Manche Frauen leben in den falschen Zeiten. Und manche Frauen sind genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Ein Dorf, in dem nur noch die Frauen übrig sind und ein Geheimnis, jahrzehntelang gehütet. Mitreißende und romantische Unterhaltung für die Leserinnen von Trude Teige und Barbara Leciejewski.
Nach einem Streit hat Lulu ihre Karriere als Köchin in einem Sylter Nobelrestaurant beendet – und die Beziehung zu ihrem Chef gleich mit. Mit 34 muss sie nun von vorne anfangen und kehrt zurück in ihren kleinen Heimatort im Westerwald, wo ihre Eltern die Dorfkneipe führen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben, und doch beschließt Lulu zu bleiben, um dem Wirtshaus mit ihrer Schwester und ihrem Großvater Max neues Leben einzuhauchen. Als sie kurz nach ihrer Ankunft auf einen Stapel ungeöffneter Briefe stößt, weckt Max' rätselhafte Reaktion Lulus Neugier. Sie kann nicht ahnen, dass das jahrzehntelang gehütete Geheimnis ihrer Familie ihrem Leben eine schicksalhafte Wendung geben wird. Alles begann 1945 mit dem Absturz eines britischen Piloten, als im Dorf nur noch Frauen übrig waren …
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bewertung
5/5
15.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Düsteres Familiengeheimnis
Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen von einem dunklen Familiengeheimnis, das Stück für Stück enthüllt wird. Die Autorin wechselt spannungsreich zwischen den Ereignissen 1945 und 2014 hin und her, wobei der Handlungsort der Gleiche ist: Giesenbach, ein (fiktive) Dorf im Westerwald.
Erzählerisch niveauvoll umgesetzt finde ich es, wie sich die beiden Handlungsstränge in Ton und Sprache deutlich voneinander unterscheiden. Die Handlung 1945 um die ungleichen Schwestern Hanni und Grete ist ein düsteres Kriegsdrama: Winterkälte, Hunger, Bombenhagel und Machtkämpfe im Dorfalltag. Die brutalen Taten von SS-Männern werden schonungslos gezeigt. Die konfliktreiche Liebesgeschichte von Hanni mit dem britischen Piloten hat einige romantische Momente, doch das rosarote Lesegefühl wird direkt wieder von harschem Realismus aufgelöst. Dennoch gibt es im Zusammenhalt der Frauen im Dorf einige warmherzige Momente und Anflüge von Leichtigkeit.
In eindrückliche Szenen ist zu erleben, wie Hanni und Grete die Gastwirtschaft „Dorfkrug“ durch schwere Zeiten führen, wobei das Lebensgefühl seinerzeit im Westerwald spürbar wird. Hierbei ist Hanni für mich die klare Sympathieträgerin. Sie kümmert sich liebevoll um Max, den zehnjährigen Sohn ihrer Schwester. Die egoistische Grete ist eine höchst ambivalente Figur, was viel Spannung in die Story bringt. Allerdings überspannt die Autorin den Bogen für meinen Geschmack: Diese eine große Lüge finde ich zu krass. Ich hätte Grete beim Lesen gerne mehr gemocht.
Im Handlungsstrang 2014 erforscht die Köchin Lulu das Geheimnis um ihre Vorfahren, was in moderner Sprache erzählt wird, teilweise mit Slapstick. Wenn Lulu auf Spurensuche nach England reist und sich mit dem griesgrämigen Pub-Besitzer Liam käbbelt, liest sich der Roman fast wie eine romantische Komödie mit bekannten Tropes. Ich war überrascht, dass hier der Erzählton von Sonja Roos so anders klingt als in ihren vorigen Romanen.
Ein paar Aspekte missfallen mir, z.B. wie Lulus Jugendliebe abgehandelt wird. Das Dating-Verhalten von Opa Max finde ich unglaubwürdig. Max ist zwar die Verbindungsperson zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aber ich konnte das Kind Max leider nicht in dem Opa wiedererkennen.
Irgendwie hat mir der besondere Funke und die Nähe zu den Hauptfiguren gefehlt, damit es für mich ein "Herzensbuch" wird. Ich habe das Geschehen interessiert (aber emotional recht distanziert) verfolgt. Manches wirkt zu konstruiert auf mich.
