Balancierend zwischen tiefgründiger, literarisch dichter Reflexion, Nahbarkeit, sprachlicher Intensität und Momenten voller Leichtigkeit und Humor zeichnet Sabina Mari in ihrem Buchdebüt kraftvolle und eindringliche Bilder, die auch Außenstehenden ein nachhallendes Gefühl vermitteln, was es bedeutet, Long Covid oder ME/CFS zu haben. Als Appell an Empathie zeigt sie in ihrer eigenen sehr persönlichen Begegnung mit Schmerzen, Stille, Dunkelheit, Isolation und Verlusten auf allen Ebenen, welchen Hürden sich Erkrankte innerhalb einer nahezu unaufgeklärten Gesellschaft stellen müssen. Fernab von künstlicher Dramatisierung konfrontiert sie in diesem Zusammenhang – schonungslos, doch ohne anzuklagen – mit bestehenden sozialen Strukturen und regt dazu an, diese infrage zu stellen.
Trotz oftmals fehlender Kraft demonstriert ihre Suche nach Genesung und der Entstehungsprozess dieses Buches analytisch klar und zugleich emotional tief berührend unerschütterliche Stärke, Resilienz und Lebenswillen. Eine mutige und mutmachende Einladung zur Wertschätzung des eigenen Lebens und ein Zeugnis dafür, dass selbst der dunkelste aller Orte einen Funken für neue Wege in sich tragen kann. Fuck You, Long Covid! – ein Buch, das aufklärt, ohne zu belehren, und Zuversicht schenkt, ohne zu bagatellisieren.
Um auch Betroffenen das Lesen zu ermöglichen, wurden die mit Long Covid und ME/CFS einhergehenden kognitiven und visuellen Einschränkungen beim Layout berücksichtigt.
Edith Meinhart (Journalistin und Autorin) empfiehlt das Buch und beschreibt es als eine „berührende, einzigartige Reise in die abgeschirmte, verdunkelte, stille Welt der Autorin Sabina Mari, in der vieles schmerzlich fehlt, es aber immer auch noch Hoffnung, Witz und Leichtigkeit gibt“. – Datum-Magazin, Ausgabe 11/25
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
16.03.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckendes Buchdebüt
Ein beeindruckendes Buchdebüt. Ohne den Hinweis einer Buchhändlerin, die sich sehr für dieses hochaktuelle Thema interessiert, wäre mir dieses wahrscheinlich entgangen. Der raue Titel ließ mich zunächst noch zögern. Doch ich wurde nicht enttäuscht. Hinter der harten Schale steckt sprachliche Finesse. Das Buch hat mich vom ersten Kapitel an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die teils elliptischen Passagen sind sehr eindrücklich und haben mich mitgerissen. Bemerkenswert und gut geschrieben. Bildhaft, ohne unnötige Schnörkel. Auf eine Dramatisierung wird trotz der Schwere des Themas verzichtet, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Authentisch und persönlich, lebendig, nahbar und mit Witz geschrieben. Dass die Autorin, während sie dieses Buch geschrieben hat, schwer erkrankt war, habe ich beim Lesen ganz vergessen. Sehr inspirierend für das eigene Leben in vielerlei Hinsicht. Definitiv eine Empfehlung. Insbesondere wenn man glaubt, eigentlich keinen Bezug zu den Themen Long Covid und ME/CFS zu haben.
Bewertung
5/5
21.02.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wichtiges Buch für mich als Betroffene
FUCK YOU, LONG COVID von Sabina Mari
Empathisch. Sympathisch. Lebensbejahend. Hoffnung-schenkend.
Zum Inhalt:
Seit einer überstandenen COVID Infektion leidet Sabina an Long Covid - und in ihrem Leben ist nichts mehr so, wie es vorher war. In empathischer, offener, ja fast schon literarischer Form lässt Sabina Mari den Leser teilhaben an ihrem Leben nach Corona - Verluste von Lebensqualität, Freundschaften und Alltag sowie Existenzsorgen inklusive. Aber Sabina gibt nicht auf, denn sie weiß: Sie wird wieder genesen.
Wenn man jedes Wort, jeden Satz, jede Seite, jedes Kapitel "fühlt" - wenn man denkt: Ich schaue in einen Spiegel: das bin ich, das ist meine Geschichte - wenn einem sogar zum Teil unbequeme Wahrheiten in sehr sympathischer und höchst empathischer Weise aufgezeigt werden - wenn es immer noch Hoffnung gibt ... dann liest du wahrscheinlich gerade dieses Buch - ob als Betroffener oder vielleicht auch Angehöriger oder Interessierter ...
