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Nelka Roman | »Von der ersten Seite an war ich verzaubert, so herzzerreißend, so traurig und doch federleicht ...« Kristine Bilkau

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

3470

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

20,7/13/2,6 cm

Gewicht

335 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

3

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43276-1

Beschreibung

Rezension

» Nelka … ist ein meisterhaftes Buch, präzis, anschaulich und völlig unsentimental. Gerade deshalb wühlt es auf. Die Autorin schreibt mit verblüffendem Sinn fürs sprechende Detail. Nichts wirkt angelesen. Die Konstruktion – zwei Zeitebenen, zwei Perspektiven – trägt.« ("NZZ am Sonntag")
»Präzise und poetisch ...« ("Südwestrundfunk")
» Nelka ist ein eindrucksvolles Erinnerungswerk, ein schonungslos offener Roman, dem man vor allem viele junge Leser wünscht. Ein Buch gegen das kollektive Verdrängen und Vergessen.« ("Landshuter Zeitung")
»Svenja Leiber erzählt ... souverän vor gut recherchiertem Hintergrund.« ("wochentaz")
»Svenja Leiber skizziert das große historische Panorama durch intime Momente, die sie mit klaren Worten und zugleich behutsam erzählt.« ("Publik-Forum")
»Der Autorin Svenja Leiber gelingt es, den abstrakten Geschichten von der Zwangsarbeit Gesichter zu verleihen. Die Hoffnungen und Träume Nelkas und ihr immerwährender Kampf, trotz der Erniedrigungen den Lebensmut nicht zu verlieren: All dies beschreibt die Schriftstellerin mit einer Leichtigkeit, die das eigentlich schwere Thema bei aller bitterer Melancholie adäquat umsetzt. Dabei hat sie eine starke Frauenpersönlichkeit als Heldin geschaffen.« ("Oberhessische Presse")
»Keine Spur von Effekthascherei, dafür Zeugnis von Geschichte, die allzu schnell sprachlos macht. Grosse Literatur!« ("literaturblatt.ch")
»[Ein] packendes, aber auch poetisch verfasstes Buch. Svenja Leiber widmet sich diesem Abgrund deutscher Geschichte respektvoll, ohne Voyeurismus.« ("Nürnberger Nachrichten")
»Die Autorin schildert das Leben der Zwangsarbeiterin Nelka, ohne auf einfache Täter-Opferklischees zurückgreifen ..., sie überlässt die Urteilsbildung uns Leserinnen und Lesern, sie reproduziert keine Gewalt ..., das finde ich eine große Leistung. Und sie erinnert daran, dass Geschichte sich nicht nur in Körper und Biografien einschreibt, sondern auch in Landschaften.« ("SRF")
»Ein Buch, das man nicht vergisst.« ("Die Presse am Sonntag")

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Verkaufsrang

3470

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.02.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

200

Maße (L/B/H)

20,7/13/2,6 cm

Gewicht

335 g

Farbe

Beige / Kaffee

Auflage

3

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43276-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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  • Bewertung

    5/5

    20.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wichtiges, sehr lesenswertes Buch

