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Teil 3 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestsellerautorin Brigitte Riebe.
Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke, eingefangen mit Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist. Nur wenn sie zu malen beginnt, wird alles hell und leicht, dann singen die Farben in ihr. Während ihrem Vater für Florentine eine Zukunft im Kaufhaus am Ku’damm vorschwebt, beginnt sie ein Studium an der Kunstakademie. Hier ist sie voll in ihrem Element, arbeitet wie im Rausch. Doch schon bald legt sich ein Schatten auf ihr Glück. Rufus Lindberg, ihr herrischer Lehrer, macht ihr das Leben an der Schule zur Hölle, und die politischen Spannungen zwischen Ost und West drohen die Stadt und die Thalheims zu entzweien. Gibt es Hoffnung für Florentine und ihre Familie? Gibt es Hoffnung für Berlin?
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
28.03.2022
Hörbuch-Download
Die jüngste im Bunde wird flügge
Dies war ursprünglich der Abschlussband der Trilogie um die Familie Thalheim und ihre drei sehr unterschiedlichen Schwestern. Da sich aber im Laufe der Geschichte herausgestellt hat, dass es ja auch noch eine vierte Schwester gibt, hat uns die Autorin und der Verlag noch einen weiteren Band schenken.
Im dritten Band ist Florentine, genannt Flori, die Hauptperson. Sie ist ja die und rebellischste Schwester und hat eine andere Mutter als die beiden älteren Schwestern Rike und Silvie, da deren Mutter bereits früh ums Leben gekommen ist und Friedrich noch einmal geheiratet hat. Flori war immer schon anders als ihre beiden Halbschwestern. Schon von früh an hat sie gerne gezeichnet und gemalt. Das Kaufhaus der Familie interessiert sie nicht ein Stück. Doch nachdem bereits im 2. Band klar war, dass sie das Abitur nicht geschafft hat, ist für sie erstmal eine Welt zusammengebrochen. Adieu Kunsthochschule! Als einigermaßen künstlerischen Beruf lernt sie im KaDeWe Schaufensterdekorateurin. Aber diese Arbeit befriedigt sie gar nicht. Und so kommt es, dass sie irgendwann mit ihrem Freund abgehauen ist. Niemand in der Familie wusste, wo sie war.
Doch der dritte Band beginnt damit, dass die verlorene Tochter 1958 nach Berlin zurückkehrt. Sie zieht in die kleine Familienwohnung, wo ihr Cousin Gregor mit seinem Lebensgefährten Hotte wohnt. Ihr Plan ist, dass sie trotz fehlendem Abitur an der Kunsthochschule angenommen wird. Ihre Mappe mit ihren Arbeiten aus Paris soll für sich selbst sprechen. Durch ihren Mut und ihren Kampfesgeist gelingt dies, und sie kommt in die Meisterklasse von Rufus Lindberg. Doch das Leben an der Kunsthochschule gestaltet sich ganz anders, als Flori es sich erhofft hat.
Die Hauptperson in diesem dritten Band ist zwar Flori, aber trotz alledem kommen natürlich auch die anderen Familienmitglieder nicht zu kurz. So gibt es zwei weitere Hochzeiten in der Familie, und es kommt zu einem großen Drama, was Onkel Carl, den Ostberliner Anwalt, betrifft. Auch beim Kaufhaus Thalheim läuft es nicht mehr so gut, wie in den Anfangszeiten nach dem Wiederaufbau. Wie wird die Familie diese Probleme bewältigen? Und wie wird sie mit der sich ändernden Situation in Berlin zurechtkommen?
Der dritte Band umfasst die Zeit von 1958 bis zum Kennedy-Besuch am 26.Juni 1963. Damit hatte die Autorin wieder die Möglichkeit viele historische Hintergründe in ihre Geschichte mit einzubauen. Und das ist ja gerade eine Stärke der studierten Historikerin. Sie schafft es wieder einmal aufs Neue eine spannende Familiengeschichte in einen historischen Kontext zu stellen, so dass man gleichermaßen gut unterhalten und informiert wird. Ich liebe ja diese Art von Literatur, denn dadurch kann ich immer auch noch etwas lernen.
