wieder abgeschafft – die passende Gesinnung ist Anforderung genug. Später werden dann auch Männer zwangsrekrutiert. Interessant ist auch, dass ihr trotz oft deutlich besserer Ausrüstung (und Verpflegung) keine nennenswerte militärische Bedeutung zugesprochen werden kann. Mittelmaß und oft Dilettantismus gepaart mit Fanatismus scheint hier die Devise zu sein. „Je länger der Krieg fortdauert, umso mehr müssen wir die gesamten Führer, Unterführer und Männer zu immer fanatischeren und überzeugteren Willensträgern der nationalsozialistischen Weltanschauung und zur Idee unseres Führers Adolf Hitler erzielen.“ (S.49) Die Soldaten der Waffen-SS sind Soldaten der Propaganda, die durch ihr martialisches Auftreten in den schwarzen Uniformen aus dem üblichen Feldgrau hervorstechen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese Formationen eher die „inneren Feinde“ in Schach halten sollten, denn mit besonderen militärischen Leistungen können sie nicht aufwarten. Im Gegenteil, man kann ihnen jede Menge Kriegsverbrechen nachweisen, die nach dem Krieg häufig nur milde geahndet werden, wie die Urteile der Kriegsverbrecherprozesse beweisen. Eine besondere Beachtung schenkt Klaus-Jürgen Bremm den Mitgliedern der Waffen-SS und ihrem Verhalten in der Nachkriegszeit. Mit der, ihnen in Fleisch und Blut übergegangenen Mitteln der Propaganda, feilen sie an ihrem Mythos „nur gewöhnliche Soldaten“ gewesen zu sein. Hier klaffen Selbst- und Fremdbild deutlich auseinander. So stellen sie sich als Kämpfer für Der Autor wagt die interessante Feststellung, dass der wahre Erfolg von Hitlers überschätzten Prätorianern, die Darstellung ihrer Rolle während des Krieges gewesen ist. Mit ihrer »kämpferischer Bewährung, Heldentum und Opfermut« verschleiern sie ihre wirkliche Bedeutung bei den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Die detaillierten und sachlichen Schilderungen werden durch zahlreiche Fotos und Karten zu den einzelnen Schlachten unterstützt. Im Anhang gibt neben einer genauen Übersicht sämtlicher Verbände der Waffen-SS, ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis. Fazit: Ein penibel recherchiertes und fundiertes Sachbuch zu einer lange Jahre überschätztes „Eliteeinheit“ des Dritten Reiches. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Entzauberung eines Mythos

