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Produktbild: Selbstregulierung des Herzens

Selbstregulierung des Herzens Roman | Shortlist Deutscher Buchpreis 2026

8

23,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

2215

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2026

Verlag

Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

20,6/13/3,3 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Dunkelgrün / Lindgrün

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86971-335-9

Beschreibung

Rezension

„Ein ganz leises, sehr berührendes Buch und ein wirklich großes Leseerlebnis.“ ("rbb radioeins")
«Die Selbstregulierung des Herzens»ist ein Roman der eher stillen Thesen,auch wenn er seinen Figuren den großenKnall nicht erspart: im wiedervereintenDeutschland noch einmal mit einerSuche nach Identität beginnen zu müssen. ("NZZ")
Ein Roman, der präzise, unsentimental und ohne Anklage veranschaulicht, wie Menschen sich in einem Zwangssystem veränden und wie Illusionen an einer Staatsform zerschellen. Ein Buch, dass die DDR noch einmal mit einem neuen, differenzierten Blick betrachtet. ("SWR")
Unaufgeregt, aber auf jeder Seite spannend, entwirft dieser kluge Roman ein Panorama von den 60er Jahren bis hin zu Corona-Pandemie. Große Leseempfehlung für alle, die die Welt – und die Schnittstelle zwischen Leben und Wissenschaft - besser verstehen wollen! ("Literaturkurier")
Begeisternd, weil „Die Ostdeutschen“ einzelne Individuen werden. ("hr2-kultur")
Historisch und gleichzeitig ungeheuer gegenwärtig. ("hr2-Kultur")
Dieser Text ist ungeheuer komplex, aber man merkt es ihm nicht an, er ist sehr lebendig erzählt, das ist große Kunst … eines der besten Bücher über die DDR, die ich je gelesen habe. ("hr2-kultur")
Einer der bemerkenswertesten Romane dieses Frühjahrs. ("DLF Kultur Büchermarkt")
Was für ein Spagat! So mitreißend eingängig ist die Handlung, dass einem der Gedankenreichtum dahinter nicht sofort ins Auge fällt. Aber Peggy Mädlers Roman ist aus Nachdenklichkeit geboren. ("Der Freitag")
"Selbstregulierung des Herzens" erzählt die Mentalitätsgeschichte einer Desillusionierung und von Familiengründungen, Beziehungsproblemen, Alltagsdingen, die einfach weiterlaufen, weil der Rückzug ins Private nun mal die Eigenart des Menschenlebens ist. Eine Blaupause dafür, wie Menschen auf Systeme und Umbrüche reagieren. ("Der Tagesspiegel")

Produktdetails

Verkaufsrang

2215

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2026

Verlag

Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

20,6/13/3,3 cm

Gewicht

396 g

Farbe

Dunkelgrün / Lindgrün

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86971-335-9

Herstelleradresse

Galiani, Verlag
Friedrichstraße 119
10117 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@kiwi-verlag.de

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  • hamburg.lesequeen

    aus Bargfeld-Stegen

    5/5

    21.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Shortlist!