Ich habe auch den dritten Band wieder als Hörbuch gehört. Wer sich wie ich die Hörbücher auf den PC lädt, der kann speziell in diesem Fall besonders vom Thalia Hörbuch-Abo profitieren. Wenn Sie sich für die komplette Lesung interessieren, zahlen sie im Abo maximal den Grund-Abopreis von EUR 9,95 oder aber ohne Abo den vollen Preis von EUR 25,95.
Das Hörbuch wird von Anna Fischer gelesen. Ob das vom Verlag so eine gute Idee war, die drei einzelnen Hörbücher von unterschiedlichen Sprecherinnen lesen zu lassen, darüber kann man sich streiten. Ich habe zwar verstanden, warum sie es gemacht haben – 3 Schwestern = 3 Sprecherinnen. Aber da alle drei Sprecherinnen auch in unterschiedlichen Stimmen für die anderen Familienmitglieder sprechen, ist es schon sehr gewöhnungsbedürftig, wenn sie von Buch zu Buch unterschiedlich sprechen. Mir hat es mit den unterschiedlichen Sprecherinnen nicht so gut gefallen. Ich wäre lieber bei einer einzigen geblieben.
Egal ob als Buch, e-book oder Hörbuch – die Reihe ist wirklich toll. Eine spannende Familiengeschichte und viel historisches Hintergrundwissen, was gut in die Handlung integriert wird.
Lesefuchs - Bücher mit Herz
aus Bargteheide
5/5
25.02.2021
Hörbuch-Download
Die jüngste im Bunde wird flügge
Dies ist jetzt der Abschlussband der Trilogie um die Familie Thalheim und ihre drei sehr unterschiedlichen Schwestern. Da sich aber im Laufe der Geschichte herausgestellt hat, dass es ja auch noch eine vierte Schwester gibt, hoffe ich doch sehr, dass die Autorin und der Verlag uns noch einen weiteren Band schenken.
Im dritten Band ist Florentine, genannt Flori, die Hauptperson. Sie ist ja die und rebellischste Schwester und hat eine andere Mutter als die beiden älteren Schwestern Rike und Silvie, da deren Mutter bereits früh ums Leben gekommen ist und Friedrich noch einmal geheiratet hat. Flori war immer schon anders als ihre beiden Halbschwestern. Schon von früh an hat sie gerne gezeichnet und gemalt. Das Kaufhaus der Familie interessiert sie nicht ein Stück. Doch nachdem bereits im 2. Band klar war, dass sie das Abitur nicht geschafft hat, ist für sie erstmal eine Welt zusammengebrochen. Adieu Kunsthochschule! Als einigermaßen künstlerischen Beruf lernt sie im KaDeWe Schaufensterdekorateurin. Aber diese Arbeit befriedigt sie gar nicht. Und so kommt es, dass sie irgendwann mit ihrem Freund abgehauen ist. Niemand in der Familie wusste, wo sie war.
Doch der dritte Band beginnt damit, dass die verlorene Tochter 1958 nach Berlin zurüc
Das Hörbuch wird von Anna Fischer gelesen. Ob das vom Verlag so eine gute Idee war, die drei einzelnen Hörbücher von unterschiedlichen Sprecherinnen lesen zu lassen, darüber kann man sich streiten. Ich habe zwar verstanden, warum sie es gemacht haben – 3 Schwestern = 3 Sprecherinnen. Aber da alle drei Sprecherinnen auch in unterschiedlichen Stimmen für die anderen Familienmitglieder sprechen, ist es schon sehr gewöhnungsbedürftig, wenn sie von Buch zu Buch untkkehrt. Sie zieht in die kleine Familienwohnung, wo ihr Cousin Gregor mit seinem Lebensgefährten Hotte wohnt. Ihr Plan ist, dass sie trotz fehlendem Abitur an der Kunsthochschule angenommen wird. Ihre Mappe mit ihren Arbeiten aus Paris soll für sich selbst sprechen. Durch ihren Mut und ihren Kampfesgeist gelingt dies, und sie kommt in die Meisterklasse von Rufus Lindberg. Doch das Leben an der Kunsthochschule gestaltet sich ganz anders, als Flori es sich erhofft hat.
