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Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen Dreizehnjährige. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe. Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte, in denen Tiere sprechen können und die Tore der Geisterwelt offen stehen. Und in der Silvesternacht steht plötzlich Peters gesamte Existenz auf dem Spiel.
Kundinnen und Kunden meinen
2.6/5.0
Bewertung
5/5
17.10.2010
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Leiden der Väter und Kinder
Peter verbringt Sylvester zusammen mit seiner dreizehnjährigen Tochter auf der Insel Sylt. Dieser Aufenthalt wird zum Rückblick, denn Peter muß erkennen, dass sein Kind, dass er so liebt, ihm doch so fremd ist. Seine Tochter wuchs allein bei der Mutter auf und er konnte dieses Aufwachsen nicht miterleben und begleiten.
Thomas Hettche hat ein wunderschönes Buch in ganz leisen Tönen geschrieben. Mich hat es sehr berührt, weil dieses Thema Alltag ist und so unlösbar scheint. Nicht nur die Väter leiden unter dieser Situation, sondern ihre Kinder ebenso.
Birgitt Schweren-Wolters
aus Krefeld
4/5
03.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Für alle Väter und Sylt-Liebhaber
ist dieser kleine Roman ein Muß in diesem Bücherherbst. Während eines Silvesterurlaubs auf Sylt lernt der Verlagsvertreter Peter seine dreizehnjährige pubertierende Tocher Annika, die bei der Mutter lebt, so richtig kennen. Aus Peters Sicht erfahren wir die dramatische Situation eines Vaters, der nach der Trennung von der Kindsmutter ohne Sorgerecht dasteht und um die Liebe seiner Tochter kämpft. Aber auch in der Lebensgeschichte der befreundeten Paare mit ihren Kindern, die mit ihnen diesen Urlaub verbringen, tun sich Nebenkriegsschauplätze auf. Eine im Affekt und totaler Hilflosigkeit verabreichte Ohrfeige für die Tochter bringt die Situation zur Eskalation und das Toben und Brausen der stürmischen See läßt uns dieses Buch fast atemlos lesen!
Bories vom Berg
aus München
2/5
30.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Bereichernd und erfreulich?…
Bereichernd und erfreulich? Thomas Hettche thematisiert in seinem fünften Roman «Die Liebe der Väter» die unlösbar scheinenden Konflikte eines unverheirateten Paares, das nach der Trennung in einem Dauerstreit um das damals zweijährige, gemeinsame Kind lebt. Die vom Gesetzgeber als alleinerziehende Mutter grotesk einseitig mit diktatorischen Befugnissen ausgestattete Frau macht in diesem Roman bösartig von ihrer Macht Gebrauch und treibt den Vater rachsüchtig immer wieder zur Verzweifelung. Ist es dem Autor, der für seine unkonventionelle Stoffwahl bekannt ist, wirklich gelungen, mit diesem eher für ein Ratgeberbuch taugenden Thema ein belletristisches Werk zu schreiben, das man als ‹bereichernd und erfreulich› und also als ‹lesenswert› bezeichnen kann? Vor dem Hintergrund der Atmosphäre von Sylt wird erzählt, wie der Ich-Erzähler und Vater der dreizehnjährigen Annika zwischen Weihnachten und Sylvester zusammen mit seiner Tochter bei einem befreundeten Ehepaar in deren Ferienhaus eine Urlaubswoche verbringt. Für den freiberuflichen Vertreter einiger Buchverlage ist dies eine der seltenen Gelegenheiten, seiner Tochter nahe zu sein. Außerdem sieht er die Insel wieder, auf der er als Kind mit seiner Mutter viele Sommer verbracht hat. Annika kommt in den Gesprächen mit dem Vater immer wieder auf die quälende Frage zurück, warum er damals ihre Mutter und damit ja auch sie verlassen habe, aber es gelingt ihm nicht, darauf eine für die Pubertierende befriedigende Antwort