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Weinzirl geht baden – ein kniffliger Fall zwischen Forggensee und Marktoberdorf.
Eine renommierte Gestalterin von Malbüchern für Erwachsene liegt tot auf einer Kiesbank der Litzauer Schleife am Lech. Malbücher für Erwachsene? Für den bodenständigen Allgäuer Gerhard Weinzirl völliger Schmarrn. Zur Aufklärung des Falls tauchen er und die pfiffige Fränkin Evi Straßgütl tief in die Geschichte des Lechs und des Forggensees ein, der ein geheimnisvolles Relikt aus längst vergangenen Tagen freigegeben hat ...
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Originell, spannend, humorvoll…
ws aus Markdorf am 28.02.2018
Bewertungsnummer: 2726425
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Originell, spannend, humorvoll - und nebenbei auch noch informativ Ich fange mal beim letzten Begriff 'lehrreich' an. Der vielleicht übertrieben ist, weil er manchen Buchinteressenten abschrecken könnte. Denn schliesslich will er einen Krimi lesen und kein Schulbuch. Aber es ist schon faszinierend, was Nicola Förg alles an bisher unbekanntem Informationen und Fakten auch in diesen Krimi eingeflochten hat. Ich habe mir mal die kleine Mühe gemacht und das, was Nicola Förg an Infos über den Lech, den Forggensee, über die Staustufen des Lech (und damit den Ruin des frei fliessenden Gebirgsflusses), an Historie, an Begasung alter wurmstichiger Holzbalken, an Ortsbeschreibungen, an Legenden etc. etc.fast unmerklich eingearbeitet hat, nachzulesen. Wie bei der Autorin üblich stimmt restlos alles. Auch eine Faszination dieser Krimis: der Leser bekommt einen fundierten Eindruck der Landschaft, des dort ansässigen Menschenschlages, der Umweltsünden, die in der jeweiligen Region unter der Maxime des schnöden Mammons begangen wurden. Wer lieber Knall-Bumm-Krach-Action-Krimis liest, greift mit Nicola Förgs Krimis zu den falschen Büchern. Wer aber von einem Krimi gute Unterhaltung erwartet, nebenbei auch noch nachprüfbare Fakten, Landschaftsbeschreibungen und Ähnliches erwartet, der liegt goldrichtig. Eine Anmerkung noch zum Forggensee, zu Bayern allgemein, zur CSU und den CSU-Wählern, die mit dem Gedanken spielen, vielleicht noch weiter nach rechts in Richtung der AfD abzudriften: man gehe im Internet mal auf die Seite historisches-lexikon-bayern.de und dort zum Stichwort Flüchtlinge_und_Vertriebene... Und siehe da, man stellt fest, dass die Anzahl der Flüchtlinge, die nach dem 2. Weltkrieg anno 1950 in Bayern eine neue Heimat gefunden haben, so groß war wie München und Nürnberg zusammen heutzutage an Einwohnern zählen: rund 1,9 Millionen Menschen... Unter der Annahme, dass alle diese Menschen in Bayern geblieben sind, bedeutet das, dass ein Sechstel aller Bayern entweder Flüchtlinge sind. Oder von Flüchtlingen abstammen... Ich finde es einfach schön, angenehm, lesenswert, wenn ein Krimi nicht in die Abteilung Krach-Bumm abdriftet. Sondern nebenbei auch noch Fakten und Gedankenanstösse vermittelt. Und das bei bester, origineller, spannender, humorvoller Unterhaltung!
Wechselnder Erzählstil
Leserella am 19.04.2018
Bewertungsnummer: 1070616
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Von diesem Krimi war ich enttäuscht. Es werden wechselnde Erzählstile verwendent, die keine rechte Stimmung aufkommen lassen, da sie zu unterschiedlich sind: einerseits eine humoristische Schreibweise mit ironischen/sarkastischen Elementen (durchaus amüsant), andererseits ernste Ausführungen über Naturschutz und Politik, und dazwischen historische Aufarbeitungen mit belehrender Gesellschaftskritik. Hinzu kommt, dass an vielen Stellen die Spannung fehlt oder durch historische Einschübe unterbrochen wird. Hier mangelt es an einer durchgehenden, gradlinigen Story. Die Geschichte wirkt zusammengeschustert, obwohl man sporadisch erkennen kann, dass die Autorin ihr Handwerk eigentlich beherrscht - schade.
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