Die Hauptperson in diesem dritten Band ist zwar Flori, aber trotz alledem kommen natürlich auch die anderen Familienmitglieder nicht zu kurz. So gibt es zwei weitere Hochzeiten in der Familie, und es kommt zu einem großen Drama, was Onkel Carl, den Ostberliner Anwalt, betrifft. Auch beim Kaufhaus Thalheim läuft es nicht mehr so gut, wie in den Anfangszeiten nach dem Wiederaufbau. Wie wird die Familie diese Probleme bewältigen? Und wie wird sie mit der sich ändernden Situation in Berlin zurechtkommen?
Der dritte Band umfasst die Zeit von 1958 bis zum Kennedy-Besuch am 26.Juni 1963. Damit hatte die Autorin wieder die Möglichkeit viele historische Hintergründe in ihre Geschichte mit einzubauen. Und das ist ja gerade eine Stärke der studierten Historikerin. Sie schafft es wieder einmal aufs Neue eine spannende Familiengeschichte in einen historischen Kontext zu stellen, so dass man gleichermaßen gut unterhalten und informiert wird. Ich liebe ja diese Art von Literatur, denn dadurch kann ich immer auch noch etwas lernen.
Ich habe auch den dritten Band wieder als Hörbuch gehört. Wer sich wie ich die Hörbücher auf den PC lädt, der kann speziell in diesem Fall besonders vom Thalia Hörbuch-Abo profitieren.
Egal ob als Buch, e-book oder Hörbuch – die Reihe ist wirklich toll. Eine spannende Familiengeschichte und viel historisches Hintergrundwissen, was gut in die Handlung integriert wird.
claudi-1963
aus Schwaben
5/5
08.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Für die Hoffnung muss man oft alles wagen
„Wenn du einen Traum hast, dann greife danach und höre niemals auf, daran zu glauben.” (Carol Burnett)
Berlin 1958: Florentine die jüngste der Thalheim Schwestern hat schon sehr jung mit zeichnen begonnen, ehe sie rebellisch wurde und mit ihrem Freund Patrick nach Paris verschwand. Reumütig kehrt sie nun zurück und ihre Schwestern hoffen nun das sie sich im Modekaufhaus mit einbringt. Jedoch Florentine möchte mit ihrer Begabung lieber an der Kunstakademie studieren. Doch leider hat Florentine ihr Abitur nicht zu enden gebracht und so wird die Aufnahme für sie schwierig werden. Mit viel Engagement darf sie schlussendlich dann doch dort studieren. Allerdings ist ihr Dozent Rufus Lindberg ein schwieriger, herrsüchtiger Mensch, der Florentine das Leben an der Akademie schwer macht. Zudem machen die Spannungen zwischen Ost und West in Berlin immer mehr Probleme, dass bekommt besonders das Mordkaufhaus Thalheim zu spüren. ---
Meine Meinung:
Das Cover spiegelt wieder ein wenig das Ende der 50 Jahre wieder ganz Deutschland ist weiter im Umbruch, was man vor allem in Berlin spürt. Der Schreibstil ist wieder recht informativ, bildhaft und unterhaltsam. Im letzten Band über die Thalheim Schwestern geht es diesmal in der Hauptsache um Florentine (Flori) die jüngste der drei Schwestern. Durch ihre rebellische Art hat sie sich selbst in Schwierigkeiten gebracht, die sie nun ausbaden muss. Ohne Ausbildung oder einem Abschluss wird es schwer für sie werden etwas in Berlin zu finden. Doch Flori wäre nicht sie wenn sie nicht längst wüsste was sie will. Sie setzt sich durch um ihre künstlerische Begabung für die Malerei zu studieren. Brigitte Riebe beschreibt hier weiter eine junge Frau die versucht weiter ihren Weg zu gehen auch wenn er steinig und schwer werden wird. Zudem nimmt sich mich als Leser mit in eine Zeit als Berlin die florierende Stadt für Künstler wird. Doch auch politisch kommen auf Berlin immer größere Probleme zu. Eingekesselt abgekoppelt vom Rest Deutschlands spüren sie sehr gut das sie eine Sonderstellung einnehmen. Jedoch die zunehmenden Auswanderer aus der DDR scheinen der kommunistischen Regierung immer stärkere Probleme zu bereiten. Kein Wunder also, das man im Jahr 1961 dann beginnt eine Mauer mitten duch