Produktbild: Paranoia in Hollywood

Paranoia in Hollywood Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten 1941–1953

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28,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

16383

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2026

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

22,5/15/3,5 cm

Gewicht

618 g

Farbe

Karamell / Schwarz

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-2103-2

Beschreibung

Rezension

»Glänzend und schnörkellos geschrieben erzählt Jan Jekal in seinem für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominierten Debüt die Geschichte einer schleichenden Entfremdung von Amerika. Mit feiner Balance zwischen differenzierter Ausgewogenheit und Empathie gegenüber seinen Sujets. Geradezu filmisch setzen sich die Werdegänge der zahlreichen Protagonisten zusammen. Sie ergeben das Panorama einer Gesellschaft, deren Freiheitsanspruch von Unsicherheit und Paranoia zurückgedrängt wird – ein Bild, das bedrückend aktuell wirkt.« – Tobias Sedlmaier, Neue Zürcher Zeitung ("NZZ - Neue Zürcher Zeitung")
»Was Jan Jekal in seinem Buch erzählt handelt aber nicht nur von unterschiedlichen Schicksalen, sondern auch von einem gemeinsamen Antrieb.« – 3sat ("3sat - Kulturzeit")
»So elegant und gewitzt erzählt, dass die Lektüre zum reinen Vergnügen wird.« ("Der Tagesspiegel")
»Einzigartig ... die Flüssigkeit, mit der Jekal unzählige Anekdoten zusammensetzt zu einer großen Erzählung.« ("der Freitag")
»In Paranoia in Hollywood zeigt Jan Jekal, wie aus einem Ort der Rettung ein Raum der Angst wurde und aus gefeierten Geflüchteten Verdächtige.« ("radio3 (rbb)")
»Ein Titel, der alles sagt – und trotzdem neugierig macht. [...] Hochaktuell angesichts der Debatten über Freiheit und Verfolgung.« ("Frankfurter Rundschau")

Produktdetails

Verkaufsrang

16383

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2026

Verlag

Matthes & Seitz

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

22,5/15/3,5 cm

Gewicht

618 g

Farbe

Karamell / Schwarz

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7518-2103-2

Herstelleradresse

Matthes & Seitz Verlag
Großbeerenstraße 57A
10965 Berlin
DE

Email: [email protected]

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Gut gemacht, aber der Funke ...

EvyHeart am 18.04.2026

Bewertungsnummer: 3112645

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Titel des Buches klang sehr plakativ, trotzdem hat mich das Thema gereizt. Ich habe schon einige Biografien über Emmigranten gelesen und wollte nun einen anderen Aspekt sehen. Letzlich fällt mir eine Bewertung schwer, weil das Buch für mich gut war, aber der Funke fehlte. Worum geht es? Das Buch beschreibt die Zeit der Emmigranten in Hollywood in den 40er Jahren und behandelt dabei Themen wie Arbeit, Kunst und das berüchtigte HUAC (Kommitee für anti-amerikanische Umtriebe). Im Mittelpunkt stehen dabei Thomas Mann, Billy Wilder und William Wyler. Viele weitere Persönlichkeiten werden eingeflochten. Den roten Faden bildet die Salonière Salka Viertel. Wie hat mir das Buch gefallen? Das Buch hat mich gefesselt, ich habe es flott durchgelesen, es hatte keine Längen. Für mich passen Titel und Klappentext aber nur bedingt zum Inhalt, weil es nur im zweiten Teil tatsächlich um das HUAC, um die Paranoia geht. Das führte bei mir dazu, dass die Spannung ein bisschen raus war. Das Buch versammelt wundervoll faktenreich verschiedene Biografien von emmigrierten Künstler:innen in den USA, überwiegend aus dem Filmgeschäft. Es war interessant zu lesen und nie langweilig. Der Autor erzählt lebhaft, an seltenen Stellen wird kommentiert. Es gibt für 330 Seiten 744 Fußnoten, was sehr viel ist. Das Buch ist also gut recherchiert. Die Auswahl der Persönlichkeiten fand ich nicht ganz gelungen. Der Autor versammelt die Großen der Filmbranche und schafft es, verschiedene Strömungen darzustellen. Beispielsweise wird Bertholt Brecht erwähnt, der die USA ohnehin verlassen wollte und die Anhörung vor dem HUAC eher als Bühne betrachtete, auf der er seine Abschiedsvorstellung gibt. Ich mochte auch die Verflechtungen der Studiobosse, von denen einige jüdische Wurzeln haben, ins Thema. Der Antisemitismus in den USA, der im Buch manchmal anklingt. Für mich war Thomas Manns Rolle im Buch zu groß. Mann ist ein sehr gut erschlossenes Feld, aber für mich war er eher ein Mensch, der mit seiner politischen Meinung gehadert hat. Dem Konflikt mit Adorno und Schönberg bei der Entstehung des "Doktor Faustus" gibt das Buch einige Seiten. Ich fand das nett, habe mich aber gefragt, ob es nicht andere Persönlichkeiten gegeben hat, die mehr Raum verdient hatten. Die unbekannter sind, mehr bewegt oder eine andere Ansicht gehabt haben. Mich hat das Buch emotional nicht so gepackt, weil ich die Zusammenhänge manchmal nicht gut nachfühlen konnte. Für mich haben manchmal ein paar Grundlagen gefehlt z.B. bei der Entstehtung des HUACs. Der Weg wird erklärt, aber ... es fehlte etwas. Auch die Frage, welche Persönlichkeiten sich in den USA heimisch fühlten und warum, das interessiert mich. Es ist ein Sachbuch, klar. Aber manchmal wären weniger Fakten und mehr Erzählerisches gut gewesen. Wirklich bildhaft ist das Buch an Anfang und Ende, als der Autor das Haus Salka Viertels beschreibt. Die Szene ist sehr beeindruckend und führt gut in das Buch ein (und aus). Dieser rote Faden funktioniert sehr gut, obwohl ich Salka Viertel vorher nicht kannte. Fazit Ich denke, das Buch gefällt vielen Leuten. Es ist gut erzählt, vereint verschiedene bekannte Persönlichkeiten und bleibt meistens fokussiert. Der eigentliche Schwerpunkt ging bei mir etwas unter, das empfindet aber jeder anders. Defintiv ein gutes Buch.