    Svenja Leibers „Nelka“ ist ein stiller, aber eindringlicher Roman über Zwangsarbeit, Gewalt und das lange Nachwirken von Schuld. Er erzählt ein historisches Verbrechen nicht als bloße Kulisse, sondern als tiefe Verwundung von Körpern, Biografien und Landschaften. Im Zentrum steht die 16-jährige Nelka, die 1941 aus Lemberg verschleppt und auf einem norddeutschen Gutshof zur Arbeit gezwungen wird. Leiber verbindet ihre Geschichte mit der Gegenwart: Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück und konfrontiert Marten, den früheren Gutsverwalter, mit dem, was geschehen ist. Dadurch entsteht kein linearer Abhaken-von-Ereignissen-Roman, sondern ein vielschichtiges Erzählen über Erinnerung, Verdrängung und späte Abrechnung. Besonders stark ist der Roman dort, wo er die Ausbeutung nicht nur als historische Tatsache, sondern als konkrete Erfahrung zeigt: als Übergriff, Abhängigkeit, Angst und Entwürdigung. Zugleich bleibt „Nelka“ nicht bei der Dunkelheit stehen. Immer wieder treten Momente von Solidarität, Freundschaft und Überlebenswillen hervor, die den Frauen Würde und Handlungsfähigkeit zurückgeben. Gerade das macht den Roman moralisch und literarisch überzeugend: Er blickt auf Opfer, ohne sie auf Opfersein zu reduzieren. Auch sprachlich leistet Leiber viel. Ihre Prosa ist klar, achtsam und zugleich poetisch. Der Roman ist zwar in der Anlage eher konventionell gebaut, arbeitet aber mit wechselnden Zeitebenen und Perspektiven so präzise, dass die Geschichte umso eindringlicher wirkt. Die wiederkehrenden Motive des „Pfropfens“ und des Obstanbaus verleihen dem Text zusätzlich Tiefe: Was wächst, was verletzt wird, was sich verbinden lässt und was nicht, wird zum Bild für ein Leben unter Zwang. Zusammenfassend lässt sich daher sagen: „Nelka“ ist ein wichtiges, klug komponiertes Buch über ein oft übersehenes Kapitel der NS-Geschichte. Es überzeugt weniger durch formale Experimente als durch seine Genauigkeit, seine moralische Wachheit und die Fähigkeit, großes historisches Leid in eine literarisch dichte, menschlich glaubwürdige Form zu bringen.

  • Helga Pamminger

    aus Wiener Neustadt

    5/5

    13.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartig und berührend

    Ich wollte dieses Buch in einem Tag lesen, aber das war mir nicht möglich. Man muss immer wieder eine Pause machen, das Gelesene setzen lassen, nachdenken. Was man selber über diese Zeit weiß, was man jetzt aus dieser Geschichte lernt. Wie schrecklich das alles war. Und wie großartig die Autorin das beschreibt. Das ist eines der Bücher, die man sofort ein zweites Mal lesen möchte und sollte.

  • Bewertung

    aus Quickborn

    5/5

    07.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    „Denn jetzt sind sie alle wieder menschlich.“

