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Ida hat nichts bei sich außer dem alten, verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter, ein paar Lieblingsklamotten und ihrem MacBook, als sie ihr Zuhause verlässt. Es ist wahrscheinlich ein Abschied für immer von der Kleinstadt, in der sie ihr ganzes bisheriges Leben verbracht hat. Im Abschiednehmen ist Ida richtig schlecht; sie hat es vor zwei Monaten nicht einmal auf die Beerdigung ihrer Mutter geschafft. Am Bahnhof sucht sie sich den Zug aus, der am weitesten wegfährt – auf keinen Fall will sie zu ihrer Schwester Tilda nach Hamburg –, und landet auf Rügen. Ohne Plan, nur mit einem großen Klumpen aus Wut, Trauer und Schuld im Bauch, streift sie über die Ostseeinsel. Und trifft schließlich auf Knut, den örtlichen Kneipenbesitzer, und seine Frau Marianne, die Ida kurzerhand bei sich aufnehmen. Zu dritt frühstücken sie jeden Morgen Aufbackbrötchen, den Tag verbringt Ida dann mit Marianne, sie walken gemeinsam durch den Wald oder spielen Skip-Bo, abends arbeitet Ida mit Knut in der »Robbe«. Und sie lernt Leif kennen, der ähnlich versehrt ist wie sie. Auf einmal ist alles ein bisschen leichter, erträglicher in Idas Leben. Bis ihre Welt kurz darauf wieder aus den Angeln gehoben wird.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
12.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Großartiges Buch!
Nach dem ersten Teil '22 Bahnen', konzentriert sich 'Windstärke 17' auf die Geschichte von Ida und ihren Umgang mit ihren Gedanken und Gefühlen nach den Tod ihrer Mutter. Man fühlt sich lda so nah und wird von ihr richtig mitgerissen. Große Empfehlung für eine kleine Pause.
Bewertung
5/5
28.08.2026
eBook (ePUB)
Bitte um Vorsetzung
Ich hab 22 Bahnen und Windstärke 17 in 4 Tagen verschlungen. Ich hoffe so sehr dass es eine Vorsetzung von Tildas und Idas Leben gibt!
Ich bin noch nicht bereit ihre Welt zu verlassen
WortGewand
aus Krefeld
5/5
18.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Was, wenn Weglaufen nicht Flucht bedeutet, sondern der erste Schritt zurück ins eigene Leben ist?
„Windstärke 17“ von Caroline Wahl lag (wie schon „22 Bahnen“) über ein Jahr ungelesen in meinem Bücherregal. Und dann kam dieser eine Griff. Nachdem mich „22 Bahnen“ so begeistert hatte, musste ich nicht lange überlegen: Noch am selben Tag begann ich mit „Windstärke 17“. Und wieder hatte Caroline Wahl mich sehr schnell in ihrer Geschichte.
Diesmal steht Ida im Mittelpunkt (Tildas jüngere Schwester), die wir aus „22 Bahnen“ bereits kennen. Nun bekommt sie ihre eigene Stimme.
Ida verliert nach dem Tod ihrer Mutter den Boden unter den Füßen. Sie fährt los, eigentlich mit dem Ziel Hamburg. Doch sie fährt an Hamburg vorbei und landet schließlich auf Rügen. Und vielleicht ist genau dieses „Danebenfahren“ der Beginn von etwas Neuem. Ida flieht und findet dabei Menschen, die sie nicht reparieren wollen.
Knut und Marianne geben ihr Raum, Wärme und Zeit. Sie erwarten nicht, dass Ida funktioniert. Sie hören zu. Sie lassen sie sein. Und sie schaffen einen Ort, an dem sie langsam wieder atmen kann.
Später begegnet Ida Leif - einem Menschen, der selbst seine Wunden trägt.
Was mich an diesem Buch besonders berührt hat, ist genau diese Frage: Was brauchen Menschen eigentlich, wenn ihr bisheriges Leben aus den Fugen geraten ist? Aufgrund der Positiven Psychologie habe ich beim Lesen immer wieder auf Themen wie Resilienz, Selbstwirksamkeit, Bindung, Zugehörigkeit und die Kraft unterstützender Beziehungen geschaut.