Gut gemacht, aber der Funke ...

EvyHeart am 18.04.2026
Bewertungsnummer: 3112645
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Titel des Buches klang sehr plakativ, trotzdem hat mich das Thema gereizt. Ich habe schon einige Biografien über Emmigranten gelesen und wollte nun einen anderen Aspekt sehen. Letzlich fällt mir eine Bewertung schwer, weil das Buch für mich gut war, aber der Funke fehlte. Worum geht es? Das Buch beschreibt die Zeit der Emmigranten in Hollywood in den 40er Jahren und behandelt dabei Themen wie Arbeit, Kunst und das berüchtigte HUAC (Kommitee für anti-amerikanische Umtriebe). Im Mittelpunkt stehen dabei Thomas Mann, Billy Wilder und William Wyler. Viele weitere Persönlichkeiten werden eingeflochten. Den roten Faden bildet die Salonière Salka Viertel. Wie hat mir das Buch gefallen? Das Buch hat mich gefesselt, ich habe es flott durchgelesen, es hatte keine Längen. Für mich passen Titel und Klappentext aber nur bedingt zum Inhalt, weil es nur im zweiten Teil tatsächlich um das HUAC, um die Paranoia geht. Das führte bei mir dazu, dass die Spannung ein bisschen raus war. Das Buch versammelt wundervoll faktenreich verschiedene Biografien von emmigrierten Künstler:innen in den USA, überwiegend aus dem Filmgeschäft. Es war interessant zu lesen und nie langweilig. Der Autor erzählt lebhaft, an seltenen Stellen wird kommentiert. Es gibt für 330 Seiten 744 Fußnoten, was sehr viel ist. Das Buch ist also gut recherchiert. Die Auswahl der Persönlichkeiten fand ich nicht ganz gelungen. Der Autor versammelt die Großen der Filmbranche und schafft es, verschiedene Strömungen darzustellen. Beispielsweise wird Bertholt Brecht erwähnt, der die USA ohnehin verlassen wollte und die Anhörung vor dem HUAC eher als Bühne betrachtete, auf der er seine Abschiedsvorstellung gibt. Ich mochte auch die Verflechtungen der Studiobosse, von denen einige jüdische Wurzeln haben, ins Thema. Der Antisemitismus in den USA, der im Buch manchmal anklingt. Für mich war Thomas Manns Rolle im Buch zu groß. Mann ist ein sehr gut erschlossenes Feld, aber für mich war er eher ein Mensch, der mit seiner politischen Meinung gehadert hat. Dem Konflikt mit Adorno und Schönberg bei der Entstehung des "Doktor Faustus" gibt das Buch einige Seiten. Ich fand das nett, habe mich aber gefragt, ob es nicht andere Persönlichkeiten gegeben hat, die mehr Raum verdient hatten. Die unbekannter sind, mehr bewegt oder eine andere Ansicht gehabt haben. Mich hat das Buch emotional nicht so gepackt, weil ich die Zusammenhänge manchmal nicht gut nachfühlen konnte. Für mich haben manchmal ein paar Grundlagen gefehlt z.B. bei der Entstehtung des HUACs. Der Weg wird erklärt, aber ... es fehlte etwas. Auch die Frage, welche Persönlichkeiten sich in den USA heimisch fühlten und warum, das interessiert mich. Es ist ein Sachbuch, klar. Aber manchmal wären weniger Fakten und mehr Erzählerisches gut gewesen. Wirklich bildhaft ist das Buch an Anfang und Ende, als der Autor das Haus Salka Viertels beschreibt. Die Szene ist sehr beeindruckend und führt gut in das Buch ein (und aus). Dieser rote Faden funktioniert sehr gut, obwohl ich Salka Viertel vorher nicht kannte. Fazit Ich denke, das Buch gefällt vielen Leuten. Es ist gut erzählt, vereint verschiedene bekannte Persönlichkeiten und bleibt meistens fokussiert. Der eigentliche Schwerpunkt ging bei mir etwas unter, das empfindet aber jeder anders. Defintiv ein gutes Buch.