    SELBSTREGULIERUNG DES HERZENS Peggy Mädler ET: 12.02.26 Im Zentrum stehen mehrere Menschen, die wir über viele Jahrzehnte begleiten: von den 1960er-Jahren in der DDR bis in die Zeit nach der Wende. Menschen mit Hoffnungen, Träumen und dem Glauben daran, gemeinsam etwas Gutes aufzubauen. Aber auch Menschen, die erleben, wie die Freiheiten immer weiter eingeschränkt werden, wie Anpassung und Bespitzelung zum Alltag gehören und wie aus Idealismus langsam Desillusionierung wird. Ich fand es unglaublich interessant mitzuerleben, wie unterschiedlich die Figuren mit dem System umgehen. Die einen arrangieren sich, andere versuchen lange, etwas zu verändern, wieder andere werden zu Mitläufern und manche wollen irgendwann nur noch raus. Und auch die Zeit nach der Wende wird nicht ausgespart. Zerplatzte Träume, Arbeitslosigkeit und das Gefühl, dass die eigene Heimat und die eigene Lebensleistung plötzlich nichts mehr wert sind. Ich gebe zu: Am Anfang musste ich mich erst einmal in das Buch einlesen. Aber je weiter ich gelesen habe, desto besser hat es mir gefallen. Irgendwann war ich richtig drin und wollte wissen, wie es mit den einzelnen Figuren weitergeht. Besonders gut gefallen hat mir, wie authentisch das alles wirkt. Ob es das tatsächlich ist, kann ich als Wessi natürlich nur schwer beurteilen. Ich bin nicht in der DDR aufgewachsen und kenne vieles nur aus Erzählungen und Büchern. Gerade deshalb fand ich die Einblicke in diese unterschiedlichen Lebenswege aber unglaublich spannend. Ein vielschichtiger Roman über Idealismus, Anpassung, Desillusionierung und die Frage, ob ein System überhaupt von den Menschen, die darin leben, verändert werden kann. Zurecht auf der SHORTLIST des Deutschen Buchpreises. Fazit: Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich das Buch richtig gepackt. Vielschichtig, interessant und für mich überraschend authentisch. Chance auf den Buchpreis? Auf jeden Fall! Meine Daumen sind gedrückt!

  • Eternal-Hope

    aus Österreich

    5/5

    03.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Von Hoffnung, Kontrolle und Desillusionierung

