Produktbild: Bronsteins Kinder
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Bronsteins Kinder Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.04.1988

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

302

Maße (L/B/H)

18,2/11/2 cm

Gewicht

186 g

Auflage

25

Sprache

Deutsch

EAN

2710002026035

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Zustand

Gut

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

25.04.1988

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

302

Maße (L/B/H)

18,2/11/2 cm

Gewicht

186 g

Auflage

25

Sprache

Deutsch

EAN

2710002026035

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Fast ein kleines Wunder…

Bories vom Berg aus München am 18.08.2015

Bewertungsnummer: 2708416

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Fast ein kleines Wunder Manchem Roman ist es beschieden, immer im Schatten eines erfolgreicheren vom gleichen Autor zu stehen, bei Jurek Becker ist es der 1986 erschienene Band «Bronsteins Kinder», dem übermächtig «Jakob der Lügner» gegenübersteht, sein 1969 veröffentlichter, berühmtester Roman. Beide sind verfilmt worden, wen wundert’s, wenn der Verfasser zugleich auch ein bekannter Drehbuchautor war, die erfolgreiche TV-Serie «Liebling Kreuzberg» stammt aus seiner Feder. Seine polnische Herkunft und die jüdischen Eltern, von denen nur der Vater Ghetto und KZ überlebt hat, haben ihn in seiner literarischen Thematik stark geprägt, hinzu kommen noch seine Jahre in der DDR, der er nach mancherlei Querelen und Schikanen 1977 schließlich den Rücken gekehrt hat. Man tut sich als Wessi heute etwas schwer, den politischen Hintergrund der vorliegenden Geschichte richtig zu würdigen, - für deren Problematik allerdings ist er unbedeutend. Denn es geht um fundamentale Fragen von Schuld und Sühne, um das Gegenüber von Täter und Opfer lange nach der Tat, hier im Roman eines SS-Aufsehers des KZs Neuengamme mit dreien seiner einstigen Insassen. Hans Bronstein wird zufällig Zeuge, dass sein Vater und zwei andere Männer einen ihrer früheren Peiniger in der Datscha seines Vaters gefangen halten und foltern, ihm drei Jahrzehnte nach der Tat ein Schuldgeständnis abpressen wollen. «Darf einer, der mit dreißig Jahren geschlagen wurde, mit sechzig zurückschlagen?» ist eine der Fragen, mit denen sich Hans plötzlich konfrontiert sieht. Er wird ungewollt in einen schweren Loyalitätskonflikt mit seinem Vater hineingezogen, der niemals wird überwinden können, was ihm als polnischem Juden an Unrecht widerfahren ist. Den Justizorganen jedenfalls trauen die drei ehemaligen Opfer nicht; eine angemessene Bestrafung ist von diesem deutschen Staat keinesfalls zu erwarten, davon sind sie überzeugt. Jurek Becker erzählt diese Geschichte in zwei Zeitebenen, und er beginnt: «Vor einem Jahr kam mein Vater auf die denkbar schwerste Weise zu Schaden, er starb. Das Ereignis fand am vierten August 73 statt, oder sagen wir ruhig das Unglück, an einem Sonnabend. Ich habe es kommen sehen.» Mit lakonischem Duktus, in einer einfach zu lesenden, kristallklaren Sprache, entwickelt Becker seine spannende Geschichte, wobei er in der zweiten Zeitebene rückblickend von den Geschehnissen im Zusammenhang mit der Selbstjustiz berichtet und von den Nöten, die seinen Protagonisten als einzigen Zeugen und Mitwisser umgetrieben haben. Durch die Entführung war eine zwickmühlenartige Situation entstanden, denn nicht nur die rachedürstenden ehemaligen KZ-Insassen mussten eine Entdeckung fürchten, das Opfer hatte gleichermaßen Angst vor Entdeckung und einem unvermeidlich folgenden Strafverfahren. In seiner Gewissensnot sucht Abiturient Hans Rat bei seiner in einer psychiatrischen Anstalt weggeschlossenen, deutlich älteren Schwester, die schubartig zu unkontrollierten tätlichen Angriffen gegen fremde Menschen neigt, mit der er jedoch ein inniges Verhältnis hat, - er besucht sie oft, sie schreibt ihm rührende Briefe in einer kuriosen Orthografie. Seine Freundin Martha einzuweihen traut er sich nicht, die Beiden hatten die jetzt als Gefängnis dienende Waldhütte bisher als Liebesnest genutzt. Nach dem überraschenden Schluss bleiben Fragen offen. Das ahnt man vorab schon, wenn nämlich gegen Ende des Buches nur noch ein paar Seiten übrig bleiben zur Klärung. Ist das nun ein Manko? Keineswegs! Der klug konstruierte Plot mit den stimmig beschriebenen, originellen Figuren schneidet wichtige Themen an, hält sich aber mit wohlfeilen Erklärungen, mit Wertungen gar, weise zurück. Die vorwärtsdrängende, leichtfüßige Erzählweise mit ihren amüsanten Wendungen macht diesen Roman zu einer ausgesprochen kurzweiligen Lektüre, was bei der komplizierten Vater/Sohn-Konstellation, die er so virtuos behandelt, und seiner schwierigen Schuld/Sühne-Thematik fast an ein kleines Wunder grenzt.