Verfolgungswahn in Hollywood

esque aus Darmstadt am 12.03.2026

Bewertungsnummer: 3074291

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte der deutschsprachigen Emigration nach Kalifornien wurde lange Zeit entlang eines vertrauten Narrativs erzählt. Es ist die Erzählung vom „Weimar am Pazifik“, von Thomas Manns repräsentativem Frühstück in Pacific Palisades und von Billy Wilders Weg zur Unsterblichkeit. In dieser Lesart erscheint das Exil oft als eine sonnendurchflutete, wenngleich von Heimweh begleitete Wartehalle bis zur Rückkehr nach Europa. Jan Jekal tritt in seinem Buch „Paranoia in Hollywood“ (Matthes & Seitz Berlin) dieser romantisierten Vorstellung entgegen. Jekals Untersuchung konzentriert sich auf die Jahre 1941 bis 1953 und damit auf eine Phase, in der die politische Atmosphäre in den USA radikal umschlug. Die zentrale These des Buches beschreibt ein Paradox: Dieselbe Demokratie, die den Verfolgten des Nationalsozialismus Schutz bot, transformierte sich innerhalb weniger Jahre in eine Instanz der systematischen Ausgrenzung. Mit dem Übergang vom Zweiten Weltkrieg zum Kalten Krieg gerieten die antifaschistischen Intellektuellen unter den Generalverdacht des Kommunismus. Jan Jekal stützt seine Analyse auf bislang kaum ausgewertetes Archivmaterial. Diese Dokumente belegen eine lückenlose Überwachung durch das FBI unter J. Edgar Hoover. Die Akten zeichnen ein Bild, in dem die Grenze zwischen legitimer staatlicher Sicherheit und paranoider Bespitzelung verschwimmt. Wenn Jekal schildert, wie der Hausmüll von Exilanten durchsucht oder Privatgespräche abgehört wurden, verlässt er die Ebene der bloßen Anekdote und liefert eine präzise Dokumentation staatlicher Repression in einer demokratischen Gesellschaft. Ein wesentlicher Verdienst des Buches liegt in der differenzierten Darstellung der Exilgemeinde. Jekal verzichtet darauf, die Künstler als geschlossene Gruppe von Helden zu stilisieren. Stattdessen zeigt er Menschen unter extremem existenziellem Druck, deren Reaktionen von mutigem Aktivismus und intellektuellem Witz bis hin zu Kapitulation und „Verrat“ reichten. Während einige Regisseure wie Fritz Lang die Erfahrung der Verfolgung in die Ästhetik des Film Noir übersetzten und so einen „codierten Widerstand“ leisteten, zerbrachen andere an der sozialen Isolation und den Arbeitsverboten der „Schwarzen Listen“. Formal besticht das Werk durch eine journalistische Präzision, die ohne moralisierenden Unterton auskommt. Jekal gelingt es, die historische Lücke zwischen dem rettenden Hafen der frühen 1940er-Jahre und der systematischen Verfolgung durch den McCarthyismus zu schließen. Paranoia in Hollywood ist ein Sachbuch. Aber eines, das weiß, wie man Spannung erzeugt. Jan Jekals Debüt, das auch direkt für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch nominiert wurde, ist ein sehr lesenswertes Buch. Es füllt eine Lücke in der deutschsprachigen Exilforschung und tut dies mit journalistischer Präzision und erzählerischem Bewusstsein. Es hat den Mut, eine romantisierte Geschichte gegen den Strich zu bürsten, und stützt diesen Mut auf erstmals ausgewertetes Quellenmaterial. 4,5/5