    Von allen Büchern, die ich bisher über die ehemalige DDR, die Wende und die Zeit danach gelesen habe, ist "Selbstregulierung des Herzens" jenes, das mir am deutlichsten und detailliertesten ein Gefühl für die verschiedenen Aspekte dieser bewegten Zeiten vermittelt hat. Im Nachwort erwähnt die Autorin, dass es sich zwar um eine fiktive Geschichte handelt, sie aber sehr sorgfältig recherchiert und mit vielen Menschen Gespräche geführt hat, um ein möglichst realistisches Bild dieser Zeit zu zeichnen. Das ist auch bestens gelungen. Im Zentrum stehen ein paar junge und dann älter werdende Menschen in der DDR und der Zeit danach, die wir über mehrere Jahrzehnte in ihrer Entwicklung und mit ihren Hoffnungen, Wünschen, Träumen, aber auch ihrer Desillusionierung, begleiten: der Computerexperte Georg, die Künstlerin Mona, die lange sehr systemtreue Marlies, der alte Fritzsch, der sich aus Eingangstüren ein eigenes kleines Ferienhäuslein am Bauersee gebaut hat und noch so einige weitere. Wir erleben mit, wie in den 1960er Jahren das Klima in der neuen DDR von einer Aufbruchstimmung geprägt ist. Wie viele glauben, an etwas Gutem mitzuwirken und auf der richtigen Seite zu stehen, auf der der Gegner des Faschismus. Georg und seine Freunde studieren Ökonomie, zeitweise gibt es hier noch viel Raum zum Diskutieren, Denken und Hinterfragen über das richtige System und wie man es konkret gestalten könnte, bevor es immer enger wird im kommunistischen Staat und die Freiheiten zunehmend eingeschränkt werden. Es ist sehr interessant, beim Lesen mitzuerleben, wie viel Hoffnung auf das gemeinsame Erschaffen eines besseren Systems es vielleicht auch gegeben haben kann, und wie diese über die Jahrzehnte durch das Miterleben von Repression, Bespitzelung, Ausgrenzung aller, die von der offiziellen Linie abweichen samt heftiger beruflicher und privater Nachteile auch für Verwandte, brutaler Niederschlagung von Freiheitsbewegungen (z.B. in Ungarn oder der damaligen Tschechoslowakei) durch die Sowjetunion und dem Erleben von Ineffizienz in den staatlichen Organisationen desillusioniert wird. Dabei gehen die porträtierten Personen ganz unterschiedlich damit um: manche arrangieren sich im Stillen, andere bleiben lange idealistisch und möchten dazu beitragen, das System zu verbessern, andere werden zu Mitläufern und Profiteuren und wieder andere versuchen, die DDR in Richtung Westen zu verlassen. Auch die herausfordernde Zeit nach der Wende, in der wiederum viele Träume zerplatzt sind, wird gezeigt: wie ehemals in der DDR sehr qualifizierte Menschen sich nun mit Hilfsarbeiterjobs durchschlagen müssen und oft arbeitslos sind, wie öffentliche Einrichtungen schließen und verfallen, wie viele Menschen den Ausverkauf ihrer geliebten Heimat durch kapitalstärkere Investoren aus dem Westen erleben, und vieles mehr. Das Buch erzählt nah an den Figuren dran und aus wechselnden Perspektiven, sodass man gut mit ihnen mitfühlen kann. Gleichzeitig zieht sich - passend zum Titel - immer wieder die Frage durch das Buch, aufbauend auf Zitaten und Überlegungen aus der Kybernetik ("Zweifellos vollzieht jedes gesellschaftliche System, solange es durch die es bewegenden Widersprüche nicht gesprengt wird, eine ständige Reproduktion seiner selbst", aus einem Buch zur Gesellschaftsdialektik, S. 127 im E-Book), mit denen sich insbesondere Georg als Informatiker, aber auch seine Kommilitonen im Ökonomiestudium beschäftigen, ob und wie ein solches System wie die sozialistische DDR sich doch auch ein bisschen von innen durch die beteiligten Menschen selbst steuern könnte (natürlich ein Widerspruch zur staatlich verordneten Planwirtschaft), wenn die involvierten Menschen mit vollem Herzen dabei wären. Das ist eine zusätzliche philosophische Dimension, die das Buch noch einmal auf einer anderen Ebene bereichert hat. Auch sprachlich finden sich vieler sehr treffende Formulierungen darin, die nachdenklich machen: "Kritik und Selbstkritik, so ein Verfahren war ja kein Pappenstiel, davon wusste Marlies ein Lied zu singen, wie ein Kind stand man in der Versammlung da und wurde über seine Verfehlungen aufgeklärt, und wer sich nicht reumütig zeigte, war für die Arbeit oder den Posten nicht mehr tragbar. Von einem Moment auf den anderen auf der falschen Seite. Dann doch lieber den Rückzug antreten, nicht in Erscheinung treten, unterm Radar bleiben, die eigene Meinung zurückhalten." (S. 95 im E-Book) "Welchen Sinn machte es, über Regelgröße und Wechselbeziehungen in einem System nachzudenken, das sich selbst abriegelte, ja, jede Art Einwirkung von außen zu beschränken oder ganz auszuschließen versuchte, und dabei immer mehr eintrocknete, austrocknete und an Möglichkeiten, Informationen, Variationen verlor?" (S. 133 im E-Book) "Er war mehr Rädchen als Sand im Getriebe gewesen." (S. 180 im E-Book) Für mich war es kein Buch, das ich schnell lesen konnte, sondern eines zum langsamen Lesen, Verweilen und tiefgründigen Darüber-Nachdenken. Das spricht ebenfalls für seine Qualität. Ich kann es allen, die sich für die Zeit der ehemaligen DDR, von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende und darüber hinaus, und die betroffenen Menschen interessieren, und die gerne nicht nur persönlich, sondern auch theoretisch über Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle und ihre praktischen Konzepte für alle Betroffenen nachdenken, sehr ans Herz legen.

  • Jürg K.