Ich erkenne mich in diesem Buch in so vielen Situationen wieder - nicht nur in den negativen Erfahrungen, die man als Erkrankter zwangsläufig macht, sondern auch in den Bereichen der Hoffnung und allmählichen Genesung.
Ein wirklich gelungenes Buch für Betroffene, Angehörige und interessierte Leser.
Absolute Leseemfehlung.
10 von 10 Sternen
Bewertung
5/5
13.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch sollte jede*r lesen.
Dieses Buch sollte jede*r lesen. Es behandelt ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema: Long Covid kostet die Gesellschaft Millionen. Zwar gilt die Pandemie offiziell als beendet, doch Menschen mit Long Covid – oder als Verschlimmerung bzw. Verlängerung mit ME/CFS – werden oft vergessen.
Sabina Mari gibt ihnen eine Stimme. Eindrücklich und emotional schildert sie ihre eigene Geschichte: von Bettlägerigkeit, wiederkehrenden Crashes und dem Verlust von Sozialleben und Arbeit – bis hin zur Heilung, die ihr enorme Geduld, Akzeptanz und Disziplin abverlangte.
Mit ihrem Bericht macht sie das Leiden sichtbar und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Krankheit, die jede*n treffen kann. Denn es betrifft uns alle.
Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis von Long Covid und ME/CFS und eröffnet zugleich Einblicke in die persönliche Dimension dieser Krankheiten.
Lisa
aus Kiel
5/5
10.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Für mehr Sichtbarkeit
Mir wurde von einem ganz zauberhaften Menschen eine Rezension von „Fuck You, Long Covid!“ geschickt, einfach weil diese Person an mich gedacht hat. Allein das hat mich schon unglaublich berührt. Da ich selbst unter anderem ME/CFS habe, ausgelöst durch Covid, habe ich mich so sehr gefreut zu sehen, dass es ein Buch gibt, das die persönliche Sicht auf diese Krankheit so ehrlich beschreibt. Endlich mal kein Ratgeber. Schon nach den ersten Seiten wusste ich: Dieses Buch wird etwas ganz Besonderes für mich.
Beim Lesen hatte ich so oft Tränen in den Augen und Gänsehaut am ganzen Körper, weil ich mich so gesehen und verstanden gefühlt habe. So viele Gedanken, Gefühle und Erfahrungen, die ich selbst kenne, standen plötzlich schwarz auf weiß vor mir. Mehr als einmal habe ich laut „Ja, ja, ja – verdammt!“ gesagt, weil Sabina genau das in Worte gefasst hat, was so viele von uns fühlen, aber oft nicht ausdrücken können.
Jedes Mal, wenn ich mich in einem Satz oder Absatz wiedergefunden habe, habe ich einen gelben Klebestreifen ins Buch geklebt, damit ich diese Stellen immer wieder finden kann. Tja … am Ende waren es 65 Stück. Irgendwann gingen mir die gelben aus, also habe ich – passenderweise genau an der Stelle, an der Sabina ihr NIEMANDSLAND beschreibt – zu orangen Klebezetteln gewechselt. Ein paar rote mussten am Ende auch noch dazu. Auch wenn ich den Teil der Genesung noch nicht komplett nachempfinden kann, weil ich mich selbst gerade noch an einem anderen Punkt befinde, hat es unglaublich gut getan, diese am Ende positive Wendung zu lesen. Vielleicht auch als etwas, woran ich mich festhalten kann.
Sabina hat mit diesem Buch wirklich ein wundervolles Buch-Baby auf die Welt gebracht. Ich möchte dir von Herzen danken – für den schönen Austausch mit dir und noch mehr für dieses besondere Buch. Danke, dass du Menschen, die oft nicht laut werden können, eine Stimme gibst. Danke, dass du ein Vorbild für mich geworden bist. Danke, dass du für uns kämpfst. Und danke, dass dein Buch so viel mehr schenkt als nur Verständnis.
Dieses Buch gebe ich auf jeden Fall nicht mehr her. Es wird einen festen Platz in meinem Regal haben, und ich weiß jetzt schon, dass ich immer wieder darin lesen werde.
Mich hat dein Buch genau zur richtigen Zeit gefunden. Vielleicht wollte das Universum genau das. Und ich hoffe sehr, dass wir uns irgendwann einmal persönlich kennenlernen – und du dann auch mein Klebezettelbuch sehen kannst.
Bewertung
5/5
03.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Oh not another Long Covid Story? Doch – anders.
Oh not another Long Covid Story!?
Nein.
Und genau das ist der Punkt.