Gertie G. aus Wien am 30.04.2019
Bewertungsnummer: 1206826
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Klaus-Jürgen Bremm geht in diesem Sachbuch der Frage nach dem „Selbst- und Fremdbild“ der Waffen-SS nach und fördert interessante Details und nicht so bekannte Insiderinformationen zu Tage. In fünf Kapitel geht der Autor, Historiker und Publizist mit dem Spezialgebiet „Militärgeschichte“, dem Mythos der „Prätorianer Hitlers“ nach: • Die Vorläufer der Waffen-SS bis zum Kriegsausbruch • Die Waffen-SS bis zum Krieg gegen die Sowjetunion • „Barbarossa“ – Ein neuer „Germanenzug“ nach Osten • Die Waffen-SS in der Defensive 1943-45 • Erfolgreicher als im Krieg Akribisch arbeitet sich Klaus-Jürgen Bremm durch die Geschichte der Waffen-SS, von ihren Anfängen im Juni 1934 bis weit in die Nachkriegsgeschichte. Bekannt ist, dass die Truppen sich selbst während des Krieges als „Elite-Einheit gesehen haben. Dazu sind sie von Heinrich Himmler richtiggehend in den Olymp der Waffengattungen gehoben worden. Nach dem Krieg haben die Überlebenden den Mythos „wir waren Soldaten wie alle anderen auch“ gepflegt. Weniger bekannt ist, dass die Truppen aufgrund von einigen unfähigen Kommandanten und bunt zusammengewürfelten Mannschaften nicht die Erfolge brachten, die man von ihnen erwartete. Die Soldaten stammen aus allen Bevölkerungsschichten. Die adeligen Offiziere des Ersten Weltkrieges sind dem Regime ja ein Dorn im Auge und daher verzichtet man auf deren Führungskompetent. Die Soldaten werden einem Aufnahmetest unterzogen den die größtenteils nicht bestehen, daher werden diese Tests wieder abgeschafft – die passende Gesinnung ist Anforderung genug. Später werden dann auch Männer zwangsrekrutiert. Interessant ist auch, dass ihr trotz oft deutlich besserer Ausrüstung (und Verpflegung) keine nennenswerte militärische Bedeutung zugesprochen werden kann. Mittelmaß und oft Dilettantismus gepaart mit Fanatismus scheint hier die Devise zu sein. „Je länger der Krieg fortdauert, umso mehr müssen wir die gesamten Führer, Unterführer und Männer zu immer fanatischeren und überzeugteren Willensträgern der nationalsozialistischen Weltanschauung und zur Idee unseres Führers Adolf Hitler erzielen.“ (S.49) Die Soldaten der Waffen-SS sind Soldaten der Propaganda, die durch ihr martialisches Auftreten in den schwarzen Uniformen aus dem üblichen Feldgrau hervorstechen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese Formationen eher die „inneren Feinde“ in Schach halten sollten, denn mit besonderen militärischen Leistungen können sie nicht aufwarten. Im Gegenteil, man kann ihnen jede Menge Kriegsverbrechen nachweisen, die nach dem Krieg häufig nur milde geahndet werden, wie die Urteile der Kriegsverbrecherprozesse beweisen. Eine besondere Beachtung schenkt Klaus-Jürgen Bremm den Mitgliedern der Waffen-SS und ihrem Verhalten in der Nachkriegszeit. Mit der, ihnen in Fleisch und Blut übergegangenen Mitteln der Propaganda, feilen sie an ihrem Mythos „nur gewöhnliche Soldaten“ gewesen zu sein. Hier klaffen Selbst- und Fremdbild deutlich auseinander. So stellen sie sich als Kämpfer für Der Autor wagt die interessante Feststellung, dass der wahre Erfolg von Hitlers überschätzten Prätorianern, die Darstellung ihrer Rolle während des Krieges gewesen ist. Mit ihrer »kämpferischer Bewährung, Heldentum und Opfermut« verschleiern sie ihre wirkliche Bedeutung bei den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Die detaillierten und sachlichen Schilderungen werden durch zahlreiche Fotos und Karten zu den einzelnen Schlachten unterstützt. Im Anhang gibt neben einer genauen Übersicht sämtlicher Verbände der Waffen-SS, ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis. Fazit: Ein penibel recherchiertes und fundiertes Sachbuch zu einer lange Jahre überschätztes „Eliteeinheit“ des Dritten Reiches. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Sehr speziell, aber hochinteressant

