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Erinnerung eines Mädchens Nobelpreis für Literatur 2022

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Verkaufsrang

39789

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.01.2020

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

163

Maße (L/B/H)

18,6/11,5/1,6 cm

Gewicht

164 g

Auflage

6. Auflage

Originaltitel

Angabe fehlt

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

EAN

2710001235681

Beschreibung

Rezension

»Erinnerung eines Mädchens erschien ein Jahr vor #MeToo. Man kann sich kein treffenderes Buch zu diesem heiklen Gebiet zwischen Einwilligung und Missbrauch vorstellen.« ("NZZ am Sonntag")
»Annie Ernaux gelingt es ganz hervorragend, in ihrem Roman noch einmal zu der innerlich zerrissenen, verliebten, magersüchtigen, ehrgeizigen jungen Frau zu werden, die sie war als alles in ihr ins Wanken geriet ... « ("DIE ZEIT")
»Annie Ernaux ist die Königin der neuen autobiographischen Literatur.« ("DIE ZEIT")
»Ernaux ist eine Klasse für sich. « ("Der Tagesspiegel")
»Annie Ernaux zu lesen ist ein Schock, eine Erfahrung, vor allem ist es wichtig.« ("DER SPIEGEL")
» ... in diesem historisch changierenden Blick und in dem ständigen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Erinnerung liegen die großen Stärken ihres aufwühlenden Buches.« ("Deutschlandfunk")
»Mit schonungsloser Genauigkeit schreibt sie über Macht, Ohnmacht und eine Zeit, die ihr Verständnis von Moral und Sexualität ein Leben lang entscheidend geprägt hat.« ("ORF")
»Wie sie hin- und herspringt zwischen Erinnerungen heute und Notizen von damals, zwischen ihrem privaten Leben und der öffentlichen Welt, das ist so atemberaubend geschrieben, dass ihre Leserinnen und Leser froh sind. Weil sie es anders gemacht hat.« ("ZEITmagazin")
»Annie Ernaux bewirkt Betroffenheit nicht durch Pathos. Sie legt ein cooles, durchaus zugängliches Buch vor, sprachlich minimalistisch, bisweilen sogar heiter.« ("Nordkurier.de")
»Eines der maßgeblichen Werke der zeitgenössischen französischen Literatur. « ("Le Point")

Produktdetails

Zustand

Gut

Verkaufsrang

39789

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.01.2020

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

163

Maße (L/B/H)

18,6/11,5/1,6 cm

Gewicht

164 g

Auflage

6. Auflage

Originaltitel

Angabe fehlt

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

EAN

2710001235681

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

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Die Veränderung der Sichtweise…

Juti aus HD am 03.01.2019

Bewertungsnummer: 2729877

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Veränderung der Sichtweise der ersten sexuellen Beziehungen Obwohl dieses Buch kein Inhaltsverzeichnis hat, möchte ich das Buch doch in drei Teile gliedern: Im ersten Teil bis S.35 wird die Idee des Buches beschrieben: Ein Foto aus dem Sommer 1958 mit einer 18-jährigen: „Das Mädchen auf dem Foto bin nicht ich“ (S.19) schreibt Ernaux und hat damit Recht und Unrecht. Einerseits war sie auf dem Bild, aber bis 2014 -56 Jahre später schrieb sie diese Geschichte- ist sie eine andere geworden. Die Autorin nutzt dies, um ihr damaliges Leben in der dritten Person zu beschreiben. Gedanken beim Schreiben lesen wir in der Ich-Form. Bis zum Sommer 1958 lebte sie als einziges Kind einer Krämerfamilie in Nordfrankreich in sehr katholischen Verhältnissen, war sehr gut in der Schule und las viel. Im zweiten Teil besucht sie im Sommer 1958 eine Ferienfreizeit als Betreuerin, ohne Eltern, und macht ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Es ist eben immer die Frage, was im Sex freiwillig ist, ihre Jungfräulichkeit hat sie jedenfalls nicht verloren: „Ich erinnere nicht, wie viele Male er versucht hat, in sie einzudringen, und sie ihm stattdessen einen geblasen hat. Einmal erklärt er, wie um das zu entschuldigen: „Ich bin halt gut bestückt.““ (S.46). In diesem Abschnitt braucht man wahrhaft dicke Eier, denn von nun an verführt sie alle Betreuer bis sie nach drei Wochen noch einmal, diesmal ausdrücklich freiwillig ein Nacht mit Liebhaber H verbringt. Auf Seite 85 beginnt der diesmal auch im Druck getrennte dritte Teil. Das Leben nach dem Ferienlager verläuft in gesitteteren Bahnen. Sie vermisst H. Sie lebt während einer Ausbildung zur Grundschullehrerin in einem Nonnenkloster und darf keine anzüglichen Witze mehr machen. Selbst ihre Periode setzt aus. Blut spielt schon vorher eine wichtige Rolle. Als sie erkennt, dass sie keine geborene Lehrerin ist, geht sie mit ihrer Freundin als Aupair nach England. Ihre Freundin wird beim Ladendiebstahl erwischt, worauf die beiden noch seriöser werden. Das Buch endet mit unserer Protagonistin als fleißige und zufriedene, wieder mit Blutungen lebende Literaturstudentin. Ich habe nur Kritiken von Frauen über diese Erzählung gelesen. Ich kann nur wenige politische Bezüge erkennen, weiß nicht ob es der Frauenbewegung hilft und sehe erst recht nicht was das ganze Land damit anfangen soll. Für mich zeigt dieses Werk wie aus einem Mädchen eine Erwachsene wird und wie die Sicht auf diese Metamorphose sich im Wandel der Zeit ändert. Mit anderen Worten, den Schlussworten, formuliert dies auch die Autorin als ihr Ziel. 5 Sterne, da es auch ohne Politik unterhaltsam ist. Lieblingszitat: Einmal hat eine Klassenkameradin kichernd auf ein Zitat von Paul Claudel in dem katholischen Kalender gezeigt, den das Pensionat verteilte: „Für einen Mann gibt es kein größeres Glück, als seinen Samen in fruchtbaren Boden zu pflanzen.“ Sie verstand nicht, was daran obszön war. (S.29)