    Svenja Leiber hat sich ein schwieriges und nicht sehr populäres Thema für Ihren neuen Roman ausgewählt: Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Bekannt ist, ohne die 20 Millionen Zwangsarbeiter aus den besetzten Ländern hätte Deutschland den Krieg niemals so lange und hartnäckig führen können. Bei „Nelka“ geht es in der Hauptsache um junge Frauen, die von der Straße weg nach Deutschland verfrachtet wurden wie Vieh und die in Deutschland oftmals noch schlechter als Vieh behandelt wurden. Und trotzdem haben viele durchgehalten, sich mit dem Wenigen am Leben gehalten, was die Herrenmenschen ihnen überließen. Manchmal war es Essen, manchmal ein Lächeln oder ein heimliches Bad im Teich. Nelka, die Hauptperson in diesem Roman, hatte es von Lemberg/Lwiw/Lwow nach Norddeutschland verschlagen, ihre Kenntnisse vom Apfelanbau, die sie vom Vater erfuhr, sind ihr Überlebensmittel, ebenso wie ihre deutschen Sprachkenntnisse. Marten, der Verwalter des Gutes, auf dem sie schuften muss, erkennt ihre Gabe und nutzt sie aus. Zwischen beiden entwickelt sich eine sanfte Bindung, aber als der Krieg zu Ende ist, kennen beide nur eins: weg vom Gut. Marten aus Angst vor Vergeltung durch die Zwangsarbeiter, Nelka mit dem Ziel, wieder nach Hause zu kommen. 50 Jahre später wird Nelka nach Deutschland reisen, um Marten, den Hof und Gonda, die Tochter ihre Freundin, zu besuchen. Welchen Grund aber diese Reise hat, das erfährt der Leser erst zum Schluss. Da werde ich auch nicht vorgreifen. Svenja Leiber hat trotz des unmenschlichen Themas eine sehr poetische Sprache für alle Geschehnisse gefunden. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, auch wenn es mich mitunter hat traurig werden lassen. Einiges hat mich sehr an die Erzählungen meiner Mutter erinnert, die mit 14 Jahren auf einem Bauernhof Arbeitsdienst leisten musste, als Deutsche sicher noch privilegiert, als Halbjüdin aber missachtet. Ihre heimliche Freundschaft zu französischen Zwangsarbeitern durfte niemals ans Licht kommen. Hier ein Zitat, das mir sehr gefallen hat: »Menschen sind darauf bedacht, ihre Untaten zu verwischen, Gonda, auch bei uns. Aber die Natur ist wahrhaftig. Die Natur«, sagt Nelka, »spricht immer die Wahrheit. Sie erinnert, ohne dass wir sie dazu auffordern müssen. Nur Menschen sind vergesslich. Die Natur sehen bedeutet, sie zu lesen, auch wenn sie vom Tod handelt.« Mich hat der Roman an „Irina“ von Sasha Colby erinnert, die darin die Geschichte ihrer Großmutter erzählt, und an Natasha Wodins „Sie kam aus Mariupol“ erinnert. Svenja Leibers Buch passt gut dazu, auch wenn es fiktional ist, wirkt es sehr wirklichkeitsnah. Das trifft auch auf die nach dem Krieg weitererzählten Leben von Nelka und Marten zu. Die Herrenmenschen schütteln sich wie Hunde nach dem Bad, darauf bezieht sich auch die Überschrift meiner Rezension, die gleichfalls ein Zitat ist. Die Zwangsarbeiter aber leiden ihr Leben lang. Am Ende des Buches gibt es ein Nachwort, dass die Entstehung dieses Romans erläutert, das Interesse der Autorin erklärt. Schade, dass dieser in so wohlklingenden Sätzen verfasste Roman im Nachwort Gendersternchen und betont geschlechtergerechte Sprache verwendet. Das hat mich sehr verwundert. Da mir aber der Roman gut gefallen hat, lasse ich dies nicht in meine Bewertung einfließen. Fazit: Ich gebe eine Leseempfehlung. Für alle, die sich häufig mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen, ist die Lektüre eigentlich ein Muss. Die Welt der Zwangsarbeiter wird nicht sehr oft so anschaulich und emotional beschrieben. Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

  • Johanna

    aus München

    5/5

    26.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Über die lebenswichtige Bedeutung der Erinnerung

