Daniel wächst behütet auf. Nachdem sein Vater erkrankt, trennen sich die Eltern. Daniel zieht mit seiner Mutter von Darmstadt nach Frankfurt. Zwischen den Eltern hin und hergerissen und immer auf der Suche nach Anerkennung durch seinen Vater, landet er in falsche Kreise. Drogen, Alkohol und Schule schwänzen prägen nun seinen Alltag.
Des Öfteren landet er nun beim Kinderjugendnotdienst. Die Eltern ziehen gemeinsam mit dem Jugendamt die Notbremse und Daniel kommt in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung nach Schleswig - Holstein. Hier schafft er es wieder auf den richtigen Weg.
Nach dieser Zeit kehrt er zurück nach Frankfurt, fängt zunächst eine Ausbildung an, die er wieder abbricht. Sein Weg führt ihn zurück nach Schleswig - Holstein, wo er letztendlich sein Glück finden wird.
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5.0/5.0
Bewertung
5/5
30.09.2025
Buch (Taschenbuch)
Tief berührend und absolut lesenswert
Frank Reinwalds „Da, wo die Zwergschwäne rasten“ ist eines dieser Bücher, bei denen man nicht einfach nur zuschaut, sondern spürt. In seiner Erzählung folgt man Daniel, der nach einer schmerzhaften Familiengeschichte und dem Auseinanderbrechen seiner Welt immer wieder in schwierige Situationen gerät – auf der Suche nach Anerkennung, Liebe und Zugehörigkeit. Sein Weg führt ihn schließlich in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Schleswig-Holstein, die ihm, nach all den Abwegen, einen neuen Halt bietet. 
Was dieses Buch so herausragend macht, ist, wie Reinwald es schafft, sowohl die inneren Konflikte eines jungen Menschen als auch die komplexen Strukturen sozialer Arbeit mit großer Klarheit, Empathie und ohne Simplifizierung darzustellen. Man sieht nicht nur Daniels Schattenseiten – das Gefühl des Verlassenwerdens, das Schwanken zwischen Hoffnung und Enttäuschung – sondern auch, wie entscheidend es ist, dass es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen, auch wenn der Weg schwierig ist. 
Das Buch wirft einen Blick hinter die Kulissen – auf Einrichtungen der Jugendhilfe, auf das Jugendamt, auf die brüchigen Netzwerke, die Kinder und Jugendliche schützen, fördern oder manchmal versagen lassen. Es wird deutlich, wie wichtig eine fachlich fundierte, mitmenschliche und wertschätzende soziale Arbeit ist. Dass hier nicht der Profit, sondern das Wohl des Kindes im Zentrum stehen muss. Reinwald bringt das mit großer Sensibilität rüber. 
In seiner Sprache, seinem Erzählen liegt Tiefe, ohne dass es überladen wirkt. Man fühlt sich als Leser:in eingebunden, man leidet mit Daniel, will mit ihm, unbewusst, dass jemand hinreichend zuhört, hilft, auch dann, wenn’s keine schnellen Lösungen gibt. Und gerade das macht Hoffnung. Denn es zeigt: Es gibt Wege. Es gibt Räume für Veränderung. Und es gibt Menschen, die, obwohl alles schwierig erscheint, nicht aufgeben.
Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes, wichtiges Buch – für alle, die verstehen wollen, wie schwierig, aber auch wie bedeutend erzieherische und pädagogische Arbeit ist. Für alle, die Mitgefühl und Realität verbinden wollen. Für alle, die glauben, dass Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft Respekt, Verständnis und echte Unterstützung verdienen – nicht als Statistik oder Aufwand, sondern als das, was sie sind: junge Menschen mit Träumen, Wunden, Stärken und dem Recht auf Chancen.
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