Dieses Buch kann mehr, als der plakative Titel zunächst vermuten lässt. Wer eine Tirade erwartet, eine wütende Abrechnung oder ein Anklageschreiben mit erhobenem Zeigefinger, wird überrascht sein. Sabina Mari gelingt etwas Seltenes: eine sanfte Form der Gesellschaft Long Covid näherzubringen – ohne zu belehren, ohne Schuld zuzuweisen. Mehr Poetik als Polemik. Mehr Mensch als Meinung.
Von einem gelungenen Vorwort bis hin zum lebensbejahenden Schlusskapitel entfaltet sich ein Text, der in das Erleben hineinführt – nicht in erster Linie in Zahlen, Studien oder medizinische Debatten, sondern in die menschliche Dimension einer Erkrankung, die für viele unsichtbar bleibt. Anhand eines persönlichen Verlaufs entfaltet sich eine weites Spektrum dessen, was diese Erkrankung darüber hinaus bedeuten kann - von Schwerstbetroffenen abgesehen.
Als Soziologin lese ich dieses Buch darüber hinaus nicht nur als persönliche Erzählung, sondern als gesellschaftlichen Spiegel. Es macht die strukturelle Unsichtbarkeit von Long Covid und ME/CFS sichtbar – in einem für Nicht-Betroffene erträglichen, angemessenen Ausmaß. Genau darin liegt seine Kraft. Es schlägt eine Brücke: von der teils schwer erlebbaren Realität der Erkrankten hin zu jenen, die davon (noch) unberührt sind. Und ja, so funktioniert Betroffenheit – sie ist perspektivisch. Aber eine aufgeklärte Gesellschaft sollte dennoch in der Lage sein, systematisch und informiert mit solchen Krankheitsbildern umzugehen. Davon sind wir bislang weit entfernt.
Dieses Buch wird zum Sprachrohr – ohne laut zu sein.
Sabina Mari zeichnet starke, atmosphärische Bilder, die diesen Krankheitsbildern ein Gesicht geben. Ein Gesicht, das sich nicht festschreiben lässt, sondern das sich – wie ein Puzzle – aus Facetten zusammensetzt: Erschöpfung, kognitive Einbrüche, Hoffnung, Isolation, leise Widerständigkeit. Sie beschreibt das subjektive Leid mit einer Klarheit, die weder dramatisiert noch relativiert. Und gerade diese Klarheit tut gut. Sie stößt bei Betroffenen – bewusst oder unbewusst – einen Verarbeitungsprozess an. Weil endlich Worte da sind für das, was oft nur diffus gespürt wird.
Das Buch ist alles andere als eine Liste von Do’s und Don’ts. Es ist kein Ratgeber im klassischen Sinne. Es ist die Erzählung eines Prozesses. Von vielen kleinen Schritten. Von einem Wandel. Von einem Genesungsweg, in dem es nicht primär um Werkzeuge geht, sondern um Entwicklung. Um Selbstermächtigung. Um die Rückbindung an den eigenen Körper und das eigene Tempo.
Besonders stark ist der Perspektivwechsel im Schlusskapitel: Die Frage „Wann werde ich wieder so wie früher?“ wird nicht beantwortet, indem eine Rückkehr versprochen wird – sondern indem sie neu gerahmt wird. Es geht nicht um Wiederherstellung im Sinne von Leistung oder gesellschaftlicher Funktionalität, sondern um eine tiefgehende Veränderung, die einen unbedingten Wunsch nach Gesundheit und Lebensqualität freilegt. Ein Geschenk vielleicht – aber eines, das sich nicht von Beginn an als solches erkennen lässt.
Aus soziologischer Perspektive berührt das Buch zentrale Themen unserer Zeit: Leistungsnormen, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Körper als gesellschaftlich gerahmte Erwartungsfläche, Vulnerabilität als Erkenntnisquelle. Verletzlichkeit wird hier nicht als Schwäche inszeniert, sondern als Ort der Wahrheit. Als Möglichkeit, sich selbst und gesellschaftliche Strukturen neu zu begreifen.
Und genau deshalb ist dieses Buch nicht nur für die Long-Covid- oder ME/CFS-Bubble relevant. Es impliziert andere chronische Erkrankungen. Es berührt Fragen von Anerkennung, Solidarität und struktureller Verantwortung. Es schärft Zusammenhänge, trifft Punkte, macht blinde Flecken sichtbar.
Eigentlich sollte es jede*r lesen.
Nicht, um belehrt zu werden.
Sondern um zu verstehen.
Und vielleicht, um etwas zu verändern.
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