    5/5

    18.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein leises, kluges Buch über Bindungen

    Für mich ein Roman über das Ringen um Nähe, um Liebe, Loyalität und Freundschaft im Schatten staatlicher Kontrolle. Die Geschichte hat mich auf eine stille, aber nachhaltige Weise getroffen. Es ist einer dieser Romane, die nicht laut werden müssen, um tief zu wirken. Peggy Mädler schreibt über Menschen, die versuchen, Nähe zu finden in einer Welt, die ihnen ständig misstraut und genau das hat mich berührt. Georg, der an die Möglichkeiten der Kybernetik glaubt, wirkt wie jemand, der sich verzweifelt an die Idee klammert, dass Systeme reparierbar sind, wenn man nur klug genug denkt. Mona dagegen lebt im Offenen, im Künstlerischen, im Fragilen. Zwischen den beiden entsteht ein Raum, der zugleich Schutz und Gefahr ist. Besonders eindrücklich fand ich, wie der Roman die DDR nicht als Kulisse, sondern als atmende Realität zeigt eine, die in die Körper und Beziehungen der Figuren eingreift. Roland, der illusionslose Intellektuelle, Marlies, die Reformerin wider Willen, die Künstlerfreundinnen: Sie alle tragen ihre eigenen Brüche, ihre eigenen Hoffnungen. Der Roman zeigt, wie schwer es ist, einander zu vertrauen, wenn man gelernt hat, sich selbst zu überwachen. Für mich ein leises, kluges Buch über Bindungen, die halten wollen, obwohl alles dagegenspricht. Es bleibt lange nach dem Lesen spürbar.

  • Alrik Gerlach

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    17.02.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zwischen Misstrauen und zarter Hoffnung

    Zwischen leiser Melancholie und vorsichtiger Hoffnung entfaltet sich eine Geschichte, die lange nachhallt. Die Figuren wirken nicht wie literarische Konstruktionen, sondern wie Menschen aus Fleisch und Erinnerung, deren Sehnsucht nach Nähe in einer misstrauischen Welt besonders verletzlich erscheint. Gerade diese stille Intensität hat mich tief berührt. Das Panorama aus DDR-Vergangenheit und Aufbruch in ein neues Deutschland wird mit feinem Gespür für Zwischentöne erzählt. Beziehungen verschieben sich, Ideale bröckeln, und doch glimmt immer wieder ein zarter Funke von Verbundenheit auf. Besonders eindrucksvoll ist, wie unspektakulär große Gefühle sichtbar werden – in Blicken, Gesprächen, kleinen Entscheidungen. Spürbar bleibt die Frage, wie viel Vertrauen ein Mensch wagen kann, wenn Sicherheiten verschwinden. Die Sprache trägt dabei eine ruhige Schönheit, die weder beschönigt noch verurteilt, sondern aufmerksam begleitet. Genau diese Sanftheit macht den Roman so eindringlich. Ein stilles, kluges Buch über Verlust, Mut und die zerbrechliche Kraft von Freundschaft. Keine laute Lektüre, sondern eine, die sich behutsam ins Herz legt und dort lange weiterarbeitet.

  • Monsieur

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    22.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine solide DDR-Mosaikstudie für Einsteiger