zu finden. Es kommt zum Eklat, als er die schon leicht alkoholisierte Annika wegen einer patzigen Bemerkung während der pompösen Sylvesterfeier in einem Top-Restaurant vor allen Leuten ohrfeigt. Sie läuft davon und ist für mehrere Tage nicht auffindbar, er aber traut sich nicht, ihre Mutter darüber zu informieren. Weite Teile des Romans beschäftigen sich mit der Ohnmacht des nahezu rechtlosen Vaters der sorgeberechtigten Mutter gegenüber, aber auch mit seinen quälenden Schuldgefühlen als berufsbedingt fast immer abwesender Vater. In diversen Rückblenden berichtet er von den tragischen Vorbedingungen dieses menschlichen Dramas und von der Liebe getrennt lebender Väter, die doch so ganz anders sei als die in intakten Familien. Thomas Hettche unterminiert mit der narrativen Form des unzuverlässigen Erzählers die Glaubwürdigkeit seines Protagonisten, und allzu oft erwischt man ihn denn auch dabei, wehleidig durchaus fragwürdige, egoistische Positionen zu vertreten. Seine Freunde beginnen sich allmählich zu distanzieren von ihm und legen ihm schließlich sogar nahe, abzureisen. Diese elegische Geschichte ist mit zweifellos gekonnten, aber leider viel zu ausschweifenden Beschreibungen von Sylt garniert, ohne dass dabei eine wie auch immer geartete motivische Verbindung zum eigentlichen Thema erkennbar wird. Die eher nüchternen, knappen Dialoge sind fast schon spröde zu nennen, sie werden von häufigen inneren Monologen des parteiischen Vaters ergänzt in diesem von Aggressionen und Verletztheiten beherrschten, psychologischen Roman. Als mit suggestiver Dringlichkeit dargestellte Vater-Tochter-Problematik leidet die larmoyante Erzählung nicht wenig darunter, dass sich zu den Protagonisten keine emotionale Nähe aufzubauen vermag, die Figuren bleiben allesamt (nordisch?) unterkühlt. Die betont einseitige Vater-Perspektive unterstreicht den Impetus des Romans, die verkorkste familiäre Konstellation als Folge äußerst konträrer Lebenskonzepte der Beteiligten begreifbar zu machen. Abgesehen davon, dass die rein juristische Problematik inzwischen ja teilweise obsolet geworden ist, bestimmt die psychische Thematik unverändert die Lebenswirklichkeit in jenen Patchwork-Familien, denen wegen tiefer Verletzungen zum friedlichen Miteinander der Wille oder die Fähigkeit fehlt. Dieser Roman mag entsprechende Diskussionen anstoßen, seine Thematik wäre aber besser in einem Sachbuch aufgehoben, als belletristische Lektüre ‹bereichernd und erfreulich› ist dieses Buch jedenfalls nicht
Bewertung
1/5
07.01.2026
Buch (Taschenbuch)
bäh
Ich kann dem Roman leider nichts gutes abgewinnen. Peter ist dermaßen unsympathisch und ein furchtbarer Vater, nach meiner Meinung, und erfährt während des Buches keine Lernkurve, Entwicklung oder Selbstreflektion. Das hätte es vielleicht noch Rum gerissen. Stattdessen endet es wirklich sehr unbefriedigend und lässt mich nur über die 5 Sterne Bewertungen wundern.
Die Beschreibungen der Landschaft und der Gefühlswelt der Protagonisten ist ganz nett geschrieben und würde auch ganz gut reinpassen, wenn da nicht der unglaubliche Kontrast zu Peter scheiß Charakter wäre.
Bewertung
1/5
03.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Langweilig
Dafür, dass es ein Prüfungsbuch ist, kann ich sehr wenig damit anfangen und schon gar nicht einen eigenen Zugang finden. Das Buch handelt ums Vater sein und die Beziehung zum eigenem Kind, somit absolut nicht meine Zielgruppe. Vielleicht fühlen dieses Buch ein paar 40+ Väter, aber keine Jugendlichen oder jungen Erwachsenen.
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