Berlin zu errichten. Ich erlebe mit wie furchtbar dieser Mauerbau für die Berliner war, den es wurden Freunde von einander getrennt und sogar Familien auseinandergerissen. Selbst die Thalheims trifft dieser Mauerbau hart, nicht nur das Modekaufhaus ist betroffen, sondern selbst die Familie trifft es ganz hart. Wunderbar bindet die Autorin die damaligen Gegebenheiten Berlins mit in ihre Geschichte ein. Selbst der damalige Berliner Bürgermeister Willy Brandt und seine zweite, norwegische Frau Rut werden hier erwähnt. Das Highlight bildet dann der Besuch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Ebenfalls erlebe ich wie schwierig sich das Liebesleben vom homosexuellen Paar Gregor und Hotte sich weiterentwickelt. Es ist eine undankbare Zeit für gleichgeschlechtliche Beziehungen, besonders wenn man sich wie Gregor als Architekt einen Namen machen möchte. Selbst in einer Großstadt wie Berlin scheinen sich solche Dinge zu schnell herumzusprechen. Natürlich wird auch wieder viel über das Thema Mode in dieser Zeit berichtet. Schön war es natürlich auch das ich weiter von den anderen Thalheims erfahren habe. Besonders das die Geheimnisse aus den beiden Bänden endlich aufgelöst und angesprochen wurden in der Familie war gut. Und natürlich kam auch der Bösewicht Brahm wieder mal der Familie viel zu nahe. Alles in allem wieder ein gelungenes Buch, bei dem ich erneut die Historikerin Brigitte Riebe zu spüren bekam und dem ich 5 von 5 Sterne gebe.
claudi
aus Stuttgart
5/5
08.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Wenn du einen Traum hast,…
„Wenn du einen Traum hast, dann greife danach und höre niemals auf, daran zu glauben.” (Carol Burnett) Berlin 1958: Florentine die jüngste der Thalheim Schwestern hat schon sehr jung mit zeichnen begonnen, ehe sie rebellisch wurde und mit ihrem Freund Patrick nach Paris verschwand. Reumütig kehrt sie nun zurück und ihre Schwestern hoffen nun das sie sich im Modekaufhaus mit einbringt. Jedoch Florentine möchte mit ihrer Begabung lieber an der Kunstakademie studieren. Doch leider hat Florentine ihr Abitur nicht zu enden gebracht und so wird die Aufnahme für sie schwierig werden. Mit viel Engagement darf sie schlussendlich dann doch dort studieren. Allerdings ist ihr Dozent Rufus Lindberg ein schwieriger, herrsüchtiger Mensch, der Florentine das Leben an der Akademie schwer macht. Zudem machen die Spannungen zwischen Ost und West in Berlin immer mehr Probleme, dass bekommt besonders das Mordkaufhaus Thalheim zu spüren. Meine Meinung: Das Cover spiegelt wieder ein wenig das Ende der 50 Jahre wieder ganz Deutschland ist weiter im Umbruch, was man vor allem in Berlin spürt. Der Schreibstil ist wieder recht informativ, bildhaft und unterhaltsam. Im letzten Band über die Thalheim Schwestern geht es diesmal in der Hauptsache um Florentine (Flori) die jüngste der drei Schwestern. Durch ihre rebellische Art hat sie sich selbst in Schwierigkeiten gebracht, die sie nun ausbaden muss. Ohne Ausbildung oder einem Abschluss wird es schwer für sie werden etwas in Berlin zu finden. Doch Flori wäre nicht sie wenn sie nicht längst wüsste was sie will. Sie setzt sich durch um ihre künstlerische Begabung für die Malerei zu studieren. Brigitte Riebe beschreibt hier weiter eine junge Frau die versucht weiter ihren Weg zu gehen auch wenn er steinig und schwer werden wird. Zudem nimmt sich mich als Leser mit in eine Zeit als Berlin die florierende Stadt für Künstler wird. Doch auch politisch kommen auf Berlin immer größere Probleme zu. Eingekesselt abgekoppelt vom Rest Deutschlands spüren sie sehr gut das sie eine Sonderstellung einnehmen. Jedoch die zunehmenden Auswanderer aus der DDR scheinen der kommunistischen Regierung immer stärkere Probleme zu bereiten. Kein Wunder also, das man im Jahr 