Und ich habe mich gefragt: Was macht Menschen widerstandsfähig?
Ist es die eigene Stärke oder sind es manchmal vor allem die Menschen, die uns auffangen?
Was geschieht, wenn wir aufhören, von Menschen zu erwarten, dass sie „funktionieren“, und ihnen stattdessen Zeit, Raum und echte Zuwendung geben?
Vielleicht ist Unterstützung manchmal gar nicht die große Lösung.
Vielleicht ist es ein gemeinsames Frühstück.
Ein Spaziergang.
Ein Kartenspiel.
Ein Gespräch.
Oder einfach ein Mensch, der bleibt.
Für mich führt „Windstärke 17“ damit auch direkt zu einem Gedanken, der mich begleitet: mut-willig zu sein. Mut-willig bedeutet für mich nicht, immer stark zu sein. Es kann bedeuten, sich einzugestehen, dass etwas nicht mehr funktioniert. Einen Schritt zurückzugehen. Hilfe anzunehmen. Die Perspektive zu wechseln. Oder einen Weg einzuschlagen, den andere vielleicht nicht verstehen.
Und gerade mit Blick auf unsere aktuelle Zeit beschäftigt mich das sehr. Wir erleben gesellschaftliche Spaltungen, Unsicherheit und große Herausforderungen. Wir begegnen Menschen, die wütend sind, sich zurückziehen oder Entscheidungen treffen, die wir nicht nachvollziehen können.
Vielleicht brauchen wir gerade jetzt mehr Perspektivwechsel und weniger vorschnelle Urteile.
„Windstärke 17“ ist für mich deshalb weit mehr als eine Fortsetzung von „22 Bahnen“.
Es ist ein Buch über Trauer, Schuld, Wut, Zugehörigkeit und Neuanfang. Über die Tatsache, dass Heilung nicht linear verläuft. Und darüber, dass nach einer Flaute durchaus wieder Sturm kommen kann und es trotzdem leichter werden darf.
Sie erzählt all das klar, direkt und mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Schwere Themen bleiben schwer, aber es gibt Humor, Wärme und diese kleinen Momente, die das Leben wieder lebenswert machen.
Und vielleicht liegt genau darin die Sogwirkung dieses Buches: Nach „22 Bahnen“ wollte ich Ida noch einmal anders kennenlernen. Ich wollte verstehen, was in ihr steckt. Hinter der Wut, hinter der Härte, hinter dem Verhalten, das manchmal schwer auszuhalten ist.
Und am Ende bleibt bei mir eine Frage zurück:
Was würde sich verändern, wenn wir bei einem Menschen nicht zuerst fragen würden: „Was stimmt mit dir nicht?“, sondern: „Was ist dir passiert und was brauchst du gerade?“
Dieses Buch bietet viel Inhalt für Diskussionen und zum Nachdenken.
Bewertung
5/5
10.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
großartiges Buch
Ich höre es gerade zum 2. Mal. Es ist so ehrlich und nachvollziehbar, bitter und trotzdem voller Hoffnung.
Ich habe alle Bücher von vom Caroline Wahl gehört und mag sie alle sehr.
Renate Vorwerk
aus Bergisch Gladbach
5/5
20.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Der Weg eines jungen Mädchens aus einem tiefen Trauma heraus
Dieses Buch knüpft an das vorige Buch „17 Bahnen“ an, ist aber auch ohne dessen Kenntnis gut lesbar. Das erste Buch handelte von Tilda, die trotz vieler Stolpersteine ihren Weg findet.
Mit ihrem ganz eigenen Stil schildert Caroline Wahl die Entwicklung der kleinen Schwester Ida, die mit mehreren Verlusten fertig werden muss. Sie ist ähnlich stachelig wie Tilda und macht damit sich und anderen das Leben schwer. Wie sie sich langsam von ihren Traumata löst, das beschreibt Caroline Wahl spannend und eindrucksvoll
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