Die Veränderung der Sichtweise…

Juti aus HD am 03.01.2019
Bewertungsnummer: 2729877
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Die Veränderung der Sichtweise der ersten sexuellen Beziehungen Obwohl dieses Buch kein Inhaltsverzeichnis hat, möchte ich das Buch doch in drei Teile gliedern: Im ersten Teil bis S.35 wird die Idee des Buches beschrieben: Ein Foto aus dem Sommer 1958 mit einer 18-jährigen: „Das Mädchen auf dem Foto bin nicht ich“ (S.19) schreibt Ernaux und hat damit Recht und Unrecht. Einerseits war sie auf dem Bild, aber bis 2014 -56 Jahre später schrieb sie diese Geschichte- ist sie eine andere geworden. Die Autorin nutzt dies, um ihr damaliges Leben in der dritten Person zu beschreiben. Gedanken beim Schreiben lesen wir in der Ich-Form. Bis zum Sommer 1958 lebte sie als einziges Kind einer Krämerfamilie in Nordfrankreich in sehr katholischen Verhältnissen, war sehr gut in der Schule und las viel. Im zweiten Teil besucht sie im Sommer 1958 eine Ferienfreizeit als Betreuerin, ohne Eltern, und macht ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Es ist eben immer die Frage, was im Sex freiwillig ist, ihre Jungfräulichkeit hat sie jedenfalls nicht verloren: „Ich erinnere nicht, wie viele Male er versucht hat, in sie einzudringen, und sie ihm stattdessen einen geblasen hat. Einmal erklärt er, wie um das zu entschuldigen: „Ich bin halt gut bestückt.““ (S.46). In diesem Abschnitt braucht man wahrhaft dicke Eier, denn von nun an verführt sie alle Betreuer bis sie nach drei Wochen noch einmal, diesmal ausdrücklich freiwillig ein Nacht mit Liebhaber H verbringt. Auf Seite 85 beginnt der diesmal auch im Druck getrennte dritte Teil. Das Leben nach dem Ferienlager verläuft in gesitteteren Bahnen. Sie vermisst H. Sie lebt während einer Ausbildung zur Grundschullehrerin in einem Nonnenkloster und darf keine anzüglichen Witze mehr machen. Selbst ihre Periode setzt aus. Blut spielt schon vorher eine wichtige Rolle. Als sie erkennt, dass sie keine geborene Lehrerin ist, geht sie mit ihrer Freundin als Aupair nach England. Ihre Freundin wird beim Ladendiebstahl erwischt, worauf die beiden noch seriöser werden. Das Buch endet mit unserer Protagonistin als fleißige und zufriedene, wieder mit Blutungen lebende Literaturstudentin. Ich habe nur Kritiken von Frauen über diese Erzählung gelesen. Ich kann nur wenige politische Bezüge erkennen, weiß nicht ob es der Frauenbewegung hilft und sehe erst recht nicht was das ganze Land damit anfangen soll. Für mich zeigt dieses Werk wie aus einem Mädchen eine Erwachsene wird und wie die Sicht auf diese Metamorphose sich im Wandel der Zeit ändert. Mit anderen Worten, den Schlussworten, formuliert dies auch die Autorin als ihr Ziel. 5 Sterne, da es auch ohne Politik unterhaltsam ist. Lieblingszitat: Einmal hat eine Klassenkameradin kichernd auf ein Zitat von Paul Claudel in dem katholischen Kalender gezeigt, den das Pensionat verteilte: „Für einen Mann gibt es kein größeres Glück, als seinen Samen in fruchtbaren Boden zu pflanzen.“ Sie verstand nicht, was daran obszön war. (S.29)

"... nicht zu wissen, wie man sich in der Welt verhält."

Bewertung am 16.12.2018

Bewertungsnummer: 467226

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Annie Ernaux schildert die private Katastrophe, die ihr als junges Mädchen widerfährt. Ihre Fassungslosigkeit und Einsamkeit sind unmittelbar spürbar für den Leser. Wie sie mit analytischer Schärfe sich selbst nachspürt und ein schonungsloses Zeitbild zeichnet, ist absolut beeindruckend. Gerade in Zeiten von #MeToo aktueller denn je.

"... nicht zu wissen, wie man sich in der Welt verhält."

Bewertung am 16.12.2018
Bewertungsnummer: 467226
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Annie Ernaux schildert die private Katastrophe, die ihr als junges Mädchen widerfährt. Ihre Fassungslosigkeit und Einsamkeit sind unmittelbar spürbar für den Leser. Wie sie mit analytischer Schärfe sich selbst nachspürt und ein schonungsloses Zeitbild zeichnet, ist absolut beeindruckend. Gerade in Zeiten von #MeToo aktueller denn je.

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Erinnerung eines Mädchens

von Annie Ernaux

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