1961 dann beginnt eine Mauer mitten duch Berlin zu errichten. Ich erlebe mit wie furchtbar dieser Mauerbau für die Berliner war, den es wurden Freunde von einander getrennt und sogar Familien auseinandergerissen. Selbst die Thalheims trifft dieser Mauerbau hart, nicht nur das Modekaufhaus ist betroffen, sondern selbst die Familie trifft es ganz hart. Wunderbar bindet die Autorin die damaligen Gegebenheiten Berlins mit in ihre Geschichte ein. Selbst der damalige Berliner Bürgermeister Willy Brandt und seine zweite, norwegische Frau Rut werden hier erwähnt. Das Highlight bildet dann der Besuch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy. Ebenfalls erlebe ich wie schwierig sich das Liebesleben vom homosexuellen Paar Gregor und Hotte sich weiterentwickelt. Es ist eine undankbare Zeit für gleichgeschlechtliche Beziehungen, besonders wenn man sich wie Gregor als Architekt einen Namen machen möchte. Selbst in einer Großstadt wie Berlin scheinen sich solche Dinge zu schnell herumzusprechen. Natürlich wird auch wieder viel über das Thema Mode in dieser Zeit berichtet. Schön war es natürlich auch das ich weiter von den anderen Thalheims erfahren habe. Besonders das die Geheimnisse aus den beiden Bänden endlich aufgelöst und angesprochen wurden in der Familie war gut. Und natürlich kam auch der Bösewicht Brahm wieder mal der Familie viel zu nahe. Alles in allem wieder ein gelungenes Buch, bei dem ich erneut die Historikerin Brigitte Riebe zu spüren bekam und dem ich 5 von 5 Sterne gebe.
Bewertung
aus Fulda
5/5
02.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wandlung einer Rebellin
Florentine Thalheim, die Protagonistin des Abschlussbandes der „Ku'damm“-Trilogie, macht es sich und ihrer Familie nicht leicht! Als Jüngste der Thalheim-Schwestern fühlte sie sich stets als Randfigur in einer Familie starker und eigenwilliger Charaktere, zeichnete sich in den beiden ersten Bänden vor allem durch Sprunghaftigkeit, Kapriziosität und wilde Aufmüpfigkeit aus, was darin gipfelte, dass sie sich mit ihrem französischen Freund in dessen Heimatland flüchtete – aus dem sie zu Beginn der hier zu besprechenden Geschichte um einige Illusionen ärmer, dafür um nicht unbeträchtliche Erfahrungen reicher in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehrte, entschlossen, sich nicht nur endlich einen Platz in ihrer Familie, sondern auch einen Weg in ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu erkämpfen. Mit ausgeprägter künstlerischer Begabung gesegnet, die sich schon in sehr jungen Jahren manifestierte, steht für Flori fest, dass sie ihrer Berufung folgt und die Kunst zu ihrem Beruf machen wird, ja machen muss, denn nur in ihr kann sie sich ausdrücken, ist sie ganz bei sich, ganz sie selbst. Zielstrebig und entschlossen erobert sie sich die Aufnahme an der renommierten Kunstakademie, ein erster Erfolg, der sie in Hochstimmung versetzt, die aber schon bald der Ernüchterung weicht und der Erkenntnis Platz macht, dass man nicht über Nacht zur gefeierten Künstlerin wird, dass mehr dazu gehört als ihre unzweifelhafte Begabung. Doch siehe da, die jüngste Thalheim-Schwester, die ehemalige Rebellin, nimmt die Herausforderung an, zieht Lehren aus den schmerzvollen Erfahrungen, die zu machen ihr nicht erspart bleibt, an denen sie menschlich wie künstlerisch wächst – um ihre wahre Berufung schließlich zu finden. Und ihre Wandlung ist so folgerichtig, so nachvollziehbar und gleichzeitig mit liebevoller Behutsamkeit geschildert, wie es eben nur Brigitte Riebe zustande bringt! Von der unreifen, verwöhnten Rebellin also zur geläuterten, mitfühlenden Erwachsenen, deren Ungestüm Beherrschung und kluger Zurückhaltung Platz gemacht hat – und dann endlich kann auch die Liebe zu einem ganz besonderen Menschen ihre Erfüllung finden!