Verfolgungswahn in Hollywood

esque aus Darmstadt am 12.03.2026
Bewertungsnummer: 3074291
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Geschichte der deutschsprachigen Emigration nach Kalifornien wurde lange Zeit entlang eines vertrauten Narrativs erzählt. Es ist die Erzählung vom „Weimar am Pazifik“, von Thomas Manns repräsentativem Frühstück in Pacific Palisades und von Billy Wilders Weg zur Unsterblichkeit. In dieser Lesart erscheint das Exil oft als eine sonnendurchflutete, wenngleich von Heimweh begleitete Wartehalle bis zur Rückkehr nach Europa. Jan Jekal tritt in seinem Buch „Paranoia in Hollywood“ (Matthes & Seitz Berlin) dieser romantisierten Vorstellung entgegen. Jekals Untersuchung konzentriert sich auf die Jahre 1941 bis 1953 und damit auf eine Phase, in der die politische Atmosphäre in den USA radikal umschlug. Die zentrale These des Buches beschreibt ein Paradox: Dieselbe Demokratie, die den Verfolgten des Nationalsozialismus Schutz bot, transformierte sich innerhalb weniger Jahre in eine Instanz der systematischen Ausgrenzung. Mit dem Übergang vom Zweiten Weltkrieg zum Kalten Krieg gerieten die antifaschistischen Intellektuellen unter den Generalverdacht des Kommunismus. Jan Jekal stützt seine Analyse auf bislang kaum ausgewertetes Archivmaterial. Diese Dokumente belegen eine lückenlose Überwachung durch das FBI unter J. Edgar Hoover. Die Akten zeichnen ein Bild, in dem die Grenze zwischen legitimer staatlicher Sicherheit und paranoider Bespitzelung verschwimmt. Wenn Jekal schildert, wie der Hausmüll von Exilanten durchsucht oder Privatgespräche abgehört wurden, verlässt er die Ebene der bloßen Anekdote und liefert eine präzise Dokumentation staatlicher Repression in einer demokratischen Gesellschaft. Ein wesentlicher Verdienst des Buches liegt in der differenzierten Darstellung der Exilgemeinde. Jekal verzichtet darauf, die Künstler als geschlossene Gruppe von Helden zu stilisieren. Stattdessen zeigt er Menschen unter extremem existenziellem Druck, deren Reaktionen von mutigem Aktivismus und intellektuellem Witz bis hin zu Kapitulation und „Verrat“ reichten. Während einige Regisseure wie Fritz Lang die Erfahrung der Verfolgung in die Ästhetik des Film Noir übersetzten und so einen „codierten Widerstand“ leisteten, zerbrachen andere an der sozialen Isolation und den Arbeitsverboten der „Schwarzen Listen“. Formal besticht das Werk durch eine journalistische Präzision, die ohne moralisierenden Unterton auskommt. Jekal gelingt es, die historische Lücke zwischen dem rettenden Hafen der frühen 1940er-Jahre und der systematischen Verfolgung durch den McCarthyismus zu schließen. Paranoia in Hollywood ist ein Sachbuch. Aber eines, das weiß, wie man Spannung erzeugt. Jan Jekals Debüt, das auch direkt für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch nominiert wurde, ist ein sehr lesenswertes Buch. Es füllt eine Lücke in der deutschsprachigen Exilforschung und tut dies mit journalistischer Präzision und erzählerischem Bewusstsein. Es hat den Mut, eine romantisierte Geschichte gegen den Strich zu bürsten, und stützt diesen Mut auf erstmals ausgewertetes Quellenmaterial. 4,5/5

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Paranoia in Hollywood

von Jan Jekal

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