Igelmanu66 aus Mülheim am 24.10.2018

Bewertungsnummer: 1141706

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

»Nicht lange nachdem der Kampfgruppenkommandeur mit seinem Panzer die Kreuzung hinter sich gelassen hatte, eröffneten die zurückgebliebenen SS-Soldaten mit ihren automatischen Bordwaffen das Feuer auf ihre wehrlosen Opfer. Wer von den Amerikanern die ersten Salven überlebt hatte, wurde anschließend per Kopfschuss getötet.« Es sind Taten wie diese, die man gemeinhin mit der Waffen-SS in Verbindung bringt, Gräueltaten, die in ihrer Brutalität jedes Maß vermissen lassen. Auf der anderen Seite hält sich hartnäckig das Bild von der Waffen-SS als militärischer Elite des Regimes, die immer wieder kritische Lagen an allen Fronten meistern konnte. Was die Kriegsverbrechen und Massenmorde angeht, gibt es keine Zweifel, genügend Gerichtsurteile sind dazu ergangen. Aber wie steht es mit der Frage nach der Elite? Klaus-Jürgen Bremm, Historiker und Publizist mit dem Spezialgebiet Militärgeschichte, hat sich diesem Punkt gewidmet. Akribisch arbeitet er die Geschichte durch, vom ersten scharfen Einsatz der Truppe am 30. Juni 1934 an bis weit in die Nachkriegszeit. Chronologisch werden Einsätze und Schlachten durchgearbeitet, präzise aufgeschlüsselt in Aktivitäten der Wehrmacht einerseits und solche der Waffen-SS andererseits. Schon nach kurzer Zeit wankt das Bild der militärischen Elite gewaltig, lässt sich von Ausnahmen abgesehen keine aus militärischer Sicht bedeutendere Rolle erkennen. Und das trotz häufig besserer Ausrüstung. Dieses Bild zieht sich durch. Immer wieder stößt man auf überzeichnete Darstellungen der Leistungen der Waffen-SS in der Presse, liest man von Aktionen, bei denen gewöhnliche Heeresdivisionen ebenfalls beteiligt waren, teils sogar höhere Verluste im Kampf hatten, und trotzdem den Platz auf den Titelseiten für die SS-Division räumen mussten. Wie kam es dazu? Weshalb erbrachten die angeblichen Elite-Soldaten in Wahrheit keine herausragenden Leistungen? Bremm blickt an dieser Stelle auf die Zusammensetzung der Truppe und ihre Ausbildung. Während Himmler in seinen Reden von einer »elitären Gemeinschaft nordisch bestimmter Männer« schwärmte, war seine SS tatsächlich ein zusammengewürfelter Haufen von Männern aus allen Gesellschaftsschichten. Da fanden sich ehemalige Soldaten, Polizisten, Kaufleute, Landwirte, Handwerker, aber auch Schläger und Kriminelle. Herkunft und Bildung entsprachen also schon mal nicht den NS-Fantasien vom elitären, nordischen Kämpfertyp und beim Lehrpersonal in den Kaderschmieden sah es nicht anders aus. Als von Himmler eingeschaltete psychologische Prüfstellen die charakterliche Eignung der zukünftigen SS-Führer untersuchen sollten, führte dies zum reihenweisen Durchfallen der Bewerber. Daraufhin schaffte Himmler die Prüfstellen wieder ab und erklärte, dass es ihm »bei der Auswahl der Bewerber zukünftig vor allem auf rassische Gesichtspunkte und eine einwandfreie Ahnenreihe ankomme.« Die Propagandatruppe sollte halt in erster Linie gut aussehen, daher steckten die großgewachsenen Gestalten in beeindruckenden schwarzen Uniformen. Ihre zweite Aufgabe war, »willige Schlächter des Regimes zu sein«, die sich dadurch auszeichneten, dass sie keine Fragen stellten und niemals diskutierten. Hitler sah in den Stammdivisionen der Waffen-SS anfangs vor allem »ein ihm bedingungslos ergebenes Staatsschutzkorps, das im Extremfall jeden möglichen Versuch der deutschen Bevölkerung, den »Verrat« vom November 1918 zu wiederholen, brutal niederschlagen sollte.« Der Fronteinsatz diente in seiner Logik der militärischen Bewährung und damit der »politischen Legitimation eines notfalls schonungslosen Kampfes nach innen.« Bekanntlich nutzte das Regime seine angsteinflößende Wirkung zur Sicherung der eigenen Machtposition. Und die martialischen SS-Truppen waren dabei ein wichtiges Instrument. Zweifel an der überragenden Stärke durften nicht aufkommen, weshalb selbst glatte Fehlschläge durch öffentlichkeitswirksame Auszeichnungen getarnt wurden. All das wird vom Autor gut herausgearbeitet und sachlich dargestellt. In einigen Fällen, in denen es für der SS zugerechnete Gräueltaten keine Beweise gibt, erwähnt er das ebenfalls. Diese Objektivität schätze ich gerade bei Sachbüchern besonders! Es bleiben aber ohnehin mehr als genug massive Kriegsverbrechen über, die gesichert und bewiesen sind und ebenfalls beschrieben werden. Ich habe schon viel darüber gelesen und trotzdem schockiert es mich immer wieder, wenn ich von diesen Fällen lese, in denen »nur töten« den Tätern nicht reicht. Und nicht weniger schockierend ist, wenn diese Untaten im Anschluss von höherer Stelle gedeckt werden. Da kommt dann beispielsweise ein SS-Hauptsturmführer mit einer Disziplinarmaßnahme davon, obwohl auf sein Konto bestialisch ermordete Kleinkinder gehen. Und ein anderer kaltblütiger Massenmord an gefangenen Briten sorgte zwar unter der Heeresgeneralität für Empörung, doch Himmler und Eicke wussten eine Strafverfolgung zu hintertreiben. Sehr interessant ist auch die Betrachtung der Nachkriegszeit. Wie erging es den ehemaligen SS-Soldaten, wie war ich Ansehen und wie stellten sie sich dar? Der Autor führt hier die faszinierende These aus, dass sie nach dem Krieg erfolgreicher waren als währenddessen. So schafften sie es, dass bei ihrem Bild in der Öffentlichkeit die Darstellung von »kämpferischer Bewährung, Heldentum und Opfermut« im Fokus stand. »Der Bundeskanzler war es sogar, der in einer Wahlkampfrede in Hannover im August 1953 den ehemaligen Soldaten der Waffen-SS das zentrale Stichwort ihrer künftigen Selbstdarstellung lieferte, als er resümierte: Die Waffen-SS hat nur den Namen gemeinsam mit der SS, aber im übrigen waren es Soldaten wie andere auch.« Wie gut, dass dieses Buch mithilft, da einiges geradezurücken! Die detaillierten und sachlichen Schilderungen werden durch zahlreiche Fotos und Karten zu den einzelnen Schlachten unterstützt. Im Anhang gibt es u.a. eine genaue Übersicht sämtlicher Verbände der Waffen-SS. Fazit: Sehr speziell, aber hochinteressant und bestechend durch eine detaillierte und sachliche Darstellung.

