Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert – wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
5/5
28.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Berührend lebendig
Lesen Sie dieses Buch, es wird Sie weder kalt lassen noch langweilen. Ebenso Bernhard Schlinks Schreibstil ist ein Meisterwerk für sich! Begeben Sie sich auf eine Zeitreise: in die Vergangenheit, aus der man lernen kann, was letztendlich wirklich zählt.
Ergreifend, bewegend, authentisch und Vieles mehr! Eine packende Reise durch ein Leben geprägt von Hindernissen - nah verwoben mit den höchsten und tiefsten Momenten einer starken, klugen und ungewöhnlichen Frau in stürmischen Zeiten, voll von Neuerungen.
polarfuchs
aus Universum
5/5
03.05.2022
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch ist eine Bereichun…
Dieses Buch ist eine Bereichung. Bernhard Schlink hat mit "Olga" eine schöne, interessante und mitreißende Geschichte verfasst. Der Schreibstil des Autors ist dabei schön flüssig. Mit der detaillierten Beschreibung der Charaktere, der Umgebung und den Geschehnissen fällt es leicht, sich in die Charaktere einzufühlen und deren Handeln zu verstehen. Besonders Olga, wie aus dem Titel natürlich hervorgeht, ist ein ganz besonderer Charakter. Ihre Geschichte ist interessant, spannend und unheimlich authentisch. Besonders schön finde ich, dass die Charaktere trotz ihrer besonderen Eigenschaften so menschlich sind. Sie haben ihre Fehler. Olga zum Beispiel, die starke, liebenswürdige und moderne Frau, die sich nicht mit dem Status der Frauen sowie Ärmeren zufrieden geben möchte, aber doch nicht immer das sagt, was sie denkt - ich finde, das passt zur Zeit, zu ihrem Leben und hilft, sich mit ihr zu identifizieren. Gleichzeitig ist die erzählweise beinahe sachlich, was aber einen positiven Effekt erzielt und zur Rolle des Erzählers passt. Vor allem gelingt es Schlink dabei dennoch, Gefühle beim Lesen des Buches zu wecken. Dadurch, dass man sich als Leser schnell in die Charaktere einfühlt, ist eine Spannung ständig gegeben. Was als nächstes kommt, ist nicht vorhersehbar und man möchte es unbedingt wissen, hofft, dass alles gut geht. Auch die Zeitsprünge und der damit geänderte Ort des Geschehens halten die Spannung aufrecht. Ich wünsche mir mehr Charaktere wie Olga, mehrere Geschichten, die so geschickt aufgebaut sind wie diese. Die Thematik des Buches mag ich sehr gerne, vor allem ist es kein Buch, das so leicht zu vergessen ist. In Gedanken hänge ich der Geschichte immer noch nach. Das beweist für mich, wie brillant "Olga" von Bernhard Schlink ist. Eine große Empfehlung für jeden - ich wage zu behaupten, dass dieses Buch selbst für jene etwas wäre, die sonst weniger mit dieser Thematik anfangen können.
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman lässt uns das schwierige Leben einer ungewöhnlich unabhängigen Frau vom Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart erleben. Schlink ist ein großartiger Roman gelungen, der mich bis zum Ende (und gerade da!) gefesselt hat!
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
In dem neuen Roman von Bernhard Schlink geht es um die Liebesbeziehung der mittellosen Olga zu Herbert, dem Sohn des Gutsbesitzers. Diese wird nicht geduldet. Olga baut sich in der Ferne ein unabhängiges Leben als Lehrerin auf, ihn zieht es nach Afrika und in die Arktis, aber immer wieder zu Olga zurück. Die Gliederung in drei Erzählperspektiven vervollständigt den Handlungsstrang, der in der deutschen Geschichte vom späten 19. bis Anfang 21. Jahrhundert anberaumt ist.
Bewertung
aus Köln
5/5
03.04.2019
eBook (ePUB 3)
Eine anfangs innige, zunehmend tragische Liebesgeschichte, die Schlink vor einem Panorama deutscher Historie schildert.
Bernhard Schlink erzählt von Olga Rinke, einem Mädchen aus armen Verhältnissen, das den anderen lieber zuschaut als mitspielt. Diese Eigenschaft wird charakteristisch für ihr Leben werden, doch zunächst wird sie nach dem Tod ihrer Eltern zur harschen Großmutter nach Pommern geholt. Dort lernt sie Herbert kennen, den Sohn eines reichen Gutsbesitzers, schließt Freundschaft mit ihm. In der Schule zeigt Olga sich begabt, möchte Lehrerin werden. Als ihr versagt wird, auf die höhere Mädchenschule zu gehen, eignet sie sich den Stoff für die Prüfung selbst an, entflieht dafür häufig der beengten Atmosphäre des Hauses ihrer Großmutter auf Wiesen und Felder. Dort trifft sie sich häufig mit Herbert, beide verlieben sich ineinander. Es ist eine anfangs innige, zunehmend tragische Liebesgeschichte, die Schlink vor einem Panorama deutscher Historie schildert. Angefangen im Kaiserreich des späten 19. Jahrhunderts verfolgt der Leser das Leben dieser willensstarken Protagonistin bis in die 1970er Jahre. Oft setzt sie sich gegen widrige Umstände durch und tut, was sie für richtig hält – oft hält sie jedoch auch ihre Überzeugungen zurück, ohne in den Lauf der Dinge einzugreifen.
Schlink zeichnet ein stilles Bild - ein schnörkelloses, aber emotionales Bild des Lebens einer Frau, die den Sinn politischer Ereignisse häufig hinterfragte, nach Selbständigkeit strebte, sich nicht von Konvention beeinflussen ließ. Insofern auch ein ungewöhnliches Bild einer Frauenfigur des beginnenden 20. Jahrhunderts, in einer Generation von Frauen, die meist unter ihren Möglichkeiten lebten. Allerdings finden sich auch Merkmale dieser Generation in Olga. Sie begehrt nie gegen ihren Mann auf, akzeptiert die Umstände ihres Lebens mit ihm, in dem er so oft fehlt. Stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinter seinen zurück, lebt ein Leben des Auf-ihn-Wartens, selbst wenn sie die Zeit des Wartens mit ihrem selbstbestimmten Leben füllt. Erst in ihren Briefen vermag sie ihre wahren Gefühle mitzuteilen, die mich emotional mehr bewegt und tiefer berührt haben, als ich es zunächst vermutete. Auch war ich betroffen über all die Verluste, Abschiede und vor allem diese bedingungslose Liebe, die immer leidenschaftlich, aber in gewisser Weise ungelebt blieb. Diese starken Emotionen werden in den Mantel einer Auseinandersetzung mit Schuld, Sühne und dem Sinn des Lebens gehüllt.
Bis zu ihrem Tod überragt Olga aufrecht die Höhen und Tiefen ihres Lebens und regt in dieser intensiven, vielschichtigen Lektüre zum Nachdenken an: über verpasste Chancen und abgeschnittene Wege, Loyalität und Zufriedenheit, Selbstbestimmung und Selbstaufgabe, über die Schlichtheit und die Größe des Lebens, über Tragik und Glück, die oft Hand in Hand gehen und uns trotzdem nicht aufgeben lassen, zu lieben.
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