Fast ein kleines Wunder…

Bories vom Berg aus München am 18.08.2015
Bewertungsnummer: 2708416
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Fast ein kleines Wunder Manchem Roman ist es beschieden, immer im Schatten eines erfolgreicheren vom gleichen Autor zu stehen, bei Jurek Becker ist es der 1986 erschienene Band «Bronsteins Kinder», dem übermächtig «Jakob der Lügner» gegenübersteht, sein 1969 veröffentlichter, berühmtester Roman. Beide sind verfilmt worden, wen wundert’s, wenn der Verfasser zugleich auch ein bekannter Drehbuchautor war, die erfolgreiche TV-Serie «Liebling Kreuzberg» stammt aus seiner Feder. Seine polnische Herkunft und die jüdischen Eltern, von denen nur der Vater Ghetto und KZ überlebt hat, haben ihn in seiner literarischen Thematik stark geprägt, hinzu kommen noch seine Jahre in der DDR, der er nach mancherlei Querelen und Schikanen 1977 schließlich den Rücken gekehrt hat. Man tut sich als Wessi heute etwas schwer, den politischen Hintergrund der vorliegenden Geschichte richtig zu würdigen, - für deren Problematik allerdings ist er unbedeutend. Denn es geht um fundamentale Fragen von Schuld und Sühne, um das Gegenüber von Täter und Opfer lange nach der Tat, hier im Roman eines SS-Aufsehers des KZs Neuengamme mit dreien seiner einstigen Insassen. Hans Bronstein wird zufällig Zeuge, dass sein Vater und zwei andere Männer einen ihrer früheren Peiniger in der Datscha seines Vaters gefangen halten und foltern, ihm drei Jahrzehnte nach der Tat ein Schuldgeständnis abpressen wollen. «Darf einer, der mit dreißig Jahren geschlagen wurde, mit sechzig zurückschlagen?» ist eine der Fragen, mit denen sich Hans plötzlich konfrontiert sieht. Er wird ungewollt in einen schweren Loyalitätskonflikt mit seinem Vater hineingezogen, der niemals wird überwinden können, was ihm als polnischem Juden an Unrecht widerfahren ist. Den Justizorganen jedenfalls trauen die drei ehemaligen Opfer nicht; eine angemessene Bestrafung ist von diesem deutschen Staat keinesfalls zu erwarten, davon sind sie überzeugt. Jurek Becker erzählt diese Geschichte in zwei Zeitebenen, und er beginnt: «Vor einem Jahr kam mein Vater auf die denkbar schwerste Weise zu Schaden, er starb. Das Ereignis fand am vierten August 73 statt, oder sagen wir ruhig das Unglück, an einem Sonnabend. Ich habe es kommen sehen.» Mit lakonischem Duktus, in einer einfach zu lesenden, kristallklaren Sprache, entwickelt Becker seine spannende Geschichte, wobei er in der zweiten Zeitebene rückblickend von den Geschehnissen im Zusammenhang mit der Selbstjustiz berichtet und von den Nöten, die seinen Protagonisten als einzigen Zeugen und Mitwisser umgetrieben haben. Durch die Entführung war eine zwickmühlenartige Situation entstanden, denn nicht nur die rachedürstenden ehemaligen KZ-Insassen mussten eine Entdeckung fürchten, das Opfer hatte gleichermaßen Angst vor Entdeckung und einem unvermeidlich folgenden Strafverfahren. In seiner Gewissensnot sucht Abiturient Hans Rat bei seiner in einer psychiatrischen Anstalt weggeschlossenen, deutlich älteren Schwester, die schubartig zu unkontrollierten tätlichen Angriffen gegen fremde Menschen neigt, mit der er jedoch ein inniges Verhältnis hat, - er besucht sie oft, sie schreibt ihm rührende Briefe in einer kuriosen Orthografie. Seine Freundin Martha einzuweihen traut er sich nicht, die Beiden hatten die jetzt als Gefängnis dienende Waldhütte bisher als Liebesnest genutzt. Nach dem überraschenden Schluss bleiben Fragen offen. Das ahnt man vorab schon, wenn nämlich gegen Ende des Buches nur noch ein paar Seiten übrig bleiben zur Klärung. Ist das nun ein Manko? Keineswegs! Der klug konstruierte Plot mit den stimmig beschriebenen, originellen Figuren schneidet wichtige Themen an, hält sich aber mit wohlfeilen Erklärungen, mit Wertungen gar, weise zurück. Die vorwärtsdrängende, leichtfüßige Erzählweise mit ihren amüsanten Wendungen macht diesen Roman zu einer ausgesprochen kurzweiligen Lektüre, was bei der komplizierten Vater/Sohn-Konstellation, die er so virtuos behandelt, und seiner schwierigen Schuld/Sühne-Thematik fast an ein kleines Wunder grenzt.