So begegnen wir der Protagonistin am Ende dieses großartigen Romans, dessen Handlung in den späten 50er und frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angesiedelt ist, zu einer Zeit also, in der sich der Konflikt zwischen Ost und West zuspitzte, in der Berlin nach vorausgehenden, immer unerträglicher werdenden, Repressalien von Seiten des DDR-Regimes schließlich durch den Mauerbau zur geteilten Stadt wurde, ein „Leuchtturm im roten Meer“, wie die heutige Hauptstadt der Republik seinerzeit von der auflagenstärksten deutschen Tageszeitung so treffend betitelt wurde.
Wie gewohnt gelingt es der Autorin auch in „Tage der Hoffnung“ Zeitgeschichte so in Romanform zu bringen, dass sie erfahrbar wird, dass jene so hoffnungsvollen wie bangen Jahre, die den Hintergrund der Handlung um Flori und die Ihren bilden, gegenwärtig werden, fühl- und erfahrbar. Die Leser dieses so genialen wie sprachlich perfekten Romans werden unwiderstehlich hineingezogen in eine spannende, weichenstellende Epoche, die die Mehrzahl von ihnen vermutlich nicht durch eigenes, bewusstes Erleben, sondern nur noch aus Erzählungen oder aus Geschichtsbüchern kennen – und die sich nicht mehr loslassen wird!
Denn dieses grandiose Buch mit seinen vielen eingestreuten Begebenheiten – kleineren und größeren, unbedeutenden und bedeutenden - , Randnotizen gleichsam, die mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, untrennbar verbunden sind, ihr zugehörig wie etwa die vielen elektronischen Spielzeuge samt Netflix & Co. der heutigen Zeit, und die ihm seine überzeugende Authentizität verleihen, wirkt nach, lässt Anteil nehmen nicht nur am mit vielen Stolpersteinen versehenen Werdegang Floris sondern natürlich auch an dem weiteren Lebensweg der gesamten, aus den beiden ersten Bänden der Trilogie sehr vertrauten, Familie Thalheim. Es läd zum Reflektieren ein, ist daher eine Geschichte, die nicht verschlungen sondern vielmehr mit der ihr gebührenden Achtsamkeit gelesen werden möchte, Seite für Seite.
Und wenn Brigitte Riebe ihre Trilogie so gewaltig und eindrucksvoll enden lässt wie hier mit der berühmten Kennedy-Rede - vor jubelnder Menschenmasse, die diese seine aus ganzer Seele kommenden Worte so dringend gebraucht haben -, die wie nichts sonst ein Bekenntnis zur Demokratie und zur Freiheit ist und die beispiellose Solidarität bekundet mit den Bewohnern der Stadt Berlin, dann geht das tief ins Herz, um darin Wohnung zu nehmen, dann bleiben wahrlich keine Wünsche offen – und es werden solche erfüllt, von denen man gar nicht wusste, dass man sie jemals hegte.
Und so ist der Abschied von den längst liebgewonnenen Exzentrikern und nicht immer einfachen Individualisten der Familie Thalheim und allen, die ihnen zugehörig sind und denen der Leser hier wie in den beiden Bänden zuvor das Vergnügen hatte zu begegnen, wohl mit ein wenig Wehmut verbunden, gleichzeitig aber lässt er ein Gefühl der Befriedigung zurück, fügt sich doch in diesem Abschlussband auch das letzte Teilchen in das bunte Mosaik ein, das die Autorin mit ihren wunderbaren Jahren des Aufbaus und der Hoffnung ihren Lesern zum Geschenk gemacht hat!
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