    Großartig erzählt. Oft schlimme, herzerschütternde Bilder und Szenen, manchmal nur in Andeutungen. Ein Denkmal für die Frauen, die während des Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeit verrichten mussten. Als alte Frau reist Nelka aus der Ukraine zurück auf den norddeutschen Gutshof, auf den sie verschleppt wurde. Sie trifft dort nur noch auf den Verwalter von damals: „In diesem Moment trifft ihn Nelkas Blick. Auch wenn sie schweigt, ist ihm, als antwortete sie doch auf seine Frage, warum sie hergekommen ist: nicht um deinetwillen.“ Sie muss sich erinnern, um die Bilder, die sie verfolgen, auf diese Weise zu bannen. Er muss sich erinnern, damit Nelka das Erlebte zurücklassen kann. Damals, als Lemberg gerade polnisch ist, lebt sie zusammen mit ihrem deutschstämmigen Vater und der jüdischen Mutter in der Vielvölkerstadt Lemberg. Der Vater, ein Apfelforscher, bringt der Tochter alles bei, was er über Äpfel und Apfelbäume weiß – auf deutsch. Mit sechzehn Jahren wird sie mit tausenden anderen zur Zwangsarbeit auf ein Gut in Schleswig-Holstein verschleppt, wo sie das Grauen erlebt. Die Mädchen und Frauen aus den besetzten Gebieten sind Nutzobjekte. Mehr nicht. Nelka muss sich unter Schmerzen der Macht annähern, um andere zu schützen. „Er kann sie nicht haben, aber er kann sie gebrauchen.“ Besonders für die neue Idee, die er verfolgt, nachdem Nelka ihr pomologisches Wissen preisgegeben hat. (Nach dem Krieg wird er mit einer Apfelplantage reich.) Svenja Leiber erzählt von der Rückkehr Nelkas und den Erinnerungen, die dabei aufflammen. Sie erzählt auch von dem Mann, der im Zentrum des Grauens stand, dem Verwalter Marten. Die Erzählstränge wechseln sich ab: Da ist das Mädchen, das gerade die erste Liebe erlebt hat und das Böse der Gegenwart mit ihren Erinnerungen an den geliebten Yasha verdrängt – bis auch diese Erinnerung ausgelöscht ist. Da ist auch der Verwalter, durchdrungen von der Ideologie der Herrenrasse und dem Gefühl, Macht über so viele Menschen zu besitzen. Alles verbrämt von der Notwendigkeit, das Land mit seinem Hof zu ernähren. Als Nelka lange nach dem Krieg vor seiner Tür steht, denkt er wie so viele Deutsche: „Aber es gibt Dinge und Zeiten, in denen soll man nicht herumwühlen. Die sind Vergangenheit.“ Dennoch wühlt die Erinnerung auch in ihm und bereitet ihm Schmerzen. Von der Erkenntnis der eigenen Schuld ist er aber weit entfernt. Ein Roman über die lebenswichtige Bedeutung von Erinnerung, aber auch über Mut, weibliche Solidarität, Freundschaft und Liebe. Ein Lese-Highlight, vor allem auch wegen der feinfühligen Sprache, in der Svenja Leiber vom Schrecklichen erzählt.

  • Bewertung

    aus Bad Münstereifel

    5/5

    21.03.2026

    eBook (ePUB)

    Welch ein berührendes Buch

    Nelka lernt viel von ihrem Vater. Bis er von den Aggressoren erschossen wird. Ohne Grund. Alle im Ort haben Angst vor den Deutschen. Die benehmen sich nämlich als seien sie die Herren der Welt. Auch Nelka wird verschleppt. In den hohen Norden des Deutschen Reiches. Als Zwangsarbeiterin. Auf einen Bauernhof mit vielen weiteren Menschen, die der Willkür fremder Machthaber ausgesetzt sind. Sie erlebt Grausamkeiten, die sie nie vergessen wird. Muss aber schnell feststellen, wie sie ihren Körper einsetzen kann, um Vorteile für sich und ihre Mitgefangenen zu erreichen. Nelka merkt recht schnell, dass sie dem Gutsverwalter gefällt. Das liegt nicht alleine an ihrem Äußeren. Auch von ihrem Wissen um Apfelbäume will er profitieren. Sie führt ihn ein in die Kunst des Veredelns und erklärt ihm, wie er eine Obstplantage aufbauen sollte. Während ihrer Zeit auf dem Gutshof lernt sie auch Iwan kennen. Wenn er nicht wäre, hätte sie die Qualen und Ungerechtigkeiten wohl nie überlebt. Immer wieder begegnen mir Bücher, die sich mit den Ungerechtigkeiten des Zweiten Weltkriegs beschäftigen. Auch dieser Roman lässt mich an der Menschheit zweifelnd zurück. Was versprachen sich die Herrscher damals, als sie Menschen aus dem Osten Europas als Zwangsarbeiter rekrutierten? Nicht nur junge Frauen wie #Nelka wurden aus ihrer Familie gerissen. Ohne Begründung verschleppt. Wie vogelfrei behandelt. Und dann gibt es wieder Menschen, die keinen Skrupel haben, wenn sie rechtsextreme Parteien wählen? Dieses Vergessen ist beängstigend und leider gibt es bisher keine wirksamen Maßnahmen, die dem entgegenstehen.

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