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Wer fordert einen toten Mann zum Tango auf? Mankells neuer Kommissar Stefan Lindman, 37, steht vor einem Rätsel: Sein ehemaliger Kollege Herbert Molin ist ermordet worden, und am Tatort werden blutige Fußspuren gefunden, die wie Tangoschritte aussehen. Gibt es einen Zusammenhang mit Molins Vergangenheit als SS-Mann? Lindman ermittelt auf eigene Faust in Mankells Heimatort Härjedalen ... Henning Mankell hat einen grandiosen Kriminalroman geschrieben, der ein Stück deutsch-schwedischer Geschichte erzählt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Julia
5/5
20.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesenswert
Mein erster Mankell - und ich wurde nicht enttäuscht! Ein Muss für die kalten Winterabende!
Brigitte Bouman-Mengering
aus Lingen (Ems)
5/5
27.04.2011
Buch (Taschenbuch)
Bewegend
Der Kommissar Lindman erkrankt an Krebs und erfährt,daß sein Ausbilder Molin getötet wurde.Um mit all dem fertig zu werden,nimmt er sich frei und fährt nach Norrland.Dort muss er sich nicht nur mit seinem Krebs auseinandersetzen,sondern auch mit der Vergangenheit seines Ausbilders.War der Mann,von dem er so viel hielt,ein alter SS-Mann?Wie kann es sein,daß er ihn so wenig kennt?Voller Zweifel und Fragen versucht er den Fall zu lösen und auch noch sich mit seiner Krankheit abzufinden.Ein echter Mankell.Tiefgründig und bewegend.
Thomas Breuer
aus Ried
5/5
03.09.2009
Buch (Taschenbuch)
Tanz in den Tod
Stefan Lindmans Mentor Herbert Molin wird zu Hause ermordet aufgefunden. Ein Schock für Stefan, aber leider nicht der einzige. Gleichzeitig erfährt er, dass er an Krebs erkrankt ist. Da Lindman nicht weis, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, beschließt er zur Ablenkung sich an den Ermittlungen nach Herbert Molins Mörder zu beteiligen. Dabei stößt er auf dunkle Geheimnisse, die auch die Vergangenheit seiner Familie betrifft.
Auch ohne Kurt Wallander ist dies ein aufregender Roman. Hier wird sozusagen die Vorgeschichte von Stefan Lindman erzählt, der in späteren Geschichten ein Kollege von Kurt und Linda Wallander wird. In gewohnter Manier öffnet Henning Mankell, für seine Leser, Türen zu dunklen Räumen, um sie erst am Schluss des Romans aus dem Grauen zu entlassen.
Bewertung
4/5
09.08.2022
Buch (Taschenbuch)
Er konnte niemals vergessen
GELESEN: Henning Mankell „Die Rückkehr des Tanzlehrers“
Erschienen 2000 im Paul Zsolnay Verlag
503 Seiten
Mit einer schon zu Kriegszeiten im Einsatz gewesenen zweimotorigen Bristol Blenheim wird der dem Piloten Mike Garbett, seinem Kopiloten und dem Navigator unbekannte und einzige Passagier am 12.12.1945 nach Deutschland geflogen. Am nächsten Tag geht es zurück nach England.
Garbett würde zu gerne wissen, wer der Mann mit dem hochgeschlagenen Mantelkragen, dem tief ins Gesicht gezogenen Hut und dem Koffer, den er um keinen Preis aus der Hand gibt, ist. Er fragt nicht, und er erfährt es auch nicht.
Davenport und Stuckford, der ihm im Gefängnis zu Hand geht, erledigen gleich nach Ankunft in Bensheim ihre Arbeit. Zwölf Menschen werden an diesem Tag hingerichtet. Drei Frauen und neun Männer. Alle sind Kriegsverbrecher. Unter ihnen ist auch Lehmann, dessen überaus brutaler Bruder dem Tod durch den Strang bislang entkommen ist. Über seinen Verbleib ist nichts bekannt.
Im Jahr 1999 erleben wir parallel einen 76 Jahre alten Mann, den es seit Jahrzehnten umtreibt. In keiner einzigen Nacht kann er seit dem Kriege schlafen. Zwei Ehefrauen haben ihn deshalb verlassen. Er lebt alleine in der schwedischen Provinz, vertreibt sich die Zeit mit schwierigsten Puzzles, die ihm nie ausgehen dürfen. Diese müssen ausgesägt sein, niemals gestanzt. Im Garten lebt sein Elchhund Shaka, der das Haus bewacht. Die blickdichten Vorhänge sind zugezogen. Er lauscht seiner Musik, träumt seinen Traum von Argentinien und dem Tango, den er gerne dort getanzt hätte.