Sehr speziell, aber hochinteressant

Igelmanu66 aus Mülheim am 24.10.2018
Bewertungsnummer: 1141706
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

»Nicht lange nachdem der Kampfgruppenkommandeur mit seinem Panzer die Kreuzung hinter sich gelassen hatte, eröffneten die zurückgebliebenen SS-Soldaten mit ihren automatischen Bordwaffen das Feuer auf ihre wehrlosen Opfer. Wer von den Amerikanern die ersten Salven überlebt hatte, wurde anschließend per Kopfschuss getötet.« Es sind Taten wie diese, die man gemeinhin mit der Waffen-SS in Verbindung bringt, Gräueltaten, die in ihrer Brutalität jedes Maß vermissen lassen. Auf der anderen Seite hält sich hartnäckig das Bild von der Waffen-SS als militärischer Elite des Regimes, die immer wieder kritische Lagen an allen Fronten meistern konnte. Was die Kriegsverbrechen und Massenmorde angeht, gibt es keine Zweifel, genügend Gerichtsurteile sind dazu ergangen. Aber wie steht es mit der Frage nach der Elite? Klaus-Jürgen Bremm, Historiker und Publizist mit dem Spezialgebiet Militärgeschichte, hat sich diesem Punkt gewidmet. Akribisch arbeitet er die Geschichte durch, vom ersten scharfen Einsatz der Truppe am 30. Juni 1934 an bis weit in die Nachkriegszeit. Chronologisch werden Einsätze und Schlachten durchgearbeitet, präzise aufgeschlüsselt in Aktivitäten der Wehrmacht einerseits und solche der Waffen-SS andererseits. Schon nach kurzer Zeit wankt das Bild der militärischen Elite gewaltig, lässt sich von Ausnahmen abgesehen keine aus militärischer Sicht bedeutendere Rolle erkennen. Und das trotz häufig besserer Ausrüstung. Dieses Bild zieht sich durch. Immer wieder stößt man auf überzeichnete Darstellungen der Leistungen der Waffen-SS in der Presse, liest man von Aktionen, bei denen gewöhnliche Heeresdivisionen ebenfalls beteiligt waren, teils sogar höhere Verluste im Kampf hatten, und trotzdem den Platz auf den Titelseiten für die SS-Division räumen mussten. Wie kam es dazu? Weshalb erbrachten die angeblichen Elite-Soldaten in Wahrheit keine herausragenden Leistungen? Bremm blickt an dieser Stelle auf die Zusammensetzung der Truppe und ihre Ausbildung. Während Himmler in seinen Reden von einer »elitären Gemeinschaft nordisch bestimmter Männer« schwärmte, war seine SS tatsächlich ein zusammengewürfelter Haufen von Männern aus allen Gesellschaftsschichten. Da fanden sich ehemalige Soldaten, Polizisten, Kaufleute, Landwirte, Handwerker, aber auch Schläger und Kriminelle. Herkunft und Bildung entsprachen also schon mal nicht den NS-Fantasien vom elitären, nordischen Kämpfertyp und beim Lehrpersonal in den Kaderschmieden sah es nicht anders aus. Als von Himmler eingeschaltete psychologische Prüfstellen die charakterliche Eignung der zukünftigen SS-Führer untersuchen sollten, führte dies zum reihenweisen Durchfallen der Bewerber. Daraufhin schaffte Himmler die Prüfstellen wieder ab und erklärte, dass es ihm »bei der Auswahl der Bewerber zukünftig vor allem auf rassische Gesichtspunkte und eine einwandfreie Ahnenreihe ankomme.