Das Mädchen May aus Myanmar gerät im Alter von sechs Jahren in die Gewalt von Kinderhändlern, die es nach Pattaya, Thailand, verschleppen. Für May beginnt ein Albtraum – bebildert mit Prostitution, Gefängnisaufenthalten, Deportationen und illegalen Einwanderungen. Nach vier Jahren gelingt May die Flucht. Kurz darauf lernt sie die Freunde Bird, der in den Slums ausgesetzt wurde, und Tiger, der von zuhause ausgerissen ist, kennen. Gemeinsam gelingt es dem Trio, auf den Straßen Pattayas zu überleben, ohne jemals den Mut zu verlieren.
Zehn Jahre später scheint sich alles zum Guten zu wenden. Der sechzigjährige Franz macht May einen Heiratsantrag, Bird bekennt sich zum dritten Geschlecht und Tiger findet einen Job in einer Tanzschule. Doch der Schein trügt, und ein Schicksalsschlag jagt den nächsten.
Wird es den Freunden gelingen, zu überleben und vielleicht sogar Glück und Liebe zu finden?
Ein Roman vor dem Hintergrund Pattayas.
Jetzt lesen und auf unterhaltsame Weise Einblicke in die Kultur des Landes gewinnen.
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Eine berührende und klug komponierte Geschichte
MoMe am 16.02.2026
Bewertungsnummer: 3047808
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Vorwort gibt mir einen ersten Blick auf die Entstehungsgeschichte dieses Buches und stimmt mich auf eine Erzählung ein, deren Richtung ich noch nicht absehen kann. Doch schon das erste Kapitel packt mich emotional. Ich lerne May in einem Moment großer Verletzlichkeit kennen. Ihr Schicksal wird nur angedeutet, aber genau diese Zurückhaltung weckt mein Interesse an ihrer Vergangenheit.
Hinter dem Lächeln führt mich über lose miteinander verbundene Momentaufnahmen nach Thailand und erzählt von Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Nach und nach lerne ich die Kinder May, Bird und Tiger kennen, die früh und oft auf grausame Weise erfahren, dass die Menschen, die sie eigentlich schützen sollten, sie stattdessen verletzen können oder im Stich lassen. Gleichzeitig begegnet mir Anna, eine junge Lehrerin, die versucht, das Leid um sie herum so gut es geht zu lindern. Erst im späteren Verlauf verweben sich diese einzelnen Eindrücke zu einer gemeinsamen, chronologisch fortlaufenden Geschichte, die durch ihre multiperspektivische Betrachtung noch eindringlicher wird.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Struktur des Romans wider. Die Kapitel sind nach Orten und Jahren gegliedert, was dem Buch eine beinahe dokumentarische Wirkung verleiht. Anfangs wirken die Sequenzen nüchtern, fast beobachtend. Doch gerade diese leise, distanzierte Erzählweise entfaltet eine enorme emotionale Wucht. Die fragmentarische Struktur ermöglicht Perspektivwechsel zwischen Figuren und Zeiten, ohne etwas zu harmonisieren oder zu beschönigen. Jedes Schicksal tritt klar hervor und lässt Raum für meine eigenen Gedanken.
Der Roman liest sich wie das Leben selbst. Mal brutal, manchmal still, dann wieder voller Farbe und Lebenslust. Trotz der wechselnden Figuren bleibt die personale Erzählperspektive nah an den einzelnen Menschen. Besonders beeindruckt mich, dass Charlotte Charonne nie ins Erklärende abrutscht. Sie vertraut auf das Verhalten ihrer Figuren und so wird hier „show, don’t tell“ konsequent umgesetzt.
Bird ist für mich wie ein warmes Leuchtfeuer. Seine stille Einsamkeit berührt mich tief. Trotz all des Leids bewahrt er seine Menschlichkeit und wird so zu einem wichtigen Gegenpol.
Tiger wiederum beeindruckt mich durch seine Disziplin und seinen Traum, der ihm Halt gibt, obwohl seine Chancen, diesen zu erfüllen, äußerst gering sind.
Am stärksten trifft mich jedoch Mays Geschichte. Die Tragödie ihrer Kindheit und die gesundheitlichen Folgen, die sie nie hätte beeinflussen können, werden ohne Pathos erzählt. Gerade diese Zurückhaltung macht ihre Geschichte so eindringlich.
Die gesellschaftliche Kritik ist deutlich, aber nie moralisierend. Armut, Ausbeutung, fehlender Schutz und Krankheit als Stigma sind präsent, doch ich muss selbst hinschauen und mir eine eigene Meinung bilden. Hoffnung und Zuversicht sind fein dosiert und zeigen, dass Nähe nicht selbstverständlich ist und Familie mehr sein kann als Biologie.
Das Ende wirkt friedlich, obwohl Traurigkeit mitschwingt. Hinter dem Lächeln lässt mich nachdenklich, aber nicht hoffnungslos zurück. Der Roman zeigt Thailand in all seinen Facetten. Warmherzig, farbenfroh, aber auch mit Schattenseiten. Gerade diese Balance macht ihn so eindrucksvoll.
Fazit:
Hinter dem Lächeln ist eine berührende, klug komponierte Geschichte, die ernste Themen mit der Schönheit Thailands verbindet, ohne anmaßend zu wirken. Ein leiser und eindrucksvoller Roman.
Ein sehr bewegender Roman
Bewertung am 12.02.2026
Bewertungsnummer: 3043792
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Cover passt sehr gut zu dem Thailand-Roman, der durch wahre Begebenheiten inspiriert wurde. Diese knallige pinke Blüte, die das Dunkel gerne verdecken möchte. Nach dem Lesen macht es noch mehr Sinn.
Ich weiß, dass ich nicht die richtigen Worte finden werde, die meinen Leseeindruck so transportieren könnten, wie ich empfunden habe.
Mich hat dieses Buch völlig eingenommen. Jeden Tag freute ich mich auf meinen Abschnitt und hatte dennoch schon Angst vor dem Ende.
Für mich gab es vier Hauptprotagonisten (Anna, May, Bird und Tiger), die ich so gerne begleitete und immer wissen wollte, wie es nun weitergeht. Dabei stach May am Meisten hervor. Ein schwieriger Charakter und dennoch, oder gerade deswegen, mochte bzw verstand ich sie.
Thailand, das Land des Lächelns, wird von der Autorin super interessant kulinarisch, kulturell, politisch und zwischenmenschlich dargestellt, ohne den Lesefluss zu stören, sondern so im Kontext zum Roman, dass es eine wahre Freude ist und die Neugier auf weitere Informationen steigert.
Trotzdem viel gelächelt wird, gibt es natürlich auch die Schattenseiten, welche uns Charlotte Charonne nicht verschweigt. Ich war oft betroffen, schockiert und tief berührt. Ich habe selten sowas traurig Schönes gelesen, etwas was mit so viel Leichtigkeit geschrieben wurde und dennoch keine einfache Kost war. Ich werde lange mit einem tränenden und einem lachenden Auge an May und Co. denken.
Fazit: Für mich ist das hier ein ganz spezielles Highlight, denn es war weit außerhalb meiner literarischen Wohlfühlzone und hat mich auf ganz vielen emotionalen Ebenen abgeholt und zum Nachdenken bewegt. Du willst kein 08/15 Buch? Dann
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