    Es lässt sich kaum leugnen, dass Peggy Mädlers Roman „Selbstregulierung des Herzens“ der diesjährige Musterbeitrag zur deutschen DDR-Literatur ist, da die Autorin, anstatt sich auf ein kleines, überschaubares Sujet dieser Epoche zu beschränken, ein opulentes Sammelsurium aus Geschichten zusammenträgt, das sich aus vielen kleinen Einzelschicksalen der handelnden Personen kunstvoll zusammenbaut. Als geografischer und erzählerischer Fixpunkt dient dabei ein kleines Dorf in der Nähe von Wandlitz, das im Laufe der Jahrzehnte zum Hintergrund oder vielmehr zur Bühne für eine Vielzahl von Figuren wird; hierbei erfahren die Leser zunächst einiges über die historischen Anfänge dieses Ortes, während am Ende folgerichtig auch der heutige Zustand thematisiert wird, doch dazwischen entfalten sich die eigentlichen Lebensgeschichten jener Charaktere, die in diesem Dorf zeitweise zu Hause waren und den unterschiedlichen Gesinnungen der damaligen Zeit sowie den starren staatlichen Anforderungen mal entsprachen und mal an ihnen scheiterten. Im Hinblick auf diese Gesinnungen zeichnet Mädler ein psychologisch facettenreiches Bild ihrer Protagonisten: Da ist Georg, der sich als pragmatischer Systemträger zeigt, während Mona als sensible Künstlerin nach individuellen Freiräumen sucht; Roland wiederum verkörpert den intellektuellen Zweifler, dessen spöttischer Geist sich bald radikalisiert. Aus diesen unterschiedlichen Haltungen erwächst eine fragile Konstellation zwischen den Figuren, deren Beziehungen zueinander stets von einer spürbaren Spannung durchzogen sind, die untrennbar mit ihrem jeweiligen Verhältnis zum alles kontrollierenden Staat verknüpft ist, wodurch Liebe, Freundschaft und Verrat in ständiger Abhängigkeit zur politischen Großwetterlage stehen. Besonders deutlich wird dies an Georgs Karriere verhandelt, dessen anfänglicher, fast euphorischer Glaube an eine fortschrittliche gesellschaftliche Umgestaltung durch die kybernetische Rechentechnik im Laufe der Jahre verblasst, sodass am Ende des Buches eine schwermütige Reflexion über seine eigene Vergangenheit und den hohen Preis seiner permanenten Anpassung zurückbleibt. Überhaupt müssen die Figuren einer schieren Vielzahl an gesellschaftlichen und politischen Anforderungen begegnen, was sich exemplarisch im enormen Druck des Staates auf Georg und seine Kollegen hinsichtlich des effektiven Einsatzes von Computern zeigt, aber auch im existentiellen Problem von Monas Kunst, die mit ihren Experimenten schlichtweg nicht den offiziellen Vorgaben des sozialistischen Realismus entspricht; ein repressiver Anpassungsdruck, der sich im Roman bereits bei den Bildern des Sohnes Jonas in der Schule widerspiegelt, wo das Kind nach massiver Rüge der Lehrerin gezwungen wird, seine kreative Individualität aufzugeben und fortan vorschriftsmäßig und linientreu zu malen. Obwohl Peggy Mädlers Roman ein nach wie vor beliebtes Thema im deutschen Literaturbetrieb aufgreift, lässt das Werk bei genauerer Betrachtung doch einiges an erzählerischem Wagemut vermissen. Dadurch, dass der Roman primär das große Ganze beschreiben will, liest er sich stellenweise leider wie eine bloße Zusammenfassung der wichtigsten und gängigsten Themen der DDR-Zeit wie Staatliche Überwachung, Republikflucht, Druck zur Konformität, Künstlerische Zensur und der »Wendeschock«, wovon jedoch das meiste dem historisch interessierten Publikum bereits hinlänglich bekannt sein dürfte. Die Figuren und ihre Schicksale, die die Autorin für ihr Buch ausgewählt hat, sind zwar unbestreitbar interessant sowie plausibel gestaltet, und auch die von Mädler beabsichtigte, mosaikartige Gesamtwirkung kommt beim Leser durchaus an; jedoch entsteht bei der Lektüre zu selten ein echter Aha-Effekt, und ein wirkliches, tiefergehendes Interesse, sich nach dem Zuschlagen des Buches noch weiterführend mit dem Roman zu beschäftigen, bleibt am Ende leider aus. Somit erweist sich das Werk letztlich nicht als ein substanziell ergänzender Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, sondern vielmehr als eine solide, literarische Rekapitulation, weswegen das Buch vor allem Anfängern auf diesem Gebiet wärmstens zu empfehlen ist, während Leser, die bereits eine Vielzahl ähnlicher Texte und DDR-Romane gelesen haben, sich über weite Strecken hinweg wohl etwas langweilen dürften.

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