"Darf einer, der mit dreißig…

olgica am 31.05.2010

Bewertungsnummer: 2985995

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Darf einer, der mit dreißig Jahren geschlagen wurde, mit sechzig zurückschlagen?" Der 19jährige Hans Bronstein lebt im Jahre 1973 zusammen mit seinem Vater, seine doppelt so alte Schwester wurde während des Krieges weggegeben, da die Familie jüdischen Glaubens ist. Die Schwester ist seither geistig verwirrt und lebt in einem Heim, wo sie regelmäßig von Hans besucht wird. Als Hans sich mit seiner Freundin Martha zu einem romantischen Stelldichein in der Waldlaube seines Vaters treffen will, macht er dort eine schockierende Entdeckung: Sein Vater und zwei weitere Männer, halten dort einen Mann gefangen und scheinen ihn auch zu foltern. Der Mann war im Krieg Aufseher in einem Konzentrationslager und die drei Juden möchten sich nun rächen. Jurek Becker verwebt geschickt zwei Zeitebenen miteinander. Der Ich-Erzähler berichtet abwechselnd aus seinem jetzigen Leben und dem von vor einem Jahr, als er das Geheimnis seines Vaters entdeckte. Mit einer lebendigen Sprache werden die Ereignisse und Gedanken unterhaltsam geschildert. Leider bleibt jedoch einiges im Dunkeln was mich noch interessiert hätte, z.B. woran Hans' Vater gestorben ist oder warum seine Beziehung zu Martha gescheitert ist. Aber das ist wohl nebensächlich, denn der Roman behandelt zentral zwei grundsätzliche Problematiken; Dürfen sich Kriegsopfer an ihren Peinigern rächen? und Darf ein Geheimnis unter keinen Umständen verraten werden? Zu letzterer Frage ist der Gefühlszwiespalt von Hans sehr gut beschrieben und man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie man selbst in dieser moralischen Zwickmühle verfahren würde. Die Frage der Rache wird weniger ausführlich besprochen, doch steht sie stets im Raum. Handelt es sich doch fast um eine Grundfrage der Menschheit, die bereits mit dem Zitat "Auge um Auge, Zahn um Zahn" im Alten Testament aufgeführt wird, dem Buch woran Juden und Christen gleichermaßen glauben.

"Darf einer, der mit dreißig…

olgica am 31.05.2010
Bewertungsnummer: 2985995
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Darf einer, der mit dreißig Jahren geschlagen wurde, mit sechzig zurückschlagen?" Der 19jährige Hans Bronstein lebt im Jahre 1973 zusammen mit seinem Vater, seine doppelt so alte Schwester wurde während des Krieges weggegeben, da die Familie jüdischen Glaubens ist. Die Schwester ist seither geistig verwirrt und lebt in einem Heim, wo sie regelmäßig von Hans besucht wird. Als Hans sich mit seiner Freundin Martha zu einem romantischen Stelldichein in der Waldlaube seines Vaters treffen will, macht er dort eine schockierende Entdeckung: Sein Vater und zwei weitere Männer, halten dort einen Mann gefangen und scheinen ihn auch zu foltern. Der Mann war im Krieg Aufseher in einem Konzentrationslager und die drei Juden möchten sich nun rächen. Jurek Becker verwebt geschickt zwei Zeitebenen miteinander. Der Ich-Erzähler berichtet abwechselnd aus seinem jetzigen Leben und dem von vor einem Jahr, als er das Geheimnis seines Vaters entdeckte. Mit einer lebendigen Sprache werden die Ereignisse und Gedanken unterhaltsam geschildert. Leider bleibt jedoch einiges im Dunkeln was mich noch interessiert hätte, z.B. woran Hans' Vater gestorben ist oder warum seine Beziehung zu Martha gescheitert ist. Aber das ist wohl nebensächlich, denn der Roman behandelt zentral zwei grundsätzliche Problematiken; Dürfen sich Kriegsopfer an ihren Peinigern rächen? und Darf ein Geheimnis unter keinen Umständen verraten werden? Zu letzterer Frage ist der Gefühlszwiespalt von Hans sehr gut beschrieben und man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie man selbst in dieser moralischen Zwickmühle verfahren würde. Die Frage der Rache wird weniger ausführlich besprochen, doch steht sie stets im Raum. Handelt es sich doch fast um eine Grundfrage der Menschheit, die bereits mit dem Zitat "Auge um Auge, Zahn um Zahn" im Alten Testament aufgeführt wird, dem Buch woran Juden und Christen gleichermaßen glauben.

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Bronsteins Kinder

von Jurek Becker

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