« Die Propagandatruppe sollte halt in erster Linie gut aussehen, daher steckten die großgewachsenen Gestalten in beeindruckenden schwarzen Uniformen. Ihre zweite Aufgabe war, »willige Schlächter des Regimes zu sein«, die sich dadurch auszeichneten, dass sie keine Fragen stellten und niemals diskutierten. Hitler sah in den Stammdivisionen der Waffen-SS anfangs vor allem »ein ihm bedingungslos ergebenes Staatsschutzkorps, das im Extremfall jeden möglichen Versuch der deutschen Bevölkerung, den »Verrat« vom November 1918 zu wiederholen, brutal niederschlagen sollte.« Der Fronteinsatz diente in seiner Logik der militärischen Bewährung und damit der »politischen Legitimation eines notfalls schonungslosen Kampfes nach innen.« Bekanntlich nutzte das Regime seine angsteinflößende Wirkung zur Sicherung der eigenen Machtposition. Und die martialischen SS-Truppen waren dabei ein wichtiges Instrument. Zweifel an der überragenden Stärke durften nicht aufkommen, weshalb selbst glatte Fehlschläge durch öffentlichkeitswirksame Auszeichnungen getarnt wurden. All das wird vom Autor gut herausgearbeitet und sachlich dargestellt. In einigen Fällen, in denen es für der SS zugerechnete Gräueltaten keine Beweise gibt, erwähnt er das ebenfalls. Diese Objektivität schätze ich gerade bei Sachbüchern besonders! Es bleiben aber ohnehin mehr als genug massive Kriegsverbrechen über, die gesichert und bewiesen sind und ebenfalls beschrieben werden. Ich habe schon viel darüber gelesen und trotzdem schockiert es mich immer wieder, wenn ich von diesen Fällen lese, in denen »nur töten« den Tätern nicht reicht. Und nicht weniger schockierend ist, wenn diese Untaten im Anschluss von höherer Stelle gedeckt werden. Da kommt dann beispielsweise ein SS-Hauptsturmführer mit einer Disziplinarmaßnahme davon, obwohl auf sein Konto bestialisch ermordete Kleinkinder gehen. Und ein anderer kaltblütiger Massenmord an gefangenen Briten sorgte zwar unter der Heeresgeneralität für Empörung, doch Himmler und Eicke wussten eine Strafverfolgung zu hintertreiben. Sehr interessant ist auch die Betrachtung der Nachkriegszeit. Wie erging es den ehemaligen SS-Soldaten, wie war ich Ansehen und wie stellten sie sich dar? Der Autor führt hier die faszinierende These aus, dass sie nach dem Krieg erfolgreicher waren als währenddessen. So schafften sie es, dass bei ihrem Bild in der Öffentlichkeit die Darstellung von »kämpferischer Bewährung, Heldentum und Opfermut« im Fokus stand. »Der Bundeskanzler war es sogar, der in einer Wahlkampfrede in Hannover im August 1953 den ehemaligen Soldaten der Waffen-SS das zentrale Stichwort ihrer künftigen Selbstdarstellung lieferte, als er resümierte: Die Waffen-SS hat nur den Namen gemeinsam mit der SS, aber im übrigen waren es Soldaten wie andere auch.« Wie gut, dass dieses Buch mithilft, da einiges geradezurücken! Die detaillierten und sachlichen Schilderungen werden durch zahlreiche Fotos und Karten zu den einzelnen Schlachten unterstützt. Im Anhang gibt es u.a. eine genaue Übersicht sämtlicher Verbände der Waffen-SS. Fazit: Sehr speziell, aber hochinteressant und bestechend durch eine detaillierte und sachliche Darstellung.

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