-- Fazit: Ein spannendes Buch für alle, die gerne über Familiengeheimnisse und den Zweiten Weltkrieg lesen. Ich vergebe 4.5 Sterne.
ullap64
aus Kleve
5/5
25.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Geheimnisse aus der Vergangenheit
Die junge Köchin Lulu muss ihren Job auf den Insel Sylt aufgeben und kehrt nach einigen Jahren in ihre Heimat im Westerwald zurück, um dort von ihren Eltern, die sich aufs Altenteil zurückziehen möchten, den heimischen Dorfkrug zu übernehmen, der seit Generationen in Familienhand ist. Mit an Bord ist ebenfalls noch Opa Max, der Lulu zu Seite steht. Ein zufälliger Dachbodenfund der jungen Frau wirbelt die Familienstrukturen gewaltig durcheinander und scheint ein lange gehütetes Geheimnis zu bergen, das Lulu nun aufzudecken versucht.
In einer weiteren Erzählebene werden wir in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückversetzt in ein kleines Dorf, in dem es nur noch Frauen und Kinder zu geben scheint, die Männer sind tot oder an der Front, als eines Tages ein englisches Flugzeug abstürzt.
Die Autorin hat uns hier eine tolle und spannende Geschcihte präsentiert, die ich mit Begeistung und auch Mitgefühl gelesen habe. Insbesondere der große Zusammenhalt zwischen den Frauen im Dorf, aber auch die Klatsch- und Tratsch-Geschichten haben mich hier sehr begeistert. Nicht immer ist alles so wie es scheint und auch der vermeintliche Feind kann zum Freund werden. Sehr interessant war hierbei die Rolle von Opa Max als Bindeglied der Geschichte zwischen Gegenwart und Vergangeheit. Immer wenn man glaubt, jetzt den Ablauf der Handlung gepackt zu haben, ergab sich wieder eine neue Wendung. Eine tolle Geschichte voller Empathie, die ich gerne weiterempfehle!
SusanK
Thalia Book Circle Community
5/5
27.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Eine emotionale Familiengeschichte
1945. Im kleinen Örtchen Giesenbach im Westerwald leben nur noch die Frauen; alle Männer sind im Krieg. Die Schwestern Hanni und Grete, deren 10jähriger Sohn Max mehr an seiner Tante hängt, führen den “Dorfkrug” mehr schlecht als recht weiter. Als ein englischer Bomber abgeschossen wird, findet Hanni den Piloten James und versteckt ihn vor den Nazis.
2014. Max, inzwischen verwitwet, ist seinen Enkelinnen Lulu und Malin ein liebevoller Großvater. Als Lulu ihre Anstellung in einem Sylter Feinschmeckerrestaurant hinwirft, damit auch ihren Chef und Lebensgefährten Volker verlässt und nach Giesenbach zurückkehrt, entsteht die Idee, dass sie den inzwischen von ihren Eltern aufgegebenen “Dorfkrug” übernimmt und zum 750jährigen Dorfjubiläum neu eröffnet. Als Lulu und Marlin bei ihrem Großvater auf einen Stapel ungeöffneter Briefe stoßen, ist ihre Neugier geweckt und sie versuchen, ein lang gehütetes Familiengeheimnis aufzudecken……
“Das Geheimnis der Frauen” ist ein wunderbarer Roman der deutschen Redakteurin und Schriftstellerin Sonja Roos, die das Setting in ihre Heimat, den Westerwald, gelegt hat.
Sonja Roos schreibt flüssig, bildhaft und emotional und lässt die beschriebenen Szenen leicht lebendig werden vor den Augen ihrer Leser*Innen.Nicht nur wegen eines ungelösten Todesfalls im Prolog, gelingt es der Autorin, schnell Spannung aufzubauen und diese durchgehend hoch zu halten. Nach und nach werden immer mehr Details und ZUsammenhänge aufgedeckt, bis bei einer dramatischen FAmilienzusammenführung am Ende alles zu zerbrechen droht.
Erzählt wird die Familiengeschichte in zwei Zeitebenen; dabei wird die Vergangenheit von einer neutralen Erzählperspektive aus geschildert, während in der Gegenwart Lulu die Ich-Erzählerin ist. So sind beide Ebenen klar voneinander abgegrenzt; viele Kapitel enden mit einer Art Cliffhanger, so dass man das Buch kaum aus der Hand zu legen vermag und schnell alles erfahren möchte.
Die Figuren sind authentisch gezeichnet und insbesondere die Hauptfiguren wirken mehrdimensional; ich fühlte fast sofort eine tiefe Verbindung zu den sympathischen Figuren Lulu, Hanni und James, dem englischen Piloten sowie dem älteren Max, der nach dem Tod seiner geliebten Frau keine neue feste Bindung eingehen kann oder will. Grete ist sicherlich eine Figur, über deren Verhalten sich diskutieren lässt, doch ich fühlte MItleid mit dieser Frau, die einerseits für ihre Familie ihren Körper opferte, andererseits aber kaum ihre wahren Gefühle auszudrücken vermochte und viel missverstanden wurde, bis sie schließlich an den Folgen zerbrach und großes Leid nicht nur über Hanni brachte. Positiv hervorheben möchte ich, wie selbstverständlich Sonja Roos mit Marlin und Sarah ein queeres Paar in der Familie etabliert hat.
Wirklich überragend ist meiner Meinung nach, wie Sonja Roos das (Über-)Leben in einem kleinen Dorf während des Zweiten Weltkrieges schildert.er tägliche Alltag und die Probleme, Nahrungsknappheit, verschiedene Ängste und die konkrete Todesangst während der Bombenangriffe, die mit wenigen ruhigen Worten geschildert wurden und mir doch so nahe gingen. Und immer wieder das Auftreten der Nazis, die selbst noch kurz vor Kriegsende ihre Macht missbrauchten und grausam agierten. Die Stärke der Frauen, die in diesen Zeiten über sich hinauswuchsen und immer wieder zu Lachen und Fröhlichkeit fanden, großer Mut Einzelner, Zusammenhalt aller, was dem Grauen des Krieges gegenüberstand. Das ist echte und emotionale Geschichtskunde, die neben den Schlachten oft vergessen wird. Und wie sich daraus eine Spachlosigkeit, ein Schweigen entwickelte, das in einem so großen Familiengeheimnis mündete, das noch viele Jahrzehnte später eine solche Macht hatte - und aus dem sich die Lehre ziehen lässt, dass das Miteinander Reden so wichtig ist.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass die Autorin in der Handlung einige Details ausgespart hat, um die Handlung schnell voranzutreiben, an denen sich mein logisches Denken jedoch aufgehängte - doch das ist sicher verschmerzbar.
“Das Geheimnis der Frauen” ist ein Buch, das mich emotional gepackt und sehr gut unterhalten hat - und auch dabei hilft, die Grauen des Krieges nicht zu vergessen, damit wir uns mit aller Macht gegen zukünftige stemmen können.
NiniSte
Thalia Book Circle Community
5/5
10.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein Neuanfang und Eintauchen in das Geheimnis der Vergangenheit
Mit ihrem Roman ,, Das Geheimnis der Frauen " erzählt die großartige Autorin Sonja Roos eine mitreißende Familiengeschichte , die in einem kleinen Ort im Westerwald stattfindet.
Als die Köchin Lulu sich von ihrem Freund und Arbeitgeber trennt, verlässt sie Sylt und kehrt zurück nach Hause, wo nicht nur ihre Eltern , sondern auch ihre Schwester Marlin und Opa Max leben. In Giesenbach, einem kleinen Ort im Westerwald ,wo die Zeit ein wenig stehen geblieben ist, betreiben ihre Eltern den Dorfkrug , der schon seit Generationen der Familie gehört. Doch ihre Eltern wollen die Gaststätte und Haus verkaufen , weil sich der Betrieb nicht mehr rentiert und sie kürzer treten wollen. Das fühlt sich für Lulu nicht richtig an , daher entschließt sie sich, den Dorfkrug zu übernehmen und mit ihrem Talent als Köchin und einem moderneren Konzept den Dorfkrug zu neuem Leben zu erwecken. Zur 750 Jahr Feier des Ortes soll eine Chronik erstellt werden, an der Opa Max mitwirkt. Durch Zufall entdecken Lulu und Marlin bei ihm ein Bündel Briefe mit einem englischen Namen. Doch Opa Max will nicht über diese Papiere sprechen, was Lulu und Marlin nur noch neugieriger macht. Sie möchten herausfinden, was dahinter steckt und machen sich auf die Suche. Dabei stoßen sie auf einen Zeitungsartikel über den Abschuss eines britschen Flugzeugs im Winter 1945. Gibt es da Zusammenhänge, auch mit der Familiengeschichte , weshalb Max nicht darüber sprechen will?
Sonja Roos nimmt den Leser auf zwei Zeitebebenen mit in die packende und bewegende Familiengeschichte. Während wir Lulu , Marlin und Opa Max im Jahr 2014 begleiten, werden die Geschehnisse in Giesenbach 1945 aus der Perspektive von Hanni und ihrer Schwester Grete erzählt. In Giesenbach leben zu der Zeit nur noch Frauen, da alle Männer im Krieg sind. Vom Kriegsgeschehen ist Giesenbach bisher verschont geblieben, bis die Angriffe der britischen Flugzeuge beginnen. Im Winter 1945 wird ein Flugzeug abgeschossen, der abgestürzte und verletzte Pilot von Hanni vor den SS-Suchern versteckt. Sollte es entdeckt werden, riskiert sie damit nicht nur sein, sondern auch ihr und das Leben von Grete , ihrem 10jährigen Sohn Max und der anderen Frauen, denen die Sache nicht verborgen bleibt.
Schon nach wenigen Sätzen hat mich die Geschichte in den Bann gezogen, die authentisch , lebendig und liebevolll ausgearbeiteten Charaktere in beiden Zeitebenen habe ich schnell liebgewonnen. Ich konnte mich besonders gut in Hannis Gedanken und Gefühle hineinversetzen und bewundere sie für ihren Mut und Entschlossenheit, ihre Fürsorge für ihren Neffen Max ließ mir das Herz aufgehen. Durch die abwechselnden Zeitebenen und Perspektiven war die Spannung durchgehend hoch, ich habe so sehr beim Geschehen mitgefiebert, habe mit allen gezittert, gehofft, geweint und geliebt und habe gehofft , daß Lulu mit Marlin das Geheimnis lüften kann und ihr Glück findet, denn : ,,Das Glück lässt sich nicht festhalten. Aber wiederfinden."
Die Charaktere sind absolut authentisch, lebendig und liebevolll ausgearbeitet, die Handlungsorte detailliert und bildhaft beschrieben, so daß ich mich direkt vor Ort und mittendrin fühlte
Sonja Roos hat ein authentisches Bild der Vergangenheit geschildert, mit wie wenig die Familien auskommen mussten und wie groß Ängste und Verzweiflung waren . Gleichzeitig zeigt sie auf, wie wichtig der Zusammenhalt, Freundschaft und Menschlichkeit in diesen düsteren und brutalen Zeiten war. Starke Frauen kämpften mit allen Mitteln ums Überleben. Hannis Leben , Gretes Schicksal und Max’ großer Schmerz haben mich sehr berührt. Die Verknüpfung dieser emotionalen Familiengeschichte mit historischen Geschehnissen ist der Autorin hervorragend gelungen.
Eine unglaublich packende und tiefgehende Geschichte, die mich begeistert hat. Daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung und mindestens 5 Sterne, für diesen bewegenden Roman.
Helgas Bücherparadies
5/5
07.07.2026
Buch (Taschenbuch)
Familiengeheimnisse, starke Frauen und eine bewegende Reise in die Vergangenheit
Hals über Kopf gibt Lulu ihren Job als Köchin auf Sylt auf und beendet ihre Beziehung. Im Alter von 34 Jahren zieht sie wieder bei ihren Eltern ein und möchte der Dorfkneipe ihrer Eltern neues Leben einhauchen, da diese ihre eigenen Wünsche verwirklichen wollen. Bei ihrem Großvater findet sie ungeöffnete Briefe und macht dabei eine Entdeckung über einen britischen Piloten, der kurz vor dem Ende des Krieges abgestürzt ist. Sie ahnt nicht, welche Familiengeheimnisse sich hinter diesen Briefen verbergen.
Die Geschichte wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart folgt man Lulu, die keine Vorstellung davon hat, welches lange verborgene Geheimnis sich hinter den ungeöffneten Briefen versteckt. Mit jedem Kapitel steigert sich die Spannung und die Vergangenheit kommt immer näher.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dreht sich für Hanni und ihre Familie alles ums Überleben. Während ihre Schwester unter extremen Bedingungen Lebensmittel beschafft, kümmert sich Hanni liebevoll um ihren kleinen Neffen Max. Eines Tages stürzt ein britischer Pilot über Giesenbach ab, und das Leben der Schwestern sowie weiterer Frauen verändert sich auf unvorhersehbare Weise.
Mich hat tief erschüttert, was die Menschen in dieser Zeit alles erleiden mussten. Es hat mir gezeigt, wie viel Mut, Solidarität und Menschlichkeit selbst in den dunkelsten Momenten möglich sind. Besonders die starken Frauen machen diesen Roman zu etwas Einzigartigem.
Fazit: Das Buch ist einfühlsam und spannend und vereint eine bewegende Familiengeschichte, authentische Zeitgeschichte und berührende Schicksale. Von der ersten Seite an hat es mich gefesselt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.
Ein unglaublich tiefgehender und mitreißender Roman über starke Frauen, Zusammenhalt und Menschlichkeit.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne
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