Er tanzt ihn zu Hause. Dazu kleidet er sich an, trägt die besten Schuhe, Anzug und Krawatte und holt die Puppe Esmeralda aus ihrem Zimmer, die er vor Jahren selbst angefertigt hat.
Stefan Lindman ist Polizeibeamter. Er hat schon viel gesehen, und er hatte auch schon des Öfteren Todesangst. In einigen Stunden hat er einen Arzttermin, und auch heute hat er wieder fürchterliche Angst. Diese ist berechtigt. Er hat Zungenkrebs. Lindman ist 37 Jahre alt. Nachdem er mit der Ärztin gesprochen hat, geht er in die Cafeteria und nimmt sich eine Zeitung zur Hand. Darin liest er von einem brutalen Mord an dem 79 Jahre alten Herbert Molin, seinem ehemaligen Kollegen.
Lindman hat eine Entscheidung getroffen. Er will leben, und er will sich operieren lassen, aber bis dahin hat er noch drei Wochen Zeit. Zuerst möchte er nach Mallorca, aber was soll er da machen? Geht er am Strand spazieren, dann holen ihn ständig seine Ängste ein und so beschließt er, nach Östersund zu fahren. Er möchte erfahren, was mit seinem ehemaligen Kollegen Molin geschehen ist. Warum musste dieser sterben? In einer kleinen Pension mietet er sich ein und durchstreift die Gegend. Er spricht mit dem Inhaber des kleinen Kolonialwarenladens, wandert zum Wasser, wo er unter einem Baumstumpf Zigarettenstummel findet sowie die Abdrücke eines kürzlich dort stehenden Zeltes und weiter im Wald auch menschliche Exkremente. Wer hat hier über einen längeren Zeitraum gehaust? Er muss unbedingt mit dem mit den Ermittlungen betrauten Kommissar Giuseppe Larsson sprechen. Larsson und Lindman verstehen sich auf Anhieb, und Larsson gewährt Lindman freie Bahn. Davon darf aber Rundström, der zugeknöpfte und ungehaltene Kollege von Larsson, nichts erfahren.
Lindman besucht nun zuerst den Makler Marklund. Von diesem hat Molin vor 11 Jahren sein Haus im Wald gekauft. Er trat aber nicht selbst in Erscheinung, sondern beauftragte Elsa Berggren. Diese regelte auch das Finanzielle. Marklund hat Molin nie gesehen.
Lindman schaut sich alleine den Tatort an, findet versteckt Briefe und ein Tagebuch, spricht mit Elsa Berggren, mit Viktoria Molin, der Tochter des Toten, und nimmt sich täglich vor, wieder nach Hause zu fahren, aber irgendetwas hält ihn immer wieder zurück. So ermittelt er weiter und weiter und vergisst damit oft über Stunden seine schwere Krankheit.
Nachdem nun auch der 10 km entfernt wohnende Nachbar Molins Abraham Andersson ermordet wurde, wird die Sache sehr kompliziert.
Auch über den Mörder Molins erfährt nun der Leser. Aaron Silberstein, der unter anderem Namen seit Jahrzehnten in Argentinien lebt, einen Tipp bekam, wo sich Molin aufhält, war es, der wochenlang am See gehaust hat, Molin lange beobachtete, bevor er ihn tötete.
Andersson aber hat Silberstein nicht umgebracht. Da die Polizei aber daran festhält, dass es nur einen Täter geben kann, legt er eine falsche Spur.
Auch wenn der Leser dies alles erfährt, so bleiben bis zum Schluss einige Motive im Dunkeln. Bei Aufklärung erleben wir eine Überraschung. Auch wenn dieser Roman bereits 22 Jahre alt ist, so kann man ihn wirklich empfehlen. Im Übrigen wurde auch dieser Stoff verfilmt.
Bewertung
4/5
14.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Düster, brutal und aktuell
Wer kann es auf einen alten ehemaligen Polizisten, der sich in die Abgeschiedenheit der schwedischen Wälder zurückgezogen hat abgesehen haben? Um das herauszufinden, muss sein kranker ehemaliger Kollege tief in der europäischen Vergangenheit graben und bringt politische und menschliche Abgründe ans Licht, die nicht nur die schwedische Gesellschaft bis